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Statt Schutz des Werkplatzes eine SVP-Rezession

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Die Schwei­ze­ri­sche Na­tio­nal­bank hat die Schweiz in eine Krise geführt. Am 15. Ja­nuar 2015 hat Tho­mas Jor­dan die Frei­gabe des Fran­ken­wech­sel­kur​­ses gegenüber dem Euro verkündet. Die Auf­gabe des Min­dest­kur­ses er­folgte mit dem fa­den­schei­ni­gen Ar­gu­ment der aufgeblähten SN­B-­Bi­lanz. Das war ver­fas­sungs- und rechts­wid­rig. Bi­lanz­pflege gehört nicht zu den Auf­ga­ben der SNB, die Be­ach­tung der kon­junk­tu­rel­len Lage und des ge­samt­wirt­schaft­l​i­chen In­ter­es­ses hin­ge­gen schon.

Nach der Frei­gabe des Fran­ken­kur­ses ju­belte die SVP. Der Präsident des Di­rek­to­ri­ums der Na­tio­nal­bank, Tho­mas Jor­dan, wurde zum Pa­trio­ten einer (EU-)unabhängigen Schweiz hoch­sti­li­siert und auf der Ti­tel­seite der Welt­wo­che ab­ge­fei­ert. Dann wandte sich die SVP wie­der der Hatz auf Flüchtlinge zu, vorab auf Men­schen aus Eri­trea, einem Land, das sich schritt­weise zu einem gros­sen Gefängnis ver­wan­delt hat, in dem die Männer während Jahr­zehn­ten Militärfrondienst leis­ten müssen. Das ge­schah auch aus wahl­tak­ti­schen Gründen, um vom enor­men Scha­den ab­zu­len­ken, den die hoch­ge­ju­belte Preis­gabe des Min­dest­kur­ses in­zwi­schen der Schwei­zer Wirt­schaft zugefügt hat.

SVP-Rezession gefährdet Unternehmen und Arbeitsplätze

Wir werden uns in den nächsten Wochen mit Vorteil neben der Verteidigung der Rechte der Flüchtlinge auch den Auswirkungen des Fehlentscheides der Nationalbank widmen. Fast täglich erreichen uns negative Meldungen aus der Wirtschaft. Nicht zum ersten Mal haben Seco, KOF und Co. die Auswirkungen eines zu starken Frankens unterschätzt. Die Schweiz muss sich mit Bayern und Baden-Württemberg vergleichen. Diese vergleichbar grossen und wirtschaftlich ähnlich starken deutschen Bundesländer boomen, während in der Schweiz die SVP-Rezession Unternehmen und Arbeitsplätze zerstört.

Die jüngsten konkreten Beispiele zeigen die SVP-Schadensbilanz in der Schweiz.

  • Tui ist weltweit der grösste Reiseveranstalter. Eine seiner Produktlinien sind die Robinson-Hotels. Auch der Schweizerhof – das Robinson-Hotel in Vulpera – war dank der Vermarktungsmacht und den Vermarktungsmöglichke​iten immer gut ausgelastet. Tui wird den Robinson-Club in Vulpera nur noch einen Winter lang weiterführen, und das auch nur, weil die Bergbahnen und die Gemeinden Tui subventionieren.
  • Der​ Kanton Schwyz ist eine SVP-Hochburg. Dank und mit Rothenthurm wurden die Moorlandschaften der Schweiz gerettet. Aufgeben muss in Rothenthurm der topmoderne Möbelhersteller Schuler. Weil er nach der Freigabe des Frankenkurses nicht mehr konkurrenzfähig sein kann.

Das sind nur zwei Beispiele von vielen. Und es werden in den kommenden Tagen und Wochen immer mehr.

Die Kritik an der SNB-Führung nimmt zu

Bisher haben politisch nur die SP und die Gewerkschaften offensiv die Wiedereinführung eines Mindestkurses von mindestens 1.20 Franken gefordert. Aber die Kritik an der SNB-Führung hat zugenommen:

  • Der emeritierte Basler Professor Peter Bernholz hat die Anbindung des Franken an einen Währungskorb von Euro und Dollar gefordert. Er erachtet die Glaubwürdigkeit der SNB als stark beschädigt.
  • Auch der den Gewerkschaften nahestehende deutsche Wirtschaftsweise Prof. Peter Bofinger hat am Swiss Economic Forum die Aufgabe des Mindestkurses kritisiert.
  • Die Bilanz kritisierte bereits früh: «Die Rezession kommt – und alle sehen zu». Die Verantwortung ortete sie klar bei der verfehlten Politik der Nationalbank.
  • Die Stimmung beginnt vor allem in der Wirtschaft zu kippen. Hart getroffen von der Frankenaufwertung sind die Maschinenindustrie, der Tourismus, der Detailhandel und neuerdings auch die bislang krisenresistenten Branchen wie die Life Sciences und die Nahrungsmittelindustr​ie.

