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Weniger Administration für das Gewerbe

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Harmonisierung Ta­rife Quel­len­steuer – zum Vor­teil aller

Das Schweizer Steuersystem ist geprägt von einer liberalen, politischen Kultur. Eine überbordende Bürokratie widerspricht diesem Prinzip diametral. Gemäss Bundesverfassung obliegt die Festsetzung der Tarife für die Quellensteuer der Autonomie der Kantone. Die unterschiedliche Höhe der Quellensteuertarife entspricht also den unterschiedlichen, kantonalen Steuertarifen. Ich bin seit je eine Verfechterin des Steuerwettbewerbs. Dieser stellt sicher, dass das Gemeinwesen seine finanziellen Ressourcen massvoll einsetzt. Ob im Bereich der Quellensteuer die kantonale Hoheit und damit der Föderalismus Sinn machen, wage ich jedoch zu bezweifeln. Die heutige Praxis der Quellenbesteuerung mit kantonal stark variierenden Ansätzen bedeutet nämlich für Arbeitgeber, Arbeitnehmer und Kantone einen beträchtlichen Mehraufwand.

 

Heut​ige Praxis birgt Nachteile

Die Erhebung der Quellensteuer ist Aufgabe des Arbeitgebers und bringt unzähligen KMUs einen erheblichen Verlust an Ressourcen, wenn quellenbesteuerte Arbeitnehmende aus verschiedenen Kantonen beschäftigt werden. In einer Zeit, da Mobilität immer mehr verlangt wird und weiter zunimmt, wird auch diese administrative Mehrbelastung zunehmen – ohne dass sie einen Mehrwert bringt..

Die aktuelle Praxis zieht aber auch für die Kantone erhebliche Nachteile mit sich. Gemäss heutigem System können die Unternehmen selber entscheiden, an welchen Kanton sie die zurückbehaltene Quellensteuer abliefern wollen. Für sie stellt sich die Frage, ob das Geld in die eigene Staatskasse oder an jenen Kanton ausbezahlt wird, wo der Arbeitnehmende seine Anstellung hat. Wählt der Unternehmer seinen eigenen Kanton, kann es sein, dass Kantone über ein Jahr auf die ihnen zustehenden Steuern warten müssen. Es liegt also auf der Hand: Auch für die Kantone wäre es interessanter, ihre Debitorenverluste durch raschere Zahlungseingänge verringern zu können.

 

Systemver​einfachungen zahlen sich aus

Grundsätzlich ist an der kantonalen Steuerhoheit und am Steuerwettbewerb festzuhalten. Aber genauso wichtig sind die Entlastung der KMUs und der Abbau administrativer Hürden. Als Beispiel sei aufgezeigt, wie unterschiedlich die Abgaben in den einzelnen Kantonen sind:

Ledige Person, Bruttoeinkommen von Fr. 8‘051.— pro Monat

ZG:   551.—

ZH:   753.—

LU:  999.—

NE: 1‘452.—

AG: 1‘063.—

 

Einfacher​e Arten für die Erhebung der Quellensteuer sind also denkbar. Mit einem nationalen elektronischen Meldesystem (ELM) – welches bereits heute beispielsweise für die Abzüge der AHV oder von Versicherungsleistung​en benutzt wird – liesse sich die Steuererhebung nicht nur vereinfachen, sie würde auf diese Weise in bereits existierende Arbeitsschritte integriert.

Der Bund könnte an bereits erfolgte, allerdings harzig verlaufene, interkantonale Harmonisierungsbestre​bungen anknüpfen. So bin ich zuversichtlich, dass der Bundesrat meine Motion entgegen nehmen wird und damit ein weiterer Schritt zur Entlastung der KMU gemacht werden kann.


Kommentare von Lesern zum Artikel

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80%
(5 Stimmen)
Jan Schumacher sagte August 2011

Wie schon Ihre Kollegin, Frau Schneider-Schneiter, geschrieben hat: Grundsätzlich sind Sie für Föderalismus und Steuerwettbewerb; jedoch, wo immer auch Sie ihn antreffen, dort wollen Sie vereinheitlichen und harmonisieren. Ihr Bekenntnis, oder das der CVP insgesamt, zum Steuerwettbewerb und Föderalismus hat sehr wenig Substanz.

Wenn die aktuelle Praxis nachteilig ist für die Kantone, weshalb stellen diese dann keine Software oder Beratung zur Verfügung, um diese administrativen Prozesse zu vereinfachen, Kosten zu senken oder Geldflüsse zu beschleunigen? Weshalb vereinfachen die Kantone nicht selbst die Gesetze, damit möglichst wenig Aufwand betrieben werden muss? Weshalb bietet der Markt keine solche Software an? Wären die Kosten für KMU so hoch, wie Sie es schildern, müsste da mehr Bewegung sein.

Ein nationales, elektronisches Meldesystem kann auch auf den Föderalismus runtergebrochen werden, bei der Personenregistrierung​ im System müsste man zusätzlich einfach noch den entsprechenden Kanton eingeben (ein Klick, ein Tick, eine Sekunde...). Ihr Argument ist in einer zunehmend digitalisierten Welt sehr schwer zu verstehen. Eigentlich müsste die IT-Revolution den Föderalismus befeuern.

