Lexikon: Bruttoinlandprodukt (BIP)
Das Bruttoinlandprodukt (BIP) ist die Summe der Marktwerte aller Güter und Dienstleistungen, die während eines bestimmten Zeitraumes (normalerweise 1 Jahr) in einem Land produziert werden und damit die wichtigste Kennzahl der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung (VGR). Um die tatsächliche Wertschöpfung (Wert der entstandenen Güter) zu berechnen werden nur die "fertigen" Produkte berücksichtigt, allfällige Vorleistungen müssen abgezogen werden. Je höher das BIP desto höher also die Wertschöpfung in einem Land. Aus diesem Grund wird das gesamte BIP oft als Grösse für die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit eines Landes verwendet. Das BIP pro Kopf, also das gesamte BIP geteilt durch die Zahl der Einwohner eines Landes, hingegen verwendet man als Messgrösse für den Wohlstand eines Landes Beispiel aus dem Alltag: Ein Bauer verkauft einem Bäcker Zutaten für 60 Fr.. Mit der Hälfte dieser Zutaten bäckt der Bäcker Brote, die er für Fr. 50. verkauft. Für das Bruttoinlandprodukt rechnet man nun den Umsatz aller in der Wirtschaft gehandelten Güter zusammen. Das sind in unserem Fall:
Da in den Fr. 50. für die Brote, bereits die Fr. 30 (60 / 2) für die Zutaten vorhanden sind, zählt man diese am Schluss wieder ab. Die Zutaten sind in dem Fall Vorleistungen des Brots. Das Bruttoinlandprodukt beträgt also:
Verlauf des Schweizer BIP:
Verschiedene Blickwinkel: Das BIP kann aus den drei verschiedenen Blickwinkel der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung (VGR) betrachtet werden:
nicht erfasste Leistungen: Nicht mitgezählt werden beim BIP Leistungen die nicht über (legale) Märkte abgewickelt werden, so z.B.:
Inlandprinzip: Im Unterschied zum Bruttonationaleinkommen (Bruttosozialprodukt) basiert das Bruttoinlandprodukt auf dem Inlandprinzip. D.h. es werden sämtliche Wertschöpfungen berücksichtigt, die im Inland produziert werden, unabhängig davon, ob sie von Ausländern oder Inländern produziert werden. Weshalb brutto?: Brutto ist das BIP deshalb, weil die nötigen Abschreibungen d.h. die "verlorenen" Werte z.B. wegen Abnützung von Maschinen noch nicht berücksichtigt sind. Zieht man diese Abschreibungen ebenfalls noch ab erhält man das Nettoinlandprodukt. Zusätzlich wird unterschieden zwischen dem nominellen und dem realen BIP. Während das nominelle BIP zu laufenden Preisen berechnet wird, wird beim realen BIP die Teuerung noch abgezogen.
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Die Grafik zeigt den Verlauf des realen (teuerungsbereinigten) schweizerischen Bruttoinlandprodukt von 1980-2009.