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Den Franken abwerten und einen nachhaltigen Kurs verteidigen

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Sei der Euro 1999 ge­schaf­fen wur­de, stieg sein Wert pro­gres­siv an und er­reichte im Jahr 2007 den Höchststand von CHF 1.68. Für die Schwei­zer Ex­por­t­in­dus­trie und den Tou­ris­mus war das sehr gemütlich. Im Ge­gen­zug musste der Schwei­zer Tou­rist fest­stel­len, dass das Preis­ni­veau in den an­gren­zen­den Ländern fast so hoch wie in der Schweiz wur­de. Seit­dem hat eine dra­ma­ti­sche Wende statt­ge­fun­den.

Der Eurokurs von CHF 1.10 bewirkt, dass unsere Güter und Dienstleistungen für die Europäer unerschwinglich werden. Dabei ist Europa unser Haupthandelspartner. Die Lage ist katastrophal für den Tourismus, die Industrie und das Gewerbe, da diese in einem unmittelbaren Konkurrenzverhältnis zu Unternehmen aus dem EU-Raum stehen.

Beharrt der Schweizer Franken auf dem aktuellen Niveau, wird die Schweiz in eine tiefen Rezession stürzen: mit einer erhöhten Arbeitslosigkeit und eventuell einem Rückgang der Löhne, was die Inlandnachfrage schwächen würde.

Es wäre volkswirtschaftlich und sozial verantwortungslos, einfach tatenlos zuzuwarten. Denn der Euro wird kaum selber an Wert zulegen, da die Europäische Zentralbank einen Teil der Staatsschuld zurückkaufen und deswegen die Geldmenge erweitern wird.

Fieber runter - Patient tot

Auf eine Verschärfung der Schweizer Rezession zu setzen, um eine Schwächung des Franken zu erreichen, scheint mir keine gangbare Option zu sein. Für viele Unternehmen würde es sozusagen bedeuten, dass man das Fieber senkt, indem man den Patienten sterben lässt.

Die Gefahr betrifft nicht bloss die Konjunktur. Dauert die Frankenüberbewertung mehr als ein Jahr an, riskiert die Schweiz einen schlimmen strukturellen Schwund in der Industrie. Denn es ist nicht realistisch, die Aufwertung des Frankens mit Produktionsgewinnen von 30 % in 2 Jahren wettzumachen. Die Reduktion der Margen kann für ein paar Monate helfen, ist aber auf längere Zeit nicht haltbar.

Es ist also zwingend, den Kurs des Schweizer Frankens zu senken und ihn auf einem Niveau zu stabilisieren, welches die Kaufkraftparität annähernd widerspiegelt. Dieses Niveau könnte bei CHF 1.30 oder 1.40 pro Euro liegen.

Wie soll man das bewerkstelligen? Historisch gesehen ist es nicht das erste Mal, dass der Schweizer Franken als Wertrefugium fungiert. Solche Phasen haben eine Gemeinsamkeit: die Anleger kaufen Schweizer Franken unabhängig vom Zustand der Schweizer Wirtschaft. Diese wird in eine Art Geiselschaft genommen.

Die Folgen der geplatzten Spekulationsblase ausbaden

Trotz dieser scheinbaren Konstanz haben sich die Umstände grundlegend geändert:

• Seit der Schaffung des Euro kann die Schweiz nicht mehr auf die divergierenden Entwicklungen der Nachbarwährungen setzen: Als die Lira einen Einbruch erlebte, konnte man auf die DM setzen. Diese Zeiten sind vorbei.

• Wegen des gewaltigen Grössenunterschieds zwischen dem Euroraum und der Schweiz erinnert das Verhältnis beider Währung an ein System von kommunizierenden Röhren zwischen einem Schwimmbad und einem kleinen Reagenzglas. Wird der Pegel des Schwimmbades leicht nach unten gedrückt, steigt das Niveau im Reagenzglas massiv an. Die für den Handel ungünstigen Yo-Yo-Bewegungen werden sich also fortsetzen.

