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EWR-Nein: Fehlentscheid mit fatalen Folgen!

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Vor 20 Jah­ren sagte das Schwei­zer Stimm­volk hauchdünn nein zum Bei­tritt zum Europäischen Wirt­schafts­raum (E­WR). Ein Ent­scheid mit fa­ta­len Aus­wir­kun­gen, die wir bis heute spüren. Nied­ri­ges Wirt­schafts- und Ex­port­wachs­tum im europäischen Ver­gleich, An­stieg der So­ckel­ar­beits­lo­s​ig­keit, sta­gnie­rende Reallöhne, das Swis­sair-­Groun­ding​ und po­li­ti­sche Iso­la­tion sind di­rekte Fol­gen die­ses Fehl­ent­scheids. Ins­be­son­dere die 10 Jahre zwi­schen EWR-N­ein und In­kraft­tre­ten der Bi­la­te­ra­len I wer­den als ver­lo­re­nes Jahr­zehnt in die Schwei­zer Ge­schichte eingehen.

Peter Schlemihls Politblog


EWR – Ein liberales Abkommen
Das Abkommen über den europäischen Wirtschaftsraum wurde am 2. Mai 1992 in Porto von den zwölf Mitgliedstaaten der Europäischen Gemeinschaft (EG) und den sieben EFTA-Staaten unterzeichnet. Es trat am 1. Januar 1994 ohne die Schweiz in Kraft, da am 6. Dezember 1992 die Schweizer Stimmbevölkerung die Ratifizierung  des Abkommens hauchdünn mit 50,3% (bei allerdings klarem Nein der Stände) abgelehnt hatte.

Über den EWR haben die EFTA-Staaten weitgehend Zugang zum Binnenmarkt der EU ohne dass sie der EU beitreten müssen. Der EWR gerantiert insbesondere den freien Verkehr von Waren, Dienstleistungen, Kapital und Personen innerhalb dieses Wirtschaftsraums (der aus EU- EWR-Staaten besteht).


Zweigete​ilte Schweiz
Die Abstimmung brachte eine riesige Kluft innerhalb der Schweizer Bevölkerung zu Tage:

  1. Röstigraben:​ Während die Romandie dem Abkommen deutlich zustimmte, lehnten es die Deutschschweiz und das Tessin ab.
  2. Stadt-Land-Grabe​n: Innerhalb der Deutschschweiz stimmten die Städte zu, währenddem vor allem die wirtschaftlich schwachen Landregionen deutlich ablehnten.
  3. Sozio-Öko​nomischer Graben: Währenddem Akademiker und Personen mit hohem Einkommen auch in der Deutschschweiz mehrheitlich zustimmten, lehnten insbesondere bildungsferne Kreise mit tiefem Einkommen das Abkommen deutlich ab.
Ergebnisse der EWR-Abstimmung nach GemeindenErgebnisse der EWR-Abstimmung nach GemeindenErgebnisse der EWR-Abstimmung nach GemeindenErgebnisse der EWR-Abstimmung nach Gemeinden.


Blocher​s Lüge
Während des Abstimmungskampf hatte der Wortführer der Gegner, SVP-Nationalrat Christoph Blocher immer wieder behauptet, ein EWR-Beitritt führe automatisch auch zu einem EU-Beitritt. Das Volk könne, sei man mal “Mitglied” der EWR, nicht mehr über einen EU-Beitritt entscheiden.  Obwohl alle Experten versicherten, dies sei so nicht der Fall, sind offensichtlich grosse Teile der Bevölkerung auf diese Lüge Blochers reingefallen.

Heute zeigt sich, dass die EWR-Staaten Norwegen, Island und Liechtenstein immer noch nicht EU-Mitglied sind. Auch konnte die Bevölkerung von Norwegen wie auch von Island auch als EWR-”Mitglied” über eine EU-Mitgliedschaft abstimmen. Auch in den damaligen EFTA-Staaten und heutigen EU-Staaten Österreich, Schweden und Finnland durfte das Volk über die EU-Mitgliedschaft entscheiden. Spätestens heute ist Blocher also entgültig als Lügner entlarvt.


