Verkehr > Privater Strassenverkehr,

Das Ende des Baus von Umfahrungsstrassen

Artikel weiterempfehlen

Stimmen Sie dem Artikel zu?
Melden Sie sich an und bewerten Sie diesen Artikel!

Die Mit­tel für die Ver­kehrs­in­fra­stru​​k­tur sind knapp. Trotz­dem gibt es Be­stre­bun­gen, selbst in Ge­gen­den mit ver­gleichs­weise wenig Ver­kehr, wie dem Thur­gau, neue Um­fah­rungs­stras­se​​n zu bau­en. Auf­grund der tech­ni­schen Ent­wick­lung braucht es sol­che ver­mut­lich nicht mehr. Mit Tech­ni­ken, die heute in Mit­tel­klas­se­wa­ge​​n be­reits üblich sind, lässt sich ein Mehr­fa­ches des heu­ti­gen Ver­kehrs­auf­kom­men​​s schnell, leise und si­cher über das be­ste­hende Stras­sen­netz abwickeln.
Zu die­sen Tech­ni­ken gehören: As­sis­tenz­sys­te­me​​, Hy­brid­mo­to­ren und leise Rei­fen. All dies ist be­reits heute in der ge­ho­be­nen Mit­tel­klasse verbreitet. Ab­seh­bar ist zudem der In­for­ma­ti­ons­aus­​​tausch zwi­schen Ver­kehrs­teil­neh­me​​rn über Funknetze.

Assistenzs​ysteme und Vernetzung
Assistenzsy​​steme die kontrolliertes Bremsen und Ausweichen, das Spur- und Abstandhalten erlauben sind heute in der Mittelklasse bereits Standard. Bis zum Jahr 2030 wird es kaum noch Motorfahrzeuge geben, die ohne solche Systeme verkehren. Selbstgesteuerte Fahrzeuge verkehren in entsprechend eingerichteten Städten bereits heute weitgehend unfallfrei (Bericht im Spiegel online).

Die Verkehrsteilnehmer der Zukunft werden sich auch über die Fahrzeug-Bordcomputer​​ und Smartphones austauschen. Der Verkehr könnte dadurch flüssiger, dichter und sicherer werden. Sobald solche Systeme Vorschrift sind, können sämtliche Kreisel wieder zurückgebaut werden. Wenn sich die Boardcomputer und Smartphones der Verkehrsteilnehmer automatisch betreffend Vortritt absprechen, braucht es keine Kreisel mehr. Deren Funktion übernimmt der Informationsaustausch​​ zwischen den Bordcomputern der Fahrzeuge und den Smartphones des Langsamverkehrs. Selbst nicht mit Smartphones ausgerüstete Verkehrsteilnehmer, wie z.B. ein herumirrendes Kind, sollte kein Problem darstellen, das Fahrzeug registriert über Sensoren die Gefahrenquelle und passt die Geschwindigkeit an.


Hybridmotoren
Im Jahr 2030 werden praktisch sämtliche Fahrzeuge entweder einen Elektroantrieb oder Hybridmotoren aufweisen. Da der Verkehr allgemein damit leiser wird, wird es, so nehme ich an, nicht mehr gestattet sein Innerorts mit einem lauten Benziner oder Dieselfahrzeug zu beschleunigen. Innerorts wird die Lärmüberwachung möglicherweise wichtiger werden als die Geschwindigkeitsüberw​​achung. Fehlbare Fahrzeuglenker mit abgeänderten Auspuffanlagen, die innerorts Motoren aufheulen lassen, werden dann möglicherweise konsequent verfolgt und deren Fahrzeuge eingezogen.


Reifenlär​​m
Was bleibt ist der Reifenlärm. Dieser lässt sich bereits mit heutiger Technik problemlos um ⅔ reduzieren. Das heisst, bereits mit der heutigen Technik lässt sich mit der gleichen Belastung an Reifenlärm das dreifache Verkehrsvolumen abwickeln. Dies zeigt eindrücklich der Film des BAFU: Leise Reifen - So wird Reifenlärm getestet.

Innenstadtverkehr: schnell, sicher, dicht
Wenn also der unvermeidliche Innenstadtverkehr so oder so schnell, sicher und dicht funktionieren kann, so werden Umfahrungslösungen nur noch dann Sinn machen, wenn ein sehr hohes Verkehrsvolumen zu bewältigen ist. Dies ist z.B. im gesamten Kanton Thurgau kaum der Fall. Selbst dort wo das Volumen sehr hoch ist, stellt sich zudem die Frage, ob nicht intelligente Roadpricing-Lösungen viel sinnvoller wären, als der Ausbau der Strassenkapazitäten. Das Auto der Zukunft ist ohne weiteres in der Lage, mit diversen Road-pricing-Systemen​​ sich auszutauschen und die Streckenkosten abzurechnen. Fehlt ein solches System, erledigt das selbe die App des Smartphones des Fahrzeuglenkers.


