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Strom vom Dach - günstiger als aus dem Netz?

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Seit 2014 darf So­lar­strom zur Re­duk­tion der Strom­bezugs­rech­nun​​g di­rekt vor Ort kon­su­miert wer­den. Davon ma­chen be­reits gut 20'000 Schwei­zer Ein­fa­mi­li­en­haus-​​­Be­sit­zer Ge­brauch. Ei­gen­ver­brauch ist je­doch je nach Strom­ta­rif-­Kon­di­​​tio­nen meist erst wirt­schaft­lich, wenn über 30% vom So­lar­strom zeit­gleich kon­su­miert wird. Ein Ein­fa­mi­li­en­haus,​​ das mit 5000 kWh etwas mehr Strom pro­du­ziert als es über das Jahr benötigt, ver­braucht oft we­ni­ger als 20% zeit­gleich. Bei einem Mehr­fa­mi­li­en­haus​​ kann das an­ders aus­se­hen: Wenn unter einem 20'000 kWh pro­du­zie­ren­den Dach 8 Haus­halte zu­hause sind, sind mit 40% Ei­gen­ver­brauch wirt­schaft­lich-­gro​​sse PV-­An­la­gen mach­bar.

Endverbrauc​her, die sich zum Eigenverbrauch zusammen schliessen, können gegenüber dem Elektrizitätswerk als ein Kunde auftreten - wenn das neue Energiegesetz angenommen wird. Eine interne Abrechnung über die Nebenkosten sollte kaum so viel kosten wie die Zählergebühren, die heute jeder einzelne bezahlt. Die neue Regelung macht Solarstrom-Eigenverbr​​auch für Mieter und Stockwerkeigentümer attraktiv. Grosse Überbauungen, deren Verbrauch insgesamt über 100 MWh/Jahr liegt, können den über die Solarstromversorgung hinaus gehenden Strombezug auf dem freien Markt beschaffen. Manche Monopol-Energieversor​​ger mögen sich dagegen wehren, doch letztlich ist die vermehrte Ausrichtung der Solarstromproduktion auf den Markt erwünscht. PV-Produzenten erhalten mit dem neuen Energiegesetz keine sichere kostendeckende Einspeisevergütung mehr. Ein optimierter Eigenverbrauch ist entscheidend; überschüssigen Strom vergüten Elektrizitätswerke zu Marktpreisen.

 

Ein Altersheim profitiert von der Sonne

Das Altersheim Rotmonten in St.Gallen zahlt rund 19 Rp/kWh für Strom aus dem Netz; seit Ende März fliesst Solarstrom zu unter 17 Rp/kWh vom Dach. Finanziert und betrieben wird die 580 m2 PV-Anlage von der Genossenschaft Solar St.Gallen - die Stromvergütung ist zusammen mit der Dachnutzung vertraglich geregelt. 90% vom Solarstrom werden zeitgleich vor Ort verbraucht - das macht das Beispiel zu einer wirtschaftlichen Win-Win-Situation. Die Solarstromanlage amortisiert sich ohne Fördergelder. Nicht überall ist ein solch hoher Eigenverbrauch gegeben - aber es ist naheliegend, dass die Stromnachfrage tagsüber bei Sonnenschein höher ist als nachts. Wer sagt, dass Photovoltaik zu teuer ist und nicht bedarfsgerecht produziert?


Kommentare von Lesern zum Artikel

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Der Verein Vimentis hat sich entschieden, die Kommentarspalte zu den Blogs zu schliessen. In der folgenden Erläuterung erfahren Sie den Grund für diesen Entscheid.

Der Blog, und dazu gehört auch die Kommentarspalte, sind ein wichtiger Teil der Diskussionsplattform von Vimentis. Gleichzeitig sind Werte wie Respekt, Anstand und Akzeptanz für den Verein von grösster Wichtigkeit. Vimentis versucht diese Werte selbst einzuhalten, sowie auch auf der Website zu garantieren.

In der Vergangenheit wurden diese Werte in der Kommentarspalte jedoch regelmässig missachtet, es kam immer wieder zu nicht tolerierbaren Aussagen in den Kommentaren. Das Löschen dieser Kommentare ist heikel und zudem mit grossem Aufwand verbunden, welcher der Verein nicht stemmen kann. Zusätzlich können die Kommentare praktisch anonym verfasst werden, weswegen eine Blockierung der jeweiligen Personen unmöglich wird.

Folglich hat der Verein Vimentis entschlossen, die Kommentarfunktion abzuschalten und nur den Blog stehen zu lassen. Der Blog erlaubt es Personen weiterhin, sich Gehör zu verschaffen, ohne sich hinter einem Pseudonym zu verstecken. Die Änderung sollte die Blog-Plattform qualitative verbessern und all jenen Personen ins Zentrum rücken, welche Interessen an einer sachlichen Diskussion haben, sowie die oben erwähnten Werte respektieren.