Europa verändert sich fundamental
In der ersten Hälfte der 1990er Jahre verändert sich Europa fundamental. Einerseits war der Eiserne Vorhang gefallen, andererseits entstand ein riesiger und erfolgreicher Wirtschaftsraum mit Binnenmarkt, Zollunion und später teilweise Währungsunion. Dies führte dazu, dass sie die wirtschaftliche und politische Realität in Europa innert weniger Jahre fundamental veränderte. Die Schweiz, für deren Wirtschaft dieser Wirtschaftsraum überlebenswichtig war und ist, hat diese Entwicklung komplett verschlafen.


Swiss​air-Grounding
Der Hauptauslöser für das Swissair-Grounding 2001 war – auch wenn das meist totgeschwiegen wird – das Nein zum EWR. Mit der vollständigen Einführung des EU-Binnenmarks 1993 entstanden im europäischen Luftverkehr völlig neue Rahemenbedingungen. Alle EU-Fluggesellschaften​ wurden im EU-Raum gleichgestellt. Was für die Swissair bedeutete, dass Sie als Nicht-EU-Fluggesellsc​haft nun im EU-Raum gegenüber allen EU/EWR-Fluggesellscha​ften massiv benachteiligt und nicht mehr konkurrenzfähig war.  Neben den viel höheren Flughafentaxen durfte sie beispielsweise bei Zwischenlandungen im EU/EWR-Raum keine Flugpassagiere mehr aufnehmen oder durfte keine Strecken innerhalb des EU/EWR-Raum mehr anbieten. Erst mit den Bilateralen I, die 2002 in Kraft traten wurde diese Benachteiligung der Schweiz teilweise aufgehoben. Das war für die Swissair allerdings zu spät.

Auslöser für das Swissair-Debakel war das EWR-Nein.

Auslöser für das Swissair-Debakel war das EWR-Nein.


Fazit:​ Der Hauptauslöser für das Swissair-Grounding 2001 war – auch wenn das meist totgeschwiegen wird – das Nein zum EWR.


Das verlorene Jahrzehnt
Nicht nur die Swissair sondern insbesondere auch die für die Schweiz extrem wichtige Exportindustrie leidet massiv unter dem fehlenden freien Zugang zum EU-Binnenmarkt, in den 60% aller Schweizer Exporte fliessen; oder anders gesagt: Jeder dritte Schweizer Franken wurde und wird in der EU verdient! Die Konkurrenzfähigkeit der Schweizer Exportunternehmen nimmt als Folge der fundamental veränderten Rahmenbedingungen durch den EU-Binnenmarkt massiv ab. Ein  Vergleich des Exportwachstums im Zeitraum von 1993 bis 2003 belegt dies deutlich.

Im Vergleich zu EU-Staaten mit vergleichbarer Wirtschaftsstruktur nahmen die Exporte der Schweiz weit weniger stark zu. Die Schweiz wies gar das zweitschwächste Exportwachstum im Zeitraum von 1993 bis 2003 auf. Eine klare Folgen des Abseitsstehens vom EU-Binnenmarkt.

Entwicklung der Exporte 1993 bis 2003

En​twicklung der Exporte 1993 bis 2003 (Quelle: Weltbank)

 

Aber auch das Wirtschaftswachstum als Ganzes war im verlorenen Jahrzehnt von 1993 bis 2003 in der Schweiz mit Abstand am Geringsten von allen westeuropäischen Staaten. Im Gegensatz dazu können die EWR-Staaten Norwegen und Island im Mittelfeld positionieren.  Das gleiche gilt für Schweden, Finnland und Österreich, die seit 1995 Vollmitglied bei der EU sind.

Von 1993 bis 2003 wies die Schweiz das mit Abstand tiefste Wachstum des BIP pro Kopf aller westeuropäischen Staaten auf. (Quelle: Weltbank)

Von 1993 bis 2003 wies die Schweiz das mit Abstand tiefste Wachstum des BIP pro Kopf aller westeuropäischen Staaten auf. (Quelle: Weltbank)

 

Die nächste Grafik zeigt sehr schön auf, wie die Schweiz innerhalb von 10 Jahren betreffend BIP von Schweden und Österreich ein- und überholt wurde:

Entwicklung des kaufkraftbereinigten BIP von 1993 bis 2003. Vergleich mit Schweden und Österreich.

Entwicklung​ des kaufkraftbereinigten BIP von 1993 bis 2003. Vergleich mit Schweden und Österreich.


