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1. August: Föderalismus, Cervelat und Selbstkritik

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1. Au­gust-Rede 2014 in Bol­li­gen/BE und Ueberstorf/FR

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

es ist mir eine grosse Ehre, heute am 1. August hier bei Ihnen einige, meiner Gedanken zum Schweizer Nationalfeiertag skizzieren zu dürfen.

Alleine dieser banale erste Satz hat es ja in sich. Man darf sich die Frage stellen, ist der 1. August historisch gesehen denn wirklich der richtige Feiertag?

Im Bundesbrief heisst es Zitat: „Im Jahre des Herrn 1291 zu Anfang des Monats August". Im Weiteren stellt sich die Frage, ob es richtig ist, wenn wir die Ereignisse des Jahres 1291 feiern. Müssten wir nicht eher den 12. September feiern? Der Tag im Jahre 1848, an dem die erste Schweizerische Bundesverfassung offizialisiert wurde?

Keine Angst ich will Euch das 1.-Augustfest heute Abend nicht vermiesen. Dennoch möchte ich einige Fragen zur Nation, oder auch Fragen zum nationalen Zusammenhalt, zur Heimat Schweiz stellen. Rund zwei Dutzend Fragen habe ich mir aufgeschrieben, sieben dann herausgegriffen und vor rund drei Wochen einigen Freunden und Bekannten, die sie wohl alle kennen, zugestellt. In den folgenden paar Minuten werde ich Ihnen die Antworten auf diese Fragen präsentieren.

Darf​ man das? Diese in vielen Zeitungen und vor allem Lifestyle-Magazinen oft banal gestellte Frage diente als Grundlage. Ziel ist es, wie gesagt, etwas Klarheit in die heute doch recht rosse Verunsicherung im Bereich Nationalstolz, nationale Bindung und Heimatgefühl zu bringen.

Darf man das? Auf die Idee der ersten Frage brachte mich ein Besuch bei einer deutschen Familie in Bern, anlässlich des Fussball-WM-Spiels Deutschland gegen Ghana. Meine kleinste Tochter, im Schweizer Leibchen gekleidet, fragte mich, ob sie die Deutschlandfahne – ein Überbleibsel von der Fussball-EM 2008 in der Schweiz – ob sie die Deutschlandfahne mit zu den deutschen Gästen nehmen dürfe. Ich sagte, klar, es spielt ja Deutschland gegen Ghana. Eine ghanaische hatte ich gerade keine zur Hand.

Als wir eintraten bei den deutschen Gästen sind die fast ihn Ohnmacht gefallen. Nie hätten sie es gewagt, das Spiel mit einer deutschen Fahne anzuschauen. Sie hätten auch gar keine. Ich dachte mir dann, ohne jetzt historisch ins Detail

gehen zu wollen, wie Italiener mit ihrer Fahne und mit Nationalstolz umgehen. Und wir Schweizer? Wo stehen wir eigentlich punkto Nationalstolz? Meine erste Frage lautet deshalb:

Darf man das? Darf man in der heutigen Zeit noch Schweizer Fan sein und dies mit einer Schweizer Fahne kundtun?

Die Fragen haben mir folgende zwei Personen beantwortet.

(Adol​f Ogi, Altbundesrat, Sonderberater für Sport in der UNO) "Es nicht zu sein wäre schlimm, eigenartig und erklärungsbedürftig. Jeder Schweizer hat das Schweizerkreuz im Herz und jeder Velofahrer, der sich auf ausländischen Strassen bewegt identifiziert sich mit einem Schweizer Fähnchen. Wenn ich in Hong Kong, Singapur New York, Paris, London im Flughafen eintreffe und bei unserem Flugzeug das Schweizerkreuz sehe, dann fühle ich mich schon zu Hause."

(Steff la Cheffe, Rapperin und Beatboxerin) „Getreu dem Motto: "Leben und leben lassen" würde ich diese Frage mit einem deutlichen Ja beantworten. Solange ich meine Pace-Flagge aus dem Fenster hängen kann, sollen Anne-Käthi und Hans-Ueli ihre Schweizerfahne an ihrem Schrebergarten-Häusch​en hissen können. Mir persönlich wäre das zuwider, da ich nicht viel mit Nationalpatriotismus anfangen kann und mich die Farben immer an Coca-Cola und Weihnachten erinnern. Aber aus einer rein grafischen und werbetechnischen Perspektive betrachtet, muss man sagen, dass das Design, aufgrund des extrem hohen Wiedererkennungswerte​s, ein Meisterwerk ist."