• Die Welt wird noch mehrere Jahre lang die Folgen der 2007 geplatzten Spekulationsblase ausbaden. Die US-Schuldenwirtschaft​ behindert den Aufschwung. Das Zeitalter stetig steigender Börsenkurse und astronomischer Gewinne für den Finanzsektor ist weltweit vorbei. Das Vertrauen in die Finanzmärkte ist dauerhaft erschüttert.

• Dank der Personenfreizügigkeit​ und den anderen bilateralen Abkommen ist unsere Volkswirtschaft noch enger mit dem EU-Raum verknüpft. Der Aussenhandel mit der EU ist somit noch wichtiger geworden. Die rund 120 bilateralen Verträge haben mittlerweile eine hohe politische Tragweite.

• Wegen dieser hohen Handelsdichte wäre die Umsetzung einer Kontrolle der Kapitalflüsse zwischen dem EU-Raum und der Schweiz sehr schwer durchzuführen.

• Es ist unklar, ob sich in der Praxis negative Zinssätze durchsetzen liessen: Dieses Instrument war eher gangbar unter dem Regime der Kapitalkontrolle, zu Zeiten also, als die Ausländer ihre Schweizer Franken in Schweizer Banken hielten.

Finanzsekto​r verliert an Wichtigkeit

Die grundlegenden Veränderungen haben meines Erachtens zwei Konsequenzen. Erstens wird der Finanzsektor im Vergleich zur „Realwirtschaft“ (hier als „alle andere Sektoren“ definiert) an Wichtigkeit verlieren.

Die Realwirtschaft wird wichtiger. Somit wird auch der Wechselkurs mit den Nachbarländern noch ausschlaggebender als früher.

Zweites werden homöopathische, punktuelle oder verbale Massnahmen bei so grossen Mengen und Kräften auf die Finanzmärkte kaum einen Einfluss haben. Dies gilt umso mehr, als der Zinsspielraum schon ausgeschöpft ist.

SNB soll nachhaltigen Wechselkurs festlegen

Um einen vernünftigen Wechselkurs zu bewirken gibt es nicht tausend Wege. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) muss Devisen kaufen und im Gegenzug grosse Mengen an Franken emittieren. Sie macht das schon, aber ohne explizites Kursziel. Leider reicht diese Mässigungspolitik nicht aus, um unser Land und unsere Volkswirtschaft vor Spekulationsangriffen​ zu schützen.

Daher soll die SNB einen nachhaltigen Wechselkurs präzis festlegen. Dieser könnte bei 1 Euro = CHF 1.35 liegen, allenfalls mit einem engen Schwankungspotential.​

Mit anderen Worten: Die SNB soll den Schweizer Franken einmalig abwerten und den neuen Kurs mit allen Mittel verteidigen, insbesondere, indem sie so viele Schweizer Franken auf den Markt wirft, wie dieser wünscht. Im Wissen um den starken und präzisen Willen unseres Geldinstitutes werden die Marktakteure bald aufhören, auf eine Erhöhung des Franken zu setzen.

Die neue Politik orientiert sich an Dänemark, welche sein Krone an den Euro angebunden hat. Die dänische Zentralbank lässt nicht den geringsten Spielraum für Spekulationen.

Die anfängliche Abwertung wäre brutal

Im Endeffekt könnte die Festlegung eines präzisen Wechselkurses weniger Geldemissionen benötigen als die aktuelle Mässigungspolitik. Die anfängliche Abwertung ist eindeutig brutal. Aber eine Stabilisierung beim aktuellen Niveau wäre unsinnig. Für den Fall, dass der Schweizer Franken spontan bis CHF 1.35 pro Euro zurückginge, wäre die anfängliche Abwertung nicht mehr notwendig.

