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Nein zur Genussverbotsinitiati​ve

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Am 23. Sep­tem­ber 2012 wird ein denkwürdiger Tag sein. Das Schwei­zer Stimm­volk wird nämlich dazu auf­ge­ru­fen darüber ab­zu­stim­men, ob der Bun­des­be­schluss über den Schutz vor Pas­sivrauch auf­ge­ho­ben und ra­di­ka­li­siert wer­den soll. Die ers­ten Um­fra­gen haben er­ge­ben, dass 59% der Be­frag­ten eine Verschärfung begrüssen.

Um was geht es:

Der Bund hat vor einiger Zeit ein Gesetz für den Schutz der Nichtraucher erlassen, welcher sich mehr oder weniger nach den Empfehlungen der WHO richtet. Im Rahmen unseres erfolgreichen Föderalismus ist es den Kantonen überlassen, dieses Gesetz bedürfnisgerecht noch zu verschärfen. Deshalb haben wir in der Schweiz auch verschiedene Regelungen. In allen Kantonen gilt jedoch in Bezug auf die Gastronomie mindestens folgendes:

  1. Falls ein Lokal inklusive den Gästen zugängliche Nebenräume weniger als 80 m2 Nutzfläche besitzt, dann kann der Unternehmer entscheiden, ob er seinen Betrieb als Raucherlokal oder Nichtraucherlokal betreiben will. Möchte er dies tun, muss sein Lokal über eine Lüftung verfügen, welche den strengen Anforderungen gerecht wird. Seine Mitarbeiter müssen einen Zusatz zum Arbeitsvertrag unterschreiben, dass sie gewillt und bereit sind, in den entsprechenden Räumlichkeiten zu arbeiten.
  2. Verfügt eine Gaststätte über mehr als 80 m2, dann dürfen maximal 30% der beschriebenen Gesamtfläche räumlich so abgetrennt werden, dass ein separates Fumoir realisiert werden kann. Dieses Fumoir darf bedient werden, muss aber über dieselbe strenge Lüftung mit Unterdruck verfügen, wie das Lokal mit den <80 m2.
  3. Das kleine Lokal oder das Fumoir muss von aussen mittels klar ersichtlichem Piktogramm beschriftet sein, so dass sich keine Nichtraucher irrtümlicherweise darin verirren. Die Zugangstüre zum Fumoir muss automatisch schliessen.
  4. Das Fumoir in der grösseren Gaststätte darf weder als Durchgangsraum, noch als Verkaufsraum dienen. Falls dennoch Artikel dort verkauft werden, müssen dieselben Dinge auch im Nichtraucherteil besichtigt werden können- und kaufbar sein.

Die Initiative „Schutz vor Passivrauchen“ hat nun in erster Linie zum Ziel, sämtliche Arbeitsplätze im Innern von Gebäuden vollständig rauchfrei zu machen. Dies betrifft nicht nur Büros, in welchen ausschliesslich Raucher sitzen, sondern eben auch die wenigen verbliebenen Gaststätten.

Was sind die Hauptargumente gegen diese Initiative?

I. Der nichtrauchende Gast wird mit dem geltenden Bundesgesetz bereits heute vor ungewolltem Einatmen von Tabakrauch geschützt. Niemand verirrt sich ausversehen in ein Raucherlokal oder ein Fumoir.

II. Wir haben in der Schweiz heute ein Überangebot an Gastronomie. Kein durstiger oder hungriger Passant muss ein Lokal suchen, in welchem nicht geraucht wird. Mehrheitlich sind in der Schweiz alle Betriebe bereits rauchfrei.

III. Die Vorlage beschneidet die unternehmerischen Rechte des Gastronomen in ungebührlicher Weise. Jeder Unternehmer sollte darüber frei entscheiden können, wie er seinen Betrieb am Markt und den Kundenbedürfnissen ausrichtet. Beim Zahlen der Löhne oder der Steuern hilft ihm auch kein Gesetz oder Subvention.

IV. Viele Betriebe haben in Bezug auf das Bundesgesetz in den vergangenen drei Jahren hohe Investitionen vor allem für die zusätzliche Lüftung getätigt. Diese müssten nun abgeschrieben werden, was kein normaler Gastrobetrieb zu bezahlen vermag.