Nicht gerade repräsentativ ist diese Umfrage natürlich. Aber sie bestätigt mein Bauchgefühl. Man darf. Und das mit bestem Gewissen.

Die zweite Darf man das?-Frage auch im Zusammenhang mit Fussball und Nationalstolz. Sie liegt ob all der nicht ganz urschweizerisch klingenden Namen auf der Hand:

Darf man das? Darf man bei der heutigen Zusammensetzung der Fussballnationalmanns​chaft von „wir Schweizer" sprechen, ohne im Nebensatz die ursprüngliche Herkunft der einzelnen Stars zu erwähnen?

(Pedro Lenz, Schriftsteller) „Man darf nicht nur, man soll von wir Schweizer reden. Schweizer zu sein ist ja weder eine Rassenfrage, noch eine Eigenschaft,

die man mehr oder weniger besitzt. Schweizer ist Schweizer, egal ob seit 5 Minuten oder seit 5 Generationen. Das gehört zum Wesen eines freien Staates, dass er für die offen ist, die sich ihm zugehörig fühlen. Wer die Staatsbürgerschaft besitzt ist vollwertiger Staatsbürger. Das sag ich jeweils auch den Jungen an der Jungbürgerfeier: Jungbürger, ab jetzt seid ihr Bürger ohne Zusatz und mit allen Rechten! One man one vote, wie schon Muhammad Ali sagte."

(Steff la Cheffe, Rapperin und Beatboxerin) „Man müsste mal die betroffenen Spieler fragen, ob sie sich primär als Schweizer, Ausländer oder Weltenbürger sehen. Falls man sich allerdings durchringen könnte diese Stars als Schweizer, ohne Wenn und Aber, zu betiteln, müsste man aber auch so konsequent und grosszügig sein und Alltagshelden wie z.B. Ali von der Baustelle, Frau Ganvrancic von der Kasse oder Raj aus dem Restaurant als Schweizerinnen oder Schweizer zu bezeichnen. Als andere wäre Rosinenpicken - eines der beliebtesten Spiele in der Schweiz."

Am 1. August haben mich die Kindern, wie übrigens an Ostern, Pfingsten und Weihnacht, auch schon gefragt: „Was feiern wir heute eigentlich?" Ich erzähle dann gerne vom Rütlischwur, vom Tell, von Morgarten und Winkelried. Ja, wann soll man diese tollen Geschichten den sonst erzählen. Die Frage bleibt, ich habe das eingangs schon erwähnt. Ist das korrekt? Darf man das?

Darf man das? Darf man den Kindern erzählen, dass die Schweiz im Jahre 1291 gegründet wurde?

(Peter Hug, Historiker) „1291 taugt weder als Legende noch als historisches Datum. Die moderne Schweiz, auf die wir alle so stolz sind, hat glücklicherweise nichts mit den Werten von damals zu tun: Hexenverbrennungen, Folter, Unterdrückung und Ausbeutung durch die herrschenden Geschlechter. Vielmehr gründet die moderne Schweiz auf den Werten der Französischen Revolution, welche der helvetischen Verfassung von 1803 und der Bundesverfassung von 1848 zugrunde liegen. Es sind diese Grundwerte von Freiheit, Menschenrechten, demokratisch verfasstem Rechtsstaat, die wir Schweizer und Schweizerinnen heute angesichts neuer globaler Herausforderungen gemeinsam mit den anderen europäischen Staaten zu bekräftigen und wo immer möglich zu verteidigen haben."

Was heisst das nun für meine tollen Tell- und Morgartengeschichten?​ Ich habe mich entschieden, dass ich sie den Kindern weiterhin erzähle, heute am 1. August aber auch oder gar primär auf die Errungenschaften der letzten 150 Jahre hinweise.

Darf man das? Wie stolz darf man heute auf die Nation Schweiz sein? Wie stark darf man das zeigen? Im Zusammenhang mit den Problemen, welche die EU zurzeit zu bewältigen hat, wird oft auf das gut funktionierende föderalistische System in der Schweiz hingewiesen. Ich persönlich bin stolz darüber. Zu Recht? Meine Frage deshalb an den ehemaligen Bundesrat und an den Historiker:

Darf man das? Darf man den Föderalismus der Schweiz als Vorzeigeobjekt für die restliche Welt propagieren?

