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Atomenergie Schweiz

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Nach den Erdbeben in Japan und dem anschliessenden Reaktorunfall in Fukushima entflammte die Diskussion um die Atomenergie in der Schweiz erneut. Am 25. Mai 2011 gab der Bundesrat den Austritt aus der Atomenergie bekannt. Es werden keine neuen Atomkraftwerke gebaut. Die Fragen bleiben offen, wie schnell der Ausstieg gelingt und wie die zukünftige Stromversorgung aussehen soll.

Dieser Text gibt einen kurzen Überblick über die aktuelle Situation und schätzt die Potenziale von Strom sparen, Stromimport und eigene Stromerzeugung durch erneuerbare Ressourcen im Gegensatz zur Atomenergie ab.

Aktuelle Situation

Der Stromverbrauch der Schweiz ist in den letzten Jahren gewachsen. Seit 1950 hat sich der Verbrauch mehr als verdreifacht.



Abb. 1: Schweizer Stromverbrauch pro Kopf in kWh Quelle: BFE

Momentan produzieren in der Schweiz fünf Atomkraftwerke (AKWs) etwa 40% des Schweizer Strombedarfs. Weitere 10% importiert die Schweiz aus Frankreich. Zwischen 2019 (Mühleberg evtl. schon 2013) und 2034 sollen alle fünf AKWs vom Netz gehen. Gleichzeitig laufen die Stromimport-Verträge mit Frankreich 2020 aus. Zusammen machen diese Stromquellen 50% des Schweizer Strombedarfs aus.

Es gibt verschiedene Prognosen für den zukünftigen Stromverbrauch. Studien der Axpo gehen von zwei Szenarien aus. Einerseits soll der Stromverbrauch auch in Zukunft ansteigen. Andererseits könne der Stromverbrauch mit Strom sparen und effizienterer Stromnutzung auf dem heutigen Niveau gehalten werden. Allerdings gibt es zu diesen Szenarien Gegenstimmen, die es für durchaus realistisch halten, dass der Stromverbrauch gesenkt werden kann. Beide Studien vernachlässigen die volkswirtschaftliche Diskussion, dass durch weniger Stromangebot die Preise steigen und damit automatisch weniger verbraucht würde.

Zu welchem Zeitpunkt der Atomenergie-Ausstieg möglich ist, hängt vom Potenzial anderer Stromquellen sowie Strom sparen ab. Es können aber keine eindeutigen Prognosen über den zukünftigen Stromverbrauch gemacht werden. Deshalb wird lediglich untersucht, ob der Produktions- & Importausfall von 50% des Strombedarfs durch andere Möglichkeiten ersetzt werden können, sei es durch eigene Stromproduktion, Stromimport oder durch Stromeinsparung.

Strom sparen

Gemäss einer Studie von Schweizer Umweltverbänden würde ein konsequenter Einsatz von bereits verfügbaren Technologien den Stromverbrauch bis 2050 um 40% reduzieren. Laut BFE könnte der Elektrizitätsverbrauch bis 2035 um bis zu 13% gesenkt werden. (mehr dazu im Text „Energiesparpotenziale der Schweiz“). Damit kommen verschiedene Studien zum Schluss, dass eine Reduktion des Stromverbrauchs alleine noch nicht die Menge einspart, die heute durch die AKWs bereitgestellt wird.

Deshalb muss vorerst das Angebot mit anderen Stromquellen erhöht werden. Diese kann durch Stromimport und/oder eigene Stromerzeugung erfolgen.

Stromimport

Experten gehen davon aus, dass Strom in Zukunft nicht mehr so günstig wie heute importiert werden kann. Die Lieferanten müssen durch die Teilliberalisierung des Strommarktes den Strom nicht mehr so günstig anbieten und schöpfen deshalb die gesamte Gewinnmarge ab. Die Gegner der Atomenergie gehen davon aus, dass Windenergie aus dem Norden, allerdings auch zu einem höheren Preis, importiert werden könnte (mehr dazu im Text „Zukünftige Stromversorgung der Schweiz").

