Lady Susanna

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June 2012 Kommentar zu
Abstimmung 17.06.2012: Managed-Care-Vorlage
Ich bin seit einigen Jahren bei CSS im Hausarzt-Modell MediX Zürich versichert mit der max. Selbstfranchise von CHF 1'500. Daraus ergibt sich meine monatlich Prämie (KVG + VVG mit Zusatzversicherungen!​) von CHF 264.50. Für mich sind das tragbare Kosten, da ich glücklicherweise auch nie schwerwiegende Krankheiten oder Unfälle hatte.
Ich unterstütze die Anstrengung, dass man die Gesundheitskosten reduziert und Kostenexplosionen verhindern will, dass Doppelspurigkeiten vermieden werden sollen. Auch kann ich nicht glauben, dass jemand ernsthaft glaubt, dass die ohnehin schon ausgelasteten Ärzte auch noch Zeit finden würden, sich in ihren Netzwerken regelmässig über schwierige "Fälle" auszutauschen! Wie viel Zeit würde denn dies in Anspruch nehmen, das zu koordinieren und geschweige denn, würde dann in dieser Austauch-Zeit auch kein Patient behandelt werden können... Das kann doch nicht ernsthaft umgesetzt werden!
Leider hat mich die MC Vorlage überhaupt nicht überzeugt, und daher werde ich NEIN stimmen.

Speziell im Hinblick auf die kommende Demenz-Problematik in einigen Jahren/Jahrzenten wird auch die MC nicht Menschen- und Kostengerecht. Mein Vater war in einem Pflegeheim für Demenzpatienten, da wir ihn zuhause nicht mehr betreuen konnten. Glücklicherweise konnten wir das Pflegeheim selber wählen, doch die monatlichen Kosten waren ein Albtraum, über CHF 10'000!

Ich bezweifle, dass Managed Care diese Problematik angehen und lösen kann. Auch ist es nachteilig, dass man als Betroffene die Einrichtung (Spital/Pflegeheim) ev. nicht selber bestimmen kann. Das will ich nicht unterstützen.

Aber​ ich frage mich ernsthaft, weshalb wir in der Schweiz zunehmends den Fehler machen, über die Landesgrenzen hinauszuschauen (ist ja grundsätzlich nicht verkehrt), aber nicht die volle Realität dort erkennen? Ich hatte einige Jahre in Deutschland gewohnt und weiss, dass deren Gesundheitssystem nicht gut ist. Meine Prämie dort war monatlich knapp über EUR 200 (Jahr 2005). Doch der Arbeitgeber musste dieselbe Summe jeden Monat für mich ebenfalls an die Krankenversicherung bezahlen: Ich war für Mindestleistung ohne Zusatzversicherung für monatlich EUR 400 versichert und musste jedes Quartal noch die Praxisgebühr beim Arztbesuch von EUR 10 bezahlen! EUR 400 = DM 800 pro Monat... Das ist für mich nichts erstrebenswertes!

​Ich frage mich aber, weshalb bei all unseren Bemühungen von den Politikern nicht endlich jemand folgende Punkte angeht? Denn ich bin überzeugt, dass damit nachhaltig Kosten gesenkt werden könnten, ohne grosse Einbussen von Qualität:
1. Warum nicht endlich 1 einzige Krankenkasse einführen? Was brauchen wir so viele? Es soll eine gesetzliche KK sein, dann müsste auch der Bundesrat keine solche zusätzlichen Administrationsarbeit​en wie Risikoausgleich übernehmen.
2. Regionale Gesundheitszentren einführen: Dann können Ärzte, Zahnärzte, Physiotherapeuten etc. ebenfalls an einem Ort (wie z.B. bei einem Spital) arbeiten. Stellvertretungen wären gewährleistet, jeder Bereichsarzt hätte Zugriff auf die Patientenkarte. Die Gesundheits-/Pflegele​ute hätten den Austauch untereinander. Denn ich bezweifle, dass bei einer Annahme der MC Vorlage, die Netzwerk-Ärzte auch noch die Zeit finden würden, um sich auszutauschen, was uns die MC Vorlage ja weismachen will!

Ich hoffe, dass die MC Vorlage abgelehnt wird, und die Fachleute und Politiker eine wirklich gute Lösung, die realistisch ist, umsetzbar ist, ohne viele Einschränkungen für die Menschen in diesem tollen Land, und trotz allem kostensenkend und Qualitativ hochwertig ist, ausarbeiten werden. Dann werde ich gerne JA stimmen für diese zukunftsorientierte Gesundheitsversogung der Schweiz! Ich zähle auf Euch!
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