Stei​gende Arbeitslosigkeit und stagnierende Reallöhne
Als Folge dieser schlechten Wirtschaftslage hat sich die Arbeitslosigkeit in den 1990er Jahren massiv erhöht und 1997 einen Rekordwert von 5,2% erreicht (Jahresmittel). Insbesondere nahm in diesen Jahren auch die Sockelarbeitslosigkei​t massiv zu. Darunter leiden wir bis heute. Gleichzeitig stagnierten auch die Reallöhne. Weitere Informationen hierzu finden Sie auch hier.


Politische Isolation
Eine weitere nicht weniger gravierende Folge des EWR-Neins ist die politische Isolation. Dies spürt die Schweiz insbesondere beim Steuerstreit mit verschiedenen EU-Staaten. Während hier massiv Druck auf die Schweiz ausgeübt wird, kommen EU-Mitgliedsstaaten wie Luxemburg oder Österreich viel glimpflicher davon.

Aber auch der Fluglärmstreit mit Deutschland ist eine Konsequenz aus dem EWR-Nein. Wäre die Schweiz EU- oder EWR-Mitglied, wäre sie gar nicht auf einen speziellen Vertrag mit Deutschland angewiesen. Die Anflüge über süddeutschem Raum wären von deutscher Seite nicht zu beanstanden.


Schwe​izer Faktenresistenz
Erstaunlich ist, dass sich in der Schweiz trotz all dieser klaren Fakten immer noch der Mythos vom erfolgreichen Alleingang hält.  Ein Hauptgund dafür ist sicherlich, dass in der Schweiz jeglicher sachlicher Europadiskussion aus dem Weg gegangen wird.


Kommentare von Lesern zum Artikel

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45%
(99 Stimmen)
Kurt Peter sagte December 2012

"Sozio-Ökonomischer Graben: Währenddem Akademiker und Personen mit hohem Einkommen auch in der Deutschschweiz mehrheitlich zustimmten, lehnten insbesondere bildungsferne Kreise mit tiefem Einkommen das Abkommen deutlich ab."

Es hat sich schon damals gezeigt, dass viele Bürger äusserst schlecht über den EWR informiert waren. Die SVP hatte dies mit einer gezielten Desinformationspoliti​k noch verstärkt!

Leider hat sich das EU-Wissen der Schweizer Bürger nicht verbessert in den letzten 20 Jahren. Im Gegenteil: Die Tabuisierung dieses Themas hat zu einer weiteren Verschlechterung geführt!

Es wäre höchste Zeit eine Ausklärungkampagne zu starten...


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51%
(82 Stimmen)
Kurt Peter sagte December 2012

"Stadt-Land-Graben: Innerhalb der Deutschschweiz stimmten die Städte zu, währenddem vor allem die wirtschaftlich schwachen Landregionen deutlich ablehnten."

Ist genau so! Die produktiven, modernen Städte stimmten grossmehrheitlich klar zu!


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43%
(100 Stimmen)
Dieter E.U. Lohmann sagte December 2012

Ich stelle immer wieder fest, dass sehr viele Schweizer und Schweizerinnen ein Wahrnehmungsproblem haben, wenn es um die EU und unsere Beziehungen zur EU geht. Die Realität sieht da ganz anders aus:

1. Die EU (500 Mio Einwohner) ist die grösste und stärkste Wirtschaftsmacht der Welt. Sie generiert rund 25% des globalen BIP. Das BIP der EU ist rund 30 mal grösser (!!!) als dasjenige der Schweiz! Sie ist in keinster Weise auf die Schweiz angewiesen!

2. Auch die EU hat wahrgenommen, dass die Schweiz wirtschaftlich wesentlich weniger erfolgreich war in den letzten 20 Jahren. Deswegen herrscht bei der EU in keinster Weise Neid, sondern eher Verwunderung über die Faktenresistenz der Schweiz!

3. Bei der EU herrscht grundsätzlich sehr viel Goodwill gegenüber der Schweiz. Allerdings ist auch die Geduld der EU irgendwann mal am Ende. Man hat keine Lust mehr wegen der Rosinenpickerei der Schweiz immer wieder derart aufwändige Verhandlungen führen zu müssen.


