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Die Zeit ist reif für grün

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Die Zeit ist reif für grün

Wie Kassandra in der griechischen Sage um Troja kommen wir Grüne uns diese Tage vor - einmal mehr. Wir warnen seit 30 Jahren vor den unverantwortbaren fatalen Folgen vom sogenannten Restrisiko der Atomkraft und wurden dafür verwünscht und verspottet. Wir wünschten wie Kassandra, nie Recht zu bekommen. Welches Leiden für Millionen von Menschen, welche enormen Folgeschäden für Mensch und Umwelt hätten in Tschernobyl, in Harrisburg und nun in Fukushima verhindert werden können. Wir Grüne kämpften all diese Jahre für diese Einsicht und für ein Umdenken.

Weg von untragbaren Risiken, weg von unbezahlbaren Folgekosten, weg vom ungelösten Abfallproblem und weg von der Abhängigkeit vom Wettlauf um die letzten Uranreserven unseres Planeten. Wir haben viel kostbare Zeit verloren. Denn mit dem Ausstieg aus der Atomenergie muss auch der Ausstieg aus dem Erdöl vorbereitet werden, damit der Klimaerwärmung begegnet werden kann. Viele Menschen in unserem Land sind sich bewusst, dass wir nicht weiter von Klima- und Energiekrise (2007) zu Ernährungskrise (2008) zu Wirtschafts- und Finanzkrise (2009) und zu Atomkrise (2011) stolpern können, denen bürgerliche Politiker mit „Deckel drauf und weiter machen wie bisher“ begegnen. Wir müssen heute endlich zukunftsfähig handeln und zwar gemeinsam, dazu laden die Grünen explizit die anderen Parteien ein.

Die Vergangenheit war erneuerbar, die Zukunft wird es auch sein. Bis zum Beginn der Kohleverbrennung vor einigen 100 Jahren konsumierte die Menschheit nur erneuerbare Energien. Die fossilen Energieträger, aber auch das Uran werden in absehbarer Zeit erschöpft sein. Die Zivilisationen der Nordhalbkugel schafften es also in 200 Jahren von 200‘000 Jahren Menschheit die meisten der kostbaren Bodenschätze der Erde aufzubrauchen und damit erst noch einen globalen Klimawandel zu provozieren. Die verheerenden Folgen für Mensch und Umwelt trifft schon heute die Südhalbkugel. Der Zukunft müssen daher die erneuerbaren Energien gehören wie Sonne, Wind, Wasser, Biomasse und Erdwärme. Zusätzlich hat diejenige Energie, die gar nicht gebraucht wird, ein grosses Potential: Energieeffizenz und cleveres Einsparen werden entscheidend für den Ausstieg aus dem Erdöl- und Atomzeitalter sein. 

Die Weichen zum Umstieg sind bereits gestellt, die Politik darf nur nicht länger abbremsen. Dies zeigt sich am Beispiel der Gesuche von Privaten Investoren für die kostendeckende Einspeisevergütung (KEV) für erneuerbare Energien. Laut aktuellem Stand sind Anlagen mit positivem Entscheid projektiert, die mit 3,8 Mia kWh eines der drei alten AKWs (Mühleberg, Beznau I und Beznau II) ersetzen können und auf der Warteliste befinden sich 9‘375 zur Ausführung bereite Produktionsanlage für 4,1 Mia kWh, womit ein weiteres AKW innert Jahresfrist abgestellt werden könnte, wenn nicht die Förderungsgelder beschränkt wären. Daher muss eine erste Entscheidung des Parlamentes sein, diesen Deckel für die kostendeckende Produktion von erneuerbaren Energien sofort zu aufzuheben.

 

Zum zukünftigen modernen Energiemix gehört auch die Vernetzung und Koordination mit der erneuerbaren Stromproduktion in Europa. Mit der der Windkraft im Norden (Nordsee) und der Solarenergie im Süden (Sahara, aber auch Spanien, Italien, Griechenland) werden unsere Pumpspeicherseen in den Alpen für die erneuerbaren Energien Europas zur Batterie und tragen zur Versorgungssicherheit​ bei. Internationale Gleichstromleitungen (Supergrid) sorgen für den internationalen Netzausgleich, lokale Smartgrids (intelligente Stromnetze) regeln den lokalen Netzausgleich. Es lohnt sich, dieses Ziel bereits heute auf allen Ebenen zu verfolgen und die nötigen Entscheidungen zu treffen! Diese strategische Position ist wirtschaftlich und industriell interessant und sichert die schweizerische Stromversorgung ohne Abhängigkeit und Risiken von Atomkraftwerken im In- und Ausland.

