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Neues Glücksspielgesetz mit praktischen Problemen

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Glückspielvolksentsch​​​eid - Wie wirkt er sich 2019 auf die Schweizer Branche aus?

 

Seit Januar 2019 gilt in der Schweiz ein neues Glücksspielgesetz. Erstmals ist das Online-Glücksspiel nicht mehr verboten. Eine entsprechende Online-Casinolizenz kann jedoch nur durch Schweizer Anbieter beantragt werden. Ausländische Anbieter, vor allem aus der Europäischen Union bleiben ausgeschlossen. Grundlage für die neuen Regelungen war der Volksentscheid vom 10. Juni 2018, in dem die Schweizerinnen und Schweizer über die Gesetzesvorlage des Parlaments abgestimmt haben. Fast 73 % von insgesamt 1,8 Millionen Schweizern, die sich an der Abstimmung beteiligten, hatten für die Gesetzesänderung und damit für die Erlaubnis von Online Casinos gestimmt. Der Online Casinomarkt wächst. Laut diesem Bericht werden allein in der Schweiz 221 Millionen Franken in Online Casinos umgesetzt.

 

Kaum Online-Spiele mit Schweizer Lizenz

 

Die meisten Online-Spielautomaten​​​ oder Live-Casinospiele wurden bislang im Ausland lizenziert. Ein direktes Angebot dieser Spiele unter dem neuen Glücksspielgesetz ist jedoch so gut wie ausgeschlossen. In der Aargauer Zeitung war zu lesen, dass die Verantwortlichen in Baden, Luzern oder in Zürich überhaupt nicht glücklich mit den neuen Regelungen sind. Die Casinos, sollten sie sich um die Online-Lizenzen bemühen, müssten selbst Spiele entwickeln.

 

Das ist jedoch viel zu teuer und geht somit auch nicht, ohne die ausländischen Spieleentwickler wie Novoline, Merkur, NetEnt, Microgaming oder Evolution Gaming einzubinden. Das Problem: Partnerschaften könnten nur eingegangen werden, wenn es sich um Unternehmen mit einem „guten Ruf“ handelt. Per Definition hätten jedoch Anbieter, die in den letzten fünf Jahren auf dem Schweizer Markt aufgetreten sind, keinen guten Ruf.

 

Unternehmen wie Pokerstars oder 888 Poker mit ihren internationalen Pokernetzwerken oder bekannte internationale Online-Spieleentwickl​​​er hätten also keine Chance, als Partner akzeptiert zu werden, da die Spiele bislang schon in der Schweiz gespielt werden konnten. Die Lage scheint in diesem Fall allzu konfus und es müssten dringend Nachbesserungen her, damit sich das Gesetz in der Praxis nicht als Rohrkrepierer erweist.

 

Den letzten Verlautbarungen zufolge sei in diesem Punkt jedoch kaum mit einer Gesetzesänderung zu rechnen. Die Casinos in der Schweiz, die darüber nachdenken Online-Glücksspiele anzubieten, suchen daher fieberhaft nach Partnern, mit denen sie zusammenarbeiten können. Die weltweit beliebtesten Spiele werden jedoch nicht angeboten werden können.

 

Bislang konnte nur in ausländischen Online Casinos gespielt werden

 

Schweizer, die bisher im Online Casino ein paar Runden Roulette, Poker oder an den beliebten Spielautomaten spielen wollten, hatten bislang nur die Möglichkeit, sich bei einem ausländischen Casinoanbieter anzumelden. Schweizer Unternehmen war es bislang verboten, Online Casinospiele anzubieten.

 

Das Spielen bei den hauptsächlich in Malta oder Gibraltar sitzenden Unternehmen galt zwar als illegal, jedoch wurde es geduldet, weil die Behörden keine bislang keine Handhabe hatten, gegen die Anbieter vorzugehen – zumal die Spiele in den anderen Ländern legal angeboten wurden.

 

Mit den Regelungen wurde nun zumindest auf dem Papier eine Handhabe geschaffen, für die Schweiz einen Teil des bislang grauen Marktes zu lenken und zu kontrollieren. Glücksspiel lässt sich im Internet nicht durch einzelne Staaten verbieten. Gewollter Nebeneffekt: Die Kantone können nun auch Steuern auf die Einsätze aus den Online-Spielen erheben, die wiederum sozialen Projekten zur Verfügung stehen können.

 

Außerdem könnte von den geschätzt jährlich etwa 221 Millionen Schweizer Franken, die an ausländische Anbieter fließen, ein Teil in der Schweiz verbleiben. Das Problem, ein umfassendes und befriedigendes Spielangebot an Online-Glücksspielen zu schaffen, bleibt jedoch weiterhin bestehen.