In der Zwischenzeit versucht die Schweizer Nationalbank offensichtlich, heimlich einen neuen Mindestkurs zu verteidigen. Sonst wäre der Franken während der absichtlich provozierten Bankenschliessungen in Griechenland stärker als der Euro gewesen. Wir haben während der akuten Wirren um Griechenland einen neuen informellen Mindestkurs von 1.04 Franken erlebt. Jetzt pendelt er gegen 1.08 in Richtung 1.10. Das ist allerdings noch weit von der Kaufkraftparität entfernt.

Ohne Mindestkurs wird diese kaum zu erreichen sein. Die alternativen geldpolitischen Instrumente sind faktisch wirkungslos:

  • Der Negativzins verursacht bei einer wirksamen Höhe in der Binnenwirtschaft nicht absehbare Kollateralschäden.
  • K​apitalverkehrskontrol​len bedürften eines politischen Beschlusses.
  • Devisen​markt-Interventionen ohne formellen Mindestkurs können den Aufwertungsdruck nicht stoppen.

Die Dänen haben anfangs Jahr den Angriffen der Währungsspekulanten auf die dänische Krone erfolgreich getrotzt. Sie haben nicht nur ihren Mindestkurs verteidigt, sondern bauen ihre Währungspositionen in der Zwischenzeit schon wieder ab. Anders die SNB-Spitze. Sie haben die Spekulanten auf den Schweizer Franken gehetzt. Und müssen jetzt wieder Geld drucken, damit wir nicht in eine zu tiefe SVP-Rezession rutschen.

Wer A sagt, muss nicht B sagen. Wer einen Fehler gemacht hat, muss ihn nicht wiederholen. Der Bundesrat wird für eine glaubwürdige SNB-Spitze sorgen müssen. Ihr Präsident, Thomas Jordan, und sein Vizepräsident, Fritz Zurbrügg, haben ihre Glaubwürdigkeit verspielt. Wir brauchen eine Währung, die dem Standort Schweiz nützt und nicht schadet.

SVPler versuchen sich abzusetzen

Das merken nun auch einige in der SVP. Mit den wirtschaftlichen Schäden werden in der SVP Risse sichtbar. Die SVP-Nationalräte Alfred Heer und Ueli Giezendanner halten wenig bis nichts vor der faktenfreien Anti-Eritrea-Kampagne​. Es gäbe wichtigere Themen wie den zu starken Schweizer Franken, sagen sie. Und ausgerechnet in der SVP-nahen Basler Zeitung rechnete am Dienstag 11. August Bruno Müller-Schnyder kenntnis- und faktenreich mit der Politik der Nationalbank ab. Obertitel: «Die Aufhebung des Euro-Mindeskurses hat die Geldpolitik in die bisher grösste Krise geführt». Titel: «Enormer Schaden für die Schweiz».

Die Schadensbilanz der Freigabe des Mindestkurses wird täglich grösser. Wir müssen verhindern, dass sich die rechten verantwortungslosen Wischi-Waschi-Politik​er nun auch noch ungestraft aus dem Staub machen können.

Staatsfonds für den ökologischen Umbau der Schweiz

Und zum Schutz der Schweizer Wirtschaft braucht es nicht nur einen neuen Mindestkurs für den Franken mit Anbindung an den Euro oder einen Währungskorb mit Euro und Dollar. Ein Teil der bei der Nationalbank aufgehäuften Mittel könnte auch sinnvollerweise eingesetzt werden, um einen Staatsfonds für zukunftsweisende Investitionen zu äufnen. 