Alle vernünftigen und verantwortungsbewusst​en Politikerinnen und Politiker sind aufgefordert, mit uns Grünen zusammen diesen Einstieg in eine sichere, zukunftsfähige, menschen- und umweltfreundliche Energiewende jetzt zu vollziehen. Wir müssen aus diesen katastrophalen Atomunfällen heute lernen. Die Zeit der Kassandras ist hoffentlich vorbei. Die Zeit ist reif für grün. 

Kolumne vom 23.3.11 für az von Maya Graf, Nationalrätin Grüne BL, 2. Vizepräsidentin Nationalrat


Kommentare von Lesern zum Artikel

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25%
(4 Stimmen)
Reto Thomann sagte December 2011

Wegschauend das können wir gut oder am besten,uns geht das alles nichts an.Bei uns in der Schweiz kann ja sowas wie in Japan nicht geschehen denn unsere AKW sind ja so sicher,wie wir alle denken oder meinen. Plötzlich geschieht eine Katastrophe,und jeder schreit warum haben wir nichts getan gegen dieses Unheil,dann ist es zu spät für uns Bürger in der Schweiz und zwar für sehr sehr Lange. Stellt euch mal vor die Schweiz wird so verstrahlt wie in Japan dass wäre praktisch oder ziemlich die ganze oder den grössten teil der Schweiz wo nicht mehr bewohnbar ist, wohin dann all mit denn Menschen? Und was sagen wir dann unseren Nachkommen? Vielleicht das wir zu viele Zuwanderer oder Kriminelle in der Schweiz hatten,die zuviel Energie brauchten? oder weil wir ein Abkommen mit dem Schengenraum hatten? Nein das möchte ich meinen Nachkommen nicht sagen, denn das sind nur billige Ausreden von der Verantwortung die wir alle tragen müssen für unsere nächsten Generatinen.


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80%
(10 Stimmen)
J. Nyffeler sagte August 2011

Ich erinnere mich, dass vor ein paar Jahren, die Rede von Wasserkraft war.
leider waren einige Politiker sehr dagegen und genau jetzt, schreien all diese nach erneuerbarer Energie. das finde ich ziehmlich Inkompetent



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100%
(4 Stimmen)
Willy Burgermeister sagte June 2011

Sehr geehrte Frau Graf,

Unser Bundesrat bekennt sich zum Atomausstieg und die Chancen auf einen breiten Konsens in der Bevölkerung stehen gut. Doch - und hier steckt der Knackpunkt - nach dem Atomausstieg ist vor der Energiewende. Wie aber schaffen wir die? Was, Frau Graf, kommt nach dem Atomausstieg? Können Sie uns das erklären?




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38%
(8 Stimmen)
Alex Schneider sagte June 2011

Ist die bürgerliche Mehrheit in der Schweiz unfähig vorauszudenken?

Er​dbeben und Hochwasser waren schon vor dem Atom-Crash von Fukushima eine Bedrohung für die AKWs in der Schweiz. Dass sich die politische Mehrheit in der Schweiz immer erst bewegt, wenn ein Anstoss vom Ausland her kommt – siehe auch das Bankgeheimnis – ist ein Zeichen für mangelnde Sensibilität und Voraussicht.


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0%
(4 Stimmen)
Alex Schneider sagte June 2011

Geld für Ökostrom nur für Kapazitätsausbau bei erneuerbaren Energien verwenden!
Wenn nur der Strom der be­ste­hen­den Ökostrom-Kapazitäten (Was­ser­kraft, Win­d-, Son­nen- und Bio­ga­s­ener­gie) teu­rer an Ökostrom-Kunden ver­kauft wird, haben wir nichts ge­won­nen. Diese Kapazitäten wer­den auch ohne neue Ökostrom-Kunden ge­nutzt und er­neu­ert. Die jetzt ein­set­zende zusätzliche Nach­frage nach Ökostrom muss zwin­gend über den Bau von neuen An­la­gen der er­neu­er­ba­ren Ener­gien ab­ge­deckt wer­den, damit der Um­stei­ge­ef­fekt spürbar wird.


