Thomas Steiner

Thomas Steiner
Thomas Steiner
Wohnort: Kriens
Beruf:
Jahrgang: 1966









Meine politischen Ämter und Engagements






Meine neusten Kommentare

August 2010 Kommentar zu
Welche Lehrperson wollen wir?
Sehr geehrte Frau Schmid-Federer

Ich​ möchte Ihnen ganz herzlich für Ihre prompte Antwort danken. Gleichzeitig nehme ich die Gelegenheit wahr und äussere mich zu den von Ihnen genannten drei Punkten.

Zu Punkt 1:
Mir ist nicht ganz klar, wie man die Lehrpersonen bei Absprachen und Teamsitzungen vor Ort unterstützen kann, denn diese Termine werden sie wohl selber wahrnehmen müssen. Allerdings sehe ich die Möglichkeit, dass man die Lehrpersonen in der Gestaltung und Organisation von Teamsitzungen dazu anleiten kann, dass diese einerseits noch zielgerichteter und damit noch (zeit-)effizienter ablaufen.

Zu Punkt 2:
Hier sprechen Sie zwei verschiedene Dinge an: Einerseits die Betreuung der Schüler/innen beim Ausfall von Lektionen (v. a. derjenigen, deren Eltern beide arbeiten) welche beispielsweise schulhausintern gelöst werden kann und andererseits die direkten Kontakte der Lehrpersonen zu den Eltern via Kontaktheft, Elternbrief, Telefon, SMS und dergleichen mehr. Hier sehe ich als Ursache das vermehrte Bemühen der Eltern um die Schulkarriere ihres Kindes und bin mir nicht sicher ob dieser administrative Aufwand von jemand anderem als der Lehrperson selbst gelöst werden kann. Als ehemaligem Lehrer schweben mir noch Gedanken wie "ganzheitliches Lernen" durch den Kopf und ich wüsste nicht wie ich einen Teil dieser Ganzheitlichkeit delegieren könnte, respektive überhaupt delegieren möchte. Möglicherweise habe ich mich als Lehrer bezüglich der Ganzheitlichkeit zu wichtig genommen und diese auch auf mich übertragen. (Dies ist, nach meiner Meinung, eines der Grundprobleme pädagogisch tätiger Menschen.)

Zu Punkt 3:
Wenn ein Kanton sich entschliesst im Bereich Unterricht (als Beispiel) ein Projekt zu starten, dann tut er das als erstes mit sogenannten Pilotklassen oder Pilotgemeinden. Das heisst es werden Lehrpersonen gesucht, die dem Projekt positiv gegenüberstehen und dies auch wollen. Diese Projekt werden zu verschiedenen Zeiträumen evaluiert, damit man sofort auf Ungereimtheiten wie zu hohe Arbeitsbelastung, zu intensive Verschriftung, usw. reagieren kann. Aufgrund dieser Evaluationen werden die Projekte, soweit dies möglich ist, angepasst.
Das Problem ist, dass man mit Lehrpersonen startet, die das Projekt wollen und auch bereit sind Mehrarbeit dafür zu leisten. Die Gretchenfrage, die sich stellt, wenn man das Projekt später auf viele andere Lehrpersonen ausweiten will, lautet nun: Wie viel Mehrarbeit darf man den Lehrpersonen zumuten? Denn es ist anzunehmen, dass nicht überall gleich positiv über das Projekt gedacht wird, wie bei den Pilotlehrpersonen. Die Erfahrung zeigt denn auch, dass man als Kanton davon ausgehen sollte, dass jedes Bisschen mehr bereits zuviel ist. Also verfolgt man als Kanton eine Strategie, welche die Lehrpersonen vom Vorteil des Projekts überzeugen soll. Dies geschieht beispielsweise mittels Evaluationen, die einerseits im verträglichen Rahmen durchgeführt werden sollen und andererseits Daten liefern, damit der Auftraggeber (Kanton) weiss, wo er und die Lehrpersonen stehen. Und hier setzen Sie, Frau Schmid-Federer, mit Ihrem dritten Punkt an, die Lehrerschaft zu entlasten. Nun, ich weiss, dass die Kantone diesen Punkt, soweit mir bekannt ist, begriffen haben und vielenorts einer vor ca. sieben oder acht Jahren aufkommenden Evaluationitis den Riegel schoben. Vielleicht kommt man hier weiter, wenn man die weniger werdenden Evaluationen ihrerseits einer Evaluation unterzöge?

Ich danke Ihnen herzlich für den Gedankenaustausch und wünsche Ihnen viel Erfolg in Ihrer täglichen Arbeit.

Freundlich​e Grüsse
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August 2010 Kommentar zu
Welche Lehrperson wollen wir?
Sehr geehrte Frau Schmid-Federer

Sie​ erwähnen im letzten Abschnitt, dass den Lehrpersonen "administrative Arbeit" abgenommen werden muss. Nun, bis vor zwölf Jahren habe ich selbst als Primarlehrer unterrichtet und habe, auch deshalb, mit diesem Sammelbegriff so meine Mühe. ich möchte sehr gerne wissen, was das denn für administrative Arbeiten sind, die man den Lehrpersonen abnehmen kann. Denn um administrative Arbeiten jemand anderem in die Hände zu geben, sollten sie nichts mit dem pädagogischen Auftrag der Lehrperson selbst zu tun haben. Denn Briefe an die Eltern, das Verfassen von Lernberichten, Ausfüllen von Zeugnissen, und weiteres mehr kann doch wohl nicht die Arbeit einer Person sein, die nicht selbst die Lehrperson ist. Oder etwa doch?
Ich hoffe Sie verstehen meine Frage und bin gespannt auf eine mögliche Antwort.

Freundlic​he Grüsse

P. S.
Eine administrative Arbeit ist mir doch noch eingefallen: der Stundenplan, der vor die Schulzimmertür gehängt wird.
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