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Neue Kampfjets sind ein unnötiger und teurer Luxus

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Diese Woche hat das Bündnis gegen neue Kampfjets an einer Me­dien­kon­fe­renz das Re­fe­ren­dum gegen den Kauf von 22 Gri­pen-­Kampf­jets of­fi­zi­ell lan­ciert. Unzählige Gründe spre­chen dafür, die Fin­ger vom Kauf neuer Kampf­jets zu las­sen. Das Bündnis, be­ste­hend aus SP, Juso, Grünen, Jun­gen Grünen, CSP, GSoA und wei­te­ren Or­ga­ni­sa­tio­nen, setzt beim En­ga­ge­ment gegen den Kauf neuer Kampf­jets auf drei zen­trale Argu­mente:

Keine Verschleuderung von Steuermilliarden

Der​ Kauf neuer Kampfjets kostet die Schweizer Steuerzahlenden über drei Milliarden Fran­ken. Dazu kommen jährliche Unterhalts-, Instandhaltungs- und Betriebskosten. Weitere Milli­onen braucht es für den Umbau bei den Immobilien und den Kauf neuer Waffen und Tech­nologien. Beziffert sind die Vollkosten nirgends – über die gesamte Betriebsdauer dürften die neuen Kampfjets jedoch insgesamt rund neun Milliarden Schweizer Franken kosten. Die­ses Geld fehlt später anderswo: bei der Bildung, im öffentlichen Verkehr oder bei den Sozialwerken. Mit dem Sparpaket KAP 2014 wird in etwa jene Summe eingespart, die bei der Armee nicht zuletzt wegen der neuen Jets aufgestockt wurde. Gespart soll ausgerechnet dort werden, wo es allen Menschen in der Schweiz zugutekommen würde – und dies einzig und alleine, um einigen Luftwaffen-Fans ihre Flugzeugträume zu verwirklichen.

Keine​ Milliarden für einen Papierflieger

Der Gripen E ist erst ein Papierflieger. Dutzende Komponenten des Flugzeugs müssen erst noch entwickelt werden. Die Schweiz muss 40 Prozent des Kaufpreises im Voraus bezahlen ohne zu wissen, ob die Gripen-Flotte jemals abheben wird. Offen bleibt auch nach den Nachverhandlungen und stundenlangen Anhörungen in der sicherheitspolitische​n Kommis­sion, was passiert, wenn die 22 Gripen E nicht rechtzeitig oder nicht im versprochenen Um­fang geliefert werden. Das Risiko tragen die Schweizer Steuerzahlenden.

Luf​twaffe ist auch ohne neue Kampfjets gut gerüstet

Ein wirksamer Luftschirm ist auch ohne neue Jets gewährleistet: Die Schweizer Luftwaffe ist im internationalen Vergleich auch nach Ausmusterung der 54 Tiger F-5 sehr gut gerüstet. Zur Erfüllung des Luftpolizei-Auftrags genügen die vorhandenen 33 F/A-18 längst, zumal wir von Freunden umzingelt sind. Ein Luftkrieg-Szenario ist derart unwahrscheinlich, dass es sich nicht lohnt, dafür Milliarden aufzuwenden. Die F/A-18-Flotte wurde ausserdem erst kürz­lich mit dem Rüstungsprogramm 2008 für über 400 Millionen Franken kampfwertgesteigert. Der Schweizer Luftraum ist auch ohne zusätzliche Gripen-Jets hervorragend geschützt – 22 neue Jets sind purer Luxus.


Kommentare von Lesern zum Artikel

Information zur Abschaltung der Kommentarfunktion

Der Verein Vimentis hat sich entschieden, die Kommentarspalte zu den Blogs zu schliessen. In der folgenden Erläuterung erfahren Sie den Grund für diesen Entscheid.

Der Blog, und dazu gehört auch die Kommentarspalte, sind ein wichtiger Teil der Diskussionsplattform von Vimentis. Gleichzeitig sind Werte wie Respekt, Anstand und Akzeptanz für den Verein von grösster Wichtigkeit. Vimentis versucht diese Werte selbst einzuhalten, sowie auch auf der Website zu garantieren.

In der Vergangenheit wurden diese Werte in der Kommentarspalte jedoch regelmässig missachtet, es kam immer wieder zu nicht tolerierbaren Aussagen in den Kommentaren. Das Löschen dieser Kommentare ist heikel und zudem mit grossem Aufwand verbunden, welcher der Verein nicht stemmen kann. Zusätzlich können die Kommentare praktisch anonym verfasst werden, weswegen eine Blockierung der jeweiligen Personen unmöglich wird.

Folglich hat der Verein Vimentis entschlossen, die Kommentarfunktion abzuschalten und nur den Blog stehen zu lassen. Der Blog erlaubt es Personen weiterhin, sich Gehör zu verschaffen, ohne sich hinter einem Pseudonym zu verstecken. Die Änderung sollte die Blog-Plattform qualitative verbessern und all jenen Personen ins Zentrum rücken, welche Interessen an einer sachlichen Diskussion haben, sowie die oben erwähnten Werte respektieren.




17%
(6 Stimmen)
Hermann Scheuber sagte January 2014

Si vis pacem para bellum. über 2000 Jahre alte Weisheit, die die Libanesen und
Palästinenser bitter erfahren.
Ohne Schutz könnte am andern Tag schon unsere ganze Infrastruktur (=Billionen!)
völlig​ zerstört sein (erlebt im Libanon!) AKW-Angst dagegen total übertrieben.


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50%
(32 Stimmen)
Robert Mannes sagte October 2013

So so Frau Allemann. Und was ist mit den 11 Milliarden Entwicklungshilfe oder den nun bereits aufgeworfenen 150 Milliarden für Atomausstieg. (Hier sagt ihr für Sicherheit ist nichts zu teuer, aber Kammpflugzeuge dann schon).

Natürlich hat die Linke wieder vollumfängliche Unterstüztung von den Linken Medien, welche ja ständig entweder Regierungstreu schreiben oder/und Links.

Dennoch hoffe ich auf die Weitsicht der Stimmbürger


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42%
(26 Stimmen)
Hans Knall sagte October 2013

Ich staune einfach immer wieder, wenn offenbar wird, wie unendlich viele kleine Generäle und Luftkampfexperten es unter den Bloggerinnen und Kommentatoren hier in Vimentis gibt.

Die kennen jede Trigonometrie der Stummelflügel aller in Frage kommenden Flügis, sie überblicken mit Leichtigkeit die Bedrohungslagen dieser Welt für die nächsten fünfzig Jahre und sind auch jederzeit in der Lage die Vor- und Nachteile der unterschiedlichsten Waffensysteme kostenoptimiert zu gewichten.

Nimmt mich nur wunder, warum denn die meisten dieser Tausendsassas ins Marketing gehen, oder Präsidentin beim Verkehrsclub werden...



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40%
(25 Stimmen)
Mirosch Gerber sagte October 2013

Wieder so eine Religionsfrage... und wieder eine Verdrehung der Fragestellungen. Wie die ganze Armeeorganisation krankt es auch in der Abteilung Luftraumhoheit. Anstatt sich die simple Frage zu stellen für was man sich diese Flieger leisten sollte, wird eine "eigerlegende "Wollmilchsau" angeschafft oder gar keine. Das Flugi sollte alles können, aber nicht speziell gut, oder gar nix.

Man müsste sich nur mal klar von der militärischen Kriegführung verabschieden und es als (potente) Luftpolizei definieren. Dann wäre das Programm schon viel günstiger weil die teueren Optionen wie "Bomben werfen", Erdkampf, Überwachung usw gestrichen würden.

In Zukunft werden, wie das Benedikt Jorns richtigerweise erwähnt hat, Drohnen eine zentrale Überwachungs Aufgaben übernehmen, die sind nämlich viel billiger, flexibler und rund um die Uhr einsetzbar.

Wer ein Beschaffungsprogramm daran richtet wird plötzlich mit einem Bruchteil der Kosten konfrontiert und die Ziele werden erreicht.

Aber eben, lieber im Sandkasten Burgen und Schlösser bauen, damit wir dummen Schweizer glauben, es gehe ganz ohne, oder nur mit der XXL Variante...



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40%
(35 Stimmen)
Bea Habegger sagte October 2013

Die SP und derer Entouragen wollen in die EU - jedes Salamitaktikscheibche​n kommt ihnen gelegen, dieses schöne Land dessen Bürger/Innen zu schwächen, um die eigene Heimat möglichst rasch an den Bürokratenkomplexhauf​en EU zu verschenken.

Was diese wie vorangegangene Generationen erarbeitet haben versenken, ist wie wenn Eltern eine Firma aufgebaut haben und die Nachkommen wirtschaften diese Arbeit innert Kürze zu Boden, weil nie gelernt haben zu arbeiten (im Volksmund bekannt als Söhne oder Töchter von Beruf).


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44%
(16 Stimmen)
Martin Meier sagte October 2013

Leider war mein Kommentar schon fast 6 Stunden drin !!!!!


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32%
(28 Stimmen)
Paulsen Jens sagte October 2013

Die EU ist der beste Garant dafür, dass politische Konflikte innerhalb Europas nicht mehr mit Waffen ausgetragen werden. Das ist, bei allen Nachteilen dieser riesigen Bürokratie, eine weit wirksamere Sicherheit für Nicht-Krieg als die Schweizer Luftwaffe. Aus Feinden sind Nachbarn geworden - ich halte das für einen grossen Fortschritt.

Wenn mir einmal einer erklären könnte, was genau man mit diesen Fliegern eigentlich verteidigen will?
Die Frage ist nicht, ob wir unabhängig bleiben wollen, sondern ob neue Flieger ein taugliches Mittel sind, dies sicherzustellen.
Vor​ wenigen Jahrzehnten wurden Millionen und Millionen für mechanisierte Artillerie ausgegeben, im Interesse unserer Sicherheit. Auch damals wurde wie immer geweissagt, die Unabhängigkeit des Landes stehe auf dem Spiel, und wer gegen Rüstung sei, sei gegen die Schweiz. Inzwischen stehen die Panzerhaubitzen als teurer Schrott ausgemustert herum.
Wenn, wie Herr Brügger meint, die neuen Konflikte Verteilkämpfe um Ressourcen sein werden, was nützen da neue Flieger? Da hätte man mit einer konkurrenzkräftigen Wirtschaft, und die setzt in einem rohstaffarmen Land sehr gute Infrastrukturen und gute Schulen für alle voraus, doch wohl die besseren Karten.


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50%
(34 Stimmen)
Emil Huber sagte October 2013

Es ist wohl bekannt, dass die Armee eine der heiligen Kühe der Schweiz ist.
Und es wundert deshalb nicht, wenn Zeter und Mordio geschrien wird, wenn jemand bei dieser heiligen Kuh ein Horn wegnehmen und den Rotstift ansetzen will.
Es wird damit argumentiert, die Schweiz müsse unabhängig sein und deshalb brauche es diese Flieger.
Wenn aber die Schweiz bei der Nahrung ein Nettoselbstversorgung​sgrad von nur gerade 54 Prozent hat, scheint dies die Unabhängigkeit überhaupt nicht zu gefährden, weil wir haben dann ja moderne Kampfflieger, wenn mal Lieferungen aus dem Ausland ausfallen... dito bei der Energieversorgung.
D​ank den Kampfflugzeugen können wir auch die Landesgrenzen offen wie ein Scheunentor lassen, dunkle Gesellen nehmen alleine beim Anblick der Gripen Reissaus.
Stossend ist zudem, dass gerade Parteien / Politiker die sonst so für's Sparen sind, gegen Einsparungen bei der "Landesverteidigung​" sind.
Es fehlte gerade noch, wenn die Schweiz beim WEF andere Länder nicht mit modernster Luftwaffe beeindrucken könnte. Auch hätte diese "Sparfüchse" gerne olympische Spiele in der Schweiz, auch an modernster Software wie INSIEME, FIS Heer darf es nicht fehlen. Auch die AHV verbutterte mit Softwarelösungen 1/4 Milliarde.
Und natürlich muss auch ausreichend gegen Pandemien vorgesorgt werden mit genügend Medis und Impfstoffen, die dann wegen Fehlalarm teuer vernichtet werden mussten und ein paar Milliönchen mehr verbraten wurden.
Nein, da darf auf keinen Fall gespart werden. Das macht man lieber bei wirklich Invaliden, Arbeitslosen, mittelosen Rentnern und Ausgesteuerten


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43%
(21 Stimmen)
Martin Meier sagte October 2013

Ohne Stellungnahme, Kommentare löschen ,ist eine Frechheit. Oder war der Kommentar eventuell die Wahrheit ??


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40%
(20 Stimmen)
Martin Meier sagte October 2013

Wo ist mein Kommentar geblieben ?


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74%
(23 Stimmen)
Benedikt Jorns sagte October 2013

Sehr geehrte Frau Allemann

Vimentis bekommt erst dann in unserer direkten Demokratie seine potentiell mögliche Bedeutung, wenn es ungefähr entsprechend den Parteistärken Diskussionsteilnehmer​ hat. Ihr neuster Beitrag zeigt einmal mehr, dass bei gewissen Themen die Volksmeinung gemäss Umfragen anders aussieht als man beim Lesen von Vimentis denken würde. Unter den mitmachenden Ratsmitgliedern hat es einige SP-Vertreter. Doch unter den vielen Lesern ist Ihre Partei offensichtlich stark untervertreten. Es ist nicht das erste Mal, dass ich eine Vertreterin / einen Vertreter der SP dazu ermuntere, Werbung für Vimentis zu machen. Genützt hat es bis heute noch nie. Wir sind uns gewohnt, dass Ratsmitglieder viel lieber ihre Meinung publizieren, als dass sie sich an der Diskussion beteiligen. Machen Sie doch mir zu liebe eine Ausnahme. Bitte sagen Sie mir, lesen Sie unsere Antworten und sind Sie bereit, an einer Parteiversammlung Werbung für Vimentis zu machen? Es würde mich sehr freuen!


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59%
(37 Stimmen)
Stefan Maechler sagte October 2013

Wir brauchen keine neuen Jets. Zur Erfüllung der Luftpolizeilichen Aufgaben reichen die vorhandenen F/A18 vollends aus. Es ist reines Wunschdenken einen Feind aus dem Nachbarland welcher in unser Hoheitsgebiet eindringt mit Fliegern abwehren zu müssen. Warum sollte uns jemand angreifen – um unsere Berge zu erobern? Wir haben weder Rohstoffe noch sonstige strategisch wichtige Gebiete. Wenn ein Feind aus der Umgebung in Frage käme, dann wäre das nur das geschlossene Bündnis der NATO (Österreich ist zwar nicht Mitglied, aber ebenfalls von NATO Mitgliedern umgeben). Dennoch wäre ein Angriff kaum wahrscheinlich. Eher werden Sanktionen und Embargos ausgesprochen, z.B. gegen Treibstoffe. Dann ist es eh eine Frage der Zeit, bis für die Flieger kein Kerosin mehr vorhanden ist.
Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass in den vergangenen Jahren die Bedrohungsformen gegen unser Land geändert haben. Cyber-Attacken sind bereits in aller Munde – und sie werden immer Professioneller. Waren es in den 90er Jahren noch chaotischen Hacker so sind es heute hoch professionelle staatliche Institutionen welche andere Ländereien ausspionieren und gegebenenfalls auch schädigen. Wie schützen wir uns davor? Auch wenn es nicht alle gerne hören, ein Kampfjet kann da wohl kaum etwas ausrichten.
Wenn ich die Diskussion in der vergangenen Herbstsession mir verfolgt habe scheint es mir, dass sobald es um Kampfflugzeuge geht, die traditionellen bürgerlichen Parteien jede finanzpolitische Vernunft verlieren. 3.1Mia CHF ist sehr viel Geld. In derselben Session hat das Parlament zudem ein Sparpacket mit Kürzungen in AHV/IV sowie Bildung in der Höhe von 700 Mio. CHF beschlossen. Kurzerhand wurde davon aber gleich wider 600 Mio. ins Armeebudget gepulvert. Dieser Trend kann nicht so weitergehen. Angesichts der knappen finanziellen Mittel ist es notwendig, dass die Armee klare Prioritäten setzt


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52%
(46 Stimmen)
Gotthard Frick sagte October 2013

BEIJING, 15.10.2013


Ein paar grundsätzliche Worte zum Artikel von Frau Evi Allemann. Zur Landesverteidigung habe ich hier auf meinem vimentis-Bürger-Blog meine Meinung schon mehrfach geäussert. Wer interessiert ist, kann sie hier finden.

1.Es gibt keine Speckgürtel von Freunden. Wie der bedeutende Staatsmann Lord Palmerstone schon vor mehr als 150 Jahren mit Bezug auf England sagte, und es General de Gaulle verkürzt und auf Frankreich bezogen während des Zweiten Weltkrieges wiederholte:

STAAT​EN HABEN KEINE FREUNDE UND KEINE FEINDE. SIE HABEN NUR INTERESSEN!

Nur eine Schweiz, deren Armee stark genug ist, einen Krieg vom Land fernzuhalten, kann hoffen, in einem neuerlichen Krieg davon verschont zu bleiben. "Freunde" würden, wie zur Zeit der napoleonischen Kriege, uns nur dann zu "Hilfe" eilen, wenn das ihren Interessen entspräche, bzw. wenn sie ihren Feind auf unserem Territorium bekämpfen müssten, weil wir nicht mehr selber verhindern könnten, dass er bei uns eindringt, oder um unseren Luftraum, unsere Alpentransversalen, unser Industrie für sich in Besitz zu nehmen.

2. Auf meinem Blog hier kann man unter dem Titel "VON CHINA LERNEN" sehen, dass der neue chinesische Präsident der Volksbefreiungsarmee kürzlich einen sehr klaren Auftrag erteilt hat (wörtlich): „Jeden möglichen Krieg siegreich zu beenden!“ Obschon die Chinesen wie wir Schweizer mehrere Jahrzehnte schönen Wetters hinter sich haben, haben sie ihre Geschichte, besonders die 150 Jahre Ausbeutung, Krieg, Besetzung, Kolonialisierung, Demütigungen durch Europa, Japan und die USA nicht vergessen. Kein Chinese will das Risiko in Kauf nehmen, dass sich so etwas je wieder wiederholt und alle unterstützen deshalb den im Gang befindlichen Aufbau einer starken Streitmacht - ungeachtet ihrer Stellung zum Regime. Kaufkraftmässig ist das chinesische Militärbudget bereits höher als das der USA. Was ein Kontrast zur reichen, satten Schweiz, die glaubt, das schöne Wetter seit gottgegeben auf alle Zeiten gesichert, aus der Geschichte könnten wir keine Lehren mehr ziehen und bräuchten deshalb selber keine Opfer und Anstrengungen für die zukünftige Sicherheit unseres Land mehr zu erbringen.

3. Vor ca. drei Jahren, bei einem Gespräch auf dem Zentralsekretariat der SPS über die Landesverteidigung wurde ich darüber informiert, dass sich die Natur der Menschen in den letzten fünfzig Jahren völlig verändert habe, deshalb sei auch ein neuerlicher Krieg in Europa unmöglich. Ich gestatte mir auf Grund eines Überblicks über 5000 Jahre Geschichte und einer guten Kenntnis der Welt immer noch der Meinung zu sein, dass die menschliche Natur das ganze Potenzial vom Schöpferischen, Kreativen, Menschlichen, bis zum Zerstörerischen, Tierischen, Bestialischen enthält. Je nach den Lebensumständen der Menschen, setzt sich die eine oder andere Seite mehr oder weniger stark durch. In jedem Konflikt der letzten 80 Jahre, einschliesslich des Konfliktes um den Kosovo, also vor nicht sehr langer Zeit in Europa, und der gegenwärtigen Konflikte im Mittleren Osten, wurde und wird uns vorgeführt, zu welchen Bestialitäten die Menschen in rasender Wut, in blindem Hass und auf Grund eigener Leiden fähig sind. Wie werden die Menschen Europas reagieren, falls sie ihre Einkommen und Ersparnisse und Stellen verlieren sollten, weil zum Beispiel der gigantischen Schuldenberg zusammenbricht oder eine Hyperinflation das Geld auf den Wert des Papiers reduziert, auf dem es gedruckt ist?
Wir alle hoffen, das werde nicht passieren, aber wer kann es ausschliessen? Wäre es vielleicht nötig, hier nochmals in Erinnerung zu rufen, was Krieg konkret bedeutet, was hunderten von Millionen Menschen in der kurzen geschichtlichen Zeitspanne der letzten 80 Jahre von anderen Menschen alles angetan wurde?

Frau Allemann, wie unendlich viel billiger erschienen in einem solchen Fall rückwirkend die Kosten einer ernstzunehmenden Armee im Vergleich zu den Kosten, in einen Krieg einbezogen zu werden? Vom menschlichen Leiden gar nicht zu reden. Diese Rechnung müssen wir an erster Stelle machen.

4.Weltweit​ wurde unser Land wegen seiner bewaffneten Neutralität als das friedliebendste, aber auch das wehrhafteste wahrgenommen, sogar von Durchschnittsmenschen​ hier in China. Als ich einem ca. 50-jährigen, mir unbekannten Architekten, der mich in der U-Bahn Beijings ansprach, auf seine Frage, woher ich sei, sagte, ich sei Schweizer, rief er laut aus, „Ah!“, die Schweizer seien das friedliebendste Volk der Welt, aber jeder Mann und jede Frau sei in der Armee, bereit Freiheit und Unabhängigkeit zu verteidigen. Das sei die beste Landesverteidigung überhaupt. Der Mann war noch nie im Ausland und kannte Frau Evi Allemann natürlich nicht. Als ich vor wenigen Monaten mit einer chinesischen Direktorin einer grossen IT-Firma ein Gespräch führte und wir auf den Territorialkonflikt mit Japan zu sprechen kamen, platzte sie plötzlich aus dem Blauen mit dem Ausruf heraus: "Ihr Schweizer habt ja die bester Armee der Welt". Leider ist das heute nicht mehr so.

Das muss in der gegenwärtigen Weltlage unsere Sicherheitspoltik sein: strikt neutral und eine glaubwürdige Landesverteidigung aufrechterhalten.

​Gotthard Frick, SP Bottmingen, z.Zt. Beijing, China



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50%
(52 Stimmen)
Fritz Brügger sagte October 2013

Guten Morgen Frau Allemann - mit Erstaunen und Kopfschütteln habe ich Ihre Argumentation gegen den Kauf des Gripen, gelesen. Was mir auffällt, ist vor allem, dass sie in Ihrer Argumentation, die neuen geopolitischen Fakten völlig ausblenden. Ich könnte Ihnen noch zustimmen, dass wahrscheinlich unsere Nachbaren, uns vorläufig gut gesinnt sind. Die Gefahr liegt in einem ganz anderen Bereich. Amerika hat sich aus Amerika abgemeldet. Der Atlantik ist "sicher". Die spärlichen Mittel werden zunehmend im Pazifik eingesetzt um die zunehmenden Hegemoniegelüste der Chinesen unter Kontrolle zu halten. Mit dem Rückzug aus Afghanistan wird sich die Nato auflösen. Die Nato ohne Amerika funktioniert nicht. Europa ist für Amerika nicht mehr interessant. Lediglich Polen könnte in Zukunft für die Amerikaner eine strategische Rolle spielen. es sollte nicht vergessen werden, dass Millionen Amerikaner polnische Herkunft haben. Die EU ist Bankrott und ist faktisch schutzlos. Ohne Nato funktioniert die Verteidigung Europas nicht mehr. Russland will in den nächsten Jahren für x100 Milliarden aufrüsten. Deutschland ist mit seiner Energiepolitik und vor allem mit seinen massiven russischen Gaslieferungen, nicht in der Lage, noch gewillt für ganz Europa die Kohlen aus dem Feuer zu nehmen. Die Ostflanke Europas ist also fragil geworden. Was Sie völlig ausblenden, ist die Tatsache, dass künftige Konflikte Verteilkämpfe (Wasser, Energie etc.) sind. Es ist also völlig utopisch und naiv zu denken, dass wir keine Flugzeuge mehr brauchen. Denn eines ist so gewiss, wie das Amen in der Kirche; der Rest von Europa, wird keinen Finger rühren um uns, wenn nötig, zu Hilfe zu eilen. Wir sind also wie eh und je auf uns selbst angewiesen. Einer weiteren Illusion sollten Sie sich auch nicht hingeben; ein EU Beitritt würde diesbezüglich nichts, auch gar nichts ändern. Es würde wohl nicht schaden, wenn die SP gelegentlich die rote Brille mit Klarsichtgläser ersetzen würde.


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48%
(50 Stimmen)
Willy Brauen sagte October 2013

Frau Allemann, was wissen Sie eigentlich über die Sicherheitsstrategie der Schweiz?
Ich denke, die meisten Ihrer Argumente gegen eine umfassende Sicherheit (Teilbereich verbesserter Luftraumschutz durch neue Flieger) sind untauglich, wenn wir uns nicht in fremde „Hände“ begeben wollen. Denken Sie vielleicht über die folgenden Möglichkeiten nach?:

„Sollte es doch mal nötig sein unseren Luftraum besser zu schützen, beauftragen wir die EU oder die NATO uns aus der Luft zu observieren, oder wir gehen ins Kaufhaus und besorgen schnell ein par Flieger samt Piloten – und natürlich noch den Sprit dazu, so einfach ist es doch, oder nicht?“

Wegen den Kosten könnte man ja zwischendurch für 1 - 2 Jahre, einige Milliarden weniger ins Ausland verschenken. Glauben Sie nicht, man müsste den Leuten Vertrauen schenken, die es besser wissen müssten, was gut und nötig für uns ist? Ich vertraue dieser Beschaffung mehr, als der damaligen Beschaffung der Mirage-Flieger. Ihre ohnehin zu üppig gerechneten Zusatzkosten (welche übrigens grösstenteils Löhne sind, also Arbeit und Steuern ergeben) verteilen sich über mindestens 25 Jahren, was jährlich ca 300Mio ausmachen würde! Nur Beschaffung ca 120Mio. pro Jahr!



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