Sonstige,

Chance Metropolitanraum

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Noch die­sen Fe­bruar wird eine Charta zur Aus­ru­fung des Me­tro­po­lit­an­raum​s Bo­den­see un­ter­zeich­net. Die Ost­schweiz ver­sucht da­mit, sich im Rest der Schweiz mehr Gehör zu ver­schaf­fen. Letzt­lich sol­len mehr Bun­des­gel­der in un­sere Re­gion flies­sen. Auch wenn die Ver­wen­dung des Be­griffs Me­tro­pole in der de­zen­tra­len Ost­schweiz mit der Rea­lität wenig zu tun hat: Der Me­tro­po­lit­an­raum​ Bo­den­see kann hel­fen – vor allem im Selbst­bild der Ost­schweiz.

«Die Schweiz endet in Winterthur», ein in der Ostschweiz gern zitierter Satz. Es bleibt jedoch unklar, ob er auch im Rest der Schweiz Anwendung findet, oder ob er nur ein Beispiel dafür ist, wie wir uns selbst unterschätzen. Doch bald soll damit endgültig Schluss sein: Die Ostschweiz unternimmt einen neuen Versuch, in Bundesbern als Metropolitanraum akze​ptiert zu werden. Erhofft werden mehr Bundesgelder und eine bessere Sichtbarkeit, beides Ziele der Wahrnehmung von aussen.

Zusammenarbei​t in der Ostschweiz verbessern

Genauso wichtig für die Ostschweiz dürfte allerdings der Einfluss auf die Innensicht sein. Nach wie vor mangelt es in der Region rund um den Säntis am Verständnis, ein eigenständiger Wirtschaftsraum zu sein und auch politisch die Zusammenarbeit suchen zu müssen. Die kürzlichen Signale, die Spitalplanung endlich über die Kantonsgrenzen hinweg zu koordinieren, sind zwar ein Silberstreifen am Horizont, aber letztlich noch nicht mehr als eine Absichtserklärung.
Ein​ Metropolitanraum kann durchaus helfen, die kantonalen Gräben zuzuschütten und in der Bodenseeregion besser zusammenzuarbeiten. Angesichts der engen wirtschaftlichen Verflechtungen mit dem Vorarlberg, dem Fürstentum Liechtenstein oder auch der Region Konstanz ist auch der Einbezug der Grenzregionen unserer Nachbarländer in den Metropolitanraum zu begrüssen.

Regionale Vielfalt als Stärke

Doch sind wir eine Metropole? Nicht wirklich. St.Gallen ist zwar als grösste Stadt der Ostschweiz durchaus wichtig. Trotzdem dürften viele Ostschweizer ihre liebe Mühe haben, unsere Hauptstadt als Metropole zu bezeichnen. Diese zentrale Bedeutung hat St.Gallen trotz seiner Rolle als Bildungs- und Verwaltungszentrum zumindest seit der Krise der Textilindustrie vor rund 100 Jahren eingebüsst. Das Fehlen einer Metropole stellt jedoch keine Schwäche der Ostschweiz dar. Der Aufschwung der Industrie in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts erfolgte sehr dezentral, und nach wie vor stellt die Industrie in den meisten Regionen eine wichtige Stütze der regionalen Wirtschaft dar. Dieses dezentrale Ostschweizer Gen floss nun auch in die Konzeption des Metropolitanraums Bodensee mit ein, was sicherlich zu begrüssen ist. Die Vielfalt und die Stärke der Regionen sind zentrale Stärken der Ostschweiz. Es muss uns einfach besser gelingen, mehr miteinander statt gegeneinander zu erreichen. Denn die Verbindung starker Regionen hat das Potenzial, nicht nur wirtschaftlich, sondern auch politisch einen starken Raum zu bilden – selbst wenn der Begriff «Metropolitanraum» etwas irreführend ist.


Kommentare von Lesern zum Artikel

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50%
(2 Stimmen)
RUDOLF OBERLI sagte Vor 17 Tagen

Herr Stadler, mit "Metropolitanraum" meinen Sie offenbar Regionen, in denen Metropolen entstehen können. Metropolen haben 1 bis 5 Mio Einwohner. Die ganze Schweiz hat 8,57 Mio Einwohner; sie ist bereits eine Megacity (5 bis 10 Mio) wie etwa Singapur.


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67%
(3 Stimmen)
Werner Nabulon sagte Vor 17 Tagen

Herr Robert Stadler,
Kühe weiden nun mal auf der Wiese und Landwirtschaft wird auf dem Land betrieben, nicht in den Gross Städten. Übrigens ist die Ganze Schweiz zu klein, um eine Metropole zu sein.

In Bezug auf Pandemien ist es sogar von Vorteil, keine Metropole oder Giga City zu sein.

Also, was wollen sie? Wenn sie unbedingt in so einer Metropole wohnen wollen, sucht man sich so eine aus und zügelt dahin, und gut ist.


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25%
(4 Stimmen)
RUDOLF OBERLI sagte February 2020

Diese "Metropole" kommt zusammen mit Vorarlberg auf nur 750‘000 Einwohner, Herr Stadler. Eine Metropole hat jedoch 1 bis 5 Mio Einwohner. Weshalb schliessen sich AI, AR, SG und TG nicht zu einem Kanton zusammen? Auch GL und SH sollten noch mitmachen.


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29%
(7 Stimmen)
Karlos Gutier sagte February 2020

Eigeninitiative und Visionen zur Zukunft finde ich gut, wünsche alles Gute und gutes gelingen.


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30%
(10 Stimmen)
Georg Bender sagte February 2020

Es fehlt kein Geld! Es gilt das Geldsystem in seiner Entstehung und Auswirkung zur Abdeckung der Bedürfnisse mittels gegenseitiger Leistung, ob mit oder ohne Erwerbsarbeit, endlich zu begreifen.

Der weltweit infizierte Zahler Virus als Phantom im Geldsystem, ermöglicht es den Politkern, ihren Spieltrieb, wie Figura zeigt, auszuleben!


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