Lucienne Suter SP

Lucienne Suter
Lucienne Suter SP
Wohnort: Wil SG
Beruf: Studentin Islamwissenschaft und Geschichte der Neuzeit
Jahrgang: 1988

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Ängste abbauen statt schüren
Zum geplanten islamischen Begegnungszentrum im Südquartier(Leserbrie​f vom 30.1.2012 in der Wiler Zeitung) Die islamische Gemeinschaft Wil hat seit vielen Jahren den interreligiösen

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Dafür setze ich mich ein

Ich möchte der Jugend eine Stimme geben damit sie sich wieder vertreten fühlt, sich mit politischen Themen identifizieren, und selbst aktiv werden kann. Ausserdem möchte ich für Chancengleichheit und echte Religionsfreiheit kämpfen. Ich stehe ein für eine menschenwürdige Asyl- und Ausländerpolitik, und eine umweltgerechte Energiepolitik. Respekt vor Mensch und Umwelt - Integration statt Ausgrenzung!





Meine politischen Ämter und Engagements




Hobbies / Interessen

Musik, Sprachen, Kultur



Meine neusten Kommentare

Februar 2012 Kommentar zu
Ängste abbauen statt schüren
Lieber Herr Rebmann

Ich muss leider zustimmen, dass insbesondere Homosexuelle diskriminiert werden, jedoch ist dies bedauerlicherweise nicht nur auf dem Balkan der Fall. Dass der Umgang zwischen Serben und Albanern nicht immer reibungslos verläuft, ist wohl ebenfalls Tatsache. Dazu muss man jedoch beachten, dass der Krieg noch nicht lange zurück liegt, und die Wunden aller Betroffenen noch sehr frisch sind. Es braucht viel Zeit um den Hass zwischen zwei ehemalige Kriegsgegner ersticken zu können. Jedoch glaube ich, dass man diesbezüglich auf dem richtigen Weg ist, und dass es funktionieren kann. (Beispiel: Frankreich und Deutschland, welche über Jahrhunderte Todfeinde gewesen sind)

Zur Integration: Natürlich muss Integration nicht nur gefördert, sondern auch gefordert werden. Integration ist eine gegenseitige Angelegenheit. Wobei ich jedoch eine "Ausgrenzungspolitik​" à la SVP als Hindernis für gelungene Integration empfinde. Die Tatsache, dass die muslimische Bevölkerung weltweit, und auch in der Schweiz, zunimmt, bekräftigt mich in meiner Meinung, dass wir das Miteinander finden müssen, und nicht weiter den Konflikt. Ich kann selbstverständlich nicht für alle Muslime sprechen, aber die islamische Gemeinschaft in Wil hat diesen Schritt mehrfach getan. Nun finde ich ist es an der Zeit, dass wir auch ein Schritt auf sie zugehen.

Zu den Reformbewegungen: Die islamischen Gelehrten (und nun auch die Islamwissenschaftler)​ setzen sich seit langer Zeit mit diesen Fragen auseinander. Fragen um die Unveränderlichkeit und "Erschaffenheit" des Korans. Es gibt unzählig viele verschiedene Auslegungen des Korantextes und der Scharia (veschiedene Rechtsschulen). Ebenso gibt es verschiedenste Abspaltungen und Richtungen des Islams innerhalb der sunnitischen und schiitischen Gemeinschaften (Bektaschi, Sufisten etv.) Sie sehen, das Thema ist wahnsinnig komplex und, wie ich finde, auch sehr spannend. Das sind auch die Gründe weshalb ich beschlossen habe Islamwissenschaft zu studieren, um solchen Fragen auf den Grund zu gehen.
Fakt ist, das innerhalb der islamischen Gemeinschaften, diese Fragen stets diskutiert werden.

Zu Ihrem Erlebnis in der S-Bahn: Das ist natürlich eine grosse Frechheit, jedoch ist das Verhalten dieser Frau ganz bestimmt nicht repräsentativ für alle Muslime in der Schweiz.