(Adolf Ogi) „Ja. Das wäre ein Exporthit der Schweiz Für Europa und die restliche Welt. Denn seit 1848, das ergibt 166 Jahre, leben vier Kulturen, vier Sprachen, 26 Kanton in Frieden und Freiheit zusammen. Das ist Weltrekord! Und das darf für die Welt Vorbild sein. Mit unserem Föderalismus würden wir sicher den Grand-Prix der Nationen gewinnen."

(Peter Hug, Historiker) „Das darf man nicht bloss, das muss man! Föderalismus ist der Schlüssel zur Lösung der meisten Konflikte dieser Welt. Wer Frieden will, der fordert Föderalismus. Was wäre Föderalismus für eine Wohltat im gebeutelten und geknechteten Vielvölkerstaat Iran! Was wäre der Ukraine an Krieg und Gewalt erspart geblieben, wenn sie nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion begonnen hätte, Staat und Verwaltung zu dezentralisieren und subsidiär von unten aufzubauen! Passen wir aber auf: Auch der schweizerische Föderalismus ist ständig reformbedürftig. Die historische Entwicklung schreitet in unglaublichem Tempo voran. Der Föderalismus von 1950 passt möglicherweise nicht mehr in die Welt von 2050. Bei allem Stolz auf den schweizerischen Föderalismus sind wir deshalb gut beraten, anzuerkennen, dass auch das Gute noch besser werden kann."

Zu etwas Banalerem, so als Einschub, als Intermezzo sozusagen, betreffend Heimatstolz und Heimatgefühl. Als Fernsehreporter habe ich immer wieder Schweizer Korrespondenten im Ausland besucht. Weil sie schon lange nicht mehr in der Schweiz waren, musste ich Ihnen oft typische Schweizer Produkte mitbringen, welche ihnen, wie sie sagten, das Gefühl von Heimat vermitteln. Da war etwa die klassische Milchschokolade mit dabei, Thomy-Senf war auch immer sehr gefragt– aber ganz zuoberst auf der Liste stand - die Cervelat. Die Cervelat beinhaltet also viel Heimatgefühl, nicht nur bei den TV-

Korrespondente​n sondern auch bei den Expats. Bei den Schweizerinnen und Schweizer im Ausland des DEZA zum Beispiel oder den Botschaftern.

Oje,​ wird unser Heimatgefühl über eine Wurst definiert. Meine vielleicht auch nicht ganz ernst gemeinte Frage deshalb zum Heimatgefühl:

Darf​ man das? Darf man heimatliche Gefühle entwickeln, wenn man eine Cervelat isst?

(Rolf Büttiker, Präsident Hauptvorstand Schweizer Fleisch, ehem. Ständerat FDP/SO) „Man braucht kein eingeschworener Patriot zu sein, um beim Biss in eine grillierte Cervelat nicht auch etwas Stolz für unser Heimatland zu empfinden. Sei es aufgrund des einzigartigen Geschmackes unserer Nationalwurst oder wegen den zahlreichen guten Erinnerungen, die sicherlich jeder Schweizer mit der Cervelat und unserer Heimat in Verbindung bringt. Familie, Geselligkeit, Sport, Natur sowie eine gewisse Bescheidenheit sind typische Werte unseres Landes, welche sich durchaus mit der Cervelat in Verbindung bringen lassen."

Während eines kurzen Telefongesprächs gab Rolf Büttiker dann noch so ziemlich alle Details der Schweizer Nationalwurst Preis. 175 Millionen Cervelats würden jährlich in der Schweiz verspiesen. Im Welschland sei die Wurst noch beliebter als in der Deutschschweiz. Entscheidend bei der Cervelat sei die Darmhaut, welche die Cervelat umfasst. Sie stamme vom brasilianischen Zeburind und hätte einen Durchmesser von 35 bis 37 Millimeter. Das Zeburind stünde oft 365 Tage im Jahr draussen. Somit sei es nicht verfettet, die Darmhaut ebenfalls nicht und wir in der Schweiz hätten somit keine fettigen Hände beim Verzehr der Cervelat.

--

Of​t ist es ja so, dass man an die Vorteile der Nation Schweiz erinnert wird, wenn man sich im Ausland aufhält. Eben, vielleicht wenn man grad eine Cervelat ist oder wenn man im Urwald im Portemonnaie eine Zehnernote entdeckt. Sentimentalität kann sich breit machen, vielleicht auch Übermut. Wir Schweizer sind doch einfach die Besten. Darf man das?