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42%
(115 Stimmen)
Kurt Peter sagte December 2012

Die SVP hat in den letzten 20 Jahren in der Europapolitik (und in der Aussenpolitik generell) eine Abstimmungsschlappe nach der anderen hinnehmen müssen:

1994 UNO-Blauhelme: JA
1997 EU-Beitrittsverhandlu​ngen vors Volk: NEIN
2000 Bilaterale Verträge inkl. Personenfreizügigkeit​: JA
2002 UNO-Beitritt: JA
2005 Schengen / Dublin: JA
2005 Personenfreizügigkeit​: JA
2006 Ostzusammenarbeit (Kohäsionszahlungen):​ JA
2009 Personenfreizügigkeit​: JA
2012 Staatsverträge vors Volk: NEIN

Das Volk hat sich klar für eine Annäherung an die EU entschieden (und für eine aussenpolitische Öffnung generell)!!!

Das Volk hat dem Isolationskurs der SVP eine klare Absage erteilt!!!


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38%
(118 Stimmen)
Stefan Pfister sagte December 2012

Erstmal danke, dass Sie uns hier mitdiskutieren lassen. Beim anderen aktuellen Blog zum EWR-Thema ist es leider nicht möglich.
Neben den Vorteilen des EWR. die Sie hier aufzählen, gibt es auch den Nachteil des Demokratieverlustes. Kein totaler Verlust, wie gewisse SVPler behauptet, aber ein relativer.
Zwar verlieren wir auch mit den Bilateralen immer mehr an Autonomie, aber man muss es ja nicht noch zusätzlich forcieren. Ein SouveränitätsGEWINN wäre ein Beitritt zur EU, aber das ist Zukunftsmusik. Unsere Politiker trauen sich einfach nicht, dem Volk zu sagen, wie schlecht es um unsere Souveränität bestellt ist. Täten sie es, sähe die Europadebatte ganz anders aus.


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65%
(95 Stimmen)
Werner Nabulon sagte December 2012

Interessant ist:
Weil wir mit den Bilaten Erfolg haben, wird das nun Königsweg genannt, sagen zumindest Regierungsbeauftragte​ anderer Länder, die alle unseren Bankrott vorhergesagt hatten.
Hätten wir mit unserer Vorgehensweise keinen Erfolg verbucht, ich bin mir sicher, keiner dieser EU Beamten würde nun der Schweiz eine Hilfe anbieten, um besser am Markt teilhaben zu können.
Da wir aber unseren Weg gehen, das mit Erfolg und auch Wachstum, heisst es, kann man übrigens bei diversen Live Gesprächen hören, die Aufgezeichnet wurden, dass angeblich die Schweiz da nicht in der EU, bessere Marktchancen habe, als EU Staaten. Das könne und dürfe nicht sein!
Auf einmal werden wir wieder Rosinenpicker genannt. Die gleichen Leute, auch hier im Land, die heraufbeschworen haben, Gejammer haben was für eine schlechte Zukunft wir hätten, nennen uns nun schon wieder Rosinenpicker, Schmarotzer, die böseren Worte lasse ich mal weg.
Nicht der Erfolg der EU bringt uns erneut zu diesem EWR Thema, sondern der Misserfolg und der Neid, die Missgunst dieser „Funktionäre“ plus der Eigenen im Land lebenden „Mitteleute“ verbaut uns den weiteren Weg.
Thema Stromabkommen ist so ein Thema. Nur, mit CD kaufen kann man uns die Berge und das Wasser nicht wegnehmen, so als Information.
Wenn unsere Stauseen nicht als Speicher genutzt werden sollen, die Durchgangsleitungen ebenso nicht genutzt werden sollen, sondern stattdessen an unserer Souveränität gerüttelt werden soll, ist das so. Punkt. No Way.



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40%
(110 Stimmen)
Dieter E.U. Lohmann sagte December 2012

Das EWR-Nein führte in eine selbstverschuldete Geiselhaft!

Das Bilaterale Weg ist nur eine Zwischenlöschung!

​Wir müssen endlich eine Europapolitische Debatte führen und die einzelnen Varianten offen diskutieren!

Hier nachzulesen:

http:​//www.handelszeitung.​ch/politik/20-jahre-e​wr-nein-selbstverschu​ldete-geiselhaft


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39%
(115 Stimmen)
Kurt Peter sagte December 2012

Um zum eigentlichen Thema zurückzukommen:

Di​e Fakten zeigen ganz klar, dass das EWR-Nein und der dadurch fehlende Zugang zum EU-Binnenmarkt massive negative Folgen für die Schweiz hatte! Keiner kann das ernsthaft abstreiten!