Wenn Sie KMUs entlasten wollen, sollten Sie mit der MWSt beginnen. Vereinheitlichen Sie hier die Tarife und Bemessungsgrundlagen.​ Räumen Sie zuerst beim Bund auf, bevor Sie die Kantone attackieren. Den sozialen Ausgleich kann man dann punktuell und gezielt über die Einkommensteuer machen.


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44%
(9 Stimmen)
Werner Nabulon sagte August 2011

Aber meine Herren,

Erbschafts​steuer bezahlen ja auch nur jene, welche was zu vererben haben. Und das man die abgeschafft hatte, war eine sehr soziale Überlegung.
So können zumindest aus mittleren Schichten die Reiheneinfamilienhäus​chen und Einfamilienhäuschen welche sich mittlere Verdiener am Mund abgespart haben, als die Immobilie noch günstiger war, den Kindern weitervererben.
Mit den früheren Erbschaftssteuern war dies nicht mehr möglich.

Dass eine Mehrwertsteuer nicht sozial ist, weiss nicht ob man das so schreiben darf. Zumindest ist sie demokratisch gerecht. Jeder bezahlt gleich viel für einen Liter Benzin, sprich demzufolge MWST. Und auch der TV ist für alle gleich teuer, ausser der Besserverdienende kauft sich was Teureres.

Bei den Reichen Leuten lernt man sparen. Ist es doch schon lange so, dass sich Leute fürs Prestige, um anzugeben, zu protzen, Sachen kaufen, welche Sie nur in Raten abstottern können.
Ich kenne Fälle, da wurden Jahre lang keine Steuern mehr bezahlt, Auto, HiFi TV, Ferien, hat man aber trotzdem. Zahnarzt? Man sieht es den Zähnen an, ob das Fahrzeug aus dem die Leute austeigen, bezahlt ist, oder die aus dem letzten Loch pfeifen.

Aber was soll man? Der, Die Staaten machen es vor, und beim Steueramt steht man auch besser da, wenn man voller Schulden ist. Kann man alles von den Steuern absetzen.
Und, einfach mal so für die Klassenkämpfer, Banken, Versicherungen, Investment Firmen leben hervorragend von den Schulden, welche alle machen.
Die Zinsuhren ticken, und ticken, und diese „Bonzen“ bekommen Stündlich Mio von Geldern in die Kassen.



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26%
(19 Stimmen)
Peter P. Bauer sagte Juli 2011

Der langen Rede kurzer Sinn: Die Schweiz hat zuviele Kantone. Sieben, allenfalls neun Regionen (Kantone) würden genügen. Viele Probleme (nicht nur bei der Quellensteuer) fallen weg oder würden stark reduziert. Dabei wird der Föderalismus nicht abgeschafft, sondern im Gegenteil gestärkt. Weniger wäre mehr!


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70%
(30 Stimmen)
Roland Steiner sagte Juli 2011

Wenn man die Bürokratie bei den Steuern reduzieren möchte, dann ist wirklich die aktuelle Idee, die Mehrwertsteuer abzuschaffen besser geeignet.

Dies sollte eigentlich vor allem auch von den sozialen Parteien unterstützt werden, da die Mehrwertsteuer für alle gleich ist; unabhängig vom Einkommen. Somit hat die Mehrwertsteuer keine soziale Komponente.


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50%
(18 Stimmen)
Alois Amrein sagte Juli 2011

Grüezi Frau Egger
Als CVP-Verfechterin der Personenfreizügigkeit​ wollen Sie offensichtlich den Fünfer und das Weggli, und noch ein zweites Weggli dazu:
Quellensteuer zahlen müssen nur ausländische Arbeitnehmer bzw. Scheinselbständigerwe​rbende mit B-Bewilligung, also Nutzniesser der PFZ, welche die Löhne in der Schweiz drücken und die Preise in verschiedenen Branchen ruinieren. Siehe Studie des Gewerkschaftsbundes. Die grossen Profiteure dieser ruinösen Politik sind viele KMU, viele davon CVP-Mitglieder wie Sie. Also kein Wunder, dass Sie sich für diese Leute einsetzen, obwohl durch diese Politik die Arbeitsplätze von Schweizer Arbeitnehmern vernichtet werden durch ruinöses Lohndumping. Jugendliche haben Schwierigkeiten, eine Lehrstelle zu finden, ältere Arbeitnehmer werden gnadenlos aus dem Arbeitsmarkt gedrängt, aber das alles scheint Ihnen wurscht zu sein. Sie stört einzig der administrative Aufwand bei der Abrechnung der Quellensteuer für eingewanderte Arbeitnehmer und Scheinselbständige. Für eine solche asoziale und verantwortungslose Haltung kann ich beim besten Willen kein Verständnis aufbringen, doch von der CVP kann man ja auch keine Sozialpolitik erwarten, das wissen auch die Wähler, darum sinkt der Wähleranteil der CVP permanent, so z.B. bei den letzten kantonalen Wahlen in den Kantonen Luzern, Zürich, Tessin. Die nationalen Wahlen im Herbst werden das nochmals bestätigen.



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