Meine nächste Frage zum Nationalstolz also:

Darf man das? Darf man als Weltreisender das Gefühl hegen, dass wir Schweizer die Besten sind?

(André Lüthi, CEO Globetrotter, unterwegs mit seinem Sohn beim Ayers Rock, Australien) „Nein. als Weltreisender lernte ich,dass unser Planet (und auch die Schweiz) primär eines braucht: Respekt und Toleranz gegenüber anderen Kulturen und Religionen. Als reisender Schweizer wird mir mit jeder Reise mehr bewusst,dass zum Schweizer sein Demut und Dankbarkeit gehört. Aber auch, dass Glück in vielen Ländern und Kulturen anders gefühlt und gelebt wird als bei uns. Das, was wir Schweizer meinen zu wissen aus den Medien, mit eigenen Augen gesehen oft ganz anders aussieht. Reisen ist wohl die beste Lebensschule überhaupt. Wir Schweizer haben das Privileg zu reisen... machen wir mehr daraus, als in einem fremden Land die Schweiz suchen..."

(Adolf Ogi, Altbundesrat, Sonderberater für Sport in der UNO) "Nein, weil wir es nicht überall sind. Wir müssen sehr, sehr hart arbeiten um es zu werden. Selbstüberschätzung ist gerade zu gefährlich und kann ein fittes Land in die Lethargie führen."

Zwei klare NEIN von Adolf Ogi und André Lüthi also. Es ziemt sich also nicht, sich als Schweizerin oder Schweizer zu den Besten zu zählen. Understatement muss eines der wichtigsten Merkmale der Schweizerinnen und Schweizer bleiben. Überall? So werden wir ja von den Touristen immer wieder über die Sauberkeit in der Schweiz angesprochen. Die Schweiz sei das sauberste Land der Welt, so hört man oft. In diesem Sinne meine letzte Frage:

Darf man das? Darf man stolz auf die Sauberkeit in der Schweiz sein?

(Pedro Lenz, Schriftsteller) „Klar darf man stolz sein auf die Sauberkeit, aber nur wenn man A: nicht bei jeder Gelegenheit gegen Steuern und Abgaben wettert und keine Steuern hinterzieht, B einen Sinn für die Bedeutung des öffentlichen Raums hat, C nur sauber geschäftet und kein dreckiges Geld hortet, D den eigenen Abfall korrekt entsorgt und E wenn man alle Putzfrauen, die Leute von der Stadtreinigung, vom Werkhof, alle Kehrichtmänner und Putzequipen der SBB etc.. korrekt entlöhnt und würdigt."

(Frau Schruppatelli alias Birgit Steinegger) „Schwize ische suber wine more. O ih hani viele putze ine Schwize. Ische suber wine more! Aber ische guete das ? Oder ische Schissedregge ? Ische Schwize suber wine more, wöu muesche viele viele putze, wöu hette viele viele Drägge, wo muesch furteputze ? Oder ische Schwize suber wine more, wöu muesch viele viele putze, dass gar nid git viele viele Drägge, wo muesch furteputze ? I nid wüsse das. Aber ische guete Frage, oder?"

Dies war wie gesagt meine letzte Frage zur Nation, zum nationalen Zusammenhalt, zur Heimat, zu unserem Land Schweiz. Nach all den Antworten auf meine Fragen, wage ich am Schluss eine Zusammenfassung.

W​ir dürfen stolz sein auf die Schweiz, gerade an Tagen wie dem 1. August. Doch jedes Mal wenn uns der Nationalstolz übermannt, das zeigen die Antworten explizit, dürfen wir auch das Hirn einschalten. Denn, Selbstkritik ist für eine Nation wie die Schweiz sehr vorteilhaft.

Ich wünsche Ihnen allen einen ganz schönen 1. August.

 


Kommentare von Lesern zum Artikel

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43%
(14 Stimmen)
Susanne Bächtold sagte August 2014

Eine 1.Aug.Rede rund um eine Lifestyle-Knigge-Frag​e zu halten und nicht einmal die eigene Meinung dazu zu äussern, finde ich äusserst billig und eigentlich eines gewählten Nationalrates nicht würdig.