Die Anlehnung des Schweizer Frankens an den Euro wird eine ähnliche Teuerung wie in der Eurozone bewirken, da beide Währungen liiert sind. Wegen der aktuellen monetären Expansion in der Eurozone ist ein gewisser inflationärer Schub zu erwarten.

Da die Verteidigung des festen Wechselkurses anfänglich die Emission vieler Franken benötigen wird, kann man sich fragen, ob dadurch die Schweiz - im Vergleich zu Europa - eine höhere Teuerung riskiert. Diese Gefahr scheint mir begrenzt, da diese zusätzlich grosse Menge an Schweizer Franken im Ausland als Reserve gehortet wird und nur begrenzt im inländischen Kreislauf zirkuliert.

Sollte aber später der Euro wieder an Attraktivität gewinnen und daher diese Schweizer Franken in die Schweiz zurückfliessen, würde sich die inflationäre Bedrohung zuspitzen. In diesem Fall müsste die SNB Schweizer Franken zurückkaufen, sowohl um die Teuerung einzudämmen, als auch um den Wechselkurs zu verteidigen.

Konkret​ würde Sie die gewaltigen Devisenreserven verkaufen, die in den letzten Monaten geäufnet wurden. Unproblematisch. Bei den Zinsen könnte eine Differenz weiterbestehen, wie sie übrigens auch innerhalb der Eurozone selbst besteht.

Nichts hindert den Bundesrat, Unterstützung für eine neue Geldpolitik zu signalisieren

Eine positive Nebenwirkung eines stabilen Wechselkurses betrifft die Einfuhren, denn die Schwankungsgewinne der Importeure werden nicht lange im aktuellen Ausmass weiter Bestand haben. Der Wettbewerb wird besser spielen.

Es stellt sich die Frage der Verfassungsmässigkeit​ einer freiwilligen Anbindungen an den Euro. Die Verfassung besagt: „Die Schweizerische Nationalbank führt als unabhängige Zentralbank eine Geld- und Währungspolitik, die dem Gesamtinteresse des Landes dient“.

Solange unser Geldinstitut diese Wahl unabhängig trifft, ohne durch ein internationales Abkommen oder einen Regierungsbeschluss gezwungen zu sein, ist die Unabhängigkeit gewährt. Nichts hindert aber den Bundesrat, seine Unterstützung für diese neue Geldpolitik zu signalisieren, um die Glaubwürdigkeit und die Wirksamkeit der SNB zu untermauern.

Die Frage der Verfassungsmässigkeit​ ist so oder so theoretischer Natur, denn es wäre unmöglich, eine Debatte zu einer Verfassungsänderung zu führen, ohne während 2 Jahren eine gewaltige Spekulationsphase auszulösen. Allenfalls müsste man zum Notrecht greifen.

Monetäres Verhältnis zu Europa stabilisieren

Die neue Geldpolitik hat zum Ziel, die Unternehmen der Realwirtschaft zu unterstützen. Im Gegenzug müssten diese alles tun, um Entlassungen zu vermeiden und die Kaufkraft zu wahren, indem sie mindestens den Ausgleich der Teuerung gewährleisten.

Selbs​tverständlich ändert diese neue Geldpolitik die Gewohnheiten. Sie leitet sich aber logisch aus der Tatsache her, dass wir eng im Leben unseres Kontinents eingebunden sind. Unsere Volkswirtschaft und unser Arbeitsmarkt sind eng mit Europa verflochten. In allen Bereichen wenden wir immer mehr Regeln des europäischen Rechts an, und zwar bis zum Bankgeheimnis. Es ist unter diesen Umständen nichts als logisch, auch unsers monetäres Verhältnis zu Europa zu stabilisieren.

In einer kleinen und offenen Volkswirtschaft ist es äusserst schwierig, die Konjunktur über die Geldpolitik zu steuern, denn der Gang des Aussenhandel ist fast der grössere Einflussfaktor. Im Falle der Schweiz ist die Übungsanlage noch schwieriger, da der Status als Reservewährung zu enormen Schwankungen des Wechselkurs führt, die einen grossen Effekt haben auf die Konjunktur haben.