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40%
(5 Stimmen)
Franziska Keller sagte June 2011

Während hier Wahlkampf dafür oder dagegen betrieben wird, die Einen mit dieser Katastrophe (siehe Link) Vollgas geben und Stimmen holen wollen und die Anderen verbissen auf die Bremse treten und noch Jahrelang die Ergebnisse irgendwelcher
seriöser (?) Studien und Abklärungen abwarten wollen - während dem geschieht in Japan die Realität eines Supergaus!
Was ist mit den Stresstests für unsere alten Mühlen? Wieso gibt es überhaupt eine Diskussion darüber ob man die Ältesten abstellen kann oder nicht?
Wieso dürfen einige wenige darüber befinden, wieviel Risiko die Allgemeinheit tragen muss?
Bitte lesen Sie die ganze Seite und alle Artikel. Das alles ist viel zu ernst und viel zu tragisch für die üblichen Spielchen!

http://​www.focus.de/panorama​/welt/tsunami-in-japa​n/fukushima-radioakti​vitaet-hoch-wie-nie-z​uvor_aid_633979.html


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100%
(2 Stimmen)
Benedikt Jorns sagte June 2011

Der vom Bundesrat vorgeschlagene Ausstieg aus der Kernenergienutzung erfolgte unter dem ersten Eindruck der Ereignisse in Fukushima. Aus heutiger Sicht war es ein „Schnellschuss“.

3. Juni 2011: Dr. Emmanuel Egger, Nuklearfachmann vom ACS-Labor Spiez, schätzt die Folgen der Reaktorunfälle von Fukushima aus heutiger Sicht deutlich weniger gross ein, als vorerst angenommen (Siehe auch im Tagesanzeiger, in der BZ oder im Bund vom 3. Juni 2011).

Das Risiko in den nächsten fünfzig Jahren an Krebs zu erkranken, ist bei den 30 am stärksten bestrahlten Tepco-Mitarbeitern nur um etwa ein Prozent erhöht. Viel kleiner zum Beispiel als bei einem Menschen, der während zwanzig Jahren täglich ein Päckchen Zigaretten raucht.

Der knapp 30 km lange und bis zu 5 km breite Landstreifen, welcher eine Strahlenbelastung von 0,02 – 0,1 Millisievert pro Stunde verursacht, wird in den kommenden Monaten dekontaminiert. Erst dann kann abgeschätzt werden, wie lange diese Zone nicht bewohnt werden kann.

Ein Zerplatzen der Brennstäbe wie in Tschernobyl ist bekanntlich in unseren Leichtwasserreaktoren​ nicht möglich. Die grösste Gefahr ist bei uns eine Kernschmelze. Die partielle Kernschmelze in Three Mile Island brachte zwar wertvolle Erfahrungen für die Sicherheitsvorkehrung​en in Leichtwasserreaktoren​, doch das Ausmass einer maximal möglichen Verstrahlung war weiterhin schwierig abzuschätzen.

Die Reaktorunfälle in Fukushima zeigten nun den möglichen Worst-Case. Starkes Erdbeben, Zerstörungen durch Überflutung, totaler Stromausfall, komplettes Versagen der Kühlung, kein angemessenes Notfallmanagement, schlechtest mögliche Lagerung der ausgedienten Brennstäbe, mehrere Reaktoren verstrahlen sich gegenseitig und geben eine konzentrierte Strahlungsbelastung ins Hinterland ab.

Hier die Verstrahlungen von Tschernobyl und Fukushima im Vergleich:
www.bernerschach.ch​/Tschernobyl-Fukushim​a.pdf

Es ergeben sich folgende Erkenntnisse:

1. Die Verbesserungen der Sicherheit bei den neusten Reaktoren der 3. Generation sind wirksam. Nach der Beurteilung der Experten würde die Radioaktivität bei einem solchen Unfall im Reaktorgebäude zurückgehalten.

2.​ Die Standortwahl beim Bau von neuen Reaktoren ist wesentlich kritischer zu beurteilen, als es bisher der Fall war. Wichtig sind insbesondere die Erdbebensicherheit, keine Überflutungsgefahr, keine grösseren Agglomerationen in den häufigen Windrichtungen im Umkreis von etwa 30 km.