Kommentare von Lesern zum Artikel

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33%
(6 Stimmen)
Bernhard Ecklin sagte August 2015

Frau Leutenegger, wie so mancher Legislativ-Politiker gefallen Sie sich in der Rolle derjenigen die richtet, aber nicht anzurichten braucht. Es ist legitim, eine andere Meinung als die Mehrheit der Schweizer zu haben, das sei Ihnen unbenommen. Dass Sie und Ihre Partei, von unserer Bundespräsidentin angeführt, auch alles tun, um mittels unkontrollierter Einwanderung die Zahl der Hilfsbedürftigen in der Schweiz zu erhöhen, damit ihre Wählerbasis vergrössernd, ist nur die konsequente Umsetzung Ihres Parteiprogramms, das wird niemand überraschen. Dass Sie vorgeben, Gegner ungehinderten Zugangs eriträischer Wirtschaftsmigranten in unsere Sozialwerke würden "faktenfrei" argumentieren ist so unglaublich hilflos von Ihnen, dass einem Mitleid mit einer ehedem seriöser argumentierenden und solider dokumentierten Sozialdemokratin überkommt. Ein untrügliches Zeichen für Politiker die aus eigener Kraft und Überzeugung nicht mehr zu mobilisieren vermögen, ist der Verweis auf angebliche Risse im gegnerischen Lager, obwohl es in Wahrheit um nichts anderes als das in jeder wirklich demokratischen Partei stattfindende Ringen um den richtigen Weg geht; Dazu gehört, dass nicht alle zu jedem Thema und zum gleichen Zeitpunkt die gleiche Meinung haben. In der marxistisch-leninisti​​​​​schen Dialektiktradition, zu der sich der laut vernehmbare junge Teil Ihrer Partei, wie die Herren Wermuth, Roth u.a.m. gerne und stolz bekennen, ist hingegen Fakten-und insbesondere leistungsfreies Argumentieren die Regel, weil ja zur besseren Manipulation systematisch Gleichheit vor Freiheit gesetzt werden muss. Lieber haben alle zuwenig, als dass alle genug und einige mehr hätten..natürlich ist die Nomenklatura linker Parteien von diesem Grundsatz immer ausgenommen. Fahren Sie fort damit, Meinungsfreiheit bei der grössten bürgerlichen Kraft im Land nicht als Stärke, sondern als Schwäche zu verstehen. Die SVP wird es freuen.



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40%
(5 Stimmen)
Willy Brauen sagte August 2015

Ich verstehe zwar nicht soviel von Währungsproblematiken​, aber mich dünkt eines sei ziemlich klar: Die dauernde Anbindung des Schweizerfrankens an eine unsichere Währung hätte viel, sehr viel Geld gekostet. Selbst die angebliche „Absicherung“ wäre ein unberechenbares Risiko gewesen. Ob der Steuerzahler bereit gewesen wäre, dieses Risiko zu tragen, wage ich zu bezweifeln. Die SNB hat nach dem Sturzflug des Euro gut gehandelt, indem sie den tiefen Fall des Euro bei Fr. 1.20 abbremste. Damals war schon klar, dass das nur ein Übergang war und der Zeitpunkt irgendwann kommen musste, diese Anbindung auch wieder auf zu heben, um sie wieder dem freien Markt zu überlassen. Es dauerte immerhin 3 Jahre! Erfahrungen aus der Vergangenheit haben gezeigt, wie wenig Nutzen eine Anbindung an eine Währung, oder fixe Wechselkurse, gebracht haben. Sinn eigener Währungen, besonders bei so unterschiedlicher Volkswirtschaften wie in Europa, oder auch weltweit, ist doch die gegenseitige Anpassung der Leistungsfähigkeit, mal auf, mal ab! Genau da krankt der Euro im Euroland, dass er nicht angepasst werden kann! (grob: Nord- und Südstaaten) Bei Importen musste Ich damals, als der Euro eingeführt wurde, mit einem Wechselkurs bei ca Fr. 1.60 rechnen. Ende 2007 mit einem Höchststand von Fr. 1.68! Nach und nach verlor der Euro seine Härte. Der Zerfall einer wichtigen Währung birgt für die Exportindustrie immer Probleme, wenn die Anpassung nicht schnell genug gemacht werden kann. Die SNB tut gut daran keine fixen Wechselkurse einzuführen, oder höchstens im Notfall, während einer kurzen Übergangs/Anpassungsf​rist, oder gelegentliche, kleine "Anpassungen", im Rahmen eines Ausgleichs, bzw keiner zu grossen Sprüngen.