Unter diesen Voraussetzungen ist es wohl zweckmässiger, einen festen Wechselkurs anzustreben. Die Schweiz muss sich für die Realwirtschaft entscheiden und auf die kostspielige Strategie der Reservewährung verzichten - trotz den gegenteiligen Meinungen gewisser nationalistischer oder finanzwirtschaftliche​r Kreise.

Grundsätzlic​h ist die Schweiz mit ihrem europäischen Schicksal konfrontiert. Sie stellt fest, dass die Fiktion einer wohlhabenden Insel mitten in einem Ozean von Finanzschwierigkeiten​ kaum am Leben zu erhalten ist.

Es ist bloss eine narzisstische, nationalistische Illusion. Die nächste Frage, die sich stellen wird, ist politischer Natur: Ist es bei einer so engen wirtschaftlichen, rechtlichen und monetären Integration noch immer möglich, unsere Interessen zu verteidigen, ohne in den Beschlussgremien der Europäischen Union mitzuwirken? Die Antwort scheint mir klar.


Kommentare von Lesern zum Artikel

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73%
(11 Stimmen)
Franziska Keller sagte October 2011

Kleiner Nachschlag für Sie Herr Nordmann:


http:/​/www.gegenfrage.com/1​2-insider-zitate-uber​-die-wirtschaftskrise​/


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90%
(10 Stimmen)
Franziska Keller sagte October 2011

Herr Nordmann, so langsam geht mir der schwarze Humor aus!!!!!
Könnte die Linke zur Abwechslung mal die Klappe halten und aufhören die Schweizer Bürger in die EU schubsen zu wollen?
Ihr habt uns, weil wir so träge und verpennt waren mit den ganzen bilateralen Verträgen und der PFZ schon nahe genug an diesen sinkenden Riesenkahn herangerudert.
Wenn solche Kähne sinken verursachen sie einen Riesenstrudel und reissen alles mit was in der Nähe herumpaddelt - und die EU ist am sinken!
Wer das bis jetzt immer noch nach wie vor verleugnet muss dafür höchst zweifelhafte Gründe haben über die ich lieber gar nicht weiter nachdenken will.

Zur Zeit äussern sich immer mehr Koryphäen aus der Finanzwelt (jaja-die bösen Zocker auch, die wissen aber wenigstens wovon sie reden, Herr Nordmann!) mehr als nur negativ über die Zukunft der EU und der Weltwirtschaft ganz allgemein.

Ist es da nicht erstmal gescheiter seine Grenzen zu erkennen, zu hoffen, dass man nicht dereinst eventuell noch zur Verantwortung gezogen wird für den Blödsinn den man jahrzehntelang verzapft hat und für die Beleidigungen die man an alle adressiert hat, welche die Lebenstauglichkeit dieses grössenwahnsinnigen Projektes EU angezweifelt haben????
Die Sache ist gelaufen und wir stecken eh' schon zur Genüge mit drin - SNB u.a.! - mehr braucht's wirklich nicht. Herr Nordmann, schweigen Sie, bedecken sie ihr Haupt und schleichen sie langsam Richtung Ausgang - Bitte!

http://bazonline.​ch/wirtschaft/konjunk​tur/Der-Daemon-von-20​08-kehrt-zurueck/stor​y/19201522
http://ww​w.bernerzeitung.ch/wi​rtschaft/konjunktur/D​as-Endspiel-hat-begon​nen/story/20270552
h​ttp://www.20min.ch/fi​nance/dossier/eurokri​se/story/Nun-tricksen​-auch-die-Euro-Retter​-23172363
http://www​.querschuesse.de/mood​ys-stuft-italien-auf-​a2-herab/
http://www​.gegenfrage.com/euro-​tschechien-und-bulgar​ien-lehnen-schuldenun​ion-ab/
http://www.m​einpolitikblog.de/die​-folgen-des-spardikta​ts
http://www.ftd.de​/unternehmen/finanzdi​enstleister/:geldhaus​-in-gefahr-dexia-euro​pas-erstes-bankopfer-​der-schuldenkrise/601​11829.html
http://ww​w.wirtschaftsfacts.de​/?p=13516


