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IM 13. JH. WAR ELISABETH DIE MÄCHTIGSTE IN DER SCHWEIZ

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Im 13. Jahr­hun­dert war eine Frau die mäch­tigste Per­son im Ge­biet der heu­ti­gen Schweiz. Sie hiess Eli­sa­beth von Wet­zi­kon und war von 1270 bis 1298 Fürstäbtissin de​​​​r Für­st­ab­tei Fraumüns­ter in Zürich. E­li­sa­beth war eine Toch­ter des Frei­herrn Ul­rich von Wet­zi­kon. Erst­mals er­wähnt wird sie 1265 – als Nonne im Fraumüns­ter. Ihre Er­nen­nung zur Äb­tis­sin 1270 war um­strit­ten; den Aus­schlag für ihre Ein­set­zung gab dann der Bi­schof von Konstanz, Eberhard II. von Waldburg.

Ein Fürsta​​​bt war der Abt einer Fürstab​​​​tei der zum Reichsfürsten des​​​​ Heiligen Römischen Reiches „gefürstet“ worden war, was mit dem Recht von Sitz und Stimme im Reichsfürstenrat, einem der drei Räte des Reichstags des Heiliges Römisches Reiches, einhergehen konnte. Er übte in Personalunion mit seiner geistlichen Macht auch weltliche Herrschaft über ein Territorium aus, dem er als Landesherr vorsta​​​​nd. Die Reichsvogtei Fraumünster unterstand direkt dem König.

Elisabeth wurde so zur mächtigsten Frau im Gebiet der heutigen Schweiz. Das Kloster stand im 13. Jh. auf dem Höhepunkt seiner Macht und verfügte über riesigen Grundbesitz von Süddeutschland bis in die Innerschweiz. Elisabeth besass ausserdem das Münzreg​​​​al, das ihr am 25. Januar 1274 durch Rudolf I. von Habsburg verliehen worden war; sie hatte ihn im Jahr zuvor fürstlich bewirtet. Elisabeth verpachtete die Zölle von Zürich, wählte den Bürgermeister und seinen Stellvertreter und war oberste Richterin der Stadt. Da es keinen Stadtschreiber gab, führte das Fraumünsterkloster auch die städtische Kanzlei. Elisabeth hatte Beziehungen und politischen Einfluss weit über ihre Fürstabtei hinaus. Es sind 170 Urkunden mit Elisabeths Namen erhalten. 

Nachdem Rudolf IV. von Habsburg 1273 deutscher König geworden war, kam es zu einer Entfremdung der Fürstabtei von den Habsburgern, weil Rudolf habsburgische Ministeriale als Reichsvögte einsetzte und unerlaubt Reichssteuern einzog. Nach Rudolfs Tod 1291 schloss Zürich eine befristete Koalition mit Uri und Schwyz gegen Habsburg. So wurde Elisabeths Meier über​​​​ die fürstäbtlichen Besitzungen in Uri, Ritter Arnold von Silenen, 1291 Landammann von U​​​​riMit der beginnenden Verselbständigung der Stadt Zürich nahm Elisabeths Macht nur unbedeutend ab.

 


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