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Ein trojanisches Pfeder - auch für die Wirtschaft

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Ein tro­ja­ni­sches Pferd - auch für die Wirtschaft

Ein Geschenk für die Wirtschaft sei er, der „Familienartikel“, über den wir am 3. März abstimmen. Zu viele gut ausgebildete Frauen fehlten am Sitzungstisch, am Zeichentisch oder am Operationstisch – denn sie stünden zu Hause am Wickeltisch. Staatlich garantierte Krippenversorgung sei die Lösung.

In Wahrheit ist dieses „Geschenk“ aber ein trojanisches Pferd. Lässt man es in die Verfassung hinein, wird es seine ganze etatistische Kraft entfalten. Die Wirtschaft tut gut daran, das Tor geschlossen zu halten. Daher wehrt sich z.B. auch der Gewerbeverband vehement gegen dieses „Geschenk“. Denn:

Erstens bedroht der Familienartikel die Eigenverantwortung, den freien Markt und die private Initiative: Familien haben die Freiheit und Eigenverantwortung, ihr Leben zu gestalten. Fremdbetreuung ist eine wertvolle Option – aber nicht eine, welche „die andern“ bezahlen sollen. Der Markt bietet zahlreiche Krippenplätze an. Auch Firmen zeigen in eigenem Interesse grosses Engagement. Der Artikel kehrt dieses Prinzip auf den Kopf und tendiert dazu, Familien pauschal zu subventionierten Staatsabhängigen zu machen.

Zweitens schafft der Familienartikel ein finanzielles schwarzes Loch. Alles wird möglich: Flächendeckende Rundumbetreuung für Kinder von 0-18 Jahren, 24 Wochen Elternurlaub – das geht schnell in die Milliarden. Staatsverschuldung oder höhere Steuerlast wären die Folgen.

Drittens bedroht der Familienartikel den freien Arbeitsmarkt: Der Artikel würde dem Bund auch erlauben, den Firmen Betreuungs- und Arbeitszeitmodelle vorzuschreiben. Wohin überreglementierte Arbeitsmärkte führen, zeigt uns der Euroraum zurzeit auf desaströse Weise.

Vor allem aber hebelt der Familienartikel – viertens -  den Föderalismus aus: Was heute die Kantone und Gemeinden, abgestimmt auf lokale Bedürfnisse, ohne weiteres bewerkstelligen, unterläge neu dem Bundesdiktat. Die Wirtschaft lebt aber von dezentralen, massgeschneiderten, eben: föderalen Lösungen.

Es ist löblich, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu fördern. Dies aber erreichen wir, indem wir bürokratische Hürden für Krippen abbauen und die Steuerlast tief halten. In solch freiheitlicher Umgebung entfalten sich dann Eltern, Krippenanbieter und Firmen so, wie es ihren jeweiligen Bedürfnissen entspricht.

 

(auch​ publiziert im "Leader" vom März 2013)


Kommentare von Lesern zum Artikel

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81%
(47 Stimmen)
Urs Scheiwiller sagte March 2013

Herr Caroni, wer oder was ist denn Pfeder? Ich vermute stark, dass Sie ein Pferd meinen. Aber sich in einem Titel einen solchen Fehler zu erlauben ist nach meiner Meinung eine Geringschätzung des Lesers. Etwas mehr Aufmerksamkeit und Höflichkeit wäre angebracht!
In der Sache könnte ich Ihnen teilweise zustimmen. Nehmen Sie sich wenigstens für die Titel Ihrer Beiträge etwas mehr Zeit. Auch wenn man davon ausgehen kann, dass die Meisten von uns wissen, was ein trojanisches Pferd ist. Sonst könnte es passieren, dass Sie sich selbst ein solches bescheren, wenn Sie verstehen was ich meine. Besten Dank.


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23%
(60 Stimmen)
Hans Knall sagte February 2013

Herr Caroni FDP, das ist ein toller Artikel! Ich wünsche ihm viele Leser.
Besonders solche die noch nicht abgestimmt haben.


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29%
(65 Stimmen)
J. Nyffeler sagte February 2013

Sehr geehrter Herr Caroni
da gebe ich Ihnen voll Recht.
Denn wir haben sehr gut ausgebildete Frauen mittleren alters (50+) die überqualifiziert sind.
Und mit 50, denke ich nicht,dass es sich hier noch ums Kinderkregen geht.
Man sollte dese Personen nur vom RAV oder beim Sozialamt abholen und ihnen wieder einen rechten Lebenssinn geben.
Junge Fraen sollten sich auch entscheiden können will ich Karriere oder Familie.
Auch wir mussten uns zu meiner Zeit fürs entweder oder entscheiden.
Allees andere ist Blödsinn
freundliche​ Grüsse


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