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91%
(11 Stimmen)
Urs Gassmann sagte October 2011

Herrn Nordmanns Text geht eigentlich nur aufs eine hinaus, was
aus seinem letzten Satz ersichtlich ist: Den Anschluss an die EU.
Z.B. Herr B. Dreier und ich selbst haben dies erkannt und auch
entsprechend kommentiert, was Herrn Nordmann nicht zu passen
schien, denn er löschte unsere Kommentare kurzerhand.


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50%
(12 Stimmen)
J. Nyffeler sagte August 2011

Sehr geehrter Herr Roger Nordmann SP
Nationalrat

Ja​, mit speck fängt man Mäuse
man führt einen hohen Eurowert ein 1,65EU, bis alle in der EU sind, dann lässt man alles Abstürzen und die jenigen die noch nicht dabei sind zwingt man automatisch dazu.
Statt den Franken zu schwächen, gibt es eine viel kostengünstigere Lösung für unser Volk und unser Heimat.
Freundliche Grüsse
Haben Sie auch wie ich den Käse gerochen?


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64%
(11 Stimmen)
Werner Nabulon sagte August 2011

Herr Roger Nordmann,

Es heisst immer wieder, die Schweiz sei eine Art Insel in einem Europa. Wurde auch schon als Boot bezeichnet, das voll sei.

Wenn es den Finanzen gut geht, sagt man, habe man festen Boden unter den Füssen, es ist trocken, man kann leben.
Wenn man Schulden macht, bekommt man nasse Füsse, und macht man mehr Schulden, muss man schwimmen.

Auf die Dauer schwimmen können wir nicht, je mehr Schulden wir machen, je mehr Land verschwindet, das Wasser wird tiefer, wir saufen ab.

Je mehr Geld wir auf die Seite bringen, je höher ragt die Schweiz (Insel oder Boot) aus diesem Schuldenmeer raus.

In diesem Vergleich muss unser Bestreben das sein, dass Europa Länder Land zurück gewinnen, und aus dem Wasser herauskommen, festen Boden unter den Füssen bekommen, so dass sie wenigstens „nur noch nasse Füsse haben“.

Wir müssen also helfen, dem Deutschen oder EU Boot Wasser herauszupumpen, sprich dort Einkaufen und Konsumieren, damit es denen besser geht.
Einfach bei uns den Stöpsel rausziehen und uns daran erfreuen, dass wir nun auch am absaufen mitmachen, das kann es nicht sein.
Ausserdem müssen wir den EU Leuten zeigen, dass man sparen muss, sprich, das Boot abdichten, bei Ausgaben die nicht unbedingt Notwendig sind.
Kosten welche der Staat einfach so bezahlt, dem einzelnen Bürger wieder übergeben.
Der die Bürger müssen wieder lernen, wird schmerzhaft sein, dass man für sich selber verantwortlich ist, und nicht einfach so bei Staat abhängen kann.

Das wird zwar den Sozialisten und Kommunisten usw nicht gefallen, weil deren Politik darauf spezialisiert ist, Menschen zu Bevormunden, als Dankeschön Sozialgelder zu bezahlen. Einen Wald an Gesetzen aufzubauen, alles zu reglementieren gleich zu machen, ob wohl alleine die Klima und Geografie von Europa dagegen spricht.
Man kann nicht die gleichen Normen anwenden vom Arktiszirkel bis Sizilien, Von Irland bis zum Ural.
Die Geografischen und Klimatischen Unterschiede, von Kalt bis Heiss, usw werden diese Gleichmacherei nie zulassen. Darunter wird die Wirtschaftlichkeit immer leiden.