67%
(6 Stimmen)
Franz Krähenbühl parteifrei sagte May 2017

Laut NZZaS sind in einer Studie für die Energieversorgung 2050 4,4 Terawattstunden (Tera ist Billion!) durch Geothermie eingerechnet.

Hier​ ein Auszug aus dem Artikel der Ausgabe vom 14. Mai:
Die Zukunft der Stromproduktion aus Geothermie ist nach den Fehlschlägen bei den Projekten Basel und St.Gallen fraglich. Trotzdem rechnet die Energiestrategie mit einem Beitrag von 4,4 tWh im Jahr 2050. 'Das ist mit heutiger Technik nicht möglich' sagt Markus Häring, der Leiter des gescheiterten Basler Geothermie-Projekts- 'Bis 2050 müsste man jedes Jahr 15 Bohrungen auf 5000 Meter vorantreiben. Sechst Tiefbohranlagen müssten rund um die Uhr im Einsatz sein, und jede Bohrung müsste erfolgreich sein,' sagt Häring. 'Das ist völlig unrealistisch. Das wissen alle, aber niemand sagt es.'

Liebe Schweizer, ich glaube, Euer Bundesrat betrügt Euch.
Mein Rat: Haltet dagegen und verwerft diese Vorlage!



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30%
(10 Stimmen)
Franz Krähenbühl parteifrei sagte May 2017

Man spricht wieder über AKWs.
Und verwirft Energiestrategie 2050.


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38%
(8 Stimmen)
ueli hofer sagte May 2017

In Ihrem letzten Blog habe ich Ihnen empfohlen, in der Wüste Sahara zu investieren, Herr Lüthi.
Nun werde ich konkreter und sasge Ihnen, reissen Sie Ihre Zelte ab und gehen Sie nach Marokko.
Marokko ist offen für die Solarenergie.
Marokk​o ist moderat. Extremisten haben geringe Chancen. Die Industrie wir geschützt durch die Armee.
Marokko hat einen guten König und Marokko wartet auf Unternehmer mit ehrlichen Absichten.
Marokko bietetr Ihnen eine echte Chance. Sonne hat es mehr, als Ihnen lieb ist.

Wenn Sie ein echter Grüner oder Grünliberaler sind, stimmen Sie gegen die Energie 2050!
Energie 2050 will die Atomenergie abstellen. Das ist schlecht, weil die Alternative z.Z. nicht ausreicht.
Oder wollen Sie bei der EU um AKW- oder um Kohle- oder Gasstrom betteln?



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55%
(11 Stimmen)
Willi Frischknecht sagte May 2017

Ich habe schon länger die Idee einen Teil meiner Dachterrasse für eine PV-Anlage zu nutzen. grundsätzlich eine gute Sache. Wäre natürlich auch super eine angemessene Einspeisevergütung zu erhalten.

Aber wie so oft bei solchen Gesetzen ist diese Energiestrategie 2050 am Ziel vorbeigeschossen. Die Nachteile die wir als Konsumenten mit Zusatzkosten bezahlen werden sind nicht absehbar. Das Fr. 40.00 nie und nimmer reichen werden sollte sogar Optimisten klar sein. Wer mal einen Blick in Zukunft machen will findet in Deutschland eine perfekte Vorlage.

"Bis 2025 könnte die Energiewende Deutschland 520 Mrd. € kosten. Strom wird für die Konsumenten immer teurer, Stromfirmen mussten viele Milliarden abschreiben, und Ungleichgewichte im Netz nehmen zu.

Es ist ein Rekord der unangenehmen Art. Der deutsche Energieversorger E.On hat in den letzten drei Jahren Verluste von 26 Mrd. € angehäuft. Im deutschen Energiesektor sind jedoch nicht einfach unfähige Manager am Ruder. Vielmehr ist es die Politik, die das traditionelle Geschäftsmodell der Versorger entwertet hat. Die Förderpolitik für Wind und Sonne kostet die Konsumenten jährlich über 20 Mrd. €.

Das Nachsehen haben konventionelle Kraftwerksbetreiber, die für ihren Strom an der Börse immer weniger lösen. Die Konzerne haben sich auf die staatlich geformte, neue Energiewelt mittlerweile eingestellt. Zu dieser zählen sie die Erneuerbaren, die Netze und den Vertrieb. Klar, dass die Chefs das «Zukunftsgeschäft» selbst leiten wollen – mit konventionellen Kraftwerken ist im wahrsten Wortsinne kein Staat mehr zu machen.