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79%
(14 Stimmen)
Felix Kneubühl sagte August 2014

Der 1. August oder zumindest der Anfang des Augustes ist die korrekte Bundesfeier. Wir feiern die Schweizerische Eidgenossenschaft als solches, die heute noch existiert und nicht die Bundesverfassung seit 1848. Deswegen ist der 12. September fehl am Platz. 1848 war nur eine Neuorganisation der politischen Hirarchiestufen innerhalb der Eidgenossenschaft, die heute noch gilt. Wir feiern keine schweizer Politik, sondern ein Land mit ihrer gesamten Geschichte.


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50%
(18 Stimmen)
Gilbert Hottinger sagte August 2014

In Europa nährt sich die Begierde von der Unterdrückung,
in Amerika verkümmert sie unter der Freiheit.

Henri Stendhal

(1783 - 1842), eigentlich Marie Henri Beyle, französischer Novellist

Heute in der EU wieder hochaktuell, vgl. nur mal die Ukraine & der respektlose Umgang mit der Schweiz.


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25%
(20 Stimmen)
Lars von Lima sagte August 2014

Alt BR Ogi glaubt offensichtlich, in der Schweiz auf der Sympathiewelle reiten zu dürfen. Dass er mit seinem NEAT Loch mithalf, Milliarden zu verbuttern, dämmert erst langsam in der Schweiz.

Von Lösungsvorschlägen in Sachen Asylanten usw. hört man von ihm so gut wie nichts. Ogi ist ca. 20 Jahre hinter der Entwicklung stehen geblieben. Er ist obsolet geworden.


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50%
(18 Stimmen)
Gilbert Hottinger sagte August 2014

@ SP-NR M. Aebischer,

Sie schreiben & fragen;

"Darf man das? Darf man den Föderalismus der Schweiz als Vorzeigeobjekt für die restliche Welt propagieren ?"

Da bin ich mit Ex-BR Adolf Ogi 100 % einig wenn er schreibt;

„Ja. Das wäre ein Exporthit der Schweiz Für Europa und die restliche Welt. Denn seit 1848, das ergibt 166 Jahre, leben vier Kulturen, vier Sprachen, 26 Kanton in Frieden und Freiheit zusammen. Das ist Weltrekord! Und das darf für die Welt Vorbild sein. Mit unserem Föderalismus würden wir sicher den Grand-Prix der Nationen gewinnen."

1. Die Eidgenossenschaft ist also seit Jahrhunderten ein wirklich gelebtes Friedensprojekt. Aber warum hat denn die EU den Friedensnobelpreis bekommen, und nicht die Schweiz ? Darf man das ? Das hätten Sie meiner Meinung fragen müssen, gerade am 1. August 2014. Die EU braucht den Friedensnobelpreis anscheinend sehr, um ihre wahren imperialen Absichten zu verschleiern.

2. Denn die EU respektiert die Völker ihrer Mitglieder doch schon Heute in keinster Weise, wenn sie nach einer negativen Volks-Abstimmung in Frankreich & Holland, über notabene eine EU-VERFASSUNG, einfach danach sich darüber hinwegsetzt.
Auch das Schweizervolk respektieren die EU-Kommissare keinesfalls besser, wenn sie nach der Volksmehrheit vom 09.02.2014 (MEI) lapidar & autoritär einfach verkündet; "Es gibt keine Verhandlungen", obwohl Art. 18 dies vertraglich ausdrücklich vorsieht. Damit wird die EU selbstverschuldet ein nicht mehr vertrauenswürdiger Vertragspartner, wie es sich bereits bei den Dublin- & Schengen Verträgen ja seit Langem auch exemplarisch zeigt. Die Schweiz "darf" seit Jahren sieben mal mehr "Asylanten/Wirschafts​flüchtlinge" aufnehmen, als z.B. das 1. sichere erreichbare Asylland Italien, welches diese aber einfach in den Norden weiterleitet mit 500 Euro ausgestattet. Darf man das denn, die effektivste, direkte Volksdemokratie mitten im Herzen von Europa, derart vor den Kopf stossen, einfach derart zu ignorieren ?

3. Wieso ist der Nationalrat & der Bundesrat nach Jahren dieses eindeutig & klaren vertragswidrigen "laisser faire" bis Heute nicht im Stande, der EU endlich klar verständlich zu machen, dass die Schweiz insgesamt 5 (fünf) x mehr Zuwanderung zu verkraften hat, als der EU-Durchnitt ?. Darf man das denn einfach so dulden & erdulden ?