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90%
(10 Stimmen)
Roland Steiner sagte August 2011

Komisch wie die Politiker wieder mit ihren abstrusen Ideen versuchen das Problem des starken Schweizerfrankens zu lösen. Dabei geht es aber mehr darum, sich selber darzustellen anstatt Lösungen zum Wohl des Landes zu finden.

http://www​.tagesanzeiger.ch/sch​weiz/standard/Das-Duo​-SchneiderWidmer-muss​-seine-Plaene-wohl-be​erdigen-/story/277618​38

http://www.tage​sanzeiger.ch/schweiz/​standard/Die-Heckensc​huetzin-/story/133063​81

Ich habe eine Lösung in meinem Kommentar von vorher aufgezeigt. Ich bin aber erstaunt, dass es zu meinem Vorschlag keine Kommentare gibt. Vermutlich wird dieser aus falscher politischer Korrektness nicht in Betracht gezogen. Dabei könnte die Schweiz mit diesem Vorschlag deutlich profitieren.


Phi​lipp Hildebrand jedenfalls weiss nicht was er tun soll:

http://www.t​agesanzeiger.ch/schwe​iz/standard/Das-Dilem​ma-des-Philipp-Hildeb​rand-/story/16220836


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82%
(11 Stimmen)
Roland Steiner sagte August 2011

Immer wird von einer nötigen Abwertung des starken Schweizerfrankens gesprochen.
Weshalb ist niemand bereit, endlich die Stärke des Schweizerfankens zum Wohle unseres Landes zu nutzen.

Ich habe meinen Vorschlag schon in verschiedenen Artikeln gebracht. Und erstaunlicherweise habe ich jeweils sehr wenige Kommentare dazu erhalten.

Hier wieder mal mein Vorschlag:

Die Nationalbank vergrössert die Geldmenge indem sie Schweizerfranken in reale Wert (Aktien) im Ausland investiert.
Dabei sollte man gezielt Aktien Wählen, welche normalerweise eine jährliche Dividende ausschütten.

Diese​ Strategie hat folgende Vorteile:
-Durch die jährliche Dividende wird jedes Jahr ein Gewinn erzielt. Dieser kann zur Behebung von den Nachteilen des starken Frankens genutzt werden.
-Die Aktienmärkte sind im Moment tief und es ist ein günstiger Zeitpunkt um einzusteigen.
-Da in reale Werte investiert wird, ist die Investition inflationsgeschützt.

-Da die Geldmenge erhöht wird, wird auch der Schweizerfranken schwächer. Falls nicht kann dieses Spiel so weit getrieben werden, bis andere Staaten reagieren müssen (Die restliche Welt kann es nicht zulassen, dass die Schweiz den Rest der Welt aufkauft. Nur eine utopischer Kommentar um die Grenzen aufzuzeigen).
-Wenn die Situation sich entschärft hat und die Aktienmärkte sich beruhigt haben, kann wieder langsam aus dieser Investition ausgestiegen werden. Dabei sollte wieder ein Gewinn zum Wohle des Volkes generiert werden können.

Das Risiko:
Sicher besteht das Risiko, dass die Aktienmärkte noch weiter fallen. Dies ist aber bei einer langfristigen Strategie sehr gering, da die Aktienmärkte auch wieder steigen. Auch entstehen keine Verluste, da die SNB für ihr gedrucktes Geld keine Zinsen zahlen muss. Und da in Firmen investiert wurde, ist man mindestends Anteilhaber von diesen Firmen. So lange diese bestehen und waren Produzieren, haben sie einen Wert. Dieser Wert ist unabhängig von der Währung. Z.B. würde er sogar bei einem Scheitern des Euros weiterbestehen.

