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Wahlfranchise KVG - Dreijährige Vertragsbindung

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Die Kom­mis­sion für so­ziale Si­cher­heit und Ge­sund­heit des Na­tio­nal­rats schlägt vor, die jähr­li­che Wech­sel­mög­lich­kei​​t bei der Wahl­fran­chise ab­zu­schaf­fen und diese auf drei Jahre zu er­höhen (Quel­le: Curafutura)

Die Ge­sund­heit lässt sich nicht vor­aus­pla­nen....Ei​​ne drei­jäh­rige Ver­trags­ver­bin­dun​​g könnte man­chen Ver­si­che­rungs­neh­​​mer, der sonst schon knapp bei Kasse ist, in ein fi­nan­zi­el­les Ri­siko stür­zen. Am Schluss wür­den die Ver­luste mit dem Ri­si­ko­aus­gleich auf die an­de­ren Prä­mi­en­zah­ler ver­la­gert wer­den. Die Selbst­be­stim­mung sollte nicht mit einem "Bin­dungs­zwang" ein­ge­schränkt wer­den...das wie­der­spricht dem Grund­satz der Eigenverantwortung...​​.



Berset stellte im Stän­de­rat fest, die Kran­ken­kas­sen­prä­​​mien wür­den wei­ter an­stei­gen. Ein Teil des An­stiegs sei er­klär­bar – mit dem me­di­zi­ni­schen Fort­schritt, der stei­gen­den Le­bens­er­war­tung und der Zu­nahme chro­ni­scher Krank­hei­ten. Es gebe aber auch einen Teil, der nicht er­klär­bar sei. Die­sen gelte es zu bekämp­fen. Er nannte als Stich­worte die Me­di­ka­men­ten­prei​​se und die Qua­lität im Ge­sund­heits­we­sen.​​ (Quel­le: Watson)


Ein höhere Wahl­fran­chise sollte un­ab­hän­gig der Ver­trags­bin­dung mög­lich sein, wenn der Pa­ti­ent ge­willt ist, die­ses Ri­siko auf sich zu neh­men und zu ver­ant­wor­ten. Wenn die Qua­lität in der me­di­zi­ni­schen Ver­sor­gung dazu führt, dass der Pa­ti­ent nicht mehr zum Arzt gehen will, dann sollte er auch we­ni­ger Prä­mien be­zah­len müs­sen. Aus­ser­dem liegt eine Par­la­men­ta­ri­sche​​ In­itia­tive vor, die eine Ge­bühr für Ba­ga­tell­fälle in der Spi­tal­auf­nahme vor­sieht. In die­ser Kom­bi­na­tion wird sich so­wohl ein kos­ten­be­wus­s­ter wie auch ein ängst­li­cher Pa­ti­ent zwei­mal ü­ber­le­gen, ob er nun den Not­fall im Spi­tal auf­su­chen wird oder nicht...

Versicherungs​​technisch könnte es zu­neh­mend Schwie­rig­kei­ten ge­ben, wenn auf Kos­ten der Ge­sund­heit der Prä­mi­en­zah­ler Kos­ten ge­spart wer­den und dem chro­nisch Kran­ken vor­ge­wor­fen wird, er habe sich einer me­di­zi­ni­schen (Not­fall-)­Be­hand­l​​ung vor­ent­hal­ten. Die­ser Ver­lust wür­den dann auch wie­der mit dem Ri­si­ko­aus­gleich auf alle an­de­ren Prä­mi­en­zah­ler ü­ber­wälzt wer­den. 


Kommentare von Lesern zum Artikel

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60%
(5 Stimmen)
Yvonne Bloch sagte November 2017

Das sind Überlegungen, die es wert sind, darüber nachzudenken.

In der Rolle als Patient fühlt es sich jedenfalls nicht so gut an, wenn man in der Arztpraxis von seinem Leiden erzählt, während der Arzt mehrheitlich in den Bildschirm schaut und schreibt, was er meint zu hören.

Vor einiger Zeit, konnte man den Ärzten während dem Gespräch noch in die Augen blicken und Missverständnisse erkennen. Heute scheint es so, dass nicht einmal der "Augenblick" seine zeitliche Berechtigung hat. Die Qualität der Behandlungen leidet und damit auch die Gesundheit des Menschen!

Nicht zu schweigen von den Fehlerquoten, die aus Mangel an Zeit zu Behandlungsfehlern führen können.

