Sicherheit, Kriminalität > Kriminalität & Polizei,

Massen-DNA-Test könnte Gewaltverbrechen von Emmen aufklären

Artikel weiterempfehlen

Stimmen Sie dem Artikel zu?
Melden Sie sich an und bewerten Sie diesen Artikel!

Ich bin klar für den Ein­satz von gross an­ge­leg­ten DNA-Tests in der Re­gion für die schnelle Aufklärung des bru­ta­len Ge­walt­ver­bre­chens​ an der jun­gen Frau in Emmen.

 

Wenn wir bei der Aufklärung eines solchen verwerflichen Verbrechens helfen können, erstaunt mich die Einstellung Anderer, die den breit angelegten DNA-Test aus Gründen des angeblichen Datenschutzes ablehnen!

 

Persönl​ich und beruflich setzte ich mich als Verfechter für ein starkes und sicheres Datenschutzgesetzes ein. Insbesondere bin ich gegen die Speicherung von Daten auf Vorrat von unschuldigen Menschen, so wie es die Revision des Bundesgesetzes zur Überwachung des Post- und Fernmeldeverkehrs vorsieht.

 

Aber dies hier ist ein anderer Fall! Hier wurde ein abscheuliches Gewaltverbrechen begangen, und jetzt ist es unsere Pflicht dafür zu sorgen, dass der Schuldige möglichst schnell gefunden wird. Das bedeutet, dass wir alle Möglichkeiten nutzen sollten, die uns zur Verfügung stehen. Wir sollten den breit angelegten DNA-Test einsetzen, denn es gibt unzählige Fahndungserfolge, vor allem in den USA und Deutschland, bei denen dank gross angelegter DNA-Speicheltests die jeweiligen Täter schnell gefasst und dingfest gemacht werden konnten.

 

Insofern überrascht es mich, dass laut Simon Kopp, Sprecher der Luzerner Kantonspolizei, jetzt der falsche Moment sei, um über den Einsatz von Massen DNA Tests zu entscheiden. Selbst wenn der Täter nicht aus der Region stammen sollte, so hätte man mit dieser Massnahme wenigstens nichts unversucht gelassen, was schnell zur Aufklärung des Falles führen könnte.

 

DNA Tests können in der Forensik als Erfolgsgeschichte bezeichnet werden. Tausende von Delikten konnten nur dank dieser Tests schnell und zuverlässig aufgeklärt werden. Das muss auch im Fall von Emmen möglich sein. Und natürlich müssen die DNA-Daten der getesteten Personen, welche  unschuldig sind, im Nachgang wieder gelöscht werden. Damit sollten auch sämtliche Bedenken von Unschuldigen aus der Welt geräumt werden können.

 

So hoffe ich, dass es dank dieser Methode bald möglich sein wird, den brutalen und kaltblütigen Täter von Emmen zu fassen, und hinter Schloss und Riegel zu bringen.

 

 

 

Franz Grüter, Kantonsrat, Präsident SVP Kanton Luzern


Kommentare von Lesern zum Artikel

[ Neuen Kommentar verfassen ]

0%
(5 Stimmen)
Kathrin Wacker sagte August 2015

Ich habe am Auto ein Nummernschild, dass man mich ja Büsen kann, sollte ich mal falsch Parkiere Bankgeheimnis will man aufhebe, 05promill im Auto. Aber die DNA abgeben um ein Vergewaltiger, Kinderschänder usw.zu überführen oder nur schon Präventiv wirkend, da geht der Bünzli- Bürger auf die Barrikade. Völlig unverständlich für mich. Ich bin sogar da für, dass jeder seine DNA abgeben muss. Oder haben den so viele Dreck am stecken, oder eine Leiche im Keller?!


Verstoss melden
Ihre Meinung dazu?
Melden Sie sich an und bewerten Sie diesen Kommentar!

