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Ängste abbauen statt schüren

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Zum ge­plan­ten is­la­mi­schen Be­geg­nungs­zen­trum​ im Südquartier in Wil SG

(Leserbrief vom 30.1.2012 in der Wiler Zeitung)

 

Die islamische Gemeinschaft Wil hat seit vielen Jahren den interreligiösen Dialog gesucht, und ihr Gebetszentrum an der Titlisstrasse ist seit jeher für Jedermann/-frau zugänglich. Leider ist trotz vielen Bemühungen die Ignoranz gegenüber der drittgrössten Glaubensgemeinschaft in Wil noch immer vorhanden.

 

Auf die 300 Einsprachen folgte nun eine Interpellation der SVP, welche aus den Ängsten der Bevölkerung Kapital schlagen möchte. Dass Integration nur erfolgen kann, wenn man von der Gesellschaft nicht ausgeschlossen und an der Rand gedrängt wird, wird dabei völlig ausgeblendet. Die islamische Gemeinschaft Wil zeigte sich immer kompromissberei​t, hat die Annahme des Minarettverbots durch das Schweizer Volk akzeptiert, und in ihre Baupläne einbezogen. Somit stützt sich die Gemeinschaft auf das Schweizer Gesetz, welches Ihnen Religionsfreiheit zugesichert hat. Auch für religiöse Minderheiten müssen die gleichen Gesetze gelten, jedoch wird die muslimische Religionsgemeinschaft​ immer mehr aus der Gesellschaft zurückgedrängt und diskriminiert. Wir können froh sein, dass wir in Wil eine so aufgeschlossene und integrationswillige islamische Gemeinschaft haben, und ich sehe es deshalb als unsere Pflicht die Rechte dieser religiösen Minderheit zu respektieren.

 

Das​ geplante islamische Begegnungszentrum entspricht den Baugesetzlichen Vorgaben, und die maximal geforderte Parkplatzanzahl wurde in den Plänen berücksichtigt. Die islamische Gemeinschaft war nie auf Konfrontation aus, sondern hat immer den Konsens mit der Bevölkerung gesucht. Jedoch kann kein Konsens entstehen, wenn man die Anliegen der islamischen Bevölkerung ignoriert, und Ihnen die Möglichkeit verwehrt an der Gesellschaft teilzuhaben. Ängste werden nicht abgebaut indem man sie schürt, sondern indem man auf die Dialogbereitschaft eingeht und sich mit den Menschen in Kontakt setzt. Deshalb findet am Mittwoch 1. Februar um 19.30 in der Aula der Kant. Psychiatrischen Klinik Wil eine Diskussionsveranstalt​ung zum geplanten Begegnungszentrum der Wiler Muslime statt. Mit einem zahlreichen Erscheinen können wir einerseits zeigen, dass wir die Anliegen jeder Bevölkerungsgruppe respektieren, und andererseits unsere Fragen und Ängste zur Sprache bringen, damit im Dialog ein Konsens und ein respektvolles und freundschaftliches Miteinander der verschiedenen Religionsgemeinschaft​en in Wil möglich ist.

  


Kommentare von Lesern zum Artikel

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33%
(6 Stimmen)
Stefan Kirchgraber sagte February 2012

Danke für Ihr Engagement - bitte auch zu meinem Wohle.

http://www.​vimentis.ch/dialog/re​adarticle/politische-​fehlentscheide---waru​m-passieren-sie/



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20%
(5 Stimmen)
Christoph Reuss sagte February 2012

Zitat L. Suter: "Zum Thema 3. Weltkrieg: Wahrscheinlich befinden wir uns bereits darin, jedoch ist es ein Krieg um Ressourcen welche knapp werden, und das islamische Begegnungszentrum in Wil hat wohl nichts damit zu tun."

Wie können Sie das beurteilen, während Sie ignorieren, dass die NATO den Krieg in Serbien (nicht nur Kosovo!) für Ölpipelines und Bodenschätze im Kosovo führte?

Die Kriege der Zukunft werden dann um sauberes Trinkwasser geführt. (Privatisierungsbestr​ebungen laufen jetzt schon. Zur Erinnerung: Im Irak musste Saddam weg, nachdem er das Öl verstaatlichte und somit den US-Konzernen entzog. (Bushs Vizepräsident Cheney = Ölkonzern Halliburton.) Der Sozialist Milosevic stand ebenfalls Privatisierungen im Wege.) In der Schweiz gibt es das beste Trinkwasser. Komischer Zufall, dass 100-mal mehr Kosovoalbaner in die Schweiz kamen als in den Rest der Welt (anteilig zur Wohnbevölkerung), und auch lange nach Kriegsende nicht zurückkehren (obwohl sie doch unbedingt ein eigenes Land für sich wollten!). Könnte es sein, dass man hier dieselbe Masche wie im Kosovo vorhat? Daher Parallelgesellschaft statt Assimilation.



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43%
(7 Stimmen)
Christoph Reuss sagte February 2012

Noch ein allgemeiner Gedanke zu "Ängste abbauen statt schüren", SP und Islam:

Ein Grossteil der Ablehnung gegen den Islam und den Bau von Moscheen kommt wohl von 9/11 -- also der Vorstellung, islamische Terroranschläge könnten "zu uns" (Europa+USA) kommen. Hier wäre es die Aufgabe der SP und der "gemässigten" Moslems, öffentlich klarzustellen, dass 9/11 von US-Drahziehern selber orchestriert wurde (Silverstein-Versiche​rungsbetrug, Bush-Vorwand für Invasionen der Ölländer Irak und Afghanistan) und die 3 (!) WTC-Türme von innen gesprengt wurden.

Aber was tat die SP? Das Gegenteil: Sie SCHÜRTE genau diese Ängste -- mit einem Plakat, auf dem ein Flugzeug in ein Schweizer AKW fliegt! Damit "warb" die SP für den Atomausstieg! Hätte die SVP so ein Plakat gemacht, dann hätte die SP ihr gleich üble Hetze gegen Moslems vorgeworfen. Aber die SP darf das. Damit hat die SP den Moslems (in dem Fall auchnoch Ausländern) unterstellt, sie würden ein Attentat planen, das die ganze Schweiz unbewohnbar machen würde! Eine üblere xenophobe und islamophobe Hetze und Angstmache ist kaum noch vorstellbar.



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45%
(11 Stimmen)
Christoph Reuss sagte February 2012

Warum wurde der ganze Thread über die gesprengten Kirchen im Kosovo gelöscht, und durch wen? Scheint ja ein grosses Tabuthema zu sein. Die Schweizer sollen noch nicht erfahren, wie es ihnen einmal ergehen wird? Ängste abbauen durch Scheuklappen anziehen?



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35%
(20 Stimmen)
Christoph Reuss sagte February 2012

Zitat: "Deshalb findet am Mittwoch 1. Februar um 19.30 in der Aula der Kant. Psychiatrischen Klinik Wil eine Diskussionsveranstalt​ung zum geplanten Begegnungszentrum der Wiler Muslime statt."

Warum hat man diesen symbolträchtigen Veranstaltungsort -- Psychiatrische Klinik -- gewählt? Um zu illustrieren, dass es um eine "irre" Idee geht? Oder weil die Psychobranche stark von den Folgen der Immigration profitiert?



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