Je​tzt sagen sie villeicht, die SNB hat schon viel Geld verloren indem sie Devisen gekauft hat. Dies ist momentan nicht korrekt. Die SNB hat Buchverluste auf diesen eingelagerten Devisen. So lange sie diese behält, sind noch keine Verluste entstanden. Es besteht immer noch die Möglichkeit, dass langfristig diese Devisen wieder mit Gewinn verkauft werden können. Leider ist aber die Wahrscheinlichkeit gering, da Devisen leider nicht inflationsgeschützt sind. Auch basieren diese Devisen auf Volkswirtschaften, deren Verschuldung immense Grössen angenommen hat. Und sind wir ehlich: Devisen sind schlussendlich nur Papier. Somit ist es auch eine Glaubenssache. Gut sieht man dies am starken Schweizerfranken: viele Leute glauben an die Schweiz und dadurch wird der Schweizerfranken immer stärker. Ob diese Stärke auch den effektiven wirtschaftlichen Fakten entspricht bezweifle ich. Die Schweiz ist einfach eine der am wenigsten verschuldeten Länder mit einer relativ gut funktionierenden Wirtschaft.





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60%
(10 Stimmen)
Franziska Keller sagte August 2011

Die Alternative zum Links-Mitte-Rechts-Gr​ün-Rot-Theater:

ht​tp://www.parteifrei.c​h/

Liest sich nicht schlecht ......


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92%
(12 Stimmen)
Benedikt Jorns sagte August 2011

Geschätzter Herr Nordmann

Im ersten Teil Ihres Artikels beschreiben Sie sehr treffend die Situation rund um den Schweizer Franken. Ergänzend sollte man noch beifügen, dass bis heute unsere Leistungsbilanz (= jährliche Abrechnung mit dem Ausland als Ergebnis von Import und Export inkl. Dienstleistungen, Tourismus usw.) immer noch positiv ist und die Staatsverschuldung nicht wächst. Zudem ist noch kein Konjunktureinbruch festzustellen und die Arbeitslosigkeit ist klein und nimmt sogar noch ab. Unsere wirtschaftliche Situation erscheint nicht nur uns sondern leider auch den ausländischen Geldanlegern sehr robust. Dies überrascht uns alle. Wie lange das noch so weiter geht, wissen wir nicht. Ihre Befürchtungen, Herr Nordmann, sind berechtigt.

Im zweiten Teil Ihres Artikels wissen Sie, Herr Nordmann, auch nichts Besseres als unsere Nationalbank. Deren Massnahmen würden Sie jedoch konsequenter und mit erklärtem Ziel durchführen. Doch die Nationalbank hat Angst. Sie hat bereits 60 Mia SFr. oder den Wert von fünf Gotthardtunneln innert kürzester Zeit in den Sand gesetzt. Sie sehen, Herr Nordmann, an den insgesamt negativen Leserreaktionen (auch auf die Antwort von Herrn Utzinger), dass Ihre Vorschläge und bekanntlich auch die der SP beim Stimmvolk und im Parlament keine Chance haben.

Doch gibt es wirklich keine anderen Massnahmen?

Unsere Staatsverschuldung wurde während der Amtszeit von Bundesrat Merz stark abgebaut. Gleichzeitig verschuldeten sich die andern europäischen Länder zum Teil massiv. Es ist nahe liegend, dass bei der heutigen grossen Unsicherheit über die weltweite wirtschaftliche Entwicklung die Flucht in den Schweizer Franken beliebt ist. Unsere Staatsverschuldung sollte nicht derart auffällig zurückgehen und sich bescheiden in der oberen Hälfte der europäischen Rangliste verstecken. Früher hatte man da noch eine ganz andere Sicht. Doch mit der weltweiten wirtschaftlichen Vernetzung und den rasch erfolgenden Verschiebungen von grossen Geldmengen gelten zunehmend neue Regeln. Es wäre international weniger aufgefallen, wenn wir anstelle einer Entschuldung des Staates den stark vernachlässigten Unterhalt unserer Infrastruktur voran getrieben hätten. Objektiv gesehen hätte das gleich viel gekostet und wäre genau so wertvoll wie die Entschuldung. Schon die Ankündigung eines kommenden stark wachsenden Defizits unseres Staatshaushaltes durch unsere Regierung würde Spekulanten ab sofort davon abhalten, in den Schweizer Franken zu investieren.