V. Die absolute Mehrheit der Mitarbeitenden in den entsprechenden Gaststätten sind selber Raucher. Diese müssten dann für eine Zigarette mit ihren Gästen vor die Türe stehen. Die Folge wäre, dass die Lärmemissionen vor den Gaststätten zunehmen, und sich die Kippen trotz Aschenbecher auf der Strasse mehren (Littering). Mitarbeiter, welche sich vor Passivrauch schützen wollen, finden jederzeit in den unzähligen Nichtraucherlokalen eine Beschäftigung. Gutes Personal ist heute sehr gesucht.

VI. Liebhaber von handgerollten Zigarren oder Pfeifen gehen vor allem im Winter oder bei garstigem Wetter nicht nach draussen, weil der Genuss dieser Produkte länger dauert als nur 5 Minuten. Die Initiative der Gegner von Tabakgenuss unterschlägt, dass es nebst den Suchtrauchern noch Geniesser gibt. Dieser Genuss soll nun flächendeckend radikal verboten werden.

VII. In einer Demokratie bestimmt die Mehrheit über die Minderheit. In einer guten Demokratie nimmt die Mehrheit aber auf die Minderheit zumindest etwas Rücksicht. Die Initianten beachten diese Regel nicht. Was wird wohl als nächstes kommen? Müssen Übergewichtige ihre Krankheitskosten in Zukunft selber bezahlen, was droht uns im Zusammenhang mit dem Wein- oder Spirituosengenuss? Dürfen die Katholiken demnächst keinen Weihrauch mehr schwingen, oder dürfen wir bald nicht einmal mehr im Freien rauchen?

Einige Betriebe mit Fumoir werden wohl auch nach der Annahme dieser Initiative weiter existieren, auch wenn dann die Gäste ihre Getränke an einer rauchfreien Bar im Betrieb selber holen und wieder abräumen müssten. Das selbst rauchende Personal hingegen wird in jedem Fall nur vor der Türe im Freien rauchen dürfen, weil man ja nicht sofort erkennen kann, ob es sich um eine Pause oder um einen Arbeitseinsatz handelt.

Aus diesem Grunde möchte ich Ihnen nicht nur nahe legen, diese Initiative an der Abstimmungsurne selbst zu verwerfen, sondern auch für ein Nein in Ihrem Bekanntenkreis zu werben. Denn wer das Rauchen verbieten will, der soll das mit einem generellen Rauchverbot tun. Wir sollten nicht den Sack schlagen, um eigentlich den Esel zu meinen.


Kommentare von Lesern zum Artikel

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38%
(8 Stimmen)
sagte August 2012

Herr Vogt, gerade ein Mitglied einer Partei, welche sich vehement gegen die Liberalisierung von weichen Drogen einsetzt, sollte sich doch eigentlich auch für einen besseren Nichtraucherschutz einsetzen. Rauchen führt zu mehr Todesopfern als jede andere Drogensucht.

Es hat doch nichts mit Genuss zu tun, wenn man sich ein Gift-Cocktail zu führen muss um Zug um Zug seine Entzugserscheinungen loszuwerden.

Wussten Sie, dass Rauchen impotent macht und das Herzinfarktrisiko erhöht? Lesen Sie hier mehr darüber:
http://www.​raucherentwoehnung-ni​kotinsucht.de/warum_r​auchen_sie_impotent_m​acht_.html

http://​www.lifeline.de/vorso​rgen/raucherentwoehnu​ng/herzinfarktrisiko-​fuer-raucher-deutlich​-erhoeht-id31694.html​

Viel Spass beim Geniessen.


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64%
(11 Stimmen)
Helmut Barner sagte August 2012

Herr Vogt, wie wäre es, wenn Sie sich mal dafür einsetzen würden, dass die Raucher nicht ständig ihre Zigarettenstummel in die Landschaft schnippen würden. Wieviele Tonnen sind das pro Jahr? Und die verrotten nicht so schnell. Überall liegen die rum und wenn man zurückschaut, war das wohl der Anfang des gedankenlosen Litterings weltweit. In jedem Film taten sie es, überall lernte man das so, schnipp, dedankenlos wegschnippen, den Dreck in die Landschaft. Auch das ist Rauchermentalität! Herr Vogt, machen Sie was, bevor man das Übel per Gesetz bekämpfen muss.



