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Grundeinkommen vom Volk abgelehnt - Konsequenz

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Der 5. Juni 2016 ist ein his­to­ri­scher Tag. Zum ers­ten Mal wurde in einem Land über ein be­din­gungs­lo­ses Gr­und­ein­kom­men ab­ge­stimmt. Die Volks­i­ni­tia­tive wurde mit 76.9% Nein-­Stim­men ab­ge­lehnt. Was heisst das?

 

Aus der Bevölkerung wurde ein Teil aktiv, welcher sich Gedanken um die wirtschaftliche Zukunft und den gesellschaftlichen Zusammenhalt der Schweiz macht. Dies aus der Überzeugung, dass das jetzige System längerfristig in die Sackgasse führt und nicht mehr funktioniert. Anzeichen lassen sich in den vergangenen 20 Jahren in Afrika und in den letzten 10 Jahren in den EU-Ländern finden, wo ein immer weniger kreditwürdig werdender Teil der internationalen Wirtschaft die lokalen Wirtschaftskreisläufe​​​​​​​​​​​​​​​​ und deren gesund gewachsene Infrastruktur zerstört. In der Konsequenz heisst das nur noch mehr Sklaverei oder ähnliche Bedingungen, noch mehr Vertreibung zugunsten kurzfristigen Profits, noch mehr Flüchtlinge und Arbeitslosigkeit auch bei uns. Aber auch noch mehr Staatsinsolvenzen, noch mehr Konkurse nicht rentabler Unternehmen und noch grössere Abhängigkeit regel- und zügellos agierender Grossbanken.

 

Egal, wie es zum heutigen Zustand gekommen ist und wie er sich konkret in der Arbeitswelt und im privaten Zusammenleben auswirkt: Mit der Initiative zum Bedingungslosen Grundeinkommen hat ein an hoher Arbeits- und Lebensqualität interessierter Teil der Schweiz ihre demokratischen Möglichkeiten genutzt, um Fehlentwicklungen unserer Politik zu korrigieren. Leider ohne sich durchsetzen zu können. Die Politik unserer Elite ist dafür verantworlich, weil sie der Bevölkerung suggeriert hat, dass sie schon selber für Lösungen sorgt. Das hat Konsequenzen.

Ab sofort muss niemand mehr ein schlechtes Gewissen haben oder die Schuld bei sich suchen, vom Sozialstaat abhängig zu sein. Die natürlichen Grenzen des Machbaren sind erreicht. Die Politik, aber auch die demokratische Mehrheit der Schweizer Bevölkerung stört das nicht. Man hat sich für eine Fortsetzung des aktuellen Monopoly-Spiels entschieden und dafür, dass man auf diese Weise genügend Geld hat, um die sogenannten Verlierer oder Nichtspieler zu finanzieren. Mit der Initiative hat sich die Bevölkerung sozusagen aus der Verantwortung bezüglich der Konsequenzen des Status Quo freigearbeitet. Mit der Vollgeld-Initiative wartet bereits ein nächster Versuch der Bevölkerung, die Politik landestauglich zu machen. Oder besser gesagt: verfassungstauglich.

​Konsequenterweise müsste die Politik, müssten auch die Medien aufhören gegen Menschen zu hetzen, welche in der heutigen Arbeitswelt nur sporadisch, teilzeitlich oder gar keinen Platz finden. Im Gegenteil: Man müsste beginnen, auch deren arbeitsfreie Zeit der Gesellschaft als gewinnbringend zu betrachten, da diese Personen sich weniger gesundheitlich schaden und freiwillig unentgeltliche Arbeiten machen, die man nie bezahlen könnte und trotzdem für ein Funktionieren der Gemeinschaft unerlässlich sind.