 

Noch müssen die Spieler warten

 

Bevor Schweizer Casinospieler sich in einem Schweizer Online Casino anmelden können, müssen sie sich noch in Geduld üben. Das Gesetz zum Glücksspiel ist zwar schon in Kraft getreten, jedoch dürfen die Online Casinos mit einer offiziellen Genehmigung erst im Sommer 2019 auf dem Markt auftreten.

 

Bis dahin wird das Geld der Spieler wohl weiterhin in die ausländischen Online Casinos fließen. Die Regierung will jedoch dagegen vorgehen, indem sie Seiten ausländischer Anbieter sperrt und die Spieler auf eine Informationsseite umleitet, mit dem Hinweis, dass sie auf ein illegales Angebot zugreifen.

 

Viele Schweizer halten das für Zensur und sind mit den Ankündigungen nicht einverstanden. Es ist außerdem fraglich, ob es technisch möglich ist, die Seitensperrungen vollständig durchzuführen – zumal ständig neue Online Casinos auf den Markt kommen. Die Online Casinos aus dem Ausland wären zudem gezwungen mitzuwirken, indem sie keine Schweizer Spieler mehr bei der Registrierung zulassen. Es bleibt also spannend, wie sich das Online Glücksspiel in der Schweiz zukünftig in der Praxis entwickelt.


Kommentare von Lesern zum Artikel

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29%
(7 Stimmen)
Werner Nabulon sagte February 2019

Wäre ich gefragt worden...
An erster Stelle: Arbeitsplätze, Verluste, wie man mit den Menschen schlecht umgeht in Sachen Arbeiten, Gewinn optimieren etc

An zweiter Stelle: Das Gesundheitswesen, was allgemein zu einer Glaubenssache wurde, wie man Leistungen in den KK streicht, und die KK Kosten so hoch sind, dass sie an erster Stelle der Zahlungsbefehle steht. Trotz Obligatorium die Grundversicherung sich viele nicht mehr leisten können, steht aber auch im Zusammenhang mit der Arbeitslosigkeit

A​n dritter Stelle: Wie man sich von der Hilfe an den BürgerInnen verabschiedet hat, sich lieber um Ausländische Zuwanderer kümmert, oder um Flüchtlinge, anstelle sich um die Eigene Bevölkerung zu kümmern.

Vierter Stelle: Politiker die nur noch Sockenpuppen von Konzernen sind, in eine EU äugeln, und da auf die Knie gehen.

Umweltschutz: Jeder ist dafür verantwortlich, die Umwelt zu schützen. Die Ansichten da gehen auseinander, weil so viele keine Verbindung mehr zu dieser Natur haben. Das als Politisches Thema? Für ganz wichtige Themen ja...


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50%
(12 Stimmen)
Hans Knall sagte January 2019

Der Gipfel der Heuchelei ist die unsägliche Instrumentierung dieses behinderten Schwedischen Mädchens, das nun von den Eltern und der gesamten internationalen Klimapanik-Profiteure​n mit seinem „Schulstreikplakat“ schamlos zur Schau gestellt wird.

Diese Art von Propaganda lässt auch durchblicken, wie es sich um die Wissenschaftlichkeit der Behauptungen verhält. Als ob die diesem Kind eingeredete Angstmache ein Beleg für eine tatsächlich eintretende Gefahr darstellen würde.
Das glauben tatsächlich nur Leute, die auch von einer Erdscheibe überzeugt sind…


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40%
(10 Stimmen)
Herbert von Vaucanson sagte January 2019

Ja, was, wenn das Ganze ein Schwindel ist? Wenn die Erde nicht rund, sondern flach ist? Wenn es keine Gravitationskraft gibt, sondern nur unsichtbare Wesen, die alles zu Boden schleudern, sobald wir es loslassen? Wenn es Sommer wird, nicht, weil die Erde anders zur Sonne steht, sondern weil dann die Einhörner schlüpfen?

Sprich:​​ Was, wenn es Wissenschaft gar nicht gibt und wir nur glauben was wir wollen? Dann kann man schon ins Grübeln geraten. Gott sei Dank, ist es nicht so.

Ich kann schon verstehen, dass der Dipl.-Ing. Elektrotechnik Michael Limburg vom Europäischen Institut für Klima und Energie (EIKE) dem leichtgläubigen Unwissenden, der am Liebsten weder für sein Tun noch für die nächste Generation irgendeine Verantwortung wahrnehmen möchte, mächtig Eindruck macht. So ein schöner Titel – für ihn und das Institut. Nur hat weder Dipl.-Ing. Elektrotechnik Michael Limburg wirklich Ahnung von Klimawissenschaft, noch ist dieses EIKE eine wissenschaftliche Institution. Das EIKE ist nichts anderes als ein ganz normaler, zivilrechtlich eingetragener Verein mit dem Ziel, Stimmung gegen die Klimawissenschaft zu machen.