Eigene Stromerzeugung

Im Folgenden werden die Kosten, die Umweltbelastung und die Versorgungssicherheit der erneuerbaren Energien und der AKWs betrachtet. Dabei werden jeweils die Vor- und Nachteile über den ganzen Lebenszyklus der Energieerzeugung berücksichtigt. Andere Stromproduktionsmöglichkeiten wie Gaskraftwerke werden an dieser Stelle nicht behandelt. In der Tabelle finden Sie eine Vergleichsmöglichkeit von den im Text behandelten Fakten.


Atomenergie Geothermie Solarenergie Wasserkraft Windkraft
Kosten pro kWh 4 - 12 Rp. 9.5 - 25 Rp. 40 - 60 Rp. 5 - 25 Rp. 7.5 - 33 Rp.
CO2-Ausstoss pro kWh 8 - 11g*/60g** -*** 38g 4g 14g
*gem. Paul Scherrer Institut **weltweiter Durchschnitt ***keine Angaben zur Schweiz

Tabelle 1: Kosten und CO2-Ausstoss von Atomkraft und erneuerbaren Energien

Erneuerbare Energien

Die Schweiz hat im internationalen Vergleich einen hohen Anteil an erneuerbaren Energien in der Stromproduktion. So machen die Wasserkraftwerke rund 55% der Stromerzeugung aus. Allerdings sind die Standorte, die am meisten und effizientesten Strom erzeugen, schon verbaut. Anders sieht es mit Windkraftwerken, Solarenergie (Photovoltaik) und effizienter Nutzung von Abwärme aus. Hier hat die Schweiz noch Ausbaupotenzial.

Direkte Kosten

Die Baukosten von Produktionen mit erneuerbaren Energien (ausgenommen die Wasserkraftwerke) sind im Gegensatz zu AKWs sehr gering. Bei Windkraftanlagen mit Leistung im Megawattbereich rechnet man mit Baukosten von ungefähr 1000 – 1500 CHF pro Kilowattstunde (kWh). Erneuerbare Energien verbrauchen zudem keine beschränkten Ressourcen. Einzig für den Bau der Anlagen werden endliche Ressourcen benötigt. Auch fallen deshalb praktisch keine Entsorgungskosten an. Die Versicherung bei der Produktionskosten-Berechnung fällt nicht so hoch ins Gewicht wie bei den AKWs, da die Stromerzeugung mit erneuerbaren Ressourcen im Gegensatz zu Kernkraftwerken sehr sicher ist.

Die Produktionskosten (ohne externe Kosten wie Umweltbelastung, gesundheitliche Auswirkungen etc.) belaufen sich mit Einberechnung der bisher genannten Aufwände auf 7,5 – 33 Rp./kWh bei Windkraftwerken, auf 40 - 60 Rp./kWh bei Solarstrom (Photovoltaik) und auf 9,5 – 25 Rp./kWh bei Geothermik. Die im Vergleich zu den AKWs hohen Kosten fallen an, da die Produktion noch sehr aufwändig ist. Insbesondere die Umweltverbände gehen aber davon aus, dass die Produktionskosten von erneuerbaren Energien dank technologischen Fortschritten und grösseren Anlagen künftig gesenkt werden können.

Umweltbelastung & -gefahren

Obwohl sich die erneuerbaren Energien auf unendliche Ressourcen beziehen, sind auch sie nicht vollständig CO2 frei. Allein die Herstellung der Anlagen setzt CO2 frei. Bei der Wasserkraft beläuft sich der Ausstoss nach dem Paul Scherrer Institut auf 4g CO2/kWh, bei der Windkraft auf 14g CO2/kWh und bei der Solarenergie auf 38g CO2/kWh. Das weitere Umweltrisiko ist aber im Vergleich zu den AKW sehr klein.

Versorgungssicherheit

Stromproduktion mit erneuerbaren Ressourcen hat einen Nachteil gegenüber der Atomenergie. Sie ist abhängig von der Sonneneinstrahlung und anderen Wettereinflüssen. So wird in der Nacht kein Strom erzeugt. Dafür wird zur Mittagszeit, wenn alle kochen, am meisten produziert. Zurzeit ist noch nicht klar, ob erneuerbare Energien das Produktionsvolumen der AKWs ersetzen können. Gerade dies ist aber der zentrale Punkt in der Debatte. Atomstromgegner sind jedoch überzeugt, dass mit Hilfe von konsequentem Strom sparen die heutige Technologie soweit fortgeschritten ist, dass Strom aus erneuerbare Ressourcen in Zukunft AKWs ersetzen könnten.