Sollte eine Gemeinschaft nicht zufriedenstellend funktionieren oder gefühlt gar inexistent sein, wäre es weiterhin ein fataler Irrtum, die Schuld bei den nicht Arbeitstätigen zu suchen. Denn die Absicht einer Sekte und ihrer Unternehmen ist, eine Gemeinschaft zu destabilisieren, in Einzelteile zu spalten und zu versklaven. Um finanziell über die Runden zu kommen, aus Neid, aus Zerstörungssucht. Die Schweizer Politik hat ein weiteres Mittun bei diesem politisch legalisierten und von Schweizer Grossbanken angetriebenen Finanzspiel propagiert, mit welcher Absicht auch immer. Die Bevölkerung hat ihr vertraut und die Initiative verworfen. Wer also nicht zufrieden ist mit seinem Leben oder dem, was in der Gesellschaft so abläuft, akzeptiert es, wendet sich an die Politik oder wird selbst politisch aktiv. Alles Andere, d.h. die Stigmatisierung oder Bekämpfung einzelner Bevölkerungsgruppen und Privatpersonen wäre nicht nur inkonsequent, sondern auch zusammenhaltsschädige​​​​​​​​​​​​​​​​nd, asozial, selbstschädigend.

 

D​​​​​​​​​​​en​​​​​n ein normaler, mental gesunder Mensch will Frieden, will Gemeinschaft, wir sinnvoll tätig sein. Will echte Perspektiven. Ein demokratisches Land wie die Schweiz sollte an sich den Anspruch haben, zumindest für sich selber solche Bedingungen zu schaffen. In der Konsequenz etwa so lautet zusammengefasst auch der Bildungsauftrag der Schulen, sieht sich auch die Profession der Sozialen Arbeit. Ich habe beide Berufe gelernt und weiss, wovon ich spreche. Gerade weil es in der Praxis leider oft anders aussieht, wo Qualität und Konsequenz leider oft Fremdwörter sind, sollte die Politik nicht mit den Werten der Bevölkerung spielen. Freiheit. Gleichheit. Brüderlichkeit. Heisst Sicherheit. Ich freue mich auf die bevorstehende Fussball-EM. Die Fussballer sind nämlich sehr gute Vorbilder darin.


Kommentare von Lesern zum Artikel

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0%
(6 Stimmen)
Hermann Scheuber sagte March 2017

Man soll einfach nicht mit dem Dach anfangen (2500.-/) sondern mit dem Boden (1250./). Nur dann sieht man sich nach Nebenverdienst um.


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50%
(12 Stimmen)
Stefan Kirchgraber sagte June 2016

Die aktuelle Politik: Lernunwillige nach Bern verbannt und zum Lernen verdammt?


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42%
(12 Stimmen)
Jürg Wolfensperger sagte June 2016

Es ist schon seltsam und auch befremdend,wie leicht es sich heutzutage Menschen machen,was über drei Generationen aufgebaut wurde,sozusagen mit einem politischen Entscheid über Nacht zu Makulatur zu machen!Weil nicht umsetzbar hätte das möglicherweise zu einer schlimmen Zerreißprobe werden können,da sich vermutlich ein grosser Teil dieses "Establishment"das zum Wohlstand hier beigetragen hat,auf Nimmerwiedersehen ins Ausland abgesetzt hätte mitsamt deren Vermögen.Was dass für den "proletarischen"Teil dieses Landes bedeutet hätte,und woher dann das Geld gekommen wäre für diesen gigantischen Umverteilungs-Wahnsin​n, hätten sie dann am besten im ehemaligen Ostblock
Ratschläge geholt...!..Dort hat nämlich damals das Waren-Tausch-Geschäft​ Hochkonjunktur!!
Zu mehr hat es nicht mehr gereicht...!..Es ist für mich unverständlich und geradezu frivol,wie leichtfertig gewisse Politiker die "hohle Hand-Politik" als Zukunftsmodell propagieren!Was das Ziel ist,bleibt wohl deren Geheimnis.....!
Ich habe mir schon vorgestellt,dass dereinst eine Firma das dreifache an Angestellten führen müsste,dass dann zumindest einer von dreien irgendwann am Arbeitsplatz auftauchen täte...!
Nicht gerade Motivation für das Gründen neuer Arbeitsplätze..!!








