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Das Zürcher Unterland ist meine Heimat

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Star­ten wir das In­ter­view gleich mit einer pro­vo­ka­ti­ven Fra­ge: Warum möchten Sie in den Kantonsrat?

Unsere Region, also das Unterland, liegt mir sehr am Herzen. Ich bin hier aufgewachsen, wohne und arbeite hier. Mir ist es wichtig, dass sich auch einmal meine Kinder mit unserer schönen Region identifizieren können. Darum möchte ich mich mit meiner Erfahrung als Familienvater, Unternehmer und Gemeinderat die Anliegen der Bevölkerung des ganzen Kantons mit Nachdruck einbringen.

Aber Sie wissen, dass es sich nicht nur um Honiglecken geht und zeitlich anspruchsvoll ist?

Ja, dies ist mir bewusst. Die Faust im Sack zu machen, ist allerdings nicht meine Art. Ich möchte mithelfen, sowohl unsere Region als auch den Kanton, als attraktiven Wohn-, Arbeits- und Lebensraum zu gestalten.

Als langjähriges Mitglied des Gemeinderates in Bassersdorf kennen Sie die „Randerscheinungen“ eines schnellwachsenden Ortes bestens. Soll das ganze Unterland „à la Bassersdorf“ zementiert werden?

Ganz klar nein!

Macht Ihnen als Gewerbler und Unternehmer die mittlerweile fast uferlose Bürokratie, Auflagen und Vorschriften nicht Sorgen? Was möchten Sie konkret dagegen unternehmen?

Als Inhaber eines Handwerkbetriebes erlebe ich täglich, wie die zeitliche Belastung für Büroarbeiten zunimmt. Neben den immer komplexer werdenden Auflagen und Vorschriften finde ich, die Gebührenflut muss unbedingt eingedämmt werden. Wenn ich beispielsweise alleine für eine Bewilligungen für eine Leuchtreklame fast mehr bezahle als für die Leuchtreklame inklusive Montage zusammen, stimmt in meinen Augen etwas nicht. Deshalb unterstütze ich die Initiative des kantonalen Gewerbeverbandes KGV und des Hauseigentümerverband​​s Kanton Zürich HEV "Ja zu fairen Gebühren".

Und jetzt kommen wir zu einem heissen Thema, nämlich die explodierenden Sozialkosten. Nicht nur der Fall Hagenbuch, sondern auch andere Beispiele gehören mittlerweile zum Alltag. Kurz gefragt: Welche Missstände möchten Sie kantonsweit korrigiert haben?

Es darf nicht sein, dass der Kanton die Gesetzte erlässt, die Kosten aber von den einzelnen Gemeinden getragen werden müssen. „Wer zahlt befielt" trifft in diesem Fall in keiner Weise zu. Ich möchte mithelfen, die sozialen Richtlinien (Skos) anzupassen und mich dafür einsetzen, dass die sogenannte Professionalisierung der KESB auf ein zweckmässiges Niveau zurück gestuft wird und zwar unter Einbezug der Gemeinden.

Was sagen Sie zu den täglichen Verkehrsstaus zwischen Kloten und Bassersdorf sowie bei Eglisau?

Es macht mir Sorgen. Ich sehe, dass die Region rasant weiterwächst, ohne die Verkehrsprobleme in den Griff zu bekommen. Es werden sogar noch wichtige Verbindungen - wie beispielsweise die Eigentalstrasse - für den Verkehr gesperrt. Als Unternehmer merke ich, wie der frühere Standortvorteil unserer Region wegen den enormen Stauzeiten rund um Zürich schwindet. Wir müssen dringend die Kantonsstrassen in den Agglomerationen ausbauen, wo möglich mit unterirdischen Lösungen (Tunnels), damit wir nicht im Lärm- und Verkehrschaos untergehen.

Fluglärm​​ – ein brisantes Thema. Was ist Ihnen wichtiger, ein Flughafen mit fast unbeschränktem Wachstum – Stichwort Pistenausbau – oder Wohnqualität?

Der Flughafen ist für unsere Wirtschaft unbestritten sehr wichtig. Die ganze Region Zürich (alle Himmelsrichtungen) profitieren vom Flughafen. Deshalb sollte auch ein massvolles Wachstum, ohne Pistenausbau, möglich sein. Die Sicherheit, eine gerechte Fluglärmverteilung in alle vier Regionen sowie das konsequente Einhalten der Nachtflugsperre von 23:00 bis 06:00 Uhr und somit eine gute Wohnqualität gehören für mich dazu.

Anschlussfrage​​: Der Kantonsrat hat sich bereits viermal gegen eine Pistenverlängerung ausgesprochen. Gewisse Flughafen-Turbos wollen den demokratisch gefällten Entscheid nicht akzeptieren. Macht Ihnen dies als möglicher, neuer Kantonsrat nicht zu schaffen?

Ja sicher - auch wenn der Entscheid im Kantonsrat sehr knapp ausgefallen ist, muss man diesen akzeptieren. Ich bin für den Flughafen, gegen eine Pistenverlängerung und für eine gerechte Fluglärmverteilung. Sollte das kürzlich präsentierte Betriebsreglement 2014 umgesetzt werden, hätten der Osten, Westen und Norden drei- bis viermal mehr Fluglärm als der Süden – resp. bis gegen 90% - zu ertragen. Ist dies fair?

Nennen Sie zusammengefasst, warum der Stimmbürger Sie als Kantonsrat wählen soll?

Mit meiner lösungsorientierten und bodenständigen Art möchte ich unsere Landschaft und Agglomeration massvoll mitgestalten. Natürlich müssen zur Lösung anstehender Probleme Kompromisse – ungeachtet der Parteiparteihaltungen​​ – eingegangen werden – ganz einfach auch deshalb, damit sich auch die nächste Generation wohl fühlen kann. Das Zürcher Unterland ist meine Heimat!


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