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30%
(10 Stimmen)
J. Wolf sagte August 2012

Von den Rauchern wird immer ins Feld geführt, dass mit einem Rauchverbot "die Freiheit des Menschen" eingeschränkt würde.

Vielmehr ist das Gegenteil wahr.
Als Nichtraucher werde ich in meiner Freiheit massiv eingeschränkt, wenn auch nur ein einziger Raucher "seine Freiheit" in Anspruch nimmt. Eine einzige Person schafft es so, dutzende Personen in Ihrer Freiheit einzuschränken: Die Freiheit sich an dem Ort aufzuhalten an dem er möchte.

Wer sich für wirklichen Genuss einsetzen will, der soll seinem Genuss dort frönen wo sein Egoismus nicht den Genuss anderer (nämlich saubere Luft!) zerstört. Und wer von den Rauchern denkt, dass SEINE Luft ein Genuss wäre, soll mal einen Tag ohne zu rauchen leben und dann frisch geduscht und mit frischer Kleidung in die Natur gehen: All das verpasst er durch seinen "Genuss"!


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38%
(8 Stimmen)
Anita Walder sagte August 2012

Ich kann verstehen, dass man (egal ob Raucher oder eben Nichtraucher) etwas dagegen hat, wenn einem jemand "ins Essen raucht".
Ebenfalls kann ich ohne Probleme damit leben, dass in öffentlichen Räumen und ÖV nicht geraucht werden darf.
Absolut kein Verständnis habe ich aber für jede Art von Fanatismus - in dem Zusammenhang fallen mir die Aktivitäten der Antiraucherlobby immer mehr auf. Was sich da entwickelt nimmt immer fanatischere Züge an und kann nicht mehr mit Vernunft gerechtfertigt werden.
Ausserdem möchte ich darauf hinweisen, dass durch übermässigen Alkoholkonsum gigantische Schäden verursacht werden und zwar in jedem Bereich unserer Gesellschaft, d.h. angefangen in betroffenen Familien bis hin zu Gewalt und Randale in der Öffentlichkeit. Warum wird also der Konsum von Alkohol im privaten und öffentlichen Bereich nicht verboten?
Konsequenterweise: Warum wird die Herstellung, der Verkauf, der Konsum von Alkohol nicht generell verboten? Oder zumindest in ähnlich negativer Weise gebrandmarkt wie die Zigipackungen?
Dasse​lbe würde ebenfalls gelten für den Verkauf von Dickmachern jeglicher Art?
Ebenso müsste das gelten für TV's, PC's, Handie's etc.!
Die Frage warum das nicht gemacht wird, bzw. nicht genau so diffamiert wird wie das Rauchen, ist hypothetisch, nicht wahr? Denn man stelle sich vor, der Alkoholkonsum würde verboten, oder zumindest nur auf die Privatsphäre eingeschränkt ...... wir hätten morgen schon Revolution und zwar nicht nur durch die Heere von mehr oder weniger starken Alkoholkonsumenten, sondern auch von den Produzenten, Beizern, Ladenbesitzern etc.!
Darum wird der Alkohol, obwohl erwiesenermassen verbreiteter und in der Auswirkung auf den Trinker und die unter ihm Leidenden schädlicher als die Raucherwaren, grundsätzlich nie in Frage gestellt.
Was ist übrigens mit dem Verkauf von Dickmachern jeglicher Art?
Ebenso müssten Einschränkungen, oder Verbote gelten für TV's, PC's, Handie's, Spielcasinos etc.
Diese Verbote, bzw. Einschränkungen wird es aber nie geben! Somit wirkt das Hauptargument der Antiraucher, nähmlich die Gesundheitschädigung für mich unglaubwürdig.
Ausserdem und Generell:
Welche Konsumprodukte in unserer Gesellschaft sind schon NICHT SUCHTERZEUGEND, den genau darauf basiert schliesslich unsere Konsumgesellschaft - auf der Sucht zu konsumieren! Welche Produkte verursachen, im Übermass gebraucht, keine gesundheitliche Schäden, bei den Konsumenten und den durch deren Verhalten passiv Geschädigten? (Man kann auch in trendigen Sportklamotten joggen bis zum Herzinfarkt...!)
Und​ wieviel fianzielle Verluste für die einen (Hersteller und Verkäufer = Drogendealer ?) und Entzugerscheinungen gefährlichen Ausmasses für die anderen (Abhängigen?) würden Verbote aller dieser Produkte einfahren?
Damit ist wohl klar, warum seit einiger Zeit so eine einseitige Hetze gegen die Raucher gefahren wird, wärend man alles andere toleriert.