Atomkraftwerke

Direkte Kosten

Der Bau eines AKWs kostet rund CHF 7-10 Mrd. Damit sind die Investitionskosten im Vergleich zu anderen Kraftwerkstypen hoch. Hinzu kommt, dass heute Uran zwar noch relativ günstig ist, dessen Preis aber langfristig mit zunehmender Knappheit stark ansteigen wird. Dies würde auch die Kosten für Atomstrom erhöhen. AKW-Befürworter hingegen wenden ein, dass Uran heute nur ca. 5% der Produktionskosten von Atomstrom ausmacht. Entsprechend würde eine Verdoppelung des heutigen Uranpreises nur zu einem 5% höheren Strompreis führen.

Auch fallen bei AKWs höhere Entsorgungskosten als bei der Produktion mit erneuerbaren Energien an. Für die Entsorgung der Abfälle der Atomstromgewinnung wird pro Kilowattstunde (kWh) 1 Rp. verrechnet. Allerdings finden Gegner diese Berechnung viel zu tief angesetzt, da die ganzen Kosten der Umweltschädigung, wie auch zukünftige Schäden auf den Menschen (= externe Kosten/Effekte) nicht eingerechnet wurden.

Schliesslich fällt bei AKWs eine hohe Versicherung an. Die Betreiber der Kernkraftwerke müssen heute gemäss Gesetz eine Haftpflichtversicherung abschliessen, die bei einem Unfall Schäden in der Höhe von bis zu CHF 1,8 Mrd. deckt. Die entsprechende Versicherungsprämie ist ebenfalls Teil der Produktionskosten von Atomenergie.

Zählt man die Kosten über den gesamten Lebenszyklus, d.h. vom Abbau von Uran bis hin zur Entsorgung zusammen, gehört Atomenergie zurzeit je nach Berechnungen zu den günstigsten Arten der Stromproduktion. Wie teuer Atomstrom genau ist, hängt dabei stark von den Berechnungsannahmen ab. Die Axpo geht von Produktionskosten von 4 - 5,5 Rp./kWh aus. Greenpeace verweist allerdings auf wissenschaftliche Studien von ausländischen Universitäten, die von Produktionskosten bis zu 12 Rp./kWh ausgehen. Bei diesem Preisvergleich ist allerdings zu beachten, dass hier nur Kosten berücksichtigt sind, die der Stromproduzent auch tatsächlich bezahlen muss. Alle Kosten aus externen Effekten sind nicht mitberücksichtigt.

Umweltbelastung & -gefahren

Auch die Stromproduktion mit AKWs ist nicht CO2 frei. Zwar ist die Produktion selbst tatsächlich frei von Ausstössen, der Abbau von Uran wie auch der Bau der Anlage setzen aber CO2 frei. Die Berechnungen der Experten gehen dabei weit auseinander. Das Paul Scherrer Institut rechnet mit 8 – 11g CO2/kWh, die Stormsmith Studie mit etwa 125g CO2/kWh und weltweit wird von einem Schnitt von etwa 60g CO2/kWh ausgegangen. Da mit weniger Uranvorkommen der Abbauaufwand in Zukunft zunimmt, muss man langfristig mit einem höheren CO2-Ausstoss rechnen.

Trotzdem produzieren sowohl Atomenergie als auch erneuerbare Energien im Vergleich zu fossilen Energieträgern wie Erdöl bis zu 80 Mal und im Vergleich zu Erdgas bis zu 60 Mal weniger CO2. Es gibt allerdings auch hier teilweise grössere Unterschiede zwischen verschiedenen Studien.

AKWs bergen aber hohe Risiken. Bei der Produktion von Atomenergie könnten radioaktive Stoffe austreten oder es könnte sogar zu einer Kernschmelze mit sehr weitreichenden und einschneidenden Folgen kommen. Der Schaden, der bei einem solchen Unfall entsteht, kann extrem gross sein und ist kaum zu beziffern. Als Beispiel seien die Katastrophen in Tschernobyl oder in Fukushima angeführt. In der Schweiz kam es zuletzt 1969 zu einer Kernschmelze. Die Radioaktivität blieb zwar örtlich beschränkt, die Aufräumarbeiten dauerten aber bis 1973 bzw. 2003 an.