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56%
(9 Stimmen)
Willy Brauen sagte August 2015

Eigentlich müsste Frau SLO, als SP-Frau die Aufhebung des Mindestkurses sehr begrüssen, weil nämlich sämtliche Importe aus dem EURO-Raum um 10 - 15% billiger wurden! Auch viele Rohstoffe für die Industrie wurden günstiger! Die SNB kann eine solche Änderung nicht ankündigen, oder etappieren, weil sonst die Spekulanten in "Aktion" getreten wären! Die Vergangenheit hat hinlänglich gezeigt, dass eine Wechselkursanbindung an andere Währungen immer gescheitert sind. Als Notfall für eine beschränkte Zeit mag das vielleicht noch sinn machen.


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60%
(10 Stimmen)
Franz Krähenbühl parteifrei sagte August 2015

Frau SLO
Ihr Zitat:"Wir brauchen eine Währung, die dem Standort Schweiz nützt und nicht schadet."

Sagen Sie uns bitte, an welche Währung Sie denken.
Was darf es für eine Währung sein, die Ihnen als heilsverprechend vorschwebt?




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50%
(10 Stimmen)
Roland Marquis sagte August 2015

Wegen Frankenstärke: Die Befürchtungen der Maschinen-Industrie bewahrheiten sich.
Der starke Franken trifft die exportorientierte Maschinenindustrie besonders hart.
Ihre Befürchtungen aus dem Februar 2015 scheinen sich nun zu bestätigen:

http:/​/www.aargauerzeitung.​ch/wirtschaft/die-bef​uerchtungen-der-masch​inen-industrie-bewahr​heiten-sich-129461287​


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47%
(17 Stimmen)
Mirjam Steiger-Stähli sagte August 2015

Guten Tag Frau Stutz
Sie sprechen mir aus der Seele: Eine bürgerliche Geisteshaltung zeichnet sich durch das Bestreben aus, die eigenen Existenzprobleme selber zu lösen, anstatt anderen aufzubürden.
In dem Sinne, wünsche ich Ihnen noch einen gäbigen Tag.
Herzliche Grüsse aus Spiez


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47%
(19 Stimmen)
Elsi D. Stutz sagte August 2015

"Wer A sagt, muss nicht B sagen."

Das glaubt man aber auch nur bei der SP! A anzetteln und B der Allgemeinheit überlassen, darin seit ihr ja besonders gut!
Angefangen bei der EU und aufgehört bei jedem einzelnen Sozialfall. Für A konnte er selbst sorgen, aber bei B muss die Allgemeinheit ihn solidarisch unterstützen. Weil als SP Wähler ist man für die eigenen Fehler NIE selbst verantwortlich. Aber wir leben hier nicht in einer Planwirtschaft, Frau Oberholzer. Und wenn Ueli Giezendanner als Transportunternehmer ein Problem mit dem Mindestkurs hat, kann einem das ja wohl kaum erstaunen, welcher Partei er angehört, hat dabei doch gar keine Relevanz.

Aber für das SVP Bashing, kommt Ihnen das natürlich sehr gelegen! ;-)

Etwas gar billig, dem Stimmbürger so ein A für ein O verkaufen zu wollen.


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(18 Stimmen)
Mirjam Steiger-Stähli sagte August 2015

Der Mindestkurs kommt einer staatlichen Subvention gleich, die allerspätestens mit dem Ende des Euros wegbricht- und sich erst dann nach neuen Märkten umzusehen ist für Unternehmen und Arbeitnehmer wesentlich schlimmer, als die Tragödien, die Frau Leutenegger Oberholzer aufzählt. Die Frei­gabe des Fran­ken­wech­sel­kur​​­ses gegenüber dem Euro ist ein längst überfälliger Schritt, sich vom Verschwenderkonstrukt​ namens EU loszulösen; denn das Ende des Euros ist absehbar und es ist höchste Zeit, dass die Wirtschaft die nötigen Umstrukturierungen trifft. Mit massiven Steuersenkungen und einem Mehrwertsteuernormals​atz von höchstens 4 statt 8% wäre allen mehr geholfen als mit SVP-Bashing und Realitätsverweigerung​.


