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Was wir über den Bail-In nicht wissen sollen...

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Zypern ist eben erst aus den Schlag­zei­len ver­schwun­den und nun be­ginnt das '­Mar­ke­ting' um uns das sog. 'Bail-In' zu ver­kau­fen, das in Zy­pern ja schein­bar '­aus­ge­zeich­net'​ und rei­bungs­los funk­tio­niert hat. Dazu gab's nun eine erste Ab­rei­bung; "Im Not­fall sind Kleins­pa­rer sicher". Und wie­der ein­mal sind die Leserkommentare (bitt​e lesen Sie sie  - auch wenn dort nach­weis­lich zen­siert wird) we­sent­lich 'wert­vol­ler' als der Ar­ti­kel, der sie ver­ur­sacht hat; Was der '­Jour­na­list' nicht be­greift, wird ihm von sei­nen Le­sern erklärt. So sollte das ei­gent­lich aber nicht funk­tio­nie­ren.

Im​ Artikel behauptet Philipp Löpfe - der sich Wirtschaftsjournalist​ nennt - z.B. dass die FINMA (ging aus der EBK - einem reinen Lobby-Verein - hervor / was macht man, wenn der Name beschmutzt ist? Man ändert ihn) ein Positionspapier veröffentlicht habe, wie künftig verhindert werden könne, dass 'systemrelevante' Banken vom Steuerzahler gerettet werden müssten. Das ist grober Sand in die Augen der Leser. Das Bail-In ist in der Schweiz bereits beschlossene Sache und wird im Notfall schlicht und einfach durchgeführt - ankündigen wird man Ihnen das vorher nicht, sondern die Banken werden einige Tage geschlossen und dann ist's passiert (she. Zypern). Widmen wir uns kurz einigen von Löpfes Behauptungen und den Fakten, die die LeserInnen offensichtlich besser einzuschätzen in der Lage sind. 

Löpfe behauptet: "Das Finma-Papier kann missverstanden werden und zu falschen Schlüssen führen. So verbreitet der Finanzblog «Inside Paradeplatz» Panik. 300 Milliarden Franken Spargelder könnte die Finma konfiszieren, wenn die beiden Schweizer Grossbanken in Schwierigkeiten geraten würden. Schweizer Kleinsparer müssten «für eine Schieflage von UBS oder CS zahlen», wird gewarnt. Das klingt spektakulär, ist jedoch falsch."

Richtig ist (wie auch Leserkommentare korrekt wiedergeben): Der Einlagesicherungsfond​ garantiert zwar CHF 100'000 - verfügt aktuell jedoch nur über ein Volumen von CHF 6 Milliarden - that's it. Ein einfacher Dreisatz genügt um zu sehen, dass dies nirgends hinreicht, resp. nicht genügend Deckung vorhanden ist, wenn es krachen sollte. Und wenn es kracht, dann wird's wohl diesmal nicht nur eine Bank sein, sondern die Schweiz das wohl eher 'letzte Glied' im umgebenden EU-Sumpf. Danach kommt dann nicht mehr viel, wenn wir einen Blick auf's 'Abendland' werfen, resp. Deutschland z.B. auch als allerletzten Einzahler des ESM annehmen müssen... 

Das geschätzte Sparvermögen der SchweizerInnen beträgt über CHF 300 Milliarden. Angenommen, man müsste die Nationalbank wegen ihres Euro-Engagements retten (mittlerweile ca. in der Höhe eines BIP / evtl. per Bail-In?) wäre mindestens dieser Betrag selbstverständlich 'futsch', resp. der Schweizerfranken entsprechend entwertet. Da kann Löpfe lange behaupten, der Steuerzahler müsste nicht mehr für Bankenrettungen aufkommen, wenn anstelle deren Sparguthaben konfisziert werden - das meine ich mit 'Sand in die Augen streuen', erinnert eher an 'Juristendeutsch' und kann nur als schlechter Witz aufgefasst werden. 

Klar ist auch, wenn wir Geld auf ein Bankkonto einzahlen, geben wir als Privatpersonen der Bank (welche in der Regel notorisch unterfinanziert sind - ein privates Unternehmen bekäme mit diesen Kennzahlen niemals Kredit!) einen Kredit und tragen das Risiko. Wenn sich die Bank also mit unserem Geld verspekuliert (z.B. mit sog. 'Finanzprodukten'),​ wird es wohl schwierig (she. Lehman Brothers) und teuer darauf zu pochen, dass uns dannzumal noch Gerechtigkeit widerfährt. Auch die Banken nutzen das 'Blaue vom Himmel', wenn sie für Anlageprodukte Versprechungen abgeben, welche die Verkäufe ankurbeln sollen. Das nennt sich scheinbar Marktwirtschaft. 

Wa​s mich jedoch erfreut sind wirklich die Leserkommentare - ich bin immer wieder überrascht wieviele LeserInnen mittlerweile bereits mitdenken und sich nicht mehr alles zum Lesen und Glauben hinschmeissen lassen, was 'dort oben' zur Kommunikation beschlossen wurde. Ich hoffe nur, Herr Löpfe liest die Leserkommentare auch und wenn Ja, dass er sie dann auch noch versteht und bestenfalls etwas daraus zu lernen vermag, so denn die Qualität seiner Arbeit besser werde. Ich dachte immer Wirtschaftsjournalist​en (Löpfe wurde zum 'Wirtschaftsjournali​st des Jahres' 2012 gekürt - was auch immer das zu bedeuten hat) könnten sowas. Den Medien ist wirklich nicht mehr zu trauen... 

 


Kommentare von Lesern zum Artikel

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100%
(3 Stimmen)
Anton Egger sagte April 2015

Leier kümmern sich die meisten Schweizer neben ihrem Job und Jubel, Trubel und Heiterkeit um fast nichts mehr anderes. Somit konnten die Bankster und ihre bezahlten Politdarsteller in der Zwischenzeit Gesetze verabschieden, welche einen bail-in auch der Spargelder vorsieht.
Dieser bail-in ist eine Schweinerei, weil die grossen Banken somit eine Garantie durch die Bürger gratis bekommen, oder anderst ausgedrückt, sie können spekulieren wie die Irren und wir zahlen die Verluste, ein wahres Spielcasino !
Um die Bankster endlich einmal zu disziplinieren sollten wir die Vollgeld Initiative annehmen, somit könnte nur noch der Staat Geld schöpfen


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