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Walter Bringolf, langjähriger Präsident der SPS

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Zu Wal­ter Brin­golf, lang­jäh­ri­ger Prä­si­dent der SPS.

Auf dem Blog der Gruppe GIARDINO, die gegenwärtig das Bürgerkomittee unterstützt, das das Referendum gegen die WEA ergriffen hat (www.armee-halbierung​​-nein.ch), erschien ein negativer Kommentar über Walter Bringolf. Darauf hat der Verfasser, Mitglied von GIARDINO, auf dem gleichen Blog, wie folgt geantwortet.

Bis heute werfe ich der Schweiz vor, Walter Bringolf wegen seiner kommunistischen Jugend nicht in den Bundesrat gewählt zu haben. Ein berühmter französischer Schriftsteller sagte in den 1950er Jahren, er wäre sehr beunruhigt, wenn sein Sohn mit zwanzig nicht Kommunist wäre, aber noch beunruhigter, wenn er es mit 30 Jahren immer noch wäre. Es ist normal und gehört zum Entwicklungsprozess, dass junge Leute manchmal extreme oder phantastische Vorstellungen haben.

Als SP-Mitglied habe ich 1957 eng mit Bringolf zusammengearbeitet, der Präsident der Militärkommission war. 1956 waren die Truppen des Warschauerpaktes in Ungarn einmarschiert, um einen Volksaufstand niederzuschlagen. Eine Gruppe von 5 Basler Miliz-Hauptleuten, darunter der bekannte, kürzlich 90-Jahre alt geworder Dr Peter Gloor, lösten die AKTION SOFORTPROGRAMM ZU VERSTÄRKUNG UNSERER ABWEHRBEREITSCHAFT aus und forderten ein zusätzliches Rüstungsprogramm von damals 900 Millionen Franken (Das wären heute mehr als 2 Milliarden). Die Kanzlei von Dr Gloor stellte auf eigene Kosten einen Mitarbeiter und ein Büro zur Verfügung. Aber die Aktion löste einen derartigen Tsuanmi im Volk aus, dass in Schaffhausen ein eigenes Sekretariat mit 2 vollamtlichen Sekretären, dem Journalisten Oskar Frey und mir, geschaffen wurde. Im ganzen Land fanden Volksversammlungen, Vorträge hoher Offiziere, von Politikern statt. Das Volk forderte freiwillige Panzerabwehrkurse an denen 20’000 jungen Frauen und noch nicht oder nicht mehr dienstpflichtige Männer teilnahmen. Das Militärdepartement stellte die Waffen, Munition, Ausbildungsminen, Panzerattrappen für Schiessübungen, während junge Milizoffiziere, darunter der Verfasser, die Freiwilligen an zahlreichen Wochenenden ausbildeten. Ausser den Mitgliedern der PdA und einem Pazifisten in der SPS, hatten alle Eidg. Parlamentarier, auch die SPS-Fraktion vor der Debatte im Parlament die Forderungen unseres Programm unterschrieben. Bundessrat Chaudet kämpfte vergeblich dagegen. Der genannte SP Pazifist bat in einem persönlichen Votum, sein Nein seiner persönlichen Haltung als Pazifist zuzuschreiben, nicht der SPS, die das Programm unterstütze. So kam die Schweizer Armee zum Sturmgewehr, 700 zusätzlichen Panzerabwehrkanonen, Panzern, Kampfflugzeugen, Kugelbunkern etc. Als die Kampagne vorbei war, sassen die jungen Initianten auf einem damals für sie riesigen Schuldenberg von fast 50’000 Franken. Oskar Frey ging zum VORORT, der die Hälfte der Kosten übernahem, der Verfasser zum Präsidenten des Gewerkschaftsbundes, Karl Steiner, der dem Vorstand vorschlug, die andere Hälfte zu decken, was dieser genehmigte. Damals hat Bringolf als mächtiger Linker mitgeholfen, die Schweizer Armee wieder auf ein verfassungskonformes Niveau zu heben.Wo sind heute solche Politiker, die helfen die zerstörte Armee wieder aufzubauen?

Gotthard Frick


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Markus Bischof sagte July 2016

Ich bin gar kein SP Fan. Mit der zerstörten Armee haben Sie zwar nicht ganz unrecht, zumindest zu einem Teil stimmt dies jedoch nicht.
Die Schweizer Armee ist heute einfach anders als zu Ihrer Zeit.
Es trifft zu, dass die Armee in den letzten Jahren Zuwenig Mittel hatte, um sich richtig mit Hardware zu positionieren. Was nicht zutrifft, dass die Armee schlechter geworden ist.
Sie ist im Gegenteil spezialisierter geworden.


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