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57%
(14 Stimmen)
Sägesser Barbara sagte June 2016

Den Text von Herrn Kirchgraber finde ich gut, passt für mich. Das Volk hat gesprochen und das BGE abgelehnt.

Wichtig für mich betr. BGE wäre die Höhe und Umsetzung gewesen. Da gab es einen Vorschlag seitens Initianten. So auch zur Finanzierung konnte man sich schlau machen -> als Möglichkeit. Interessant waren die Kommentare online zu lesen (nicht nur hier). Wichtig ist, dass gute Lösungen gefunden werden. Denn die AHV und Pensionskasse werden möglicherweise mal nicht mehr reichen. Die dritte Säule kann auch nicht immer aufgestockt werden (Teilzeitarbeit, Tieflohnsegment etc. sei Dank). Menschen werden aus dem Arbeitsmarkt gedrängt, wenn sie die Leistung nicht (mehr) bringen oder die Lohnkosten (angeblich) zu hoch sind und ins Ausland ausgelagert wird. Die Last schieben Unternehmen so dem Staat zu. Was dann?

Offenbar ist der Leidensdruck noch nicht so gross oder wir sind Masochisten in der Sklaverei der Unternehmen/der Wirtschaft. Offenbar wollen wir Schweizer so weitermachen und wollen immer mehr für Unternehmen/Arbeitgeb​er da sein. Offenbar stört es noch nicht genug, dass IV-Rentner und Sozialhilfebezüger stigmatisiert werden und unter «Generalverdacht» als Sozialschmarotzer und -betrüger stehen. Offenbar glauben wir Schweizer, dass wer nicht sein eigenes Geld verdient nichts wert ist?

Spannend am BGE ist auch, dass es bereits längere Zeit in Diskussion ist, wenn auch nicht in der Schweiz, wie man hier nachlesen kann https://de.wikipedia.​org/wiki/Bedingungslo​ses_Grundeinkommen. Spannend wird sicher auch die weitere Entwicklung werden und wie und ob weiter diskutiert wird um das System, in welchem wir leben irgendwie am Leben zu halten. Bemerkenswert finde ich, dass Bern (als einziger Ort?) mit 40 % Ja sagte. Also massiv mehr als die Schweiz im Schnitt http://www.bernerzeit​ung.ch/region/bern/st​adt-bern-407-prozent-​stimmten-fuer-bedingu​ngsloses-grundeinkomm​en/story/12708936.


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39%
(18 Stimmen)
Urs Gassmann sagte June 2016

Herrn Kirchgrabers Behauptung, der Tag der Beerdigung der BGE-Angelegenheit sei historisch, finde ich leicht zu hoch gegriffen. Aus seinem langatmigen Nekrolog ist echte Trauer herauszuspüren, doch immerhin wird er über die Meuchler nicht ausfällig – wie könnte er sich dies bei rund vier Fünfteln der
Stimmenden denn auch leisten -, und er akzeptiert die Demokratie – er muss ja auch. Was einem aber doch etwas aufstösst, ist seine Ableitung aus dem Abstimmungsresultat, gemäss welcher er praktisch „ab sofort“ zur Abhängingkeit von der Fürsorge ermuntert; er ruft sozusagen dazu auf, nur unbekümmert vermehrt von der Allgemeinheit zu profitieren.

Das vorgeschlagene Grundeinkommen entspringt aus den Köpfen von orthodoxen Kommunisten, die
sich bald drei Jahrzehnte nach dem Untergang ihrer Ideologie aus ihrer Latenz herausgewagt haben,
um zu sondieren, wie es mit den Chancen ihrer Renaissance steht. Dabei ist ihnen zur Argumentation etwa ein neuer Arbeiterfeind höchst willkommen: Der aufkommende Roboter. Nicht nur haben sie nichts gelernt; die Infantilität feiert Urständ! Der Abstimmungstag ist insoweit historisch, als dass er zu
unserer grandiosen Bestürzung offenbart, wie leicht sich 22% unserer Bevölkerung von der Einführung des Marxismus in unser Staatswesen vereinnahmen lassen.




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