Wie bereits erwähnt, gilt die gesetzliche Risikoversicherung nur für Schäden bis zu CHF 1,8 Mrd. Weil die Schäden bei einem grossen Unfall weit höher sein könnten, stellen die nicht gedeckten Schäden ebenfalls externe Kosten dar und müssten schlussendlich von den Bürgern bzw. vom Staat selbst getragen werden. Die AKW-Befürworter betonen jedoch, dass durch die hohen Sicherheitsstandards und die neusten Atomkraftwerkstypen das Risiko für Unfälle minimal sei.

Ein weiteres Risiko birgt die Entsorgung. Bei der Produktion von Atomenergie entstehen radioaktive Abfälle. Da diese nach heutigem Wissen bis zu 100'000 Jahren strahlen, könnten durch die Abfälle Schäden entstehen, die ebenfalls nicht vollständig gedeckt wären. Jedoch können technische Entwicklungen noch nicht abgeschätzt werden, die die Lagerungszeit verringern würden. Zurzeit ist aber noch von 100‘000 Jahren auszugehen, auch wenn dies rein rechnerisch ein zu grosser Zeitraum ist, um alles abzuschätzen.

Versorgungssicherheit

Der öffentliche Verkehr, die Industrie oder auch die Spitäler sind besonders stark auf eine konstante und sichere Stromversorgung angewiesen. Um die Atomenergie diesbezüglich mit anderen Formen der Stromproduktion zu vergleichen, muss man zwischen kurzfristiger und langfristiger Versorgungssicherheit unterscheiden. Da die Brennstäbe für die AKWs bis zu 2 Jahre lang gelagert werden können, weist Atomenergie in diesem kurzfristigen Zeitfenster eine sehr hohe Versorgungssicherheit auf. Im Gegensatz zu Sonnen-, Wasser- oder Windenergie ist Atomenergie z.B. nicht von schwankenden Umweltzuständen wie Sonnenlicht oder Niederschlägen abhängig. Auch Lieferausfälle (z.B. wegen politischen Unruhen im Herkunftsland) können so im Gegensatz zu beispielsweise Erdgas länger überbrückt werden. Längerfristig ist die Schweiz aber auch bei der Nutzung der Atomenergie auf Uranlieferungen aus dem Ausland angewiesen.

Fazit und Ausblick

Die Schweiz muss die Frage lösen, wie sie die Produktionskapazität der ausfallenden AKWs ersetzen will. Wann der Ausstieg aus dem Atomstrom gelingt, hängt vom Potenzial und den Kosten anderer Stromquellen ab. Bis dahin bleibt die Frage ungeklärt, ob der Stromausfall gänzlich durch erneuerbare Energien gedeckt werden kann und soll.


Literaturverzeichnis [ ein-/ausblenden ]


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Kommentare von Lesern zum Artikel

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54%
(13 Stimmen)
Elmar Hutter sagte Januar 2013

Heute bei "solarserver.de" zu lesen: Die Empa Zürich berichtete am 17.1.13, dass sie mit einer flexiblen Dünnschicht-Solarzell​e (CIGS) einen Weltrekord-Wirkungsgr​ad von 20,4 % erzielt habe. Bravo! (Die Leistungsschwankungen​ sind bei Dünnschichtzellen geringer.)
Mit neuen Energiespeicher-Lösun​gen für den Hausgebrauch kann ein Solarstrom-Selbstverb​rauch von über 50 % realisiert werden. Mit der neuen Technologie wird der Ausbau des Stromnetzes und der Pumpspeicherwerke in Grenzen gehalten.
Fassadenin​tegrierte Photovoltaik in Industrie- und Bürogebäuden erschliesst in Zukunft einen weiteren Nutzungsbereich zugunsten von Umwelt-,Landschaftssc​hutz und grösstmöglichster Unabhängigkeit von Importstrom.