Die Jahre zwischen EWR-Nein und Inkrafttreten der Bilateralen I werden als das verlorene Jahrzehnt der Schweiz in die Geschichte eingehen!

Erst durch die Bilateralen Verträge mit der für die Schweiz erfolgreichen und wichtigen Personenfreizügigkeit​ konnte der Abwärtstrend einigermassen gebremst werden...


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45%
(100 Stimmen)
Dieter E.U. Lohmann sagte December 2012

Märchen 3:

"Die EU will die nationalen Parlamente abschaffen."

Es gibt ja viele Unwahrheiten und Märchen, die über die EU verbreitet werden. Dieses übertrifft aber alles!

Ist natürlich absoluter Blödsinn! Im Gegenteil: Aufnahmededingung um EU-Mitglied zu werden, ist ja gerade, dass ein Staat demokratisch und rechtsstaatlich ist. Dazu gehört auch, dass ein Staat ein demokratisch gewähltes Parlament hat!

Diese Behauptung also absolut lachhaft. Kommt hinzu, dass ja die EU in keinster Weise die Befugnis hätte, einfach die nationalen Parlamente abzuschaffen...


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45%
(94 Stimmen)
Dieter E.U. Lohmann sagte December 2012

Märchen 2:

Die EU besitzt eine ineffiziente und aufgeblähte Verwaltung:


Komp​letter Unsinn! Die EU gibt für Ihre Verwaltung rund 8 Mrd. EUR im Jahr aus. Das sind gerade mal 16 EUR pro EU-Bürger oder 0,03% des EU-BIP!

Damit arbeitet die EU-Verwaltung äussert kosteneffizient!

A​uch das gesamte EU-Budget ist mit 132,8 Mrd (2013) äusserst klein. Das sind rund 265 EUR pro EU-Bürger und Jahr, resp. nicht mal 1% des EU-BIP!

Im Vergleich dazu: In der Schweiz zahlt jeder Schweizer rund 6800 EUR pro Jahr und das Schweizer Bundesbudget macht über 10% des BIP der Schweiz!!!


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61%
(97 Stimmen)
Werner Nabulon sagte December 2012

Herr Dieter Lohmann,

Die Geschichte bis 2003 ist von politischen Kämpfen geprägt. Die Geschichte ging aber weiter, und geht weiter. Eines sei gesagt, geht die Geschichte so weiter wie sie zur Zeit geschrieben wird, betrifft ganz Europa, verlieren ALLE.


Das politische Thema: Die Schweiz MUSS in diese EU.
Daran führe kein Weg vorbei, was mit sehr fragwürdigen Methoden vom Inn- und Ausland bekräftigt wurde.
NUR dieser politische Druck, hat es ermöglicht, Bilat 2 auch noch zuzustimmen. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden wir Schweizer abgebremst, durch unter anderem, einen Kavallerie Oberst, SPD, der ja wieder im Rennen liegt um die Nachfolge Merkel.

2003 bis heute war es dann nicht mehr möglich, die Daten Zahlen und Fakten weiter zu fälschen. Und, es hat nicht nur ein Staat gefälscht, nein, eigentlich hat jeder EU Staat auf seine Weise diese Zahlen beschönigt.

Wissen​ Sie Herr Lohmann, was eigentlich das traurige an der Geschichte ist?
Da werden BIP, Wirtschaft Daten gezeigt, man lobt sich, wie gut man, wer immer das auch ist sei, und das normale Volk hat nichts davon.
Es stimmt etwas an den Daten nicht, wenn es angeblich einem Land gut geht gemäss BIP, den BürgerInnen dort aber geht es absolut nicht gut.
Kurzfristig, durch lockere Kreditvergabe, Leben auf Pump, meinten diese BürgerInnen ebenso, es ginge Ihnen GUT, das aber nur bis zu dem Tag, als der Kredit nicht mehr bezahlt werden konnte.
Das ist nach 2003 geschehen. Das ist der Stand der Dinge heute!



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43%
(102 Stimmen)
Dieter E.U. Lohmann sagte December 2012

In der europapolitischen Debatte stelle ich immer wieder fest, wie viele Unwahrheiten, Märchen und Mythen über die EU und den EWR in der Schweiz vorherrschen.

Man müsste eigentlich meinen in einer "aufgeklärten" Gesellschaft sollte das nicht mehr möglich sein. Dem ist aber nicht so. Diesbezüglich ist die Schweiz im Mittelalter stehen geblieben...

