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Solidarisch mit jungen Griechinnen und Griechen

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Über 20 Pro­zent der jun­gen Grie­chin­nen und Grie­chen haben kei­nen Job, haben kaum eine Per­spek­tive für ihre Zu­kunft. Sie sind die Opfer einer ri­go­ro­sen Spar­po­li­tik, auf­ge­zwun­gen von den Mächtigen in der EU und im In­ter­na­tio­na­len Währungsfonds. Die Ban­ker in den Tep­pich-E­ta­gen ap­plau­die­ren und ver­lan­gen noch mehr Spar­mass­nah­men. Die jun­gen Men­schen in Athen und in an­de­ren europäischen Schuld­ner­staa­ten da­ge­gen sind ver­zwei­felt.

In dieser Lage hat sich der Kanton Zug, respektive dessen Amt für Wirtschaft, aktiv um den Umzug von Coca Cola Helenic (CCH) von Athen nach Zug bemüht – es wird gejubelt. Man lockt multinationale Konzerne mit tiefsten Steuern an, und schwächt so die Volkswirtschaft anderer Länder. Dem griechischen Staat gehen rund 70 Millionen Franken an Steuereinnahmen verloren – im Steuerparadies Zug wird die Firma wohl einen Bruchteil davon bezahlen. Die Schweiz und insbesondere die Steuerparadiese in der Innerschweiz dienen als Steigbügelhalter für multinationale Firmen wie Coca Cola und Co. Sie bereichern sich dabei auf unverschämte Art auf Kosten von krisengeplagten Ländern und deren Bevölkerung.

Das Anlocken von Firmen aus den Krisenländern ist auch wirtschaftlich gesehen ein Unsinn: Es verschärft die Krise im Euro-Raum. Vom Euro-Raum hängen in der Schweizer Industrie und im Tourismus aber viel mehr Arbeitsplätze ab, als die nun hinzu gewonnen zwei Dutzend Kaderjobs von CCH in Zug. Und politisch ist es kurzsichtig; es erhöht den Druck aus der EU auf die Steuer-Dumping-Politi​k der Schweiz – für weitere bilaterale Gespräche ein klassisches Eigengoal. 

 

 

 


Kommentare von Lesern zum Artikel

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44%
(9 Stimmen)
Anton Keller sagte October 2012

Schon vor der Krise hatten 20% der Jungen keine Arbeit. Die Jungen werden systematisch vom Arbeitsprozess ausgeschlossen durch demokratische Beschlüsse des griechischen Volk.

Zudem haben die jungen Griechen die Möglichkeit dank Personenfreizügigkeit​ in ein anders EU-Land zu emigrieren.

Es braucht aber noch eine Weile, bis sie lernen, dass das bisherige Modell Sozialhilfe plus Schwarzarbeit nicht mehr funktioniert.


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58%
(12 Stimmen)
Thomas Steffen sagte October 2012

Herr Lustenberger,

Sie sind lustig - so wie Sie das erzählen, scheint Zug Coca Cola gezwungen zu haben sich in Zug nieder zu lassen. Gehen Sie mal davon aus, dass CC schon lange nach einer neuen Location auf der Suche ist.

Klar spielen die Steuern eine Rolle, aber die hätten ja auch nach Dubai ziehen können. Steuerlast: null Komma null ! Es gäbe noch einige andere Länder wo die Firmensteuern viel tiefer sind als in Zug (in der CH wäre das sogar Luzern).

Die Griechen haben die letzten 10 Jahre ein Frohnleben genossen, haben Vorteile genossen, welche keiner in der EU seinen Bürgern erlaubt hat. Klar sind die Bürger nicht direkt verantwortlich und die Politiker haben betrogen wo immer möglich. Aber am Schluss wählt das Volk dieses Politiker.

Also machen wir hier nicht einen auf Tränendrüsen ! Die Griechen müssen heute für ihre vergangenen Wirtschaftspolitik bezahlen. Das ist nicht lustig, aber Tatsache.


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64%
(11 Stimmen)
Werner Nabulon sagte October 2012

Ihre Unwahrheit, Herr Andreas Lustenberger, JG,
CocaCola hat sich nach Neuen Standorten Umgesehen. Nach Ansicht CocaCola kommt scheinbar kein EU Land in Frage.
Ein Unternehmen ist wie ein Reisender. Er bstimmt, wohin die Reise geht, in welchem Hotel oder Herrberge er übernachten will.
Soll also die Schweiz CocaCola verbieten, wie das im Kommunismus üblich ist, dass dieser Reisende für unbekannte Jahre hier ist?


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67%
(12 Stimmen)
Rolli Anderegg sagte October 2012

Ob nun Coco-Cola in Griechenland bleibt oder zu uns kommt ist absolut nicht matchentscheidend für Griechenland. Wir Schweizer müssen gar nichts, ausser zahlen!! Wir und die Europäer zahlen schliesslich schon genug für die Griechen. Da ist es grotesk wenn Politiker von ganz links noch solche Losungen verbreiten. Umgekehrt höre ich von den Linken dann nie, dass diese sich gegen den Wegzug von CH-Firmen ins Ausland wehren. Da passt es gut das Ihre Spezies sich gegen die Neuansiedlung von ausländischen Firmen in der CH wehrt. Die Grünen sind total wirtschafts- und wettbewerbsfeindlich und stehen nicht zur Schweiz.

Wären wir auch so korrupt wie Griechenland, mit 25% Staatsangestellten und Pensionsalter 50, dann könnten wir auch nimmer existieren. Aber anstatt das kritisch zu hinterfragen, hacken Sie wieder auf der Schweiz herum, so als ob das unsere Schuld wäre...Typisch links eben, wo wir für die Dummheiten von anderen haften müssen...


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80%
(10 Stimmen)
Hans Meier sagte October 2012

Die sind Opfer der Misswirtschaft der eigenen Regierung. Irgendwer muss Misswirtschaft immer ausbaden.
Das ist nicht die erste Firma die ins Ausland ging udn wird nicht die letzte sein. Die Refinanzierungskosten​ sind in Griechenland zu hoch, die Steuern sind nicht der wichtigste Grund.


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