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Nahrungssicherheit: Landwirtschaft ohne Bauern

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Landwirtschaft 4.0

Für die Suchbegriffe Landwirtschaft und Robotor generiert youtube.com etwa 2.750 Ergebnisse – abgerufen am 08. September 2017 um 16:33 Uhr.

Ergebnisse für Melk-Roboter, Hack-Roboter, Hochgras-Roboter, Entmistungs-Roboter, Fütterungs-Roboter und sogar ein Rinder(Hirte)-Roboter​​ sind unter den ersten 30 Treffern zu finden.

Neben den schon im praktischen Einsatz stehenden Automaten ist Künstliche Intelligenz (AI / KI) ein grosses Thema.

Das in der Trefferliste an sechster Stelle stehende Video «The CNH Industrial Autonomous Tractor Concept» zeigt was aktuell mit Kollaborativen Agrar-Robotern möglich ist.

Mechanisierung und Automatisierung sind in der Landwirtschaft weit fortgeschritten. Das Ziel der Vollautomatisierung ist bald erreicht.

Es ist gut möglich, dass die überschuldeten Landwirte von der Hochfinanz enteignet werden, um Platz für die Agrar-Roboter zu schaffen. Tiere und Boden werden den Bauern weggenomen und den multinationalen Agrar- und Maschinen-Konzern übereignet.

Die Konzentrierung nimmt in der Landwirtschaft stetig zu. Der Tag an dem zwei oder drei Konzern, die vollständige Lebensmittel-Kette kontrollieren, liegt nahe. Eine handvoll Akteure werden die gesamte Produktionskette kontrollieren: Forschung, Saatgut, Pflanzenschutz, Landtechnik, Verarbeitung, Transport und Verkauf. Sie werden den gesamten Boden der Menschheit besitzen und alle Haustiere und Nahrungspflanzen patentiert haben.

Die Konzentrierung des Kapitals im Primärsektor (Urproduktion) und den nachgelagerten Branchen wird weiter zunehmen. Bayer und Monsanto ist nicht die letzte Fusion im Agrarbereich die zu reden gibt.

Bauer - noch ein aussterbender Beruf

Den Landwirt braucht es als Produzenten nicht mehr. Landwirte denen ihr Beruf lieb ist, werden sich ein anderes Betätigungsfeld, als die Produktion suchen dürfen.

Anfänglich wird es einige Menschen brauchen, die Kollaborativen Roboter betreuen. Wenn in 10 bis 20 Jahren die Kollaborativen von den autonomen Robotern abgelöst werden, wird die Landwirtschaft ganz ohne Menschen auskommen. Autonome Robotern bedienen, planen und reparieren sich selber.

Roboter brauchen keine Subventionen, denn sie haben keine menschlichen Bedürfnisse. Somit wird sich auch dieses leide Thema von selber erledigt haben.

Stirbt der Bauer, dann stirbt die Stadt

Rein mengenmässig betrachtet sind Agrar-Roboter produktiver als Menschen. Aber sicher als die traditionelle Landwirtschaft sind sie nicht.

Ohne externe Ressourcen geht in der Landwirtschaft 4.0 nichts. Erdöl und Strom für Maschinen, Pestizide und Kunstdünger. Gentechnisch optimiertes Saatgut für maschinelle Bearbeitbarkeit und Einmalernte. IT für Automaten und Künstliche Intelligenz.

Landwirt​​schaft 4.0 funktioniert ohne externe Ressourcen nicht. Die konventionelle Landwirtschaft führt in eine Sackgasse. Wenn Naturkatastrophen oder Kriege den Zufluss von Ressourcen beinträchtigen oder gar unterbrechen, dann hungern die Konsumenten.

Geschlos​​sener Ressourcen-Kreislauf

Wirklich sicher sind nur autarke Bauernhöfe die wie biologisch - dynamische Betriebe ihre Ressourcen selber produzieren.

  • Egal wie die Weltlage ist, darauf das Kühe Mist scheissen ist immer verlass.
  • Fruchtbare Hühne reproduzieren sich selber. Mit ihnen im Stall braucht es keine Hybrid-Hühner.
  • Gesund​​e Rinder und Nutztiere sind fortpflanzungsfähig. Zur Zucht braucht es Köfferli-Muni & Co nicht.
  • Im Gegensatz zu F1 Hybrid sind samenfeste Kulturpflanzen reproduktionsfähige. Gemüse kann im Hausgarten vermehrt werden (und Ackerfrüchte auf dem Feld).
  • usw.

Autarke selbstversorgende Landwirtschaft ist arbeitsintensiver als ihr automatisiertes Gegenstück. Obwohl mehr gearbeitet wird, sind die Erträge tiefer.

Food-Waste und der Mangel an niederschwelligen Arbeitsplätzen relativieren diese vermeintlichen Nachteile der naturnahen Landwirtschaft.


Kommentare von Lesern zum Artikel

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80%
(5 Stimmen)
Alex Müller sagte September 2017

Danke Herr Kuske für ihren ausführliche Auslegung des Wandels in der Agrarwirtschaft.
> Meine Frage zum Satz: .." Gentechnisch optimiertes Saatgut für Einmalernte ".... . Ist damit gemeint, dass dieses Saatgut "unfruchtbar" ist. Also davon keine weitere Aussaat mehr möglich ist. Würde das bedeuten, dass wir verhungern, wenn ein Agrarkonzern aus irgendwelchen Gründen ihre Samen nicht gewillt wäre, zu liefern?
> Was die "Industrie 0.4" betrifft, empfehle ich das Buch von Philip Blom: Was auf dem Spiel steht. Carl Hanser Verlag Münschen 2017. ISBN 978-3-446-25664-4


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