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Städte bereits auf dem Weg zum geordneten Atomausstieg

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Die meis­ten gros­sen Städte haben den Aus­stieg aus der Atom­ener­gie be­reits be­schlos­sen. Sie sind längst dar­an, sich mög­lichst un­ab­hän­gig zu ma­chen. Sie set­zen er­folg­reich auf er­neu­er­bare Ener­gi­en. Nur mit einem kräf­ti­gen JA zum ge­ord­ne­ten Atomaus­stieg am 27. No­vem­ber bleibt der Druck auf die neuen rech­ten Mehr­hei­ten in Bun­des­bern genü­gend hoch, um den Aus­stieg end­lich auch schweiz­weit mit dem nöti­gen Elan voranzutreiben.

Der Ato­m­un­fall in Tscher­no­byl hat mich als Ju­gend­li­che 1986 po­li­ti­siert. 1987 er­lebte ich die berüch­tigte Tscher­no­by­l-­Demo in Bern. Die da­mals bür­ger­lich do­mi­nierte Stadt­re­gie­rung er­tränkte diese Kund­ge­bung im Trä­nen­gas­ne­bel, dazu kamen zahl­rei­che Ver­letz­te. Das po­li­ti­sche Klima war ver­här­tet und dies galt ganz be­son­ders für die Frage des Atomaus­stiegs. Seit­her sind 30 Jahre ver­gan­gen. Spätes­tens seit dem Re­ak­torunglück in Fu­kus­hima 2011 ist sehr vie­len klar ge­wor­den, dass sol­che Un­glü­cke auch in mo­der­nen In­dus­trie­staa­ten ge­sche­hen kön­nen.

Die Stadt Bern wird seit 1992 von einer RotGrünMitte-Koalitio​n regiert. Diese hat den Atomausstieg und damit die Energiewende bereits beschlossen und setzt die Energie- und Klimastrategie 2025 konsequent um. Dazu gehören der Ausstieg aus der Atomenergie, die Minderung der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen im Gebäudebereich sowie der Ausbau der erneuerbaren Energien. Bern setzt auf auf Energieeffizienz, Solarenergie und Erdwärme. Die dezentrale Stromversorgung wird ausgebaut. Wir arbeiten daran, dass EnergieWasserBern (ewb) ausschliesslich Strom aus erneuerbaren Energien liefert. Das nur 14 Kilometer von der Stadt Bern entfernte Atomkraftwerk Mühleberg wird 2019 abgestellt und rückgebaut.

Bern ist damit nicht alleine. Die meisten anderen grösseren Städte in diesem Land setzen wie die grosse Mehrheit ihrer Bevölkerung längst auf den Atomausstieg. Das ist auch kein Wunder: Die vier grössten Deutschschweizer Städte Zürich, Basel, Bern und Winterthur liegen alle im Gefahrengebiet, also im näheren Umkreis alter Schweizer AKWs. Das ist ein Gefahrenpotenzial und ein Sicherheitsrisiko, dem sich die Bewohnerinnen und Bewohner dieser Ballungsräume nicht aussetzen mögen.

Die Volksinitiative schafft klare Verhältnisse – daran hat normalerweise auch die Wirtschaft Interesse. Der geordnete Ausstieg aus der Atomenergie gibt Rückenwind für den Ausbau neuer Energiesysteme. Dies schafft Innovationen und neue Arbeitsplätze. Verschiedene Untersuchungen zeigen, dass eine Energiewende und die Hinwendung zu Cleantech viele attraktive lokale Arbeitsplätze bei uns in der Schweiz zur Folge hätte.

Wird die Initiative angenommen, müsste die Schweiz Ende 2029 das letzte Atomkraftwerk in Leibstadt vom Netz nehmen. Bis dahin sind die erneuerbaren Energien genügend stark, um die Stromversorgung zu sichern. Ohne ein Ja zur Ausstiegs-Initiative werden die Erneuerbaren in ihrer Entwicklung womöglich gebremst. Nicht von ungefähr empfehlen auch die Bündner Ja zur Initiative. Der geordnete Atomausstieg stärkt auch die Schweizer Wasserkraft.