Und was hat der enorme Aufwand der «Energiewende» – eine Studie spricht von 520 Mrd. € bis 2025 – Deutschland gebracht? Es hat 2016 mehr Klimagase ausgestossen als im Vorjahr und wird sein Reduktionsziel für 2020 verpassen. Im Stromsektor gingen die Emissionen zwar leicht zurück. Doch der deutsche Elektrizitätssektor ist in den Emissionshandel der EU eingebunden, der die Gesamtmenge deckelt: Was somit Deutschland hier einspart, wird anderswo in der EU emittiert.

Zugenom​​men haben ferner die Ungleichgewichte im Stromnetz, da Windräder vor allem im Norden stehen, der Verbrauch aber im Süden stark ist. Steuern, Abgaben und Umlagen machen schon über die Hälfte am Strompreis für die Konsumenten aus, der in der EU nur von Dänemark übertroffen wird. Das Bekenntnis der Politik zum Industriestandort tönt da zunehmend hohl. Die Stromkonzerne sind durch die «Energiewende» geschwächt. Schon wird Finanzinvestoren Appetit nachgesagt. Über einen allfälligen Einstieg von «Heuschrecken» darf sich die Politik jedenfalls nicht beklagen."

Quelle:​ NZZ https://www.nzz.ch/wi​​rtschaft/rekordverlu​s​te-deutscher-stromk​on​zerne-staatliche-d​isr​uption-ld.151498?​mktc​id=nled&mktcval=​106_2​017-3-1

Zu diesem überladenen Gesetz kann man nur Nein sagen.


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75%
(16 Stimmen)
Karlos Gutier sagte May 2017

Das ist schon Toll. PV-Anlagen können aber auch nach einem Nein zum Energiegesetz gebaut werden.

Ich würde es befürworten wenn unser Vermieter eine PV-Anlage bei uns einbaut, aber ich kann ihn nicht zwingen.


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65%
(17 Stimmen)
Elsi D. Stutz sagte May 2017

"Die neue Regelung macht Solarstrom-Eigenverbr​​​​auch für Mieter und Stockwerkeigentümer attraktiv. "

Ach wie schön!

Über 60% der Schweizer Bevölkerung sind Mieter, Herr Lüthi. Wieso sollte ein Mietshausbesitzer, sein Geld also ausgerechnet in eine Solarstromanlage für seine Mieter, investieren?! Oder die Sanierung der Gebäudehülle oder eine neue Heizanlage? Er bekommt dafür keinen Cent mehr Mieterträge und die Energiekosten tragen so oder so die Mieter! Und den Strom wird er seinen Mietern garantiert nicht schenken oder verbilligt anbieten. Also von was genau profitiert da bitte der Mieter? Vom sauberen Strom? Davon kann er sich nichts kaufen, Herr Lüthi und vermutlich hätte er lieber die 40 Jahre alte Küche saniert. Was er aber knicken kann, denn wir haben leider einen Vermietermarkt und keinen Mietermarkt! Also wem genau, wollen sie das nun verkaufen?!


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36%
(11 Stimmen)
Heini Lüthi sagte May 2017

Ich fände es noch schön, wenn auf einen Blog mit einem spezifischen Thema - Eigenverbrauch - über dieses diskutiert würde, statt dass die Kommentarspalte mit den immer gleichen, oft widerlegten Klischees gefüllt wird.

Winterstrom - BHKW installieren, zur Beheizung vom MFH, diese winterlastige Stromproduktion ergänzt sich ideal mit PV.

Herr Eberhardt: Eine Selbstversorgung ist resilienter als die Abhängigkeit von Öl aus dem Mittleren Osten, Lybien, Venezuela... Ja, Erdöl ist bequem, aber keine Perspektive für die Zukunft. Weshalb boomt die Elektromobilität in China? Weil es bei begrenztem Erdöl-Angebot keine andere Möglichkeit gibt.

http://www.faz.ne​t/aktuell/wirtschaft/​neue-mobilitaet/elekt​romobilitaet-in-china​-14920175.html

Eur​opa wird von China abgehängt? Wenn wir die Strassen schon voll e-Autos / Teslas hätten und alles mit erneuerbaren Energien getrieben wäre, müssten wir nicht das Energiegesetz ändern, um uns in eine saubere Zukunft zu führen...


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64%
(14 Stimmen)
jan eberhart sagte May 2017

schön und gut,

wie soll das energieversorgung der zukunft aussehen, wenn jeder zum selbstversorger wird?

wie sollen pkw, schiffe und flugzeuge betrieben werden, wenn nicht per erdöl?

ich habe ehrlich gesagt noch nicht allzu viele e- autos und teslas auf der strasse gesehen.


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64%
(14 Stimmen)
Alex Schneider sagte May 2017

Woher nehmen wir in Zukunft den knappen Winterstrom?


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