Zum Thema Asyl: Ich bin der Meinung dass schon jetzt sehr hart gegen Asylanten vorgegangen wird. Leider haben viele Schweizer die selbe Empfindung wie Sie, nämlich dass sie von den Asylanten "wie eine Weihnachtsgans ausgenommen werden". Die Realität ist doch aber, dass diese Menschen, egal ob Wirtschaftsflüchtling​e oder "echte" Flüchtlinge (für mich sind alle Flüchtlinge "echt", weil es eine sehr grosse Not voraussetzt, dass man überhaupt beschliesst seine Heimat zu verlassen) oft grosse Risiken und Strapazen auf sich genommen haben, um überhaupt nach Europa zu gelangen. Einmal hier angekommen stellen sie fest, dass niemand auf sie gewartet hat, im Gegenteil: Sie haben hier kaum eine Chance auf ein Aufenthaltsrecht oder Arbeit.
Wie schon erwähnt, es ist mir bewusst, dass wir nicht alle aufnehmen können. Aber ich möchte nur mal auf die andere Seite hinweisen. Es handelt sich oftmals um Menschen, die überhaupt keine Perspektive haben, und einfach gar nichts besitzen. Wir, die wir so viel besitzen und im Luxus leben, haben jedoch immer die Angst, man könne uns etwas wegnehmen. Diese Grundeinstellung finde ich schade, gerade weil unser Wirtschaftssystem nicht gerade wenig dazu beiträgt dass es diese Ungerechtigkeiten gibt.

Ach ja, und Cedric Wehrmut arbeitet bei Solidar Suisse (Schweizerisches Arbeiterhilfswerk) ;-)

Noch kurz zu Ägypten: Die Lage in Ägypten ist leider sehr verzwickt. Die Demonstranten werden nun von den Medien als Verbrecher dargestellt, das Militär will um jeden Preis an der Macht bleiben. Der Bevölkerung bleibt also nur noch die Wahl zwischen dem kleineren und grösseren Übel: Militärdiktatur oder Muslimbrüder. DIe Demonstranten, gegen die immer brutaler Vorgegangen wird, werden nun auch von der breiten Bevölkerung nicht mehr getragen. Zum Teil wegen der Propaganda, aber auch weil sie Angst haben in Anarchie und Chaos zu versinken. Ausserdem gibt es viele arme Leute (Familien die zu zehnt auf einem Treppenhausabschnitt wohnen) welche für die Propaganda der Muslimbrüder sehr empfänglich sind. Ein weiterer Grund ist sicherlich, dass die Muslimbrüder sehr gut organisiert sind, wobei es allen anderen demokratischen Bewegungen nicht gelungen ist sich genug zu etablieren. (Man bedenke dass der Zeitraum zwischen Revolution und "Wahlen" eher kurz war) Die weiteren Entwicklungen in Ägypten werden wir wohl beide mit grosser Spannung verfolgen. Ich hoffe, dass die Zeit der Unterdrückung bald ein Ende finden wird, und dass sie nicht von einer Diktatur in die nächste rutschen. Paradoxer Weise freuen sich viele Menschen im Westen über den arabischen Frühling, sind aber überhaupt nicht bereit in der Folge auch Flüchtlinge aus diesen Gebieten aufzunehmen.

Ich hoffe ich konnte auf alle ihre Punkte eingehen
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Februar 2012 Kommentar zu
Ängste abbauen statt schüren
Lieber Herr Reuss

Schön, dass wir wieder aufs Thema zu Sprechen kommen.

Ob man das geplante Begegnungszentrum Moschee nennen kann, obwohl es kein Minarett hat, sei dahingestellt. Jedoch ist darin, natürlich neben den Gebetsräumen, auch eine Bibliothek, Klassenzimmer, Cafeterias etc. geplant. Ob man das Gebäude dann Begegnungzentrum oder Moschee nennen will, ist doch reine Haarspalterei, und trägt hier meiner Meinung nach nicht zu einer sachlichen Diskussion bei.
Zu den Gebetsräumen an der Titlisstrasse: Waren sie schon mal dort? Weil dann hätten sie gesehen, dass die Räumlichkeiten seit Jahren viel zu klein sind, die Waschräume eine Zumutung, und auch die Lage alles andere als günstig ist.
Haben die Muslime nicht das Recht auf ihr Zentrum um ihre Gebete würdig zu verrichten, so wie es alle anderen Glaubensgemeinschafte​n in der Schweiz auch dürfen?

Noch kurz zur "Kosovofrage": Bitte zeigen Sie mir die Stelle wo ich behaupte, dass alle zerstörten orthodoxen Kirchen im Kosovo versehentlich von NATO-Bombardement zerstört wurden. Sie werden diese Stelle nicht finden, weil ich das nie gesagt habe. Ich habe lediglich gesagt, dass die Abläufe der Geschehnisse, wie Sie es geschildert haben, nicht den Tatsachen entspricht. Dass in einem Krieg immer beide Seiten (zumindest der Bevölkerung) leiden, ist Tatsache. Da Sie offensichtlich Wikipedia den wissenschaftlichen Quellen vorziehen, halte ich es für sinnlos diese Diskussion weiterzuführen.
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Februar 2012 Kommentar zu
Ängste abbauen statt schüren
Herr Reuss
Wahrscheinlich​ haben Sie recht und die Universitäten, die Professoren, die Medien, die Nato, die Historiker und alle Geschichtsbücher irren sich einfach.
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Februar 2012 Kommentar zu
Ängste abbauen statt schüren
Wie gesagt, wenn nur die Minarette das Problem wären, und nicht der Bau von Moscheen, dann würden wir diese Diskussion hier überhaupt nicht führen.
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Februar 2012 Kommentar zu
Ängste abbauen statt schüren
Was mich am meisten an der Sache stört ist, dass man nicht mit gleichen Ellen misst. Es sollen für alle Menschen in der Schweiz ausnahmslos die gleichen Rechte und Pflichten gelten. Keine Sonderrechte und keine "Sonderunrechte"...​
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Februar 2012 Kommentar zu
Ängste abbauen statt schüren
Wie schon erwähnt...zB. Albanien...man stelle sich nur mal vor die Medien würden im gleichen Ton wie über den Islam über das Judentum berichten (Paralellgesellschaft​ in Zürich, Rolle der Frau, Politik Israels etc.) wie würde das schmecken? Etwas bitter oder....?
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Februar 2012 Kommentar zu
Ängste abbauen statt schüren
Lieber Herr Rebmann

"Dementsp​rechend kein Unwissender vom Lande und definitiv auch kein Rassist...! Ich bin der Ansicht, dass Multikulti funktioniert. Integration braucht jedoch Zeit. Alles eine Frage der Menge und des Zeitraums!"

Da stimme ich mit Ihnen vollkommen überein, und dass Sie ein Rassist seien hat hier niemand behauptet. Bloss ihre extreme Abwehrhaltung gegenüber dem Islam ist mir aufgefallen ( bei den Schreckensszenarien).​

Zum Thema Reformbewegungen im Islam: Ich glaube Ihnen sofort, dass Sie nie von den "reformgewillten" Muslimen gehört haben, denn ihnen gibt man kaum eine mediale Plattform. Des weiteren kann man den "arabischen Frühling" betrachten, wo sich klar zeigt: Die Leute wollen Demokratie und Freiheit, sie haben genug von Diktatur und Unterdrückung. Und sie wollen weder vom Militär noch von Salafisten oder Muslimbrüder regiert werden. Dies ist eine Revolution welche ( man hofft es) zu einer freien demokratischen Gesellschaft, und somit auch zur konsequenten Reformation des Islams führt.

Thema Paralellgesellschaft:​ Ich kenne sehr viele gut integrierte Muslime. Jedoch werden jene, welche, trotz perfekter Schweizerdeutsch-Kenn​tnisse, guter Ausbildung etc, die ihren Glauben leben wollen und deshalb zb. ein Kopftuch tragen, oft nicht als integriert wahrgenommen.

Thema Asylbewerber: Ein sehr schwieriges Thema. Als Folge des arabischen Frühlings sind nun natürlich viele Araber (allen voran Tunesier) in die Schweiz gekommen. Wie müssen das Asylrecht schützen, wobei es natürlich Realität ist, dass wir nicht alle aufnehmen können. Mir ist jedoch zum Thema Asylwesen noch wichtig zu erwähnen, dass die medial aufgebauschte "Flüchlingswelle, welche uns überrollt" nicht ganz den Tatsachen entspricht:

"Die laufenden Asylstatistiken zeigen es: Die Unterbringungskrise im Asylbereich ist von den Behörden hausgemacht. Von Januar bis Ende November 2011 verzeichnete die Schweiz 20’016 neue Asylgesuche – eine Zahl also, die unter dem jährlichen statistischen Mittel der letzten zehn Jahre (rund 21'000) und weit unter den Höchstzahlen von 1999 (47'500) liegt. Die Asylgesuche aus dem nordafrikanischen Raum machen dabei lediglich rund 15% aus. Der aktuelle Engpass ist folglich nicht durch eine „Flutwelle“ von nordafrikanischen Asylgesuchen, sondern durch den systematischen strukturellen Abbau des BFM im Asylwesen bedingt. Er ist das Erbe der Ära Bundesrat Blocher." (Medienmitteilung, Solidarité sans frontiéres)

Was ich über die Islamkritik von ehemaligen Muslimen denke? Sie ist bestimmt berechtigt, die Menschen werden ihre Gründe gehabt haben sich von der Religion abzuwenden. Wie auch Menschen welche aus der Kirche austreten. Ich bin in keinem Fall dagegen, dass man Kritik äussern darf und soll, jedoch bin ich gegen Verallgemeinerungen und Vorurteile.
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Februar 2012 Kommentar zu
Ängste abbauen statt schüren
Lieber Herr Rebmann

Ich gewichte Demokratie und Rechtsstaat gleich hoch wie die Religionsfreiheit, weil sie sich gegenseitig in keinster Weise ausschliessen. Jedoch kann man beobachten, dass für die Muslime diese Gleichheit nicht mehr gewährt wird. Der riesige Widerstand gegen das geplante Begegnungszentrum führt doch dazu, dass man den Bau der Moscheen unterbinden möchte. Das Minarettverbot war da nur der Anfang. Keine andere Glaubensgemeinschaft hat es so schwierig Akzeptanz in der Schweiz zu finden.

Ausserdem ist es nicht wahr, dass es in den meisten islamischen Ländern verboten ist Kirchen zu bauen. Sie werden in den meisten islamischen Länder Kirchen finden. Länder wie Saudi Arabien oder Jemen (gibt natürlich noch weitere) welche keine religiöse Akzeptanz gegenüber Andersgläubigen zeigen, sollten wir uns jedoch sicherlich nicht als Vorbild nehmen, und unser Handeln mit dem Fehlverhalten solcher Staaten begründen.
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Februar 2012 Kommentar zu
Ängste abbauen statt schüren
Lieber Herr Reuss

Wie Sie meinem Profil entnehmen können studiere ich neben Islamwissenschaften auch Geschichte an der Universität in Zürich. Ich befasse mich seit bald 3 Jahren mit der Osteuropäischen Geschichte und dem Balkan. Es geht hier nicht darum welchen "Unsinn ich von Kosovoalbaner glaube", sondern um Fakten die an der Universität gelehrt werden. Nehmen Sie ein Geschichtsbuch zur Hand, und sie können sich objektiv über die Geschehnisse informieren. Ich habe im Verlauf meines Studiums die von Albanern besiedelten Gebiete (Kosovo, Albanien, Mazedonien) oft bereist, auch deshalb weiss ich dass Tirana in Albanien liegt, trotzdem Danke für den Tipp ;-) Dass auch Kirchen im Krieg zerstört wurden bestreitet niemand. Haben Sie den Balkan je bereist? Sie werden sehen dass noch so einiges mehr als Kirchen zerstört wurden...

Wie gesagt, wenn sie das Thema interessiert, kann ich Ihnen eine Literaturliste geben, oder (wie schon erwähnt) dürfen Sie gerne meine Seminararbeit lesen.

Des Weiteren würde ich mich nun gerne wieder auf das Thema "islamisches Begegnungszentrum in Wil" konzentrieren, vielen Dank!
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Februar 2012 Kommentar zu
Ängste abbauen statt schüren
Ja oder in der Schweiz, wo den Muslimen eigentlich Religionsfreiheit zugesichert wurde...
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