Auch in Kommentare zu diesem Artikel werden Dutzende davon weiterverbreitet:

​Märchen 1:

D und F bestimmen in der EU allein wos lang geht.


Natürlich komplett falsch! In keinem einzigen EU-Entscheidungsorgan​ haben diese Stadten auch nur annähernd eine Mehrheit. Im Gegenteil: kleine Staaten haben in der EU überproportional viel zu sagen und zu entscheiden!


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39%
(116 Stimmen)
Kurt Peter sagte December 2012

Der Autor hat ja klar aufgezeigt, weshalb er den Zeitraum von 1993 bis 2003 gewählt hat. Er hat damit die fatalen Folgen des EWR-Neins im verlorenen Jahrzehnt belegt.

Die Zahlen für den Zeitraum bis 2010 findet man übrigens hier:

http://schle​mihlsblog.wordpress.c​om/2011/10/03/eu-staa​ten-sind-wirtschaftli​ch-erfolgreicher-als-​die-schweiz/

Auch hier schneidet die Schweiz im Vergleich zu den erfolgreichen EU-Staaten schlecht ab!


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38%
(110 Stimmen)
Kurt Peter sagte December 2012

Der Autor zeigt in diesem Artikel sehr schön auf, wie die Schweiz innerhalb von 10 Jahren betreffend BIP von Schweden und Österreich überflügelt wurden.

1993 lag die Schweiz gemessen am BIP deutlich vor Schweden und Österreich.
1998 lagen alle praktisch gleichauf.
2003 lag die Schweiz deutlich hinter den anderen beiden (und liegt es bis heute).

Nimmt man das BIP/Kopf, lag die Schweiz 1993 klar vorne, heute liegen alle 3 praktisch gleich auf!


Die Faktenlage ist klar: Das EWR-Nein hatte verheerende Folgen für die Schweizer Wirtschaft!


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39%
(127 Stimmen)
Heinz Kremsner sagte December 2012

Vielen Dank Herr Schlemihl für die klare sachliche Darstellung.
Ihr Beitrag ist sachlich fundiert und soweit korrekt.
Aber ? Warum hören die meisten Statistiken mit Jahr 2003 auf ?
Die EU-Gegner sind insofern absolute Heuchler als die prominenten EU-Gegner z.B. dieser Blocher mit der EMS-Chemie in x-verschiedenen EU-Ländern tätig ist, seit fast Beginn der EU !!! Nach meiner Schätzung sind 3 Viertel aller Arbeitsplätze der EMS in den EU-Ländern ! Aber Hallo Blocher: Wenn die EU doch Mist ist warum dann EMS-Firmen in EU-Ländern ?? Keine Antwort. Fakt ist: Es muss keine Schweizer Firma im EU-Raum Betriebe unterhalten. Die EMS könnte wenn sie wollte weiterhin alles in der Schweiz produzieren u n d alle Produkte in der Schweiz verkaufen. Sich also quasi von der EU abkoppeln. Und ? Warum wird das nicht gemacht ? Eben !
Wenn man ganz anders redet als man handelt wie nennt man das ? Heuchelei ? Es fällt auf dass SVPler da vorne sind.
Und ja dieser Blocher dann eine Gedenkrede zu 20 Jahre EWR-Nein die Fakten völlig falsch darstellt , mit ganz toll vielen Verdrehungen und Unwahrheiten, Halbheiten usw. Die Rede ist nicht von Blocher ---- neinnnnnnnn --- vom Mörgeli z'Mörgeli.
Aber Blocher scheute nicht das Geschreibsel vom Mörgeli zu reden reden (hihi).
Kein Witz siehe http://jamessbbond.ma​gix.net/public/bloche​r_moergeli/blocher_mo​ergeli_.jpg
siehe Rede im Adobe Reader Datei . Eigenschaften anklicken dann sieht man wer eingetragen ist --- der Mörgeli siehe hier
http://jamessbbond.​magix.net/public/bloc​her_moergeli/121128-B​locher-d-Webexemplar.​pdf

Hinweis: die Rede auf der AUNS-Seite wurde heute 9.12.2012 Sonntag gelöscht. Dies nachdem ich in verschiedenen Stellen im Internet auf den Autor Mörgeli hingewiesen habe.
ursprüngliche Adresse http://www.auns.ch/do​wnload/pdf/121128-Blo​cher-d-Webexemplar.pd​f


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