3. Neben den Vorgaben vom ENSI braucht es auch international festgelegte und kontrollierte Vorgaben.

4. Die Forderung nach Inhärenz bei der Entwicklung von Reaktoren der 4. Generation hat hohe Priorität (Überhitzungen von der Auslegung her nicht mehr möglich).



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100%
(2 Stimmen)
Benedikt Jorns sagte June 2011

Das vom Bundesrat vorgeschlagene Szenario „neue Energiepolitik“ geht davon aus, dass der Stromverbrauch deutlich zurückgeht. Hier die von Prognos im Auftrag des Bundesamtes für Energie BFE dargestellte Entwicklung. Mit und ohne "Energiewende" wurden von mir in einer Grafik vereint: www.bernerschach.ch/S​tromszenarien.pdf Die Erfahrung zeigt, dass sich der Stromverbrauch parallel zur Volkswirtschaft entwickelt. Auf erträumten Prognosen eine Energiepolitik aufzubauen, finde ich schlecht!

Schon die Vorgaben des Kyoto-Protokolls können wir nicht erfüllen. Bereits für die ersten zwei geplanten Gaskombi-Kraftwerke sind CO2-Emissionsrechte im Ausland zu kaufen. Vermutlich werden es traditionelle Kohlenutzer sein, die sich dank unseren Zahlungen im Kohleverbrauch etwas einschränken und sich dabei ins Fäustchen lachen. Die CO2-Konzentration in der Atmosphäre steigt jedoch weiter wie eh und je! Allerdings offenbar nicht in der Schweiz. Gemäss BFE können wir unseren CO2-Ausstoss stark reduzieren. Doch wie das möglich sein soll, wissen die Götter: www.bernerschach.ch/C​O2-Prognose.pdf



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71%
(7 Stimmen)
Werner Nabulon sagte June 2011

Hallo Frau Maya Graf,

Ja, 30Jahre sind eine lange Zeit, in denen aus „Umweltschutzgründen“​ so viele Sinnvolle Alternativ Projekte durch Einsprachen blockiert wurden.
Ja, ich denke auch, die Zeit ist reif, alle diese Einsprachen gegen alle diese Projekte zurückzuziehen, damit die Wasserkraft, Windkraft, Solarkraft, Erdsonden, endlich verwirklicht werden können.

Da sprechen Sie als „Grüne“ mir aus dem Herzen.
Und wenn wir schon dabei sind, so ehrlich zu schreiben, die kürzeste Verbindung zwischen zwei Punkten ist eine Gerade. Jeder Umweg, jeder Stau, der als Folge verfehlter „Umweltschutzpolitik“​ gefahren werden muss, sei es mit dem Privaten oder dem Öffentlichen Fahrzeug, verbraucht unnütz Energie und Zeit.
Ja, ich denk mir, es ist Zeit, mit solcher Politik aufzuhören.



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60%
(5 Stimmen)
Franziska Keller sagte June 2011

Die klaren Statements für den konsequenten Ausstieg aus der Atomenergie von This Jenny und von Siebenthal, beide SVP haben mich gefreut.
Die Stellungnahmen der beiden SVPler (gegen den SVP-Trend) nehme ich ernster als die Aussage von BR Leuthard plus "Anhang".
Evtl. werden vielleicht noch ein paar SVP-Sturköpfe dazu kommen?

Es wäre nichts wie logisch: Wenn man die Zuwanderung beschränken will und die Bilateralen zu riskieren bereit ist, weil man auch in Betracht zieht die PFZ aufzukündigen, wenn die EU nicht vernünftig sein will - dann sollte man auch furchtlos genug sein jetzt auf die Erneuerbaren zu setzen und zumindest die ältesten unserer Schrottmühlen sofort zu abzustellen.

Deshalb: Das SVP-Argumment, man könne doch nicht auf AKW's verzichten, solange man keine vernünftigen Alternativen ausgearbeitet habe und die Katastrophe in Japan nicht ausgewertet worden sei, macht mich sauer - es ist die reine Zeitschinderei, nichts weiter!

Denn: Als man angefangen hat A-Werke zur Energieerzeugung einzusetzen hat man sich einen Sch...dreck um Vernunft und seriöse Abklärungen gekümmert!!!!