Eine weitere diskutierbare Idee wären zinslose Darlehen der Nationalbank an unsere Unternehmungen für zur Zeit günstige, unsere eigene Produktion ergänzende Investitionen im Euroraum. Dies würde eine Volumenerhöhung der Geldmenge ohne gleichzeitige Erhöhung der Inflationsrate bringen. Zudem würden so Investitionen für eine sinnvolle, langfristige Ausrichtung unserer Wirtschaft gefördert.



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90%
(10 Stimmen)
David Mayer sagte August 2011

Hilfe, ich bin eine Niete in Mathe. Folgende Aufgabe wurde mir gestellt: Schweiz in EU + Eurobonds = ?




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100%
(9 Stimmen)
Willy Burgermeister sagte August 2011

Sehr geehrter Herr Nordmann,

Ihr Aufsatz gleicht einem gewagten Schuss ins Ungefähre und scheint mir reichlich naiv. Sie verlangen von der Schweizerischen Nationalbank einen Kraftakt, den sie in einer vernetzten, global verankerten Welt nicht erfolgreich stemmen kann. Natürlich öffnen sich Wege, unsere Wirtschaft vom Joch des starken Schweizer Frankens zu entfesseln. Wie wäre es beispielsweise, wenn man den Subventionsdschungel in unserer Gesetzgebung gründlich durchforstete? Ich wäre keineswegs überrascht, wenn sich auf diese Weise Mittel loseisen liessen, mit denen wir dann unsere Wettbewerbsfähigkeit weiter vorantreiben könnten. Es waren nicht zuletzt unsere Wettbewerbsfähigkeit,​ unsere Innovationskraft, unser solides Haushalten, die uns halfen, den dramatischen Zerfall des US-Dollars von Fr. 4.30 auf unter 80 Rappen schadlos abzufedern. Darüber müsste man doch nachdenken.



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93%
(14 Stimmen)
Hans P. Grimm sagte August 2011

Ihr Beitrag hat doch nur den einen Sinn uns auf den Beitritt in den Ruin, sprich EU, vorzubereiten! Aber ohne mich!

Unser Land hat schon etliche Krisen durchgemacht und wird schlussendlich auch hier gestärkt hervorgehen.

Schon​ in den Krisenjahren Ende 1930er hat man unser Volk den Anschluss an's neue Europa angepriesen. Österreich machte den Schritt wir nicht. Die Folgen sind bekannt.

Und auch in dieser Zeit merkten die Menschen in Europa, dass sie mit ihren Währungen auf der Verliererseite stehen und haben, wenn immer möglich, ihr Geld, wie heute, in Sicherheit gebracht.
Die Menschen vergessen halt nicht, dass wer sein Geld in den 1930er in die Schweiz brachte hatte sein Erspartes auch noch 1946, die andern hatten all ihr Geldersparnisse verloren!

Will man den Leuten daraus einen Vorwurf machen, dass sie ihr Geld in Sicherheit bringen? Das hat halt für uns die Folge, dass unsere Währung immer stärker wird, während der Euro und der Dollar wie Eis im Sommer da hinschmelzen.

Wäre​n wir in der EU und hätten auch den Euro, wären wir auch auf der Verliererseite, hätten aber den Vorteil dass unser Land nicht dem Druck der Einwanderung ausgesetzt ist weil einfach die Attraktivität fehlen würde.



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14%
(22 Stimmen)
Willi Utzinger sagte August 2011

Hallo Roger, ich stimme Deinem Beitrag voll und ganz zu! Momentan ist wirklich nur eine Abwertung des Schweizer Frankens vernünftig und sinnvoll. Alle anderen Massnahmen der SNB zögern das Problem nur hinaus.


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