67%
(6 Stimmen)
J. Wolf sagte August 2015

Sehr geehrter Herr Grüter

Ich finde auch, dass das dieses Gewaltverbrechen abscheulich ist und ich hoffe ebenfalls, dass es baldmöglichst aufgeklärt wird und der Schuldige einer Strafe zugeführt wird.

Was ich nun aber von Ihnen hier lese sträubt mir alles zur Verfügung stehende. Sie fordern den Einsatz von Massen-DNA-Tests und beteuern gleichzeitig wie wichtig Ihnen der Datenschutz sei. Das tönt ja wunderbar - ist aber nur die halbe Wahrheit. Mit dem Einsatz solcher Massentests unterstellen Sie im Prinzip JEDEM Einwohner der Region, dass er dieses Verbrechen begangen haben könnte.

Es ist nicht der Datenschutz der hier bedenklich geritzt wird (nebenbei - WER garantiert hier, dass alle DNA-Daten der Unschuldigen tatsächlich vernichtet werden? Es wäre doch praktisch, wenn man diese gleich auch noch bei hunderten anderen Kriminalfällen einsetzen könnte. Natürlich nur so nebenbei....) - Nein, es ist die Herangehensweise und die scheinheilige Argumentation welche mich hier stört:

1.) Einfach mal alle Einwohner einer ganzen Region unter Generalverdacht zu stellen zeugt weder davon, die Lage unter Kontrolle zu haben noch davon, einen minimalen Respekt vor der eigenen Bevölkerung zu haben.

2.) Wenn es im Nationalrat darum geht, dass Behörden einfacher Einsicht in Bankdaten kriegen sollten um Steuerhinterzieher und -betrüger aufzudecken, dann ist die SVP zuvorderst zu betonen es gehe nicht an, den Bürger unter Generalverdacht zu stellen.

3.) Wenn es darum geht, Budgets zu kürzen ist die SVP auch immer ganz weit vorne. Ein paar zusätzliche Franken für den Grenzschutz (auf Bundesebene) und ein grösseres Budget für die Polizeikräfte würde hier eine gute Figur machen - aber man kann ja nicht immer von tieferen Steuern sprechen und dann plötzlich mehr Geld ausgeben wollen.... Genauso kann man nicht mehr Sicherheit versprechen, die dafür notwendigen Mittel aber immer vorenthalten!

4.) Sie sind bereit, verschiedene Rechsstaatliche Prinzipien über Bord zu werfen wegen EINEM FALL?

5.) Der Täter soll gebrochen Deutsch gesprochen haben, hat es mal geheissen. Da ist der Verdacht natürlich nahe, dass es sich um einen Ausländer handeln müsste. Und somit ist fast zwangsweise die Reaktion Ihrer Partei gegeben mit aller Härte durchzugreifen und alle möglichen Mittel zu mobilisieren. Würden Sie dieses auch fordern wenn der Täter breiten Lozärner Dialekt gesprochen hätte?

6.) Im Jahre 2014 gab es in der Schweiz gemäss BFS 1'322 Opfer von Schwerer Angewandter Gewalt. Daneben gab es 556 angezeigte Vergewaltigungen und 168 angezeigte Schändungen.

Ihr Interesse gilt EINEM EINZIGEN FALL. Klar, er ist schlimm und verabscheuungswürdig.​ Aber das empfindet auch jedes andere der rund 2'000 Opfer im vergangenen Jahr. Wieso wollen Sie diesen Opfern ihre "Spezialhilfe" verweigern?



Verstoss melden
Ihre Meinung dazu?
Melden Sie sich an und bewerten Sie diesen Kommentar!

Seite 1 von 1

Neuen Kommentar verfassen

Sie müssen als User, Newsletter-Abonnent oder Gönner von Vimentis oder bei Facebook registriert sein, um auf diese Seite zugreifen zu können. Bitte loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich kostenlos:

Auf Vimentis direkt einloggen..
 
 ... oder mit Ihrem Facebook-Account
 
E-Mailadresse:
Passwort:

Haben Sie Ihr Passwort vergessen?