1.Man hat frei von jedem Verantwortungsbewusst​sein in die Atomkraft investiert, obwohl man zumindest von Hiroshima schon wusste wie gross das Vernichtungspotential​ von diesem Stoff sein kann.
Man hat sich ebenfalls kein bisschen dafür verantwortlich gefühlt, erstmal vernünftigerweise nachzuforschen, wie man den entstehenden Atomaren Abfall entsorgen könnte! Es wurde unverantwortlich einfach drauflosgepfuscht! Ohne irgendeine Vorabklärung und vorgängige strategische Auswertungen.

2.Ma​n hat sich nach Tschernobyl ebenfalls nicht hinterfragt, bis heute haben alle Auswertungen zu Tschernobyl keine Änderung in der Denkweise der Atombefürworter bewirkt, obwohl das alleine schon reichen würde, um endlich einen klaren Schlussstrich zu ziehen.
Denn anhand Tschernobyl erkennt man jetzt, was aus Fukushima noch werden wird!!!

Nun aber, wenn es darum geht vom gefährlichsten Abschied zu nehmen, was die Menscheit je auf sich und die Welt losgelassen hat....
dann muss man laut SVP plötzlich extrem vorsichtig sein und alles ganz genau abklären - möglichst jahrzehntelang wahrscheinlich - bis der nächste alte Schrottmeiler hopps geht oder?

Lieber Blocher Christoph und "Anhang",
dieses Argument ist nicht mal die Luft wert die es verbraucht.

Aber man überlege: Einerseits hat die SVP 30% Wähleranteil. Andererseits beträgt die Zustimmung im Volk für den Ausstieg aus der Atomenergie rund 80 %.
Und das meine Lieben, wird sich nicht so schnell ändern. Fukushima geht unendlich weiter - genauso wie Tschernobyl auch.
Also SVP: Rechnen!!!! - Und auf's Volk hören!!!



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82%
(11 Stimmen)
Franziska Keller sagte June 2011

Ja genau! - Ach was!
Die tun nur so. Von denen will keiner aussteigen.
Das Volk schon - aber nicht die welche jetzt wahlkampfstrategisch Lippenbekenntisse absondern!
Man wird jetzt ein bisschen hin- und her hühnern, 'rumlavieren, einseitige Berechnungen anstellen. Fuskushima grosszügig vergessen (in der Hoffnung, dass es dort nicht noch schlimmer wird), ebenso "überfliegt" man die nicht gelösten Probleme mit der Zwischen- und Endlagerung, die nicht geflickten Risse und andere Schlampereien wie die überfüllten Kühlbecken. Man wird auch die Gefahren von evtl. terroristischen Anschlägen etc. für null und nichtig erklären oder todschweigen, nach dem MOtto: "Bis jetzt ist auch nichts passiert." Das einzige was die Leute wirklich zur Vernunft bringt, ist das was wir alle nicht erleben wollen!


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91%
(11 Stimmen)
Roger Villiger sagte June 2011

Ja, ja, Deutschland wird auch aussteigen, und das schon in 10 Jahren! Und das mit Hilfe von Kohle- und Gaskraftwerken! Das Motto lautet dabei: Lieber ersticken als verstrahlt werden! :-I



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70%
(10 Stimmen)
Benedikt Jorns sagte June 2011

Der Beschluss aus der Kernenergie auszusteigen, wäre in der Schweiz im Gegensatz zu andern Ländern nicht einfach rückgängig zu machen.

Bisher waren die gemachten Voraussagen des Bundesamtes für Energie unbrauchbar. Entweder waren sie falsch oder sie umfassten alle denkbaren Szenarien, aus denen Jeder das Gewünschte herauspicken konnte.

Und genau darauf bauen das UVEK und jetzt neu die knappe Mehrheit des Bundesrates ihre Energiepolitik. Falls die Voraussagen des Stromverbrauchs und der Neuen Erneuerbaren Energien falsch sein sollten, wäre die Schweiz mit der von Frau Bundesrätin Leuthard präsentierten Energiepolitik schlecht beraten.

Was wäre eine mögliche Alternative? Wir können zwar den vorgeschlagenen Weg gehen, jedoch zusätzlich zu erreichende Zwischenziele festlegen. Dabei sind auch Grenzen für den Einsatz von Erdgas zu setzen. Falls diese Vorgaben erfüllt werden, gehen wir auf dem eingeschlagenen Weg weiter. Im andern Fall sind wir offen für die von den Forschern voraus gesagten Neuentwicklungen der Kernenergie-Nutzung.




