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Schwere Rezession in der Schweiz

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Seit Jahr­zehn­ten ist die Schwei­zer Wirt­schaft schon nicht mehr so ab­ge­schmiert. Ob­wohl es noch schlim­mer hätte kom­men kön­nen ist das BIP im zwei­ten Quar­tal, dem Höhe­punkt der Co­ro­na­krise mas­siv um 8,2 Pro­zent ein­ge­bro­chen. So hat das Staats­se­kre­ta­riat​​​ für Wirt­schaft – kurz Seco – ge­mel­det, dass die Pan­de­mie zu einem his­to­ri­schen Ein­bruch füh­re. Gleich­zei­tig be­finde sich je­doch auch die ge­samte Welt­wirt­schaft in einer star­ken Re­zes­si­on.

Mehr als jeder Börsencrash, Ölpreisschock oder Finanzkrise schade der Coronavirus nun der Wirtschaft. Laut dem Leiter der Direktion für Wirtschaftspolitik und Chefökonom der Seco Eric Scheidegger, erlitt die Schweizer Wirtschaft seit Aufzeichnung der Quartalszahlen im Jahre 1980 den stärksten Rückgang des BIP seiner Geschichte. Solch einen Einbruch habe er noch nie erlebt meinte er im Gespräch mit Blick TV.

Pharmabranche einziger Lichtblick

Gerade die Pharmabranche, welche in der Coronakrise ihre Umsätze sogar steigern konnte, verhinderte einen noch kräftigeren Einbruch. Dagegen gab es in den zyklischen und konjunktursensitiven Bereichen wie Uhren, Metallindustrie, Maschinenbau sowie Präzisionsinstrumente​​​ einen herben Rückschlag. Besonders der Dienstleistungssektor​​​ brach auch stark ein. So ging die Wertschöpfung im Gastgewerbe um 54,2 Prozent und im Transport bzw. Kommunikation um 21,7% zurück. Auch Franchise-Unternehmen​​​ in der Schweiz, sei es beispielsweise im Restaurant-Sektor, hatte stark mit der Coronakrise zu kämpfen. 


Bereits der Anfang des Jahres 2019 lief wirtschaftlich schlecht

Doch schon zu Beginn der Krise rund um den Coronavirus ist die Schweizer Wirtschaft bereits um 2,5 Prozent zurückgegangen. So legten im Anschluss die Maßnahmen der Regierung zur Eindämmung des Virus zahlreiche Wirtschaftssektoren lahm. Ob Hotels, Restaurants, Hofläden und Fabriken – alle waren gleichermaßen betroffen und mussten Produktion und Verkauf stoppen. Auch auf Großveranstaltungen muss verzichtet werden. Verglichen mit der wirtschaftlichen Situation im vierten Quartal 2019, ist laut Seco das BIP kumuliert in der ersten Jahreshälfte von 2020 sogar um 10,5 Prozent gesunken. 


Wann ist die Talsohle der Coronakrise durchschritten?

Laut Eric Scheidegger gebe es erste Hoffnungsschimmer, dass sich die Situation in der Wirtschaft bessere. Gerade in der Industrie sei der Tiefpunkt wohl bereits nach dem dritten Quartal 2020 überwunden. Auch die KOF – Konjunkturforschungss​​​telle der ETH Zürich, rechnet nunmehr nur noch mit einem Rückgang von 4,9 Prozent statt anfangs 5,1 Prozent für das Gesamtjahr 2020. So komme laut KOF die Schweizer Wirtschaft vor allem im Vergleich mit den europäischen Nachbarländern relativ gut aus der Coronakrise. Auch laut Seco sei der BIP-Rückgang der Schweiz im weltweiten Vergleich im Verhältnis noch leicht ausgefallen. So ist beispielsweise das BIP von Deutschland im zweiten Quartal um 10,1 Prozent und das von Frankreich sogar um 13,8 Prozent eingebrochen. Auch Italien mit 12,4 Prozent und Spanien mit seinem historischen BIP-Minus von 18,5 Prozent kommen schlechter durch die Krise als die Schweiz.


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