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Staatsfernsehen im Tessin

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Entlarvt: Im Tes­sin herrscht Staats­fern­se­hen (NZZ)

zey. Vor einem Jahr un­ter­zeich­ne­ten kan­to­nale Behör­den und RSI im Tes­sin eine Ver­ein­ba­rung. Die da­ma­lige Me­dien­mit­tei­lung fand kaum Be­ach­tung. Es ging um einen Leis­tungs­auf­trag, den die Ra­dio­te­le­vi­sione​ Sviz­zera im Falle von Gros­ser­eig­nis­sen zu er­brin­gen hat.

Dazu gehört die Unterstützung des kantonalen Krisenstabs in der aktuellen Pandemie, von der das Tessin besonders stark betroffen ist. Wer mit dessen Kommunikationsabteilu​ng Kontakt aufnimmt, gerät an Journalisten des RSI. Insgesamt 7 Redaktoren von RSI arbeiten im Rahmen ihrer Zivilschutztätigkeit für den Kanton. Erst dadurch bekam diese Vereinbarung Publizität.

Damit unterstützt der zweitgrösste Arbeitgeber, das RSI mit rund 1100 Angestellten, den grössten, die kantonale Verwaltung. Die «Unabhängigkeit und Autonomie» der Journalisten sei dadurch «in keiner Form eingeschränkt», sagt RSI. Auch die SRG sieht darin kein Problem; eine solche Vereinbarung sei im Prinzip auch für RTR, den Sender der rätoromanischen Schweiz, möglich.

Vom staatsnahen Gebührensender angestellte Journalisten arbeiten für die Kantonsregierung, steuern deren Krisenkommunikation mit, verwalten Anfragen von anderen Journalisten, und all das soll kein Problem sein, wenn auch einmal kritisch von RSI darüber berichtet werden sollte?

Das ist in Wirklichkeit eine Form von «embedded journalism», wie er nicht einmal in der US-Kriegsberichtersta​ttung gepflegt wurde. Eine solche Einbettung von Journalisten steht der Wächterfunktion der sogenannten Vierten Gewalt diametral entgegen.

 

 

 




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