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WOHNRAUMVERNICHTUNG: AIRBNB DEN RIEGEL SCHIEBEN

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 In tou­ris­tisch ge­präg­ten Schwei­zer Städ­ten geht die Angst um, dass sich Ein­hei­mi­sche wegen ho­telähn­li­cher Nut­zung von Ob­jek­ten bald keine Woh­nung mehr leis­ten kön­nen. Nun gehen Bern und Genf gegen Airbnb und an­dere Vermieter vor. Zürich und Lu­zern werden folgen: SP-Ständerats​​​​​​kandiat David Roth und SP-Grossstadtrat Cyrill Studer mie­teten für eine Pres­se­kon­fe­renz für 1 Tag eine Airb­n­b-Woh­nung in der Lu­zer­ner Neu­stadt für 630 CHF (!). Sie hängten an den Bal­kon ein Transparent: STOPP airbnb (Bild). In der Woh­nung hatte früher ein Freund zur Miete ge­wohnt. Der zahlte da­mals für die 4,5 Zim­mer 1800 CHF pro Mo­nat. Nun ste­hen auf allen Na­mens­schil­dern des Blocks die Namen von Bergen statt von Familien.
 
Es sind An­ge­bote wie die­se, die das Fass zum Ü­ber­lau­fen ge­bracht ha­ben. Die Ber­ner Stadt­re­gie­rung hat kürz­lich an­gekün­digt, dass die Mie­ter in der Ber­ner Alt­stadt ihre Zweit­woh­nun­gen nicht mehr tem­porär ver­mie­ten dür­fen, damit die Miet­preise nicht an­ge­heizt wer­den. Be­trof­fen wäre auch Airb­nb. Auf der Platt­form des Web­gi­gan­ten kön­nen Mie­ter ihre Zim­mer un­kom­pli­ziert an Rei­sende un­ter­ver­mie­ten. Han­delt es sich um eine Zweit­woh­nung, wird dies künf­tig in der Alt­stadt nicht mehr mög­lich sein.

Zum ers­ten Mal un­ter­nehme eine Stadt et­was, um gegen die Ver­drän­gung ein­hei­mi­scher Mie­ter vor­zu­ge­hen, hiess es  in vie­len Deutsch­schwei­zer Me­di­en. Was sie dabei ü­ber­sa­hen: Genf ist be­reits wei­ter. Während in Bern Par­la­ment und Volk die Vor­lage noch zu be­ur­tei­len ha­ben, hat der Kan­ton Genf be­reits ge­han­delt. Seit April dür­fen Mie­ter ihre Woh­nung noch während ma­xi­mal 60 Tagen pro Jahr über Platt­for­men wie Airbnb un­ter­ver­mie­ten. Ü­ber­schrei­tet je­mand diese Li­mi­te, gehen die Behör­den davon aus, dass es sich um ein kom­mer­zi­el­les An­ge­bot han­delt, und sie ver­bie­ten die Ver­mie­tung.

Mehr hier:
https://www.luze​​​​​​rnerzeitung.ch/s​c​h​w​e​i​z/nach-60-t​ag​en​-i​st​-s​chluss​-ld​.10​257​09

​htt​p​s://​www.​luze​rner​z​eit​u​ng.ch​/zent​ral​sc​hwe​iz​/lu​zern/s​​p-luze​​rn-wil​​l-pro​fe​ssion​el​len-a​ir​​bnb-a​nbi​etern​-de​n​-rie​gel​-​schieben​-​​ld.11410​2​​6

 

Komm​er​zi​elle Übernachtungsangebote​​​​​​ gehören nicht in die Wohnzone. Diese Nutzung kann also ohne weiteres unterbunden werden. Sind Sie auch dieser Meinung, liebe Leserinnen*?


Kommentare von Lesern zum Artikel

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0%
(9 Stimmen)
RUDOLF OBERLI sagte October 2019

In zahlreichen Städten weltweit entzieht die touristische Nutzung den Einheimischen den benötigten Wohnraum. Es müssen nachhaltige Alternativen entwickelt werden – oder gar Zugangsrestriktionen.​ In diese Kategorie fallen einige «klassische» Overtourism-Ziele, darunter Amsterdam, Barcelona, Paris, Prag, Rom, Stockholm, San Francisco, Vancouver oder Toronto.

Frei formuliert nach:
travelnews.ch/​destinationen/12761-h​ier-droht-als-naechst​es-overtourism.html


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22%
(9 Stimmen)
Georg Bender sagte October 2019

Was will man, Tourismus um jeden Preis, oder die eigene Branche und Mietwohnungen für Wohnsitznehmer schützen!
Eingriff in den Markt, bei unseren marktradikalen Ökonomen und Politiker, vorstellbar? Links oder rechts? Verbote müssen immer gerecht ausfallen
Der Wohnungsbedarf für Wohnsitznehmer bestimmt die Geldschöpfung!

Tenerife als reines Tourismusland, begrenