Abstimmungen, Initiativen > Kanton BL > Änderung des Bildungsgesetzes vom 24.9.2015; «Einführung Lehrplan 21»,

Schluss mit der Falschinformation Lehrplan 21

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Schluss mit der Falsch­in­for­ma­tion​ Lehr­plan 21

Auch die BDP hat den Lehrplan 21 ausführlich diskutiert und die noch heute vorhandene Kritik zum Lehrplan 21 ernst genommen. Dass der Lehrplan 21 eine strukturelle und organisatorische Veränderung darstellt, ist richtig. Dass der Wechsel von den Einzelfächern zu den strukturierten Sammelfächern und die Einführung der Kompetenzbeschreibung​en neu ist, stimmt auch.

Das Argument der Gegner, dass der Lehrplan 21 unter Ausschluss eines Meinungsbildungsproze​sses der Schulen im stillen Kämmerchen erarbeitet worden sei, ist eine Falschaussage und somit eine absolute Fehlinformation unserer Stimmbürgerinnen und Stimmbürger. Die Zeit zur Auseinandersetzung mit dem Lehrplan 21 war ausreichend. So haben sich nämlich im Gegensatz zur Behauptung der Gegner des Lehrplans 21 nicht nur die eidgenössische Erziehungsdirektorenk​onferenz mit dem Lehrplan 21 befasst, sondern auch die Bildungsräte bzw. Erziehungsräte in den Kantonen, die Bildungsexperten der Wirtschaftsverbände, die Bildungsexperten der Lehrerverbände und die Bildungsexperten aller Parteien. Dass die eidgenössische Erziehungsdirektorenk​onferenz ausserdem ohne Auftrag und Legitimation den Lehrplan 21 erarbeitet hätte, ist frei jeglicher Realität. Das eidgenössische Gesetz lässt diese Gestaltungsfreiraum durchaus zu.

Bevor der Lehrplan 21 mit den neuen Lehrmittel in vielen Kantonen eingeführt wurde, verlief der übliche, demokratischer Prozess. Und hier ist das Hauptproblem der Diskussion bezüglich der Einführung und besonders des Inhaltes des Lehrplan 21. Werden die zwei Vorlagen „Einführung durch den Landrat“ und „Nein zu den Sammelfächer“ angenommen, wird der Kanton Baselland zur Bildungsinsel. Was deutliche Mehrkosten und ein grosses Bildungschaos als Folge hätte. Das Ziel von HarmoS, dass Familien zwischen den Kantonen einfacher wechseln können, wäre zunichte gemacht. Der Zeitpunkt der Einführung des Lehrplan 21 stünde in den Sternen und der Kanton Basellandschaft hätte, wenn überhaupt, einen von den anderen Kantonen wesentlich abweichenden Lehrplan 21. Dies darf nicht passieren.

Aus diesem Grund empfiehlt die BDP ein klares Nein zu den beiden Vorlagen Lehrplan 21 und nur ein Ja zur Bildungsvorlage für schulisch Schwächere.

Marc Bürgi, Pratteln


Kommentare von Lesern zum Artikel

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33%
(6 Stimmen)
Peter Aebersold sagte July 2017

Die Diskusssion in der breiten Bevölkerung hat noch nicht statt gefunden. Was ist das für ein demokratischer Prozess, wenn die Volksinitiativen für mehr Mitbestimmung des Souveräns im Bildungswesen von Exekutive und Legislative abgelehnt werden? Vor was haben die Politiker Angst?

In den Medien und der politischen Diskussion bei Abstimmungen herrscht eisernes Schweigen über die „Grundlagen für den Lehrplan 21“, obschon der Grundlagenbericht auf der offiziellen Internetseite der Erziehungsdirektorenk​onferenz (D-EDK) zugänglich ist. Der „Lehrplan 21“ ist nur der Vorwand für die radikalste Systemänderung in der Geschichte unsere Volksschule. Diese Änderungen findet man jedoch nur in den "Grundlagen für den Lehrplan 21" der D-EDK und nicht im Lehrplan selber: https://www.lehrplan.​ch/sites/default/file​s/Grundlagenbericht.p​df

Die Auseinandersetzung um den Lehrplan ist nur ein Ablenkungsmanöver von der eigentlichen Systemänderung, die die Abschaffung des Unterrichts, des Lehrers und der Methodenfreiheit beinhaltet. Die Grundlagen versucht die EDK zu verschweigen, im dem sie zum Beispiel behauptet, im Lehrplan 21 stünde nichts vom "selbstgesteuerten Lernen", erwähnt aber nicht, dass das in den Grundlagen steht.

Die NZZ hat schon 2013 davor gewarnt, dass der Lehrplan nur der Vorwand für einen radikalen Systemwechsel ist: „Gewarnt sei vor einem staatlichen Umerziehungsplan, der in Form eines «modernen» Lehrplans daherkommt“. (Michael Schönenberger, NZZ 13.8.2013)

Der wichtigste Satz in den "Grundlagen" lautet: "Mit der Kompetenzorientierung​ ergibt sich eine veränderte Sichtweise auf den Unterricht. Lernen wird verstärkt als aktiver, selbstgesteuerter, reflexiver, situativer und konstruktiver Prozess verstanden."

Die "veränderte Sichtweise auf den Unterricht" bedeutet dessen Abschaffung (Reformdeutsch: "Unterricht ohne zu unterrichten"): Der Lehrer, der zum "Lernbegleiter" degradiert wird, darf nicht mehr unterrichten, weil die Schüler vom 1. Schultag im Kindergarten an "selbstgesteuert lernen" sollen, das heisst selber bestimmen, wie, wann, was und ob sie lernen wollen.

Der Bevölkerung wird Sand in die Augen gestreut, weil immer nur über den Lehrplan, aber nie über Grundlagen diskutiert wird und die EDK so ständig behaupten kann, "es ändere sich wenig" oder der "Lehrplan gehe nur die Lehrer etwas an". Unser bewährtes Volksschulsystem darf nicht heimlich am Volk vorbei beerdigt werden!

Siehe dazu auch:
Impulswelle: Vortrag Lehrplan 21, Teil 1 - Grundlagen

https:/​/www.youtube.com/watc​h?v=UZI2OR7NtD4



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71%
(7 Stimmen)
Rudolf Oberli sagte May 2016

Dass die Kompetenzen, die in einer Unterrichtseinheit erworben werden sollen, vom Lehrer formuliert werden müssen, danach unterrichtet werden müssen und entsprechend geprüft, lernte man bereits in den früheren Lehrerseminaren. In diesem neuen Lehrplan steht nur wieder einmal diese alte und für das Unterrichten unentbehrliche Forderung, auf die man beim Unterrichten nicht verzichten kann. Entsprechend breit abgestützt wurde dieser neue Lehrplan von Praktikern erarbeitet – und Politiker geht das Ganze überhaupt nichts an.


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71%
(7 Stimmen)
Carolus Magnus sagte May 2016

Zitat: «Das Ziel von HarmoS, dass Familien zwischen den Kantonen einfacher wechseln können, wäre zunichte gemacht.»

HarmoS wurde vordergründig, als etwa 7'000 Menschen (nicht Familien!) jährlich den Kanton wechselten, damit begründet, um die wahre Motivation der Zentralisierung und ergo Indoktrination quer über die gesamte Schweiz .

Zu Absatz 2
Wenn die Politik dauernd die Spielregeln im Bildungswesen meint verändern zu müssen, hat sie die falschen Experten konsultiert. Nein, eigentlich waren es schon die richtigen, die JA-Sager der Interessenvertreter; und das sind dennoch definitiv die falschen.

Aarhus (DK) – Müssen Teenager immer wieder mit ihren Eltern umziehen, leidet ihre Seele. Bei drei bis fünf Umzügen verdoppelt sich das Suizidrisiko der Teenager. Dies zeigt eine Studie mit 130.000 Jugendlichen von 11 bis 17 Jahren. Die Forscher vermuten, daß während der Pubertät der Verlust der gewohnten Umgebung besonders belastet. (Archives of General Psychiatry)

Zweite​ns würden die Kinder unter der ständigen Entwurzelung und Schulkameradenverlust​e leiden, verursacht durch ihre „wirtschafts-flexible​n“ Eltern. Kinder aus solchen Familien werden erwiesenermaßen, je nach Grad der dadurch entstandenen psychischen Verwahrlosung, beziehungsunfähig und sind später als Erwachsene massiv gegenüber andren benachteiligt, von emotional gestört bis gar seelisch verkrüppelt. Sackstark vertritt die These, daß das Phänomen der grassierenden Verbotsmanie bereits heute darauf zurückzuführen ist, daß beide Elternteile arbeiten gehen müssen, um überhaupt das Kind noch ernähren zu können – auf Kosten einer seelisch gesunden und selbstbewußten Entwicklung des Nachwuchses.

Der Psychologe Daniel Goleman glaubt: «Länger arbeiten, immer flexibel bleiben, einsam mit Computern kommunizieren – unsere Kinder werden den Preis für wirtschaftlichen und technischen Fortschritt zahlen. Denn ihre soziale und emotionale Kompetenz droht auf drastische Weise zu verkümmern.
Zwar bieten mehr Wohlstand und moderne Techniken uns allen einen höheren Lebensstandard, aber diese unaufhaltsamen Kräfte scheinen die Kindheit auf verheerende Weise transformiert zu haben. Während der durchschnittliche Intelligenzquotient amerikanischer Kinder im Lauf des vergangenen Jahrhunderts stetig gestiegen ist, bezeugten die letzten drei Jahrzehnte einen drastischen Rückgang der grundlegenden sozialen und emotionalen Fähigkeiten – derjenigen nämlich, die sie im Beruf und in Führungspositionen, als Eltern und als Ehepartner, kurzum als Mitglieder des Gemeinwesens brauchen würden.
Hinzu kommt der Faktor Technik. Heutige Kinder – der Industrie-, zunehmend aber auch der Entwicklungsländer – verbringen mehr Zeit denn je allein, auf Monitore starrend. Das Ganze läuft auf ein beispielloses Realexperiment im Bereich der Kinderaufzucht hinaus. Wenn sich solche Kinder am Ende auch gut mit Computern auskennen mögen, werden ihnen zweifellos die Fähigkeiten fehlen, die man im Umgang mit anderen Menschen benötigt.»

Suchen Sie sich die wohlwollenden, qualifizierten statt machtsüchtigen Bildungsexperten aus. Ich kann nur hoffen, Sie verantworten sich einst vor Ihren eigenen Kindern für solchen Schwachfug.

Carolu​s Magnus


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