Solange​ alle diese Punkte nicht angesprochen und bearbeitet werden, sind die Kampagnen gegen die Raucher für mich nichts anderes als Angstmache, Hexenjagden, Ablenkungsmanöver und Selbstbeweihräucherun​g von selbsternannten Gesundheitsgöttern, die sich auf dem Rücken von Sündenböcken profilieren wollen.



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54%
(13 Stimmen)
Rainer Selk sagte August 2012

Tausende von Restaurantangestellte​n gestorben. Wo ist denn der Nachweis. Zugegeben, ich möchte auch nicht in einer rauchigen Umgebung arbeiten. Aber hier wird jetzt völlig übertrieben, denn nächsten laufen wir alle mit einer Haube durch die Welt oder haben einen - pardon - Kath am Hinterteil!

Hier wird nun massiv über das Ziel hinaus geschossen. Mehr Augenmass wäre angebracht.


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38%
(21 Stimmen)
Werner Widmer sagte August 2012

Gesundheitliche Schäden durch Passivrauch konnten bisher nirgendwo nachgewiesen werden. Unsicher? Lesen Sie
diesen Artikel:
https://docs.google​.com/file/d/0B7w225Pe​kgRTMzM2YTdmMmMtMzU1Z​i00Yzc2LWE3ZWMtMDA0ZD​JiMmQyODc2/edit


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55%
(20 Stimmen)
Benedikt Jorns sagte August 2012

Bis vor wenigen Tagen war ich auch Ihrer Meinung Herr Vogt. Doch dann habe ich die von verschiedensten Experten gemachten Informationen über das Gesundheitsrisiko des Rauchens und Passivrauchens gelesen und kam dabei immer mehr zum Schluss: Rauchen gehört zu den grössten Dummheiten, die ein Mensch machen kann! Sein Lebensglück erhöht er dadurch sicher nicht. Weltweit fordert das Rauchen laut WHO 5,4 Millionen Tote pro Jahr. In der Schweiz schätzt man die Zahl der Rauchertoten auf 8'300 im Jahr, plus 16'000 Invaliditätsfälle. Diese Zahlen sind derart hoch, dass Ihre zwar durchaus berechtigten Einwände, Herr Vogt, weniger Gewicht auf die Waagschale bringen als unsere Verantwortung gegenüber den heranwachsenden Generationen. Länder wie Australien, Singapur und Thailand zeigen uns, wie das Rauchen durch geeignete Massnahmen eingeschränkt werden kann. Wirksam seien Steuererhöhungen, Werbe- sowie umfassende Rauchverbote an öffentlichen Orten, erläuterte Hatai Chitanondh vom Institut für Gesundheitsförderung in Thailand. In dem südostasiatischen Land sei es so gelungen, die Zahl der Raucher binnen 15 Jahren fast zu halbieren. Auch das Passivrauchen, selbst in kleinen Dosen, ist gemäss den Experten sehr schädlich. Das Bundesamt für Gesundheit BAG geht davon aus, dass für Personen, die dem Passivrauchen ausgesetzt sind, das Risiko eines Hirnschlags doppelt so hoch ist wie bei nicht Exponierten. Das Risiko von Lungenkrebs oder Herzinfarkt ist um rund 25% höher. Bei starker und vor allem bei regelmässiger Exposition, erhöht sich das Lungenkrebsrisiko sogar um 100%.

Wir Stimmbürger(innen) haben uns entschieden: Wir sagen am 23. September mit einer deutlichen Mehrheit „Ja“ zur Initiative für den Schutz vor Passivrauchen. Es gibt nur noch 5% Unentschlossene. Dies zeigt uns eine frühe und klare Meinungsbildung.



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