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56%
(16 Stimmen)
Jakob Speiser sagte August 2015

Frau SLO, die ganze Nation hat natürlich sehnsüchtigst auf ihre unerlässlichen Einschätzungen auch zu diesem Thema gewartet. Leider ist typisch für Sie, dass sie immer erst hinterher mit irgend welchen "schlau tönenden" Kommentaren zu einem Thema daher kommen, wenn bereits allen klar ist was Sache ist. Ihre Kommentare sind aber total "kakophon" (bereits beim Untergang der Swissair, via UBS bis heute), d.h. nichtssagend, bloss ihre ideologische Leier, aber nie konkrete Vorschläge !! Sie posaunen doch sonst immer linkeste Parolen, z.Bsp. über zu hohe Preise, aber nun gingen alle Preise der Importe zurück, ist doch schön, oder ? Wenn sie nun über Arbeitsplätze jammern, sieht man wie wendehälsrelisch sie agieren. In den lezten Jahren waren alle ihre Initiativen und sozialistischen Träume allesamt im Endeffekt darauf aus, Arbeitsplätze zu killen und den Werkplatz zu torpedieren, siehe die vielen produzierenden Firmen (wo das Gros der Arbeitsplätze eben mal sind) sie und ihre Riege bereits aus der Schweiz hinausgeekelt haben ! Dass sie nun auch den Realitätsbezug verloren haben und nochmlas kandidieren wollen, ist meiner Meinung nach eine Beschädigung des Baselbiets !!


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74%
(19 Stimmen)
Roman Rauper sagte August 2015

Als SVP Wirtschaftsmann muss ich hier klar dagegen halten. KEINER meiner Kollegen in der SVP hat gejubelt als der Frankenkurs fallen gelassen wurde! Es gibt auch keinen einzigen Grund zum Jubeln!

Ich war eher schockiert, dass man kurz nach dem SNB-Entscheid aus anderen Kreisen Allheilmittel präsentiert bekam, die eine Verstaatlichung einiger Betriebe forderten, etc.

Als Geschäftsführer und Interim Manager führe ich mit vielen Geschäftsleitungsmitg​liedern (egal welcher Parteizugehörigkeit) Gespräche und natürlich hat der SNB Entscheid für Diskussionsstoff gesorgt.
Ein paar Wochen vor dem Entscheid diskutierten wir über Szenarien welche die SNB wohl treffen könnte um sich gegen den Druck zu wehren. Dabei stand natürlich die Frage im Raum, ob sie wohl den Kurs schrittweise aufgeben wird oder mit einem Knall (Letzteres war bekanntlich der Fall).
Seit dem Entscheid handeln die Diskussionen vor allem um Meinungs- & Erfahrungsaustausch, um Ideen und Lösungsansätze, um die Sicherstellung der Zukunft der eigenen Firma und der Arbeitsplätze, um die Diskussion der Verlagerung versus (noch mehr) Effizienzsteigerung und Innovation, etc.

Doch sind wir ehrlich, der SNB-Entscheid war voraussehbar und verständlich. Der Zeitpunkt und die Art des Entscheides war nur nicht bekannt.
Wer sich mit den Währungskrisen beschäftigt hat, der weiss z.B. über den Angriff auf das Britische Pfund 1992 und die Asienkrise 1997 Bescheid. Dabei waren es z.B. in der Asienkrise die Tigerstaaten, welche den an den USD fixierten Kurs Ihrer Währung nicht halten konnten und bei der schlussendlichen Aufgabe des fixen Kurses Milliarden in den Sand setzten!
Da ich mein EMBA in Hong Kong absolvierte, habe ich mit vielen Top Geschäftsleuten aus dieser Region gesprochen, welche die Krise hautnah miterlebt haben. Ihr Fazit: wenn es nicht mehr möglich ist einen Kurs zu halten, dann sollte man ihn besser früh als spät aufgeben!

Genau dies hat die SNB getan, basierend auf einer klaren Faktenlage...

Fakt​ ist, das die EZB mit Ihrer Euro-Politik den Markt mit Geld überflutet. Fakt ist auch, dass mehrere europäische Staaten kleinere und grössere finanzpolitische Probleme haben. Fakt ist, dass diese Unsicherheitsfaktoren​ automatisch zu einer Stärkung des Frankens führten. Fakt ist aber auch, dass wir zum Glück keinem grossangelegten Angriff von Spekulanten (a la George Soros) zum Opfer fielen und die SNB recht frei von Druck Ihre Entscheide fällen konnte.

Die Aufhebung des Frankenkurses der SNB war und ist verständlich!

Doch​ einen Grund zum Jubeln gab und gibt es NICHT!!

Wer weiss wie schwierig es ist in der Industrie für über 100 Mitarbeiter Verantwortung zu übernehmen und die Lohnzahlungen sicherzustellen, der hat in einer solchen Situation keinen Grund zu jubeln. Nach dem Entscheid hat jeder verantwortliche Geschäftsführer die "Ärmel hochgekrempelt" und arbeitet (noch heute) an der Zukunft seines Unternehmens und der Sicherstellung der Arbeitsplätze.