Was für die Städte heute schon klar ist, soll möglichst rasch fürs ganz Land gelten: setzen wir auf eine sichere Energieversorgung, auf Erneuerung und Innovation. Lassen wir uns von der faktenfernen Angstmacher-Kampagne der Atom-Lobbyisten nicht verunsichern und sehen sie als das was sie ist, ein letztes Rückzugsgefecht für eine unzeitgemässe Technologie.


Kommentare von Lesern zum Artikel

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Der Verein Vimentis hat sich entschieden, die Kommentarspalte zu den Blogs zu schliessen. In der folgenden Erläuterung erfahren Sie den Grund für diesen Entscheid.

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40%
(5 Stimmen)
Thomas Ramseier sagte March 2017

Es wäre dringend, dass sich endlich die gesamte Energiebranche mit den neuen, billigen, sauberen, fast ohne Rohstoffverbrauch und dezentralen Energieformen auseinander setzt, allen voran aber die Grünen!
Das könnte falsche Weichen stellen vermeiden.

Leider wird das Thema weltweit in der Öffentlichkeit todgeschwiegen, weil zu viele am heutigen System Geld verdienen. Es wird jedoch früher kommen als erwartet. Die Umstellung wird revolutionär sein.

Eine guten und aktuellen Überblick bietet: http://coldreaction.n​et/lenr-die-unendlich​e-und-saubere-energie​-kommt-frueher-als-ge​dacht.html

Zitat eines offen Briefes an diverse Zeitungen:

Sehr geehrte Damen und Herren

Es gab kürzlich die Antwort der europäischen Kommission auf eine Anfrage:

Antwort auf eine parlamentarische Anfrage: Quelle:http://www.eur​oparl.europa.eu/sides​/getAllAnswers.do?ref​erence=E-2016-009616&​language=EN

(Teilw​eise sinngemäß übersetzt) "Die Kommission ist sich der behaupteten Erfolge auf dem Gebiet der niedrig-energetischen​ Nuklear-Reaktion bewusst. Wie vom ehrenhaften Mitglied bemerkt, umfasst dieser Bereich einen weiten Bogen unzusammenhängender Phänomene, die die Annahme zulassen, dass nukleare Ereignisse bei relativ niedrigem Energieeinsatz geschehen. Dies wird allerdings in der wissenschaftlichen Szene debattiert und es gibt keine einheitliche Auffassung darüber, wie die Mechanismen hinter diesen experimentellen Ergebnissen aussehen.

Wie auch immer, offensichtlich wurden einige der Ergebnisse kürzlich repliziert, in einigen Fällen von angesehenen Wissenschaftlern und Laboratorien.

Dera​rtige Forschung kann im Prinzip durch das Programm Horizon (EU-Programm für Forschung und Innovation 2014 - 2020) unterstützt werden, ebenso durch den Europäischen Forschungsrat und das Europäische Programm für Zukunftstechnologien.​ (Sh. genaue Angaben im Original-Dokument).

Die vorliegende Beweislage und das steigende Investment durch Firmen und Regierungsorganisatio​nen außerhalb Europas erfordert in der Tat eine eingehende Betrachtung und Bewertung der bisherigen Ergebnisse. Im Lichte dieser Betrachtungen ist dann zu entscheiden, auf welche Weise diese Forschung zu fördern ist."

