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Corona-Krise: Geldschwemme wird Reiche reicher machen!

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„Es sieht da­nach aus, dass die Geld­schwemme vor allem die Rei­chen rei­cher ma­chen wird. Das tönt etwas sa­lopp, da­hin­ter ste­hen aber meh­rere Me­cha­nis­men, die den Fi­nanz­sek­tor und grosse Un­ter­neh­men be­güns­ti­gen. Das Auf­kau­fen von Wert­pa­pie­ren durch die Zen­tral­ban­ken be­trifft unter an­de­rem Ob­li­ga­tio­nen von Un­ter­neh­men, von ein­zel­nen Fir­men oder von Fonds. Die Zu­satz­nach­frage nach die­sen Ob­li­ga­tio­nen stei­gert den Wert und den fi­nan­zi­el­len Spiel­raum der Fir­men. Das färbt kaum auf die Klei­nen ab, die we­ni­ger güns­tige Kon­di­tio­nen ha­ben. Bis­wei­len ver­han­deln Gross­un­ter­neh­men di­rekt mit Re­gie­run­gen, während für die Klei­nen Stan­dard­ver­fah­ren​ gel­ten. Es sind auch sonst primär die gros­sen Un­ter­neh­men, die am Ka­pi­tal­markt durch das Be­ge­ben von An­lei­hen neues Geld auf­neh­men kön­nen, und in Tief­zin­s­pha­sen – wie sie seit der Fi­nanz­krise herr­schen – kom­men sie güns­ti­ger zu neuem Geld als klei­nere Fir­men, die sich über teu­rere und stär­ker re­gu­lierte Bank­kre­dite darum bemühen müs­sen.

Und wie gelangt das Billigstgeld der Zentralbank sonst in die Wirtschaft? Im Prinzip über die Geschäftsbanken, die diese Mittel zur Kreditvergabe oder zum Investieren in Anlagen verwenden – wenn sie es nicht bei der Zentralbank parkieren. Die Kreditvergabe hat ihre Grenzen, lukrativer erscheint deshalb oft das Investieren in Aktien oder Immobilien, da diese Anlagen durch anhaltende Zuflüsse erst recht an Wert gewinnen. Diese Preisspirale nach oben entspricht einer Art Inflation, die aber nicht die normalen Güter des täglichen Gebrauchs trifft, sondern Investitionen der oberen Vermögensklassen. Gewiss, auch Kleine können in Aktien und unter Umständen in Immobilien investieren, aber bei der Komplexität, Schwankungsanfälligke​it und Schnelligkeit der Märkte haben die Profis aus dem Finanzsektor Vorteile. Sie sorgen jetzt für eine gehobene Stimmung an den Börsen.“ (Beat Gygi in Weltwoche 21/2020, 20. Mai 2020)


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