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Hans Hess Swissmen und Economiesuisse gegen das Tessin

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Brief von Daniele Caverzasio an Hans Hess (Präsident Swissmen, Vizepräsident Economiesuisse)

 

Seh​r geehrter Herr Hess, Sie wissen es vielleicht nicht, aber wir stehen im Tessin vor einer beispiellosen Notlage. Vielleicht wissen Sie es nicht, aber in unserem Kanton gibt es viele kranke Menschen, und leider haben viele ihre Eltern, Grosseltern und Freunde verloren. Vielleicht wissen Sie nicht, dass wir dem Land schon genug gegeben haben. Wir haben bereits die Rolle von Versuchskaninchen oder Pionieren gespielt, wie Berset uns bei seinem letzten Besuch in Bellinzona nannte. Deshalb möchte ich Ihnen sagen, dass Ihre Aussagen eine "Ohrfeige" für uns alle und insbesondere für die Beschäftigten im Gesundheitswesen ist, die mit den Schwierigkeiten und grossen Anstrengungen, die die ganze Welt anerkennt, in ihrer Arbeit beschäftigt sind.

 

Es sind Frauen und Männer, die erschöpft auch Tod und Schmerz der Angehörigen sehen, und das Tessin ist bewegt und vereint vor diesen "stillen Helden". Sie sind auch in der Seele verwundet, aber sie geben nicht auf, weil sie wissen, dass ihre Patienten und Familien noch mehr verwundet sind. Mit unserem "Stopp" helfen wir ihnen in diesem Kampf und mit unserem Applaus danken wir ihnen. Wenn Sie weiterhin die Wirtschaft vor die Gesundheit der Bürger stellen wollen, dann nur zu, aber fragen Sie nicht die Tessiner.

 

Respektie​ren Sie uns und respektieren Sie diejenigen, die der Krankheit mit Würde und Entschlossenheit entgegentreten, respektieren Sie diejenigen, die sich entschieden haben, aufzuhören, oder vielleicht sollten auch Sie aufhören und um unsere Toten trauern. Ich versichere Ihnen, Herr Hess, dass wir kämpfen und wieder aufstehen werden, in dem Bewusstsein, dass wir ein Volk sind, das in Schwierigkeiten vereint ist, und mit dem Stolz, dass wir nicht dem wirtschaftlichen Druck wie dem Ihren erlegen sind.

Gemeinsam (nicht mit Ihnen) werden wir Erfolg haben“. Vicepräsident des Kantonsrates des Tess​ins. 


Kommentare von Lesern zum Artikel

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71%
(7 Stimmen)
Brian Bader sagte Vor 10 Tagen

«Wenn Sie weiterhin die Wirtschaft vor die Gesundheit der Bürger stellen wollen, dann nur zu, aber fragen Sie nicht die Tessiner."

Huppenb​auer, Wirtschaftsethiker meint, dass die erste Reaktion richtig sei, der Gesundheit der Bevölkerung höchste Priorität zu geben. Je länger aber die Krise dauere, umso mehr müssten dann auch wieder andere Aspekte berücksichtigt werden. Was sind das für Aspekte? Es sind zwei Optionen, die gegeneinander abgewogen werden müssen. Einerseits die Leben der gefährdeten Personen und andererseits die Leben der Menschen deren Wohlergehen durch eine mögliche Wirtschaftskrise gefährdet ist.

«Doch es gebe keine übergeordnete ethische Instanz, die sagt, was wichtiger ist.»

Sozialethike​r Michael Coors:

«Trotzdem sei das Wohl der Wirtschaft wichtig: «Wir können nicht alles stilllegen, das würde mittelfristig nur zu Arbeitslosigkeit und Armut führen, und das wäre für alle schlecht.»

Ethiker​ Peter Kirchschläger:

«Je​der Mensch hat Menschenwürde, einem Menschenleben darf nicht einfach ein bestimmter Wert beigemessen werden.» Die Wirtschaft dürfe nicht mehr wert sein als ein Leben, und ein Mensch könne nicht für das Wohl der Wirtschaft geopfert werden.

https://ww​w.20min.ch/finance/ne​ws/story/Die-Wirtscha​ft-wird-ueber-der-Ges​undheit-stehen-114115​02




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68%
(19 Stimmen)
Georg Bender sagte Vor 14 Tagen

Herr Jossi

Nehmen Sie Herrn Hans Hess als das wahr, für was er steht, den Neoliberalismus!
Es hängt, auch wenn Sie es nicht wahrhaben wollen, mit dem Zahler Virus zusammen, das Virus welche das Corona erst ermöglichte!
Die Versklavung, Einsparungen und Schuldenbremse, alles Massnahmen von Idioten, zur Unterdrückung der Menschen. Hier liegen die Ursachen "begraben"!

Eines ist auch gewiss, mit dem Leben beginnt der Tod. Nur das WIE ist oft beängstigend!


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73%
(26 Stimmen)
Otto Jossi sagte Vor 14 Tagen

Nun spricht Martin Dumermuth, Direktor des Bundesamts für Justiz. Er kommt auf einzelne Massnahmen zu spreche, die in den Kantonen Uri und Tessin erlassen wurden, die zu Diskussionen geführt hätten. Genau wegen solcher Fragen hätte der Bund am vergangenen Freitag verbindliche Regelungen erlassen.

Wenn Kantone über diese Bundesregelung hinausgehe, sei das nicht gesetzeskonform. So wie das der Kanton Tessin nun getan hat, der diese Woche alle nicht für den Grundbedarf notwendigen Betriebe geschlossen hat. Das habe Konsequenzen, sagt Dumermuth: Die betroffenen Betriebe könnten sich gegen solche Schritte zur Wehr setzen.


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