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50+ Politik

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Kaum weht ein laues Wind­chen, kaum sin­ken die Ge­winne der glo­ba­len Fir­men ein klei­nes biss­chen unter die Er­war­tun­gen der so­ge­nann­ten "­Ana­lys­ten", schon brennt es in den Chef­eta­gen und Ent­las­sungs­wel­len​, Pen­sio­nie­rungs­wel​­len - ein­fa­cher ge­sagt Ent­sor­gungs­ak­tio­​nen wer­den zu Selbst­star­tern. Rette sich wer kann ist an­ge­sagt, jeder nur halb­wegs schlaue Mit­ar­bei­ter oder Chef be­sinnt sich dar­auf, dass der ein­zige Sinn des Le­bens darin be­steht, zu den Ge­win­nern zu gehören. Dar­aus er­ge­ben sich dann die Wel­len. Wer 58 und älter ist wird per Pen­si­ons­kasse ent­sorgt, wer zur 50+ Ge­ne­ra­tion gehört wird ent­sorgt.

Warum eigentlich? Diese Generation hat Arbeitswillen, ist erfahren (auch erfahren genug um zu sagen "wer A sagt muss nur B sagen, falls A richtig ist"), die Karriere steht vielleicht nicht mehr im Vordergrund.

Aber ... die Kosten reden eine andere Sprache: zu teuer, die Arbeitgeberbeiträge in die Pensionskasse sind hoch. Da liegt es doch auf der Hand, sich das Lob vom Chef zu holen. Einfach ein paar dieser unnützen Exemplare entlassen und schon sind die Analysten beruhigt. Man stelle sich einmal vor, ein Analyst müsste eine Firma führen. Würde das mehr als zwei Wochen gut gehen? Wohl kaum.

Wie könnte eine - politische - Lösung aussehen?

Mit einem Bonus/Malus-System kann man solche kurzsichtigen, unsozialen Aktionen stoppen. Die Pensionskassenbeiträg​e der 50+ Generation werden nicht in die Pensionskasse einbezahlt, sondern in ein persönliches Konto eines eigens dafür eingerichteten Fonds. Entlässt die Firma 50+ Mitarbeitende, verliert sie Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeiträge in überproportionalem Umfang unbd sie zahlt bis zum Pensionierungsalter der entlassenen Mitarbeiter Differenzbeiträge in den Fonds ein. Damit bleiben die Kosten für die Firma gleich hoch - die Arbeitsleitung ist aber verloren. Im Aufschwungmuss sie zusätzliche Mitarbeitende einstellen, die die Kosten erhöhen. Eine Verrechnung der Beiträge neu eingestellter 50+ Mitarbeitender ist nicht möglich. Eine Neueinstellung von 50+ Mitarbeitenden führt auf der Gegenseite zu einem progressiven Bonus.

Ein solches System bremst grundsätzlich Schnellschüsse und kurzsichtige Entlassungswellen. Es sichert Renten, schont die Sozialkassen von Bund, Kantonen und Gemeinden und federt Krisen ab.

Die Arbeitgeber schreien laut auf: zu teuer, nicht machbar, ...

Stimmt, kein Arbeitgeber muss 50+ entlassen oder entsorgen, die Arbeitgeber bestimmen den Preis selbst. Wenigstens gute Arbeitgeber.


Kommentare von Lesern zum Artikel

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86%
(7 Stimmen)
J. Nyffeler sagte August 2011

Sehr geehrter Herr Steiner
Bravo
Ich zitiere:Die Schweiz muss wieder so weit kommen, die Resource Arbeitskraft nur im eigenen Land zu fördern. Nur so kann die Gemeinschaft Schweiz langfristig erfolgreich sein.
Frage mich nur, ob gewisse Arbeitgeber überhaupt dorthin zurückfinden können.
Unlogisch für mich ist: Mit 50 Überqualifiziert und Arbeitslos oder ausgesteuert Aber erst mit 67 Pension??
Da muss mir mal jemand nachhelfen, wie das gehen soll.