Kommentare von Lesern zum Artikel

[ Neuen Kommentar verfassen ]



50%
(6 Stimmen)
Hanspeter Heeb sagte April 2016

Mein Artikel hat eine interessante Diskussion ausgelöst. Einerseits besteht eine nachvollziehbare Skepsis gegenüber der wachsenden Abhängigkeit von der Technik. Schon heute stehen alle Räder still, wenn der böse Hacker will. Polizei und Armee müssen vermehrt nicht die Grenzen verteidigen, sondern die Firewalls.
Andrersei​ts ist der Glaube verbreitet, Umfahrungen würden den Autopendler von Verkehrsproblemen befreien. Eine Glaubensfrage. Wer sich um Fakten bemüht: die meistbefahrene Strasse im Thurgau ausserhalb der A1 ist die Zürcherstrasse in Frauenfeld Richtung Weinfelden mit 25'000 Fahrzeugen bei der letzten Zählung 2013 (http://www.tiefbauam​t.tg.ch/documents/DTV​_Plan_2013_Thurgau.pd​f). Diese Strasse verläuft parallel zur Umfahrung von Frauenfeld (A7). Die ungelösten Verkehrsprobleme in Frauenfeld scheinen mir sinnbildlich für das Umfahrungsdilemma: Der Frauenfelder Autofahrer wünscht zusätzliche Umfahrungen, nicht für sich, sondern für die andern, von denen er annimmt, sie hätten nicht Start oder Ziel in Frauenfeld, er will die Umfahrung aber nicht vor seinem Haus und nicht in seinem Erholungsgebiet. Am liebsten hätte man ja den ganzen Verkehr unter dem Boden. Dort aber fliesst das Grundwasser. Dies ist auch der Grund, warum die BTS doppelt so viel kostet, wie ursprünglich angenommen.


Verstoss melden
Ihre Meinung dazu?
Melden Sie sich an und bewerten Sie diesen Kommentar!

57%
(7 Stimmen)
Jürg Wolfensperger sagte March 2016

Ja so ist es!Die Technik wird das Aurofahren überflüssig machen.Wir setzen uns in irgendwelche Kabäuschen,geben den Ort ein,wo wir hinzufahren gedenken,und ab geht es!Das Schöne daran wird sein,dass in Zukunft bei Unfällen,immer der Computer schuld sein wird.Nicht zu vergessen sind die Hacker,die es verstehen werden,alle Kabäuschen an den selben Ort hinzusteuern,und die Frage steht dann im Raum,wie kommen ich wieder nachhause!!!!Oh,freue​t euch auf ein Zeitalter,wo wir nuuuur herum sitzen,warten,bis uns das selbststeuernde Auto zum Ziel bringt.Allerdings,wie​ gut es sich anfühlen wird,ferngesteuert mit 12o km/h auf einer Autobahn dahin zu schippern,wird sich noch weisen müssen!Ebenso sind witterungsbedingte Ausfälle wohl an der Tagesordnung.Nicht zu vergessen ist auch,dass wenn uns die Amis in den USA den Satelitten kappen,geht von einer Sekunde auf die andere nichts mehr.Wir machen uns mehr und mehr der Technik Untertan!..und dazu auch noch gewissen unberechenbaren Mächten....!!!!..Und eine weitere Frage sei in den Raum gestellt,wieviel Spass das Autofahren noch macht.!!!!!!!!
Also wenn es dann soweit ist und ich im Auto nuur noch zur Not das Steuerrad in die Hände nehmen muss,werde ich wohl wieder auf meine Vespa umsatteln,mir den Wind ins Gesicht blasen lassen,und das Gefühl des Dahingleitens auf diese Weise wieder, als einen Genuss des "Selberfahrens" über mich ergehen lassen.Ja;Herr Heeb von der grünen Partei..!..die Frage ist,wie bei den E-Autos!...wie gross wird die Lust sein,auf solche autonomen Fahrzeuge zu wechseln,wo uns sozusagen vorgeschrieben wird,wie wir nun von A nach B fahren sollen.Das Auto ist ja auch deshalb so beliebt,weil wir damit frei nach Gutdünken sozusagen von Haustüre zu Haustüre fahren können,was halt beim OeV nur sehr beschränkt möglich ist.Nun den wird es sich weisen,wie weit diese ferngesteuerten Mobile sich auf dem Markt durchsetzen werden!Ich persönlich bin da eher skeptisch!Mag sein,dass das bei Stadtbewohnern mit Auto der Smart-Klasse ein kleiner Markt entstehen könnte.Aber für Lastwagen,Busse,Gross​-Limousinen wird sich das kaum durchsetzen.Der Rückbau von Kreiseln ist wohl für die nächsten zig Jahre kaum ein Thema.Und ob den all diese Grünen Anliegen zu einer Abkühlung unseres Planeten führen täten,wenn den überhaupt eine Erderwärmung stattfinden sollte von Menschenhand verursacht....???????​..dass steht auch wieder nuuuur in den Büchern mitden "sieben Siegeln"...!


Verstoss melden
Ihre Meinung dazu?
Melden Sie sich an und bewerten Sie diesen Kommentar!

63%
(8 Stimmen)
Willi Frischknecht sagte March 2016

Gerade im Thurgau wäre es bitter nötig die Lücken zu schliessen. Die Fahrt durch alle Dörfer von einer Autobahn zu anderen kann kaum im Interesse der betroffenen Anwohner sein. Die eine Autobahn ist auf Zürich bis Konstanz ausgerichtet und die andere endet im Nirgendwo zwischen Arbon und Romanshorn. Wer vom Osten auf Konstanz will, benutzt kaum die Schleife über Winterthur.
Da nützen keine Assistenzs​ysteme und Vernetzung, die Fahrzeuge sind auf der Strasse ob laut oder leise, ob mit oder ohne Abgase fahren diese durch die Orte.


Verstoss melden
Ihre Meinung dazu?
Melden Sie sich an und bewerten Sie diesen Kommentar!

Seite 1 von 1

Neuen Kommentar verfassen

Sie müssen als User, Newsletter-Abonnent oder Gönner von Vimentis oder bei Facebook registriert sein, um auf diese Seite zugreifen zu können. Bitte loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich kostenlos:

Auf Vimentis direkt einloggen..
 
 ... oder mit Ihrem Facebook-Account
 
E-Mailadresse:
Passwort:

Haben Sie Ihr Passwort vergessen?