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52%
(27 Stimmen)
Andreas Gerber sagte Dezember 2012

Ich verstehe wieso Ihr aus der Atomenergie aussteigen wollt.
Allerdings frage ich mich, wie Ihr das in dieser kurzen Zeit schaffen wollt.
Anhand der Zahlen und Fakten vom BFE wird es nur eine Möglichkeit geben die Wende in dieser kurzen Zeit zu meistern, nämlich mit zahlreichen Gaskombikraftwerken.

Wegen diesen Kraftwerken werden wir erstens stark vom Ausland abhängig und zweitens wird es eine deutlich stärkere Luftverschmutzung zur Folge haben.
Niemand möchte Gaskraftwerke oder AKWs haben, jedoch sind diese für die Versorgungssicherheit​ zu gewährleisten unumgänglich. Wenn ich mich jetzt also entscheiden muss zwischen den beiden Kraftwerken, würde ich mich für das AKW entscheiden, da dieses eine deutlich weniger hohe Luftverschmutzung zur Folge hat, bis mithilfe der neuen Technologien (Fusionskraftwerk) die Versorgungssicherheit​ gewährleistet werden könnte.


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61%
(18 Stimmen)
Jürg Ledermann sagte Dezember 2012

Die Wende schaffen:
Regionale Tiefengeothermie-Werk​e mit hoher Priorität erforschen und bauen und unabhängig bleiben ! Unsere "Batterien" Speicherwerke und Stauseen als Schweiz-wichtigster Rostoff staatlich regulieren !! Einspeise- und Netzanpassungen für individuelle Stromlieferanten für den gesunden Mix staatlich erschliessen und regulieren !!!
Verzicht auf fanatische Spardogmen, Winparks und Gasskraftwerke.
Übri​gens lassen sich hochaktive Abfälle physikalisch derart manipulieren, dasss Reststrahlung und Halbwertszeiten beherrschbar werden.


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45%
(11 Stimmen)
Jürg Ledermann sagte Dezember 2012

Ich denke, dass die Zukunft eher Richtung Reaktoren, gezündet mit getackteten n-Schtössen, funktionierend im unterkritischen Zustand geht. Trotzdem die Sicherheit nochmal massiv gesteigert werden kann, bleibt immer noch der Risikofaktor Mensch (Politik,Terror, gezielter Flugzeugaufprall u.s.w; und die Folgen bei Unfällen mit Atomanlagen sind vergleichsweise katostrophal!


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48%
(31 Stimmen)
hansli Meier sagte Oktober 2012

Ich stelle folgende Überlegung an: Beim Bau meines Hauses wurde auf gute Wärmedeämmung geachtet, eine Wärmepumpe für die Heizung installiert und auf energiesparende Geräte gesetzt.
Mit Solarzellen auf dem Dach und einem Windgenerator zur Ergänzung könnte ich, ich schätze dies mal, rund 70 bis 80 % Energie sparen. Ich frage mich bei der ganzen politischen Debatte nur eines:
Warum setzt sich niemand für eine Förderung solcher Massnahmen ein? Die wenigen Lippenbekenntnisse überzeugen mich nicht und einfacher, solche Installationen erstellen zu dürfen, wird es auch nicht. Einverstanden, Solarzellen sind heutzutags nicht mehr das Problem, bewilligungstechnisch​, wenn man sich an gewisse Masse hält. Ich möchte aber die ganze Dachfläche und die Fläche meiner Anbauten nutzen können.
Windenergie wird mit grosser Wahrscheinlichkeit, auch wenn es eine Kleinanlage ist, in Überbautem Gebiet nicht bewilligt.



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44%
(34 Stimmen)
Paul Müller sagte September 2012

Verharmlosung oder falsche Angaben!?

"Ein weiteres Risiko birgt die Entsorgung. Bei der Produktion von Atomenergie entstehen radioaktive Abfälle. Da diese nach heutigem Wissen bis zu 100'000 Jahren strahlen, könnten durch die Abfälle Schäden entstehen, die ebenfalls nicht vollständig gedeckt wären. Jedoch können technische Entwicklungen noch nicht abgeschätzt werden, die die Lagerungszeit verringern würden. Zurzeit ist aber noch von 100‘000 Jahren auszugehen, auch wenn dies rein rechnerisch ein zu grosser Zeitraum ist, um alles abzuschätzen."