Die steigenden Prämien betreffen nicht nur gesunde Menschen, die sich über die kranken Menschen empören. Es wäre eine fatale Entwicklung, wenn ein politisches Problem dazu führt, dass die Akzeptanz kranker, behinderter Menschen noch mehr sinkt und der Hass auf Leistungsbezüger innerhalb der Gesellschaft zunimmt, wegen des jährlichen Prämienanstieges.

Der Konsum medizinischer Leistungen ist wohl kaum eine Luxusdienstleistung, denn ich glaube nicht, dass jemand Genuss daran findet, einen Arzt aufsuchen zu müssen. Dennoch liegt der Ansatz sowohl in der Eigenverantwortung des Konsumenten wie auch beim Dienstleistungserbrin​ger sowie in der Bereitschaft, an dieser Problematik gegenseitig mitzuwirken. Immer wieder stelle ich fest, dass die Arztpraxen dem Patienten keine Rechnungskopie zustellen, sofern eine solche nicht explizit verlangt wird.

Den Patienten trifft hier jedoch eine Mitwirkungspflicht, die Rechnungen zu kontrollieren, denn nicht selten ist die Fehlerquote auch in der Rechnungsstellung anzutreffen.
Solange die Rechnungen direkt an die Versicherungen zugestellt werden und die Leistungen aus der obligatorischen Krankenversicherung im Gegensatz zu Leistungen aus der Zusatzversicherung direkt durch die Versicherung bezahlt werden, mag das lukrativ für den Arzt und bequem für den Patienten sein. Die Pflicht zur Rechnungskontrolle wird dem Versicherten mit diesem Vorgehen vorenthalten. Zudem sind Leistungen aus der Zusatzversicherung manchmal effizienter als solche aus der Grundversicherung.

Mit dieser Feststellung mag es schon den Anschein erwecken, dass die Schulmedizin an Qualität eingebüsst hat.



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75%
(4 Stimmen)
Georg Bender sagte November 2017


Hat wieder mit Preiskalkulation zu tun!

Eine Pflichtleistung als Kopfpauschale anstatt über Steuern, definieren, kann nur die Schweiz, weil sie Mischformen erfindet, wie die Spielform Wahlfranchise (identisch mit Steueroptimierungsspi​elereien), welche natürlich, wie in allen versicherungstechnisc​hen Leistungen, in den Prämien einkalkuliert sind.

Ist es denn schon jemanden aufgefallen, dass die Prämie immer ansteigen? Der Ausgleich findet im Folgejahr statt.

Mich würde die Rechnung zur Wahrheitsfindung interessieren:
Prämi​enreduktionen = Mindereinnahmen der Versicherer
abzüglic​h Direktzahlungen der Versicherten.
Ich bin fast sicher, dass diese Rechnung negativ für die Versicherer ausfällt und in die darauf folgende Prämiengestaltung einfliesst?

Es ist alles nur ein Spiel. Das Spiel verstehen steht auf einem anderen Blatt?


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60%
(5 Stimmen)
Willi Frischknecht sagte November 2017

Seit 30Jahren zahle ich jedes BeBe selber.
In den letzten 10 Jahre habe jährlich die günstigste Kasse gewählt und gleichzeitig die ­Fran­chise von 1000.-- auf zwischenzeitlich 2500.-- erhöht und werde jedes Jahr weiter gestraft. De letzten 10 Jahre hat sich trotz allen Massnahmen die die Prämie um 120% erhöht.
Der Aufschlag dieses Jahr 12.75 % und eine günstigere Kasse gibt es nicht mehr.
Bin gerade an Wahl­fran­chise am durchrechnen, für mich ist nun Schluss, ich gehe runter und werde jede Vorsorgeuntersuchung machen lassen damit es sich auch lohnt. Soweit bringt man einen mit diesem System.
Der Prämienunterschied ist Fr. 1300.00 zwischen der Fr. 300.00 zur 2500.00 Fran­chise.


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67%
(6 Stimmen)
Karlos Gutier sagte November 2017

Ein höhere Wahl­fran­chise ist schon OK, es sollte aber auch einen rechten Rabatt geben, leider wurde dieser gestrichen, aber mit Sicherheit sind die mit grossen Franchisen diejenigen die nicht unnötig Leistung beanspruchen und Verantwortung zeigen.


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