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71%
(7 Stimmen)
Roland Steiner sagte August 2011

Die Schweiz war in der Vergangenheit erfolgreich, da die Firmen zusammen mit der lokalen Bevölkerung eine florierende Wirtschaft aufgebaut hat. Dabei hat der Staat für eine gute Grundausbildung gesorgt und die Firmen haben dann ihren Bedürfnissen entsprechend ihr Personal weiter ausgebildet. Nicht ohne Grund ist z.B. das System der Berufslehren so erfolgreich. In diesem System wurde jeder seinen Fähigkeiten entsprechend gefördert und gefordert. In der Vergangenheit hat doch noch niemand von Frühpensionierung gesprochen. Ich glaube, das Wort gab es doch gar nicht. Auch war es selbstverständlich, dass in vielen Betrieben behinderte Leute arbeiteten.

Leider​ ist dieses gut funktionierende System mit dem öffnen der Grenzen für ausländische Arbeitskräfte zerfallen. Die Firmen konnten kostengünstiger die nötigen Arbeitskräfte im Ausland holen. Die firmeninternen Ausbildungen wurden vernachlässigt oder an den Staat abgeschoben. Behinderte wurden in die Sozialsysteme des Staates abgeschoben. Ältere Arbeiter die nicht mehr in die neue Ideenwelt von Managern passten wurden Frühpensioniert. usw. usw.

Die Schweiz muss wieder so weit kommen, die Resource Arbeitskraft nur im eigenen Land zu fördern. Nur so kann die Gemeinschaft Schweiz langfristig erfolgreich sein.


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80%
(5 Stimmen)
Peter Oberholzer sagte August 2011

Geschätzter Herr Landrat Müller

Ihre Gedanken kann ich nachvollziehen. Eine Lösung scheint Willensache zu sein und ist von den Rahmenbedingungen abhängig. Vielleicht beachten Sie auch die Informationen von Otto Ineichen zum Thema der über 50-Jährigen.

Der Unternehmer und Nationalrat klagt, Profitgier ist an der Einwanderung schuld: http://www.blick.ch/n​ews/politik/wahlen201​1/profitgier-ist-an-d​er-einwanderung-schul​d-175455


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50%
(8 Stimmen)
Peter H. Müller sagte August 2011

Leider ist das kein partikulares Problem der HSG-Gemeinde. Das 50+ Problem ist allgegenwärtig. Jede Firma kann locker auf Kosten der Allgemeinheit (ALV, AHV, IV, BVG, ...) Geld sparen. Jeder Manager kann im Brustton der Überzeugung die Analysten befriedigen und abends unter Freunden "die Sache mit den vielen ausländischen Bewerbern, die einfach billiger sind" bereden (ich meine natürlich immer auch die weibliche Form ...). Genauso wie man gut über Scheinselbständige wettern kann, wenn man ein paar solche "Firmen" günstig für sich arbeiten lassen kann.

Jetzt geht es den Bankern wieder einmal ans Leder, die Erwartungen werden nicht "erfüllt", da kommenm die vorfabrizierten Sozialpläne zum Zug. Alte 50+ raus und billige Arbeitskräfte woher auch immer rein. Wen interessieren denn schon Sozialkosten für die Allgemeinheit. Beispiele gibt es zuhauf, aus allen Branchen.

Hier möchte ich als Politiker ganz konkret eingreifen. Einerseits muss das System der Dreiteilung der Beitragsperioden geändert werden, anderseits muss mit einem Bonus/Malus System der starke Anreiz geschaffen werden, 50+ Arbeitnehmende zu behalten oder sogar einzustellen. Wer 50+ Mitarbeitende entsorgt wird überproportional zur Kasse gebeten, wer einstellt wird ebenso belohnt. Dafür werde ich mich einsetzen.


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75%
(4 Stimmen)
Hans P. Grimm sagte August 2011

Was lernen die Studenten z.B. in der HSG? Genau das!

Man weiss, dass sich jede Belegschaft fürchten muss wenn ein HSG-Absolvent neu die Firma leitet. Das Erste was er auslotet ist doch, wie er es gelernt hat, wo kann ich Arbeitskräfte einsparen und freistellen!
Wenn er dann nach 3 Jahren den Betrieb, mit einer fetten Abgangsprämie, verlässt ist die Firma Bankrott und derr HSG-Absolvent sucht sich das neue Opfer!

Dort ist Anzusetzen!



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