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58%
(12 Stimmen)
Franziska Keller sagte May 2011

Das Ganze wird doch wieder in eine unfruchtbare, politische Zerreissprobe ausarten, ohne wirkliche und sinnvolle Konsequenzen.

Währ​end den Grünen von den anderen Parteien ihr Hauptthema weggenommen und die Kosten für eine wirkliche Wende in der Energiepolitik auf die Erneuerbaren so lange hochstilisiert werden, bis man

1. die tatsächlichen Kosten für die Betreibung der A-Werke INKL. die Kosten für deren seriöse Sicherung und

2. INKL. der Kosten der noch nicht gelösten Entsorgungsfragen für die ausgemusterten Brennstäbe und

3. INKL. der nicht bezahlbaren Kosten im Falle eines Gaus vergessen hat - ist

4. die Situation in Japan weiterhin ausser Kontrolle und

5. wir können nicht davon ausgehen, dass hier kein Gau passiert, wenn auch nicht derselbe wie in Japan.

Man soll doch jetzt endlich ehrlich sein und aufhören mit dieser Art von Katastrophen - deren wahre Ausmasse und Konsequenzen für die Menschheit überhaupt noch nicht absehbar sind - nur Politik und Wahlkampf zu machen!

Angesichts des ungeheuren Gefahrenpotentials das alle diese, vor allem die alten Schrottmühlen darstellen, sind jetzt in erster Linie wirklich seriöse Stresstests nötig. Werden die von wirklich unabhängigen Experten anständig durchgeführt, oder handelt es sich dabei nur wieder um Scheinmanöver um die Menschen zu beruhigen?

Wiegen die Argumenten von Wirtschaft und Politik wirklich die ungeheuren Risiken, die Unberechenbarkeiten, welche diese Technologie beinhaltet und die Fahrlässigkeiten die im Umgang damit aufgedeckt werden auf?

Man kann nicht aus allem eine Rechenaufgabe machen. Man kann auch nicht aus jeder Katastrophe ein Wahlkampfthema machen. Manche Katastrophen muss man wirklich ERNST nehmen und jenseits von finanziellen und politischen Interessen alles Menschenmögliche dafür tun, um sie zu verhindern, bzw. den davon Betroffenen so gut wie möglich zu helfen - ohne ein Geschäft daraus zu machen!
Können wir das überhaupt noch?

Können wir nicht endlich mal einsehen, dass es etwas gibt, was jenseits von monetären Interessen einfach zu riskant für die Menschheit ist und wir dazu gezwungen werden das zu akzeptieren und auch mit anfänglichen materiellen Verlusten, uns dem zu beugen und Alternativen zu suchen, zu fördern die menschengerechter sind?






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67%
(9 Stimmen)
Willy Burgermeister sagte May 2011

Energiewende: Vorsicht, Frau Graf, Baustelle!

Die Energiewende naht und wir wagen den eindruckvollsten Umbau der Industrie seit Jahrzehnten. Wir sehen Parallelen zur Industriellen Revolution.

Aber so mutig und chancenreich dies für unser Land auch sein mag, der Ausstieg aus der Kernenergie birgt nicht zu unterschätzende Risiken für die „Grünen“. Schon heute fragen die Menschen wieder lauter nach den Kosten einer solch abrupten Kehrtwende. Denen müsste man doch offen und ehrlich erklären, dass der „Ersatzstrom“ nicht billig zu haben sein wird und nicht so sicher und weniger umweltfreundlich daherkommen dürfte. Es breitet sich offenkundig die Furcht aus, dass am Ende zu viele Fragen nicht wirklich beantwortet werden.

Wenn man ein komplexes System wie das unserer Industrienation umstellen will, dann muss man die Folgen genau durchdenken. Wenn die Infrastruktur nicht steht, dann muss der Ausstieg verschoben werden.

In der Politik werden wir heute Zeuge eines unvernünftigen Wettfeilschens und niemand klärt den Bürger und Wähler über die Kosten, die Versorgungssicherheit​ und die Auswirkungen auf den Klimawandel auf – vor allem aber die „Grünen“ nicht.

Dass Energiegewinnung immer auch mit Gefahren behaftet ist, wird ausgeblendet. Damit werden sich dann die kommenden Generationen herumschlagen müssen.



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