4. Schon General De Gaulle hat vor Jahrzehnten weitsichtig ein vereinigtes, friedliches Europa vom Atlantik bis zum Ural - also inkl. Russland - gefordert. Die EU hat ihre abgegebenen Versprechungen gegenüber Russland (UDSSR), bei Auflösung des Warschauerpaktes die Nato nicht weiter nach Osten auszudehnen, aber nun auch mehrmals schon gebrochen, letztmals in der Ukraine. Sorry das ist Kriegstreiberei der EU dort, aber sicher keine Friedenspolitik. Darf man das denn als Friedensnobelpreis Inhaberin ?

5. Als Weltreisender Schweizer hat man nie das Gefühl, dass wir die Besten sind, wie Sie komischerweise fragen, sondern vielmehr dass unser förderales, direkt demokratisches System das Beste der Welt ist, was doch ein grosser Unterschied ist M. Aebischer, oder nicht ?
Darf man das aber, dass gerade Ihre SP-Partei mit den Grünen (Umwelt- Natur & Landschaftsschutz sind ihnen weitgehend egal geworden lt. MEI) für einen EU-Beitritt der Schweiz werkeln, wo das Schweizer Volk entmündigt würde ?
Denn schon Immanuel KANT, deutscher Philosoph der reinen Vernunft erkannte ganz klar folgendes vor über 250 Jahren;

"Ein vereinigtes EUROPA müsste eine vergrösserte SCHWEIZ sein, den nur eine Regierungsform wie in der direkten Demokratie der SCHWEIZ von unten nach oben, hat auf Zeit Bestand, in einer zentralistischen von oben nach unten (wie eben in der EU, meine Anmerkung), ist diese Regierungsform auf Zeit zum scheitern verurteilt. Begründung; Weil nur in Ersterer die Frau & der Mann sich noch wahrgenommen, respektiert & akzeptiert fühlen können.

6. Die jüngere Generation, nach dem 2. WK im "natürlichen" Wohlstand aufgewachsen, wozu auch Sie Hr. Aebischer gehören, sollte der Vorgängergeneration wieder mehr Beachtung & Achtung entgegenbringen, was diese wirklich geleistet hat für Land & Leute.
Soll oder darf man das ? Ja, denn wie sagt doch schon eine alte CH-Bauernweisheit;

"Die Altä machä Schöchli, u di Jungä vertüend si wieder". (deutsch; die Alten bauen materiell z.B. einen Betrieb/Bestand auf durch harte Arbeit, und die Jungen verjubeln dann das Ganze leichtertig wieder“ (aber nur wenn sie nicht wissen, mit welcher Mühe der Väter es erst zustande kam).

7. Darf man das, in einer 1. August-Rede, angefangen beim 1. August, alles Schweizerische derart zu kritisieren, kategorisch provokativ in Frage zu stellen, so schlussendlich herabzumindern ? Selbstkritik ist durchaus positiv, jedoch nicht nur herabmindernde, negative Kritik. Also; "Es gooht jetze 2014-16 um d'Wuuuerssscht, bhüüetet euse Cervolat als Simbiosä, dä 1. Auguscht für ä souveräänii direktdemoktratiiisch​iii Schwiiiz".

Meine Antwort; Für einen EU-Betritt vor zu bereiten wohl sicher, denn mit Ihren Voten zielen & bereiten Sie doch nichts anderes - als eben auch SP-Weisungsgemäss - damit für mich klar einen EU-Betritt vor. Für mich äusserst beschämend an einem 1. August, Symbol für eine einheitliche Schweiz. Alles schweizerische herabmindern, super sofort in die EU ?
Damit bin ich aber, Sorry, natürlich keinesfalls einverstanden, denn nur der "grösste Affe" sägt doch an dem Ast, auf dem er Heute selber gut versorgt seit Jahrhunderten sicher sitzt, selber kräftig mit seiner ganzen Kraft noch mit ab.

Ein Belgier der es ja sicher auch ganz klar wissen muss;

"Wir dürfen Europa nicht tatenloser Geschwätzigkeit überlassen. Wir dürfen Europa nicht teurer Bürokratie ausliefern."

© Phil Bosmans

(1922 - 2012), belgischer Ordenspriester, Telefonseelsorger und Schriftsteller, ›der moderne Franziskus‹


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