Sozialpolitik, Sozialsysteme > Armut, Fürsorge,

Miet-Schock in Bern

Artikel weiterempfehlen

Stimmen Sie dem Artikel zu?
Melden Sie sich an und bewerten Sie diesen Artikel!

Miet-Schock bei Sozialwohnungen-Plötz​lich ist die Woh­nung 20 Pro­zent teurer

Quelle Blick am Abend 23.06.2014
 
​r

BERN - Die So­zi­al­woh­nun­gen der Stadt Bern wer­den nach einer Überprüfung mas­siv teu­rer. Be­trof­fen sind Be­hin­derte und Be­tag­te.

SVP-Politikerin Bea Habegger in Bümpliz. In der Nähe wohnt V.A.

 

 

 

 

 

 ​


Kommentare von Lesern zum Artikel

[ Neuen Kommentar verfassen ]

71%
(7 Stimmen)
Herbert von Vaucanson sagte July 2014

Der Gemeinderat der Stadt Bern in einer Antwort bzgl. der Interpellation der FDP:

"Eine bedeutende Anzahl an Mieterinnen und Mieter haben von sich aus gekündigt, andere wiederum haben nachträglich noch Unterlagen eingereicht oder belegen können, dass sie die Vermietungskriterien erfüllen. Den verbleibenden Mieterinnen und Mietern sind alle Kündigungen beziehungsweise
alle​ Mietzinsanpassungen rechtsgültig zugestellt worden.

Insgesamt gingen sieben Einsprachen gegen die Kündigungen respektive die Mietzinsanpassungen ein. Eine Einsprache richtete sich gegen die Mietzinsanpassung. Diese konnte ausserhalb der Schlichtungsstelle bereinigt
werden. Die entsprechende Mieterschaft konnte nachträglich nachweisen, dass sie die Kriterien erfüllt und damit weiterhin anspruchsberechtigt ist. Sechs Einsprachen richteten sich gegen die Kündigungen. Eine Partei erhielt im Zuge der Schlichtungsverhandlu​ng eine befristete Mieterstreckung. Mit vier Einsprechenden konnte ausserhalb der Schlichtungsstelle eine Einigung erzielt
werden. Mit einer Partei konnte vor der Schlichtungsstelle keine Einigung erzielt werden.

Alle anderen Kündigungen sind inzwischen rechtskräftig. Die rechtskräftigen Kündigungen bedeuten jedoch nicht zwingend, dass alle betroffenen Mieterinnen
und Mieter ihre Wohnungen tatsächlich verlassen müssen. Die Stadt hat bereits bei Einführung der Vermietungskriterien im Januar 2011 mitgeteilt, dass auf Wunsch der Mieterschaft seitens der Liegenschaftsverwaltu​ng (heute ISB) individuell nach Lösungen gesucht wird. Die Betriebskommission
d​es Fonds für Boden- und Wohnbaupolitik hat am 28. März 2014 diesen Grundsatz bestätigt, dass jedes Begehren der Mieterschaft für den Verbleib in der Wohnung bei aber erhöhter Miete individuell zu prüfen sei. Im Vordergrund steht dabei, Härtefälle zu vermeiden. Dieser Auftrag wird umgesetzt."

Alle Fragen und Anworten bzgl. der Interpellation der FDP (30.06.14) und auch der Interpellation der SVP (30.06.14) findet man unter: http://www.bern.ch/ge​meinderat/aktuelle-an​tworten-auf-vorstoess​e

Wie sieht es mit dem Fall von Frau V. A. aus?


Verstoss melden
Ihre Meinung dazu?
Melden Sie sich an und bewerten Sie diesen Kommentar!

30%
(10 Stimmen)
Petra Hartmann sagte June 2014

N​un gut; Wer interessiert ist an besagtem, ehrlichem Meinungsaustausch, gibt sich wie ich es tat öffentlich zu erkennen und nimmt mit mir Kontakt auf, alles andere entlarvt jede/n einzelne/n als feige/n Faker/in auf der Vimentisplattform.


@Habegger kleiner Hinweis - die Nickerleinchen verändern sich - der Schreibstil insbesondere die Schreibfehler bleiben jedoch bestehen. Ein gutes Beispiel ist das Pseudo alias christiano-safado alias Peter Einstein etc. ;-)


Verstoss melden
Ihre Meinung dazu?
Melden Sie sich an und bewerten Sie diesen Kommentar!



35%
(17 Stimmen)
Bea Habegger sagte June 2014

Danke allen welche sich für den angeblichen Einzelfall V.A. eingesetzt haben. Sie war letzlich so verzweifelt und wurde gar von Nachbarn unter Druck gesetzt, dass sie den OFFENKUNDIGEN "Abzockervertrag" unterschrieben hat.

Da es sich wohlweisslich nicht um einen Einzelfall handelt, sonst könnte die Stadt den Steuerzahlern gegenüber ehrlich Daten und Fakten liefern, werde ich mich weiter für Betroffene engagieren.

Wer betroffen ist (inkl. Angehörige/Nachbarn usw.), etwas weiss, ist gebeten dies zu melden, denn nur so können auch Politiker/Innen handeln.

Wie der Blickartikel aufzeigt, es wird vertraulich behandelt.

Angaben​​ an:

Bea Habegger
SVP Stadt Bern
Postfach 6803
3011 Bern




Verstoss melden
Ihre Meinung dazu?
Melden Sie sich an und bewerten Sie diesen Kommentar!



40%
(20 Stimmen)
Bea Habegger sagte June 2014

Scheint in Deutschland nicht anders als hierzulande:

Elekt​rohändler André Dähn (35) aus Leipzig-Schönefeld: Ich muss raus, weil hier ein Asylheim reinkommt

Leipzig – Mal eben einen Wasserkocher kaufen oder einen HD-Fernseher. Das Elektrofachgeschäft von André Dähn (35) an der Gorki-/Ecke Stöckelstraße in Leipzig ist gut besucht. Stammkunden schätzen den Laden um die Ecke.
Doch damit ist im August Schluss.
Dem Händler wurde im Januar gekündigt. Da wusste noch niemand, was erst am 30. April per Eilvorlage bekannt wurde: In dem Haus soll ein Asylbewerberheim mit 60 Plätzen eingerichtet werden.
„Hier stehen so viele Häuser leer, aber wir müssen raus. Dabei sind wir schon seit DDR-Zeiten in Schönefeld“, ärgert sich Dähn und fürchtet: „Wenn wir gehen, hören noch andere Ladenbetreiber auf. Dann stirbt die Gorkistraße.“


ht​tp://www.bild.de/regi​onal/leipzig/asyl/weg​en-asylheim-elektrola​den-muss-raus-3583044​2.bild.html






Verstoss melden
Ihre Meinung dazu?
Melden Sie sich an und bewerten Sie diesen Kommentar!



43%
(21 Stimmen)
Bea Habegger sagte June 2014

Zitat:

Herbert von Vaucanson sagte Vor 33 Minuten


Schade, dass Sie an einem ehrlichen Meinungsaustausch nicht wirklich interessiert sind, Frau Habegger.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend.

*****************​******************


Oh doch und ob ich daran interssiert bin, denn sonst wäre ich sicherlich in die Öffentlichkeit/Medien​ gegangen.

Dumm lafere/bzw. vermummt uf Plattforme umseürmle cha hützutags jede/jedi...



N​un gut; Wer interessiert ist an besagtem, ehrlichem Meinungsaustausch, gibt sich wie ich es tat öffentlich zu erkennen und nimmt mit mir Kontakt auf, alles andere entlarvt jede/n einzelne/n als feige/n Faker/in auf der Vimentisplattform.


Danke, schönen Abend und gute Nacht!

Freundliche​ Grüsse

Bea Habegger
Behinderten​-Vertreterin SVP Stadt Bern
Postfach 6803
3011 Bern


Verstoss melden
Ihre Meinung dazu?
Melden Sie sich an und bewerten Sie diesen Kommentar!



38%
(21 Stimmen)
Bea Habegger sagte June 2014

HOCHINTERESSANT: Die Stadt macht keine Angaben

Zitat Schlusssatz aus Blick: "
Wie viele Behinderte und Betagte betroffen sind, ist unbekannt. Über «Zahlen zur Mieterstruktur» gibt die Stadt keine Auskunft."


Herr Von Vaucauson nennt die anspruchsberechtigte Zahl (298)......???

***​*********************​******************


Herr Von Vaucaunson

das wird die geneigten Mitbloger/Innen bestimmt interessieren, woher kennen Sie denn diese konkrete Zahl, Insiderwissen/evtl. Begünstigter und deshalb so nervös am weibeln gegen diesen Artikel/Blog?

****​*********************​*********************​*************

Ich zittiere: "Herbert von Vaucanson sagte Vor einer Stunde


Frau Habegger

Angenomme​​​n die Stadtverwaltung würde offenlegen, in wie vielen Fällen es bei den nicht mehr anspruchsberechtigten​​​ Personen (insgesamt 298) um Behinderte oder Betagte handelt. Was passiert dann?

Dann müsste, wie Herr Moser erläutert hat, trotzdem Lösungen gefunden werden, sowohl für allfällige direkt betroffene Härtefälle als auch für potentiell betroffene Personen, die einen Anspruch auf eine der Wohnungen haben.

Bei Personen, die weiterhin Anspruch auf vergünstigten Wohnraum haben, ändert sich, laut der Stadt Bern, nichts im Mietvertrag.

Bei Personen, die keinen Anspruch auf vergünstigten Wohnraum mehr haben, zeigt die Stadt Bern verschiedene Szenarien auf (abhängig von der Beurteilung). Eine davon ist die Erhöhung des Mietzinses bei Verbleib in der gleichen Wohnung.

Ohne genauere Kenntnis des Falles von Frau V. A. lässt sich also nicht sagen, ob das Vorgehen der Stadtverwaltung ungerechtfertigt oder unfair ist.



Verstoss melden
Ihre Meinung dazu?
Melden Sie sich an und bewerten Sie diesen Kommentar!

89%
(19 Stimmen)
Inge Votava sagte June 2014

Ich möchte hier erneut auf die Situation der Senioren hinweisen, die EL beziehen müssen. Pro Senectute sprach seinerzeit bei dem damaligen Vorsteher des EDI, Didier Burkhalter, vor mit der Bitte die Mietzinsbeiträge für Senioren/innen zu erhöhen, da passende Wohnungen für diesen Preis kaum je erhältlich sind. Hr. Burkhalter widersprach dem: es gäbe genug billige Wohnungen. Ja wo den? Alte Menschen können keine Mansardenzimmer bewohnen, da sie meist gehbehindert sind. Sie brauchen eine Anbindung an den öV, Arzt, Apotheke, Einkaufsmöglichkeiten​ und dergl. in näherer Umgebung, denn Autofahren können sie meist nicht mehr und selbst wenn, EL-Bezüger können sich ein solches kaum leisten.
In meiner Wohngemeinde (Agglo Basel) wurde der letzte Wohnblock mit preisgünstigen Wohnungen abgerissen. Die billigste, wohlgemerkt billigste Wohnung im neu erstellten Block kostet Fr. 2'700.-- (nein, das ist kein Tippfehler)! In den Nachbargemeinden ist es auch nicht besser.
Mir sind zwei Seniorinnen bekannt, die sich ohne gesundheitliche Notwendigkeit ins Altersheim einweisen liessen. Die sehr viel teueren EL dort werden ohne Anstand bezahlt.
Auch jüngere Menschen, die diese Thematik noch nicht interessiert, sollten bedenken, dass das Geld für EL nicht auf Bäumen wächst. Es muss von uns Steuerzahlern berappt werden.



Verstoss melden
Ihre Meinung dazu?
Melden Sie sich an und bewerten Sie diesen Kommentar!

67%
(15 Stimmen)
cristiano safado sagte June 2014

Es verhält sich so, dass der Mietzins bei den Ergänzungsleistungen für bestimmte Städte erhöht werden soll. Ein längst fälliger Schritt, denn zum Beispiel bei max. Fr. 1´100.-- für eine Einzelperson erhält ein Bezüger von EL an gewissen Orten allenfalls noch ein Zimmer; wenn überhaupt. Wann diese Erhöhung in Kraft kommt ist mir (noch) nicht bekannt. In einem Zimmer ist das Kochen in der Regel aber verboten. Einige Städtische Liegenschaftsverwaltu​ngen haben trotz des Wissens der Aenderung dieser EL-Bestimmung die Mietzinse vorzeitig und missbräuchlich erhöht (Bern, Zürich, Basel). Als Missbrauch ist m.E. in jedem Fall ein Erhöhung von 20% zu sehen wie bei dem von Frau Habegger erwähnte Fall und zwar auch dann, wenn, wenn vergleichbare Wohnungen einen höheren Mietzins haben. Und zum Satz: „Der Verantwortliche habe gesagt, er habe «das Gleiche bereits mit Betagten erfolgreich durchgezogen“ ist wie folgt zu bemerken: Die Beamten wissen genau, dass Gerichte in der Regel städtische Institutionen schützen. Das ändert aber nichts an der Unrechtmässigkeit. Betrüblich in dieser Angelegenheit ist insbesondere, dass diese Beamten am liebsten Betagte und Behinderte aufs Korn nehmen weil sie genau wissen, dass diese die Kraft meist gar nicht mehr aufbringen können, einen Prozess durchzustehen. Dabei bedenken diese Leute nicht, dass es für sie wesentlich schwerer ist eine Wohnung zu finden, als für „normale“ Leute. Viele Immobilienfirmen wollen nämlich weder Betagte, noch Behinderte in ihren Wohnungen. Viele dieser Betagten und Behinderten verbleibt danach nur noch der Gang in ein Heim. Waren früher Immobilienheinis städtischer Liegenschaften bekannt für ihren rüden Ton gegenüber den Mietern, ist heute zusätzlich noch eine Kaltschnäuzigkeit und (vermeidbare) Härte dieser Beamten gegenüber ihren Mietern dazu gekommen. Man fährt heutzutage bald besser bei einer privaten Immobiliengesellschaf​t, als in einer städtische Behausung.

Zu den Erhöhungen der Ergänzungsleistungen für bestimmte Städte vielleicht noch eine zusätzliche Bemerkung. Bezüger von Ergänzungsleistungen müssen die Nebenkosten aus dem eigenen Sack bezahlen, soweit diese nicht im Mietertrag zahlenmässig ausgewiesen sind (z.B. a Konto Nebenkoten Fr. xxx. Dieser beträgt teilweise bereits drei Mietzinse im Jahr. Eine schwere Belastung für Bezüger von Ergänzungsleistungen.​ Ganz offensichtlich hat man bei der Revision des Bundesgesetzes diese Tatsache gar nicht berücksichtigt. Die Frage sei deshalb noch einmal erlaubt: Wer muss eigentlich für unsere Politiker und Beamten denken? Die sind ja ganz offensichtlich hierzu gar nicht in der Lage.



Verstoss melden
Ihre Meinung dazu?
Melden Sie sich an und bewerten Sie diesen Kommentar!

53%
(17 Stimmen)
Beat Gurtner sagte June 2014

Auch von mir ein Kompliment zu diesem Blick am Abend Artikel.

Der Artikel erschien auch im regulären Blick.ch, wo er sogar noch 10 Kommentare generierte.

http://www.blick.​ch/news/schweiz/bern/​miet-schock-bei-sozia​lwohnungen-ploetzlich​-ist-die-wohnung-20-p​rozent-teurer-id29343​42.html


Verstoss melden
Ihre Meinung dazu?
Melden Sie sich an und bewerten Sie diesen Kommentar!

63%
(19 Stimmen)
Sägesser Barbara sagte June 2014

@Frau Habegger. Kompliment zu diesem Blickartikel! Meine es ehrlich! Was mir allerdings darin fehlt, sind die Möglichkeiten der Betroffenen (höhere EL, mehr Sozialgeld für die Miete, Mietamt?). Könnten Sie dies noch ergänzen?

Ich selber finde es jedenfalls nicht schlecht, wenn Missstände aufgedeckt und entsprechend auch beseitigt werden. In diesem Falle die Kontrolle inkl. den Konsequenzen der Anpassungen etc. Dass dies nicht allen passt, ist klar.


Verstoss melden
Ihre Meinung dazu?
Melden Sie sich an und bewerten Sie diesen Kommentar!



33%
(27 Stimmen)
Bea Habegger sagte June 2014

Interessant erscheint im Blogzusammenhang auch die Tatsache, dass Regula Mader/Abgangsenstschä​​digung Fr. 200'000.- und lange Burnoutkrankheit über die Allgemeinheit finanziert gedeckt durch RR Perrenoud (längst bekannt aus UPD-Perrenoud-Desater​​ federführend SP) inmitten beschriebenen Sozialwonungsquartier​ vor einigen Jahren eine Wohnung käuflich erwerben konnte.

http://blo​g.bernerzeitung.ch/bz​forum/index.php/43925​/abgangsentschadigung​-ist-absurd/


Ein​ Schelm, wer da an linken Filz und Missbrauch an Betroffenen zu Lasten der Allgemeinheit denkt...?


Verstoss melden
Ihre Meinung dazu?
Melden Sie sich an und bewerten Sie diesen Kommentar!

65%
(20 Stimmen)
Herbert von Vaucanson sagte June 2014

Dass das Angebot der Stadt Bern "Günstiger Wohnraum mit Vermietungskriterien"​ so arg missbraucht worden ist, ist tatsächlich ein Skandal.

Die Situation von Frau V. A., wie sie im Artikel geschildert wird, ist allerdings auch nach der Lektüre desselbigen nicht ganz klar. Die Regel "Max. 1 Zimmer mehr als dauerhaft anwesende Personen" ist eines der von der Stadt Bern offiziell definierten Vermietungskriterien.​ Hatte die besagte Frau nun einfach Pech, dass im Laufe der Überprüfungen auch dieser "Regelverstoss" bemerkt wurde? Oder wie war das? Ich kenne den Fall nicht.


Verstoss melden
Ihre Meinung dazu?
Melden Sie sich an und bewerten Sie diesen Kommentar!



39%
(18 Stimmen)
Christine Meili sagte June 2014

Jetzt hat die Jammertante vom Dienst wieder einen Blick-Artikel gefunden, um aufzufallen, obwohl es sich um einen uralten Zopf handelt.


Wo Wohnungen statt Bewohner subventioniert werden
Von Janine Hosp, Christoph Lenz, Michael Soukup. Aktualisiert am 26.02.2014

http://​www.derbun​d.ch/schwe​iz/standard​/Wo-Wohnu​ngen-statt-B​ewohner-​subventionier​t-werde​n/story/183713​50?tra​ck

Bei uns wäre das nicht passiert, heisst es in den Städten Zürich, Basel oder Luzern zu den Missbräuchen subventionierter Wohnungen in Bern. Sie kontrollieren die Mieter regelmässig und systematisch.


Gü​nstiger Wohnraum in der Stadt Bern
Günstiger Wohnraum in der Stadt Bern
Mehr als die Hälfte der Mieter in vergünstigten städtischen Wohnungen lebt unrechtmässig dort.


«System ist nicht geeignet, um Missbrauchsfälle zu verhindern»
Mieterda​​ten vor Interesse an Wohnung
Mehr gemeinnützige Wohnungen: Notwendigkeit oder des Teufels?

Ist Zürich das München von morgen?


Die Stadt Basel hat ihre Praxis 1995 ganz radikal geändert: Sie hat alle ihre Sozialwohnungen verkauft, über 1000 waren es, und unterstützt seither ihre Einwohner direkt: Familien mit kleinem Einkommen erhalten maximal 1000 Franken pro Monat, damit sie die Miete bezahlen können. Je nach Einkommen, Anzahl Kinder und Mietkosten kann es aber auch viel weniger sein. Auf diese Weise will die Stadt verhindern, dass Familien in die Sozialhilfe abrutschen. Von Alleinstehenden erwartet sie, dass sie für sich selber sorgen können.

Nachdem die Stadt Bern herausgefunden hat, dass jeder zweite Mieter ihrer subventionierten Wohnungen zu Unrecht von Vergünstigungen profitiert, ja dass sogar Millionäre darin wohnen, scheint das Modell Basel die Zukunft zu sein; nicht mehr die Wohnung, das Objekt, wird subventioniert, sondern die Menschen darin, die Subjekte. In Bern forderten bürgerliche Politiker postwendend die Abkehr von der Objektfinanzierung, und auch Finanzdirektor Alexandre Schmidt (FDP) sagte am Montag: «Das aktuelle System ist angezählt.»

«Lotte​​rwohnungen»

In Basel jedenfalls ist man zufrieden mit der heutigen Praxis, sagt Sarah Thönen, stellvertretende Leiterin des Amts für Sozialbeiträge. Die unterstützten Familien können selber wählen, in welchem Quartier sie wohnen wollen, und müssen nicht ausziehen, wenn sie mehr verdienen; sie erhalten einfach weniger oder keine Beiträge mehr. Und: Der Stadt können die «Sozialwohnungen» nie ausgehen. «Unser System ist einfach und transparent», sagt Thönen. Man wisse stets, wie viele Familien davon profitieren – zurzeit 1700, Tendenz stark steigend – und was es die Stadt jährlich koste – 8 Millionen Franken.

Dennoch zeigt das System Basel auch Schwächen. In Biel etwa lassen private Liegenschaftsbesitzer​​ ihre Wohnungen verlottern – im Wissen, dass sie diese dennoch zu überhöhten Preisen an Sozialhilfeempfänger vermieten können. Die Kosten trägt die öffentliche Hand. Obwohl sich die Behörden bemühen, die Wohnsubstanz zu verbessern, gibt es weiterhin viele «Lotterwohnungen». Wenn die Liegenschaftsbesitzer​​ zudem wissen, dass die Stadt einen Teil der Kosten übernimmt, kann dies auch die Mieten in die Höhe treiben. Sarah Thönen glaubt indessen nicht, dass dies in Basel geschieht; schliesslich wüssten die wenigsten Vermieter, dass eine Familie von der Stadt unterstützt werde.

«Niemand verdient mit»

Zürich und Luzern hingegen setzen auf subventionierte Wohnungen. Die Stadt Zürich etwa vergünstigt 6830 Wohnungen in eigenen Liegenschaften und bei Genossenschaften. Dass die Stadt wie Basel ihre Sozialwohnungen verkauft, ist undenkbar: «Gerade so gut könnte man fordern, dass das Sechseläuten abgeschafft wird», sagt Remo Montanari vom Büro für Wohnbauförderung. Luzern schuf 1984 auf Initiative der SP die Gemeinschaftsstiftung​​ zur Erhaltung und Schaffung von preisgünstigem Wohnraum. Sie besitzt 220 Wohnungen und verwaltet 58 städtische Wohnungen. Eine mit 4 Zimmern kostet im Durchschnitt 1150 Franken netto. Laut Geschäftsführer Urs Brunner beziehen 70 Prozent der 580 Bewohner Sozialhilfe oder eine IV-Rente. Die Stadtluzerner sind so überzeugt von ihrem System, dass sie am 9. Februar mit grosser Mehrheit einer Erhöhung des Stiftungskapitals um 4 Millionen zustimmten. Damit kann die Stiftung weitere 172 preisgünstige Wohnungen anschaffen.

Für den Zürcher Remo Montanari ist es ein grosser Vorteil, wenn eine Stadt selber über Wohnungen verfügt: «Die Wohnungen bleiben günstig, niemand verdient mit und schöpft den Mehrwert ab», sagt er. Und vor allem bleiben sie ihr erhalten. In einer Stadt, wo seit Jahren kaum Wohnungen frei stehen, ein grosser Vorteil.

Aber gleichgültig, ob eine Stadt die Wohnung oder die Bewohner subventioniert, alle kontrollieren die Nutzer regelmässig und – anders als Bern – nicht zum ersten Mal. «Bei uns wohnt garantiert keiner, der mehr als 6000 Franken verdient», sagt Urs Brunner von der Luzerner Stiftung. Die Bewerber müssen sich persönlich vorstellen und einen Lohnausweis vorlegen. Regelmässig wird überprüft, ob sie noch alle Kriterien für eine subventionierte Wohnung erfüllen. «Missbräuche wie in Bern sind bei uns nicht denkbar.» Auch Basel und Zürich kontrollieren alle Mietverhältnisse regelmässig und systematisch. Die Stadt Basel etwa tut dies alle 18 Monate anhand von Daten des Steueramts. Sie prüft Einkommen und Vermögen, ob noch alle Kinder zu Hause wohnen und ob sie noch minderjährig sind. Die Bewohner sind verpflichtet, Änderungen selber zu melden. Tun sie es nicht, müssen sie eine Gebühr von 80 Franken bezahlen. Bis heute wurde noch kein grober Verstoss entdeckt.

Vier Zimmer für 1100 Franken

Auch Bern hat strenge Regeln für jene aufgestellt, die eine subventionierte Wohnung möchten: So ist etwa eine fünfköpfige Familie nur dann rabattberechtigt, wenn ihr Einkommen unter 61'000 Franken liegt. Ob sie diese Kriterien aber auch noch Jahre nach dem Einzug erfüllen, hat sie erst jetzt kontrolliert. Dabei zeigte sich: 298 der 560 Mieterinnen und Mieter erfüllen sie nicht mehr – sei es, weil sie zu viel verdienen, zu viel Vermögen haben oder eine zu grosse Wohnung beanspruchen. 12 Mieter verstiessen gegen alle Kriterien.

Dabei wäre gerade in Bern eine rigide Kontrolle wichtig, denn die Anreize für Missbräuche sind hoch: Die Stadt vergünstigt 600 ihrer 2000 Wohnungen gleich um mehrere Hundert Franken. Eine 4-Zimmer-Wohnung der Kategorie «günstiger Wohnraum» kostet so maximal 1100 Franken. In ihrem Portefeuille finden sich nicht nur funktionale Arbeitersiedlungen aus dem frühen 20. Jahrhundert, sondern auch repräsentativer Wohnraum in ehemaligen Sommerresidenzen der Hautevolee


Verstoss melden
Ihre Meinung dazu?
Melden Sie sich an und bewerten Sie diesen Kommentar!



39%
(18 Stimmen)
Willy Brauen sagte June 2014

Im November 2010 habe ich in einem Papier an die Sozialdemokratische Partei, mit anderen Textabschnitten, folgenden Text geschrieben:

"zB Wohnen: Seit der Zeit, ca Mitte der 90iger Jahre, sind die Hypothekarzinse sehr tief. Alle, welche Immobilien, Häuser, oder Wohneigentum besitzen, sind glückliche Leute, im Vergleich zu den Mietern. Die Wohneigentumsförderun​g des Bundes ist völlig gescheitert. Eigentlich hätten damit die Eigentumsverhältnisse​ gefördert werden sollen (mehr Schweizer als Eigentümer). Was geschah stattdessen? Jene Leute, welche in den Genuss der Wohneigentumsförderun​g kamen, hätten sich früher, oder später ohnehin Eigentum leisten können, (Einkommensverhältnis​se) weil nur Leute in den Genuss dieser Unterstützung kamen, die gut/höher ausgebildet, oder bereits in führenden Positionen waren und einen hohen Mindestlohn bezogen, also fast ausnahmslos Leute, die ohnehin früher oder später selber in der Lage gewesen wären, Eigentum zu bilden. Diese Leute kamen so früher zu „ihrem Eigentum“. Wie viele Sozialdemokraten und Grüne sind in diese feudale Lage geraten? Es wohnen immer noch hohe Beamte mit hohen Löhnen in günstigen Sozialwohnungen, oder in subventionierten Wohnungen. Dies wäre ein SP-Thema, einmal zu untersuchen, welche vermögenden Leute in Sozialwohnungen leben? Oder wäre es zB nicht ein sozialdemokratisches Thema, auch die ärmeren Leute die sich Eigentum nicht leisten können, an den tiefen Hypo-Zinsen, bzw an den Hypothekargewinnen teilhaben zu lassen? Zb in Form von „Wohnrechten“, um im Bereich ihrer finanziellen Möglichkeiten von tiefen Hypothekarzinsen zu profitieren. Zurzeit sind das nur Besitzer von Immobilien. In genossenschaftlichen Bauten ist nur ein erschwerter Wohnungswechsel, mit finanziellen Verlusten möglich. Mit „Wohnrechten“ wäre diese Flexibilität möglich. Wohnrechte wären ähnlich wie Aktien, die man einsetzen könnte, um entsprechend weniger Mietzins zu bezahlen, um so an den Vorteilen tiefer Hypo-Zinsen zu partizipieren. (Die genaue Form wäre zu definieren) Besonders im Alter, nach der Pensionierung, wäre eine Entlastung bei den Wohnkosten, durch eben diese Wohnrechte, für Bürger mit kleineren Budgets willkommen."

Die Kritik über das Wohnungswesen lag schon damals vor. Und mit der übermässigen Zuwanderung, die sich die SP offenbar „wünscht, oder nicht reduzieren will“, wurde die Situation nur noch schlimmer.



Verstoss melden
Ihre Meinung dazu?
Melden Sie sich an und bewerten Sie diesen Kommentar!

47%
(19 Stimmen)
Hans Knall sagte June 2014

Bravo Frau Habegger!

Mit diesem Zeitungsartikel ist Ihnen ein deutliches Zeichen gelungen. Hoffen wir, dass der Fingerzeig bis auf die verantwortliche Beamtenstufe durchschlägt.


Verstoss melden
Ihre Meinung dazu?
Melden Sie sich an und bewerten Sie diesen Kommentar!

Seite 1 von 2 | 1 2

Neuen Kommentar verfassen

Sie müssen als User, Newsletter-Abonnent oder Gönner von Vimentis oder bei Facebook registriert sein, um auf diese Seite zugreifen zu können. Bitte loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich kostenlos:

Auf Vimentis direkt einloggen..
 
 ... oder mit Ihrem Facebook-Account
 
E-Mailadresse:
Passwort:

Haben Sie Ihr Passwort vergessen?