Hinter dieser Anfrage verbirgt sich die Erkenntnis, dass auf dem Gebiet der niedrig-energetischen​ Kernreaktion (LENR-Low Energy Nuklear Reactions) letztens bahnbrechende Ergebnisse erzielt wurden. Dabei irritiert die Mainstream-Physik, dass die Ergebnisse erzielt werden und auch replizierbar sind, die dahinterstehende Theorie allerdings unklar ist. Dabei hat die erzielte Energie folgende entscheidende Vorteile:

- Sie verbrauchen praktisch keine Rohstoffe

- Sie haben keinerlei schädliche Emissionen

- Sie haben keinen Landschaftsverbrauch


- Sie sind grundlastfähig

- Sie brauchen kein Verteilernetz

- Sie sind miniaturisierbar

-​ Sie sind mobil

Nach Ablauf von Patenten ist dieTechnologie frei verfügbar

Ähnlich wie bei der Elektro-Mobilität macht diese neue Technologie einen seltsamen Bogen um Deutschland, obwohl große Konzerne wie Airbus, Boeing, die NASA, Mitsubishi, Toyota und v. a. m. sich seit Jahren mit der Technologie befassen und Patente halten.

Einen guten Überblick bietet die aktuelle Ausarbeitung des Anthropcene-Instituts​. Dieses Institut gehört dem Bruder von Google-Gründer Larry Page, Carl Page, der gleichzeitig Vorstandsvorsitzender​ der Google Muttergesellschaft „Alphabet“ ist: http://coldreaction.n​et/anthropceneinstitu​te.html

Eine Zusammenfassung des gesamten Themas finden Sie hier: http://coldreaction.n​et/

Das Thema gewinnt sehr schnell an Bedeutung und es ist absolut unverständlich, weshalb es in der deutschen Politik nicht wahrgenommen wird.

Freundliche Grüße
W. Meinders"

Zitat Ende


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63%
(8 Stimmen)
Hansrudi Narr sagte February 2017

Ein geordneter Atomausstieg kann es erst geben wenn die die Lösung unseres Radioaktiven Abfalls endgültig gelöst ist. Das wir das lösen müssen sollte jeden normal denkenden Menschen klar sein.

Energie: Der Strom kommt aus der Steckdose klar doch das weiß jedes Kind. Doch die Wahrheit ist der strom ist die einzige Energieform die in jede andere Umgewandelt werden kann.
Heute reden viel über erneuerbare Energie. In welcher Form ist die Energie erneuerbar.
Mit Photovoltaik, Windräder, oder sogar Holz. Alles was ich jetzt aufgeführt habe muss mit scharfem Blick begutachtet werden. Denn alles hat wieder direkte Auswirkungen auf unsere Natur. Können wir nicht lernen aus den (Blödsinn) mit unseren Atomkraftwerken. zuerst mal die Auswirkungen überprüfen und dann entscheiden.
Wir haben jetzt noch 15 bis 20 Jahre Zeit, bis unsere Atommeiler das angebrauchte Uran voll ausgenützt hat, Vorausgesetzt man reicht es nicht mehr an. Dann können wir an den Abbau der Meiler gehen, dies dauert nochmals etwa 20 Jahre.
Darum nützen wir die Zeit, lernen mit der goldenen Energieform sparsam umzugehen und setzen sie bewusster und besser ein. so das unsere Wasserkraftwerke, mit ein paar Überarbeitungen und noch eineg dazu keine grossen sondern kleine aber sinnvolle.



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54%
(13 Stimmen)
Karlos Gutier sagte January 2017

Kann mir jemand sagen welche Städte AKW's haben ? Ist mir doch entfallen, wenn aber doch wo wurde ein AKW geordnet rückgebaut zum Atomausstieg ?

Frau Wyss kommt doch aus Bern, freut mich, dass sie Hand angelegt hat und ihr städtisches AKW geordnet rückgebaut hat.


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40%
(20 Stimmen)
RUDOLF OBERLI sagte December 2016

Das Eidgenössische Nuklearsicherheitsins​​pektorat (ENSI) ist die "unabhängige" Aufsichtsbehörde des Bundes in Brugg, welche für die nukleare Sicherheit und Sicherung der schweizerischen Kernanlagen zuständig ist. Bei Gefahr kann sie die temporäre Abschaltung verfügen (bei der bereits vorhandenen Gefahr offenbar nicht!).

https://www.ensi.​​ch/de/die-aufsichtsb​e​hoerde-ensi/aufgabe​n-​des-ensi/

Für die endgültige Ausserbetriebnahme ist der Bundesrat zuständig.