Von mir aus streitet darüber, wie man der Klimakrise am Besten begegnet, ob mir Eindämmung der Treibhausgasemissione​​n, mit Schutz- und Adaptionsmassnahmen oder gar nicht. Aber hört doch auf, wissenschaftliche Forschungsergebnisse (die man teilweise übrigens bereits im 19. Jh. gemacht hat – lange bevor man die Klimaerwärmung überhaupt «entdeckte») infrage zu stellen, nur weil sie euch nicht gefallen. Das ist nur noch peinlich.


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53%
(15 Stimmen)
Hans Knall sagte January 2019

Wie die Medien zurzeit verbreiten, sei „die Klimaerwärmung“ die grösste Sorge der Schweizer im Wahljahr. Deshalb haben sich auch praktisch alle Parteien dazu „entschlossen“, im Wahlkampf die Angst vor dem Weltuntergang profiliert zu schüren und die Wähler mit „Lösungen“ zur Verhinderung von Armageddon einzudecken.
Sei es „die Migration“, „der Hunger“, „die Ungleichheit“, „das Elend“ usw, egal, es wird durch die „menschengemachte Klimaerwärmung per CO2“ verursacht. Zumindest ist das die Sprachregelung der zu widersprechen sich inzwischen nur von vornherein als „Rechte“ oder „Verschwörungstheoret​iker“ Betitelte erlauben.

Was, wenn das Ganze ein Schwindel ist?
https://www.you​tube.com/watch?v=UK4P​MA_WgCw



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50%
(12 Stimmen)
jan eberhart sagte January 2019

Ist Rot-Grün auch für die Übernahme der Unionsbürgerrechte, damit so ganz elegant die Ausschaffungsinitiati​ve obsolet wird und kriminelle EU-Ausländer sich ein schönes Leben leisten können auf Kosten der Sozialhilfe/IV?


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43%
(14 Stimmen)
jürg wolfensperger sagte January 2019

Das ist Meinungs-Journalismus​,wie er im Buche steht.!Ein Medium möchte,dass explizit,etwas geändert werden muss.Das Erste,was dann auf der Hand liegt,sind zwei Arten von Bericht-Erstattung.Di​e eine besteht in der Suche eines "Experten"der eben genau die Meinung des Mediums (Fernsehen,Presse)sac​hlich und selbstverständlich wissenschaftlich belegt kundtut.Die zweite "Schiene" sind Umfragen.Gemäss dieser Umfragen besteht eine bestimmte Sorge,die ein Medium gerne als wichtig taxiert auch beim Volk an erster Stelle.Da im Moment die Probleme mit Wind-Turbinen und eben auch Solar-Parks in der CH trotz Annahme der Energiewende etwas zu stocken scheint,will man so wieder Druck aufbauen,um diesem unseligen Ziel der Energie-Produktion ohne AKW`s wieder "Fahrt" zu verleihen.Herr Schweizer hat es sehr gut beschrieben!.....Heil​iger St.Florian....beschüt​z unsere Häuser....!!...zünd lieber andere aaaannn....!!..in so etwa ist Umweltschutz überall zu verstehen..!Ja...aber​ nicht unbedingt bei mir..!


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57%
(14 Stimmen)
Emil Huber sagte January 2019

Bei dem Thema Umwelt sollte es doch wirklich nicht nur um CO2 & Klima gehen, sondern viel mehr um Umweltverschmutzung im Groben, sprich z.B unnötige Transporte der heutigen globalisierten Wirtschaft verhindern, nur um Lohnkosten einzusparen und die Konkurrenzfähigkeit zu verbessern.

https:​//www.infosperber.ch/​Wirtschaft/20-Schiffe​--so-dreckig-wie-eine​-Milliarde-Autos

M​an hat es ja erst kürzlich erfahren, wieder kam ein Containerschiff (werden mit Schweröl betrieben) in einen Sturm und verlor Ladung in's Meer. Kommt immer wieder vor,

Geld kann man bekanntlich drucken oder Banken können es erzeugen, indem sie ein paar Zahlen in einen Computer eintippen. Aber etwas können sie nicht, eine neue Erde erzeugen!

CO2 ist einfach Schönwetter Umweltschutz, damit man möglichst wenig ändern muss und dazu noch der Absatz der Wirtschaft gefördert wird wenn die Leute ständig wieder neue Autos und andere Produkte kaufen müssen unter dem Deckmantel "noch weniger Energie, noch umweltfreundlicher"
​Die Herstellung braucht ja keine Energie und belastet mit Abfällen ja in keinster Weise die Umwelt?

CO2 Zertifikate sind eine Investition in Geld, aber kaum in die Umwelt.

https://ww​w.wiwo.de/finanzen/bo​erse/co2-zertifikate-​das-eintraegliche-ges​chaeft-mit-dem-klima/​7896790.html


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