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52%
(21 Stimmen)
Susanne Leutenegger Oberholzer sagte August 2015

Zum MIndestkurs und zur SNB-Politik sei den Vimentis-Leserinnen und Leser die Lektüre der heutigen Schweiz am Sonntag empfohlen.
1. Wirtschaftsminister Schneider-Ammann sieht den Ernst der Lage und sagt: "Der Euro-Kurs müsste klar über 1.20 liegen". http://www.schweizams​onntag.ch/ressort/pol​itik/wirtschaftsminis​ter_schneider-ammann_​es_ist_ernst/
2. Der frühere Nationalbank-Berater und Ökonom Bruno Müller-Schnyder meint: Die "Nationalbank-Spitze ist nicht mehr glaubwürdig" und sieht eine Rückkehr zum Mindestkurs als einzige Lösung.
http://www.schweiza​msonntag.ch/ressort/n​achrichten/nationalba​nk-berater_fordert_ne​uen_mindestkurs/


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48%
(23 Stimmen)
Franz Krähenbühl parteifrei sagte August 2015

Frau S.L.O - ellenlanger Name - zeugt von enormem Wissenspotential. Sie stellt das ganze SNB-Direktorium in den Schatten. Verwunderlich nur, dass sie sich als Mitglied des NR begnügen muss. Da gehen kolossale Kapazitäten verloren!

Wenn ich ihren noblen Blog lese, bin ich sicher, dass das soziale Gewissen der Nation in ihren Liegenschaften einer angemessen grossen Anzahl Eritreer unentgeltlich Platz zur Verfügung stellt.

Wenn ich von Noblesse spreche, meine ich natürlich die noble Gesinnung, die dieser Blog versucht zu bezeugen. Damit meine ich nicht die tollwütigen Rundumschläge, die diese Dame gegen Rechts austeilt. Arrogante Belehrungen dieser Art kann die Direktion der Schweizerischen Nationalbank nur mitleidig lächeln. Merkwürdigerweise wird die SNB in der Wirtschaftspresse, auch in den USA, London und in Frankfurt immer wieder als kompetent, mustergültig und umsichtig gerühmt. Nicht so, natürlich in Paris und in Mailand. Dort schweigt man…

Vielleicht glaubt die Verfasserin dieses Wut-blogs damit, ein paar Stimmen mehr zu erheischen…



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46%
(26 Stimmen)
Dany Schweizer sagte August 2015

Zitat: "Wir müssen verhindern, dass sich die rechten verantwortungslosen Wischi-Waschi-Politik​​er nun auch noch ungestraft aus dem Staub machen können."

Ich ich wünsche mir, dass Jene die den heutigen Sozialwahnsinn herbeigerufen haben, zur Rechenschaft gezogen werden. Sie, eine unserer sog. PolitikerInnen, müssen noch nicht mal gerade stehen für den Koruptionswahnsinn welcher alleine im Sozialwesen entstanden ist.

Sozial hat niemand etwas dagegen - aber gegen alle Verwaltungsratsmandät​li welche mit dieser geschaffen und untereinander verteilt wurden.

Sozial heisst wie es Herr Hottinger hier deklariert hat: "Gebt dem Hungenden eine Fischerrute, zeigt Ihm wie man fischen kann" - das ist Sozialdenken, das gibt dem Betroffenen das Selbstbewuss-Sein zurück und er kann sich wieder in die Gesellschaft eingliedern. So wie heute degradiert man jegliche Menschen die in Not geraten zu genau dem was die Institution heisst - Hilfsleistung - also ein Mensch welcher zu bittsteller wird und so dem Wenigen was er noch hat beraubt wird. Seiner Selbstachtung.....


Ich würde also sagen, dass ALL Jene die uns das eingebrockt haben, sich aus dem Staub machen sollten. Würde mich pers. nicht stören, wenn ich nur noch die Staubfahne sehen würde.




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88%
(16 Stimmen)
Roland Marquis sagte August 2015

Zur Kaufkraftparität der folgende Vergleich:

In Deutschland kostete ein Weizenbier 3.00 Euro; in Österreich 3.60 Euro.

In der Schweiz hat der Wirt letztlich gerade aufgeschlagen; Ich musste 8.00 sFr bezahlen.


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50%
(18 Stimmen)
Hermann Scheuber sagte August 2015

Wer an sich mehr als an den Fachmann glaubt, darf sich nicht wundern, wenn er in ein Wespennetz sticht.


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