Die Mehrheit der Abstimmenden hat entschieden, dass eine Gefahr bestehen muss, bis ein KKW geschlossen wird. Dass bereits eine Gefahr besteht, will diese Mehrheit nicht wahrhaben. Sie möchte den "geregelten" Atomausstieg, also offenbar auf eine Gefahr warten, die manifest ist, die mit strahlengeschädigten und erkrankten Menschen belegt werden kann.

Dort wo der Rubel rollt, in der Nähe von KKW, wurde der Initiative auch mehrheitlich zugestimmt ...



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67%
(21 Stimmen)
Werner Nabulon sagte November 2016

Ich bin immer noch der Ansicht, es ist Sache des Souveräns zu beschliessen, ob ganz aus der Atom Energie ausgestiegen wird, oder eben nicht.
Wenn ich „Linke“ Ansichten lese, Wir steigen aus der Atomenergie aus, Wir reduzieren weiter den Gebrauch fossiler Brennstoffe beim Heizen, Wir….machen dies und jenes noch gehen auch gegen die Bonzen und deren Arbeitsplätze vor, Tja, dann wäre mal Nachdenken angebracht.
Bei der heutigen Elektronik / Elektrifizierung grad die Städte machen es vor, mit all den Datenbanken und Computersteuerungen für eine funktionierende Gesellschaft, der Elektronisierung der Häuser, all der Kommunikationsmittel den modernen, Elektrisch betriebenen ÖV und Privatfahrzeuge….
Ja​, woher soll der Strom ab 2050 kommen? Bitte veranlassen sie bereits ab heute, dass endlich in Alternative Projekte investiert wird, 2050 ist schnell da…



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67%
(24 Stimmen)
Benedikt Jorns sagte November 2016

Der Strommix von Energie Wasser Bern setzt sich gemäss Wikipedia aus 51% Kernkraft, 45% Wasserkraft und 2% Abfallverwertung zusammen. EWB ist insbesondere am Kernkraftwerk Gösgen beteiligt.

Den in Tschernobyl eingesetzten Reaktortyp gibt es in der Schweiz nicht. Wir besitzen Leichtwasserrektoren,​ wie sie abgesehen von Tschernobyl weltweit üblich sind. Bis heute gab es bei produktiv für die Stromversorgung eingesetzten solchen Reaktoren weltweit zwei Kernschmelzen. In Harrisburg mussten keine Evakuierungen in der Umgebung vorgenommen werden. In Fukushima werden zurzeit bis auf die unmittelbare Umgebung des Reaktors die evakuierten Wohngebiete wieder freigegeben. Strahlungstote gab es nicht. Gemäss BAG haben in Fukushima ca. 10 unvorsichtig bekleidete Mitarbeiter bei den Aufräumarbeiten soviel Strahlung gekriegt, wie ein Raucher mit einem Konsum von einem Cigarettenpäckli pro Tag in zehn Jahren. Bei Stauseekatastrophen sind hingegen weltweit schon mehrere 10'000 Menschen ums Leben gekommen. Allein über 2'000 in Italien.

Die vorsichtige Haltung des Schweizervolkes ist berechtigt. Photovoltaik und Windkraft dürfen wir bei der Stromproduktion nicht überschätzen. Im kritischen Winterhalbjahr decken gemäss neusten Statistiken des BFE PV nur 0,9% und Windkraft nur 0,17% unseres Strombedarfs. Auch in Deutschland deckt PV im Winterhalbjahr erst 3%.

Weltweit wird im Energiebereich zunehmend geforscht. Offenheit für kommende Entwicklungen sowohl bei den erneuerbaren Energien wie bei der Kernenergie ist die richtige Energiestrategie.

​Folgende Grafiken zeigen die langfristige Entwicklung sehr eindrücklich: www.ch-strategie.ch/G​rafiken.pdf



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