We​nn der bekannte ägyptische Pharao Cheops vor 4550 Jahren nicht die berühmte Pyramide gebaut, sondern ein AKW 4 Jahre lang betrieben hätte, dann wären neben vielen anderen Abfällen ca. 1000 kg Plutonium zusammengekommen. Bei einer Halbwertszeit von 24 110 Jahren (Plutonium 239) wären heute noch 877 kg vorhanden. Nach 10 Halbwertszeiten, also nach 241 100 Jahren, müssten immer noch ca. 0,1 % der Ausgangsmenge, also 1 kg Plutonium, dauerhaft sicher gelagert werden. Mit der schon im Normalbetrieb gefährlichen Nutzung der Atomenergie (Harrisburg, Tschernobyl) hat die Atomindustrie weltweit ein unglaubliches Gefahrenpotential für die nachfolgenden Generationen geschaffen.

http:/​/de.wikipedia.org/wik​i/Halbwertszeit#Radio​aktive_Halbwertszeit

www.wendezeit.ch/wah​re-kosten-atomstrom-v​ersicherung-akw

Es​ wäre schön, wenn der Bericht umgehend modifiziert würde.


Zudem auch toll, wenn die Berechnungsgrundlage für den Strompreis bekannt wäre, dass ab 2050 nur noch die Allgemeinheit für die Entsorgungskosten aufkommen muss. (leider finde ich den Artikel aus der Sonntagspresse dazu nicht mehr... )


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69%
(36 Stimmen)
Paul Schenker sagte August 2012

Tiefengeothermie bietet einen sauberen und nachhaltigen Ersatz für heutige Energiequellen. 99% der Masse der Erde ist über 100°C heiss - und wird es für die kommenden 100 millionen Jahre bleiben; wir haben also massiven Energieüberfluss und nicht Mangel! Was wir jedoch zur Förderung dieser unerschöpflichen und sauberen Energiequelle brauchen ist Forschung und Entwicklung - und die wurde bei uns bis heute verhindert (z.B. gibt es in der ganzen Schweiz keinen einzigen Lehrstuhl für Tiefengeothermie mehr!). Geothermische Energie lässt sich grundsätzlich an jedem Punkt der Erde fördern, aber es ist an den einen Orten leichter als an anderen. Island produziert z.B. bereits heute über 90% seines Stroms geothermisch, weil es geologisch dafür prädestiniert ist, aber auch in Ländern, die der Schweiz ähnlicher sind, z.B. Deutschland, Frankreich, Italien, bestehen Geothermiekraftwerke (Axpo investierte in ein deutsches Kraftwerk bei München). Wir haben in der Schweiz ausserordentlich gute Voraussetzungen, um in der Forschung, Entwicklung und Förderung der Geothermischen Energie an forderster Front mit zumachen - es fehlt nur noch der politische Wille.


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56%
(43 Stimmen)
Timothée Mollet sagte Juli 2012

Die Energieversorgung der Zukunft sieht viel anders aus, als viele sich vorstellen, der LFTR(Liquid Fluoride Thorium Reactor) hat alle Voraussetzungen, eine günstige, umweltverträgliche und sichere Energieversorgung zu gewährleisten.

Es gibt nichts was gegen den LFTR spricht. Kernenergie hat das Potential zur Versorgung der Menschheit mit günstiger, umweltverträglicher und sicherer Energie.

Auch wenn neue Atomkraftwerke bereits sehr sicher sind, der LFTR ist nocheinmal eine andere Liga. Ein Vorteil ist auch, dass jeder verstehen kann, warum er sicher ist.

Aber irgendwie wäre Elektrizität am Ende nur noch ein Nebenprodukt. Viele Spaltprodukte können verwendet werden, Ärzte und damit auch ihre Kunden werden sich für neue Behaundlungsmethoden freuen und moderne, essentielle Diagnoseverfahren können auch weiterhin verwendet werden. Hitze kann verwendet werden um Treibstoffe als Ölersatz zu produzieren, oder Salzwasser zu entsalzen.
Das Zeitalter der Atomenergie beginnt erst.


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40%
(40 Stimmen)
Pierre Günzburger sagte Juli 2012

Wieder einmal werden die Produktionskosten von alten (40Jahre) KKWs mit den Kosten der Produktion aus neuen Wind- und Solaranlagen verglichen, was zu einem Zerrbild führt, besonders wenn zudem die von der Öffentlichkeit getragenen Kosten für die Risiken von KKWs vernachlässigt werden. Erneuerbare Energien sind nahe an der Grid-Parity und werden diese in den nächsten Jahren unterschreiten.
Für mehr Details: Rudolf Rechsteiner "100% erneuerbar. So gelingt der Umstieg auf saubere erschwingliche Energien", Orell Füssli Verlag Zürich, 2012.


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78%
(58 Stimmen)
Hubert Kirrmann sagte Juni 2012

Die Energiewende wird durch die Umweltschützer verhindert. Um die täglichen Schwankungen der Sonnen- und Windenergie auszugleichen braucht es Pumpspeicherkraftwerk​e, dagegen sträuben sich die Grünen und Pro-Natura. Gegen Windturbinen auf den Bergkämmen kämpft Swiss-Tourismus. Um die Stromversorgung im Winter sicherzustellen braucht es Strominporte im gleichem Umfang wie die fehlende Sonnenproduktion. Gegen Hochspannungsleitunge​n sträuben sich die Grünen und die Elektrosmog-apostel. Gegen Import von Elektrizität sträubt sich die SVP aus Gründen der "sicheren" Landesversorgung. Eine sichere Endlagerung der Atomabfälle verhindert eine Schaar von Gutgläubigen, und damit wird das Fortbestehen der Atomenergie gesichert, denn die Abfälle sind immer noch sicherer in den Reaktorbecken als an der freien Luft.
Liebe Politiker, sag endlich was ihr wollt und lässt die Techniker das Problem lösen, wir sind nicht für Eure Wiederwahl zuständig.


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70%
(60 Stimmen)
Max Sigrist sagte Juni 2012

Zum Leidwesen einer sachlichen und vernünftigen Diskussion über die Zukunft der schweizerischen Energieversorgung ist nach dem Atomunfall in Japan völlig emotional und unsachlich berichtet und
polemisiert worden.
Der medienwirksame Stimmenfang war wichtiger als der sachliche Vergleich mit den Atomkraftwerken der
Schweiz. Egal von welcher politischen Couleur.
Nun wäre es aber an der Zeit, sich zu besinnen und die wirtschaftlich und umweltschonendsten sowie
die überhaupt machbaren Szenarien mit der Wirtschaft und der Bevölkerung offen zu diskutieren.
Wir werden weder heuer noch in 2 Jahren eine Lösung finden.
Aber unsere Wissenschaft braucht Geld um die besten Szenarien zu rechnen, ohne dass wir uns in ausländische Abhängigkeit begeben und ohne irgendwelche Pseudoalternativen zu verfolgen, deren Technologien völlig dem Wunschdenken einiger Umweltfantasten entspringen.
Wenn wir nachhaltige Energielieferanten und Kraftwerke aufbauen wollen, die die Schweiz vor einem
Energiekollaps retten sollen, so müssen wir vereint unsere finanziellen Resourcen in diese Forschung
und Entwicklung stecken. Und nicht im Ausland verjubeln, wie das unsere Classe politique soeben wieder
praktiziert: 11 Milliarden CHF = Elftausenmillionen verschenkt an irgendjemanden.



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50%
(101 Stimmen)
Philipp Mattle sagte Juni 2012

Die Kosten der verschiedenen Stromprodukte in der Graphik sind entweder von Axpo oder extrem alt. Nicht gerade objektiv. Die Vergütung für PV-Strom in DE ist mittlerweile auf weniger als 20cts/kWh gesunken, womit der PV-Strom sicherlich auch in der Schweiz nicht mehr 55-150 Rp/kWh kosten kann...
Dass der Atomstrom ebenfalls zur falschen Tageszeit anfällt und nur durch Förderung von Stromheizungen verbraucht werden kann wird auch stillgeschwiegen...
​Könnten hingegen die Pumpspeicherkraftwerk​e zum Ausgleich von Produktions/Verbrauch​schwankungen für erneuerbare Energien genutzt werden (anstelle von Atomstrom wie heute) wäre auch die kurzfristige Versorgunssicherheit kein Problem. Aber das würde von der Strombranche ein Umdenken und eine Abkehr von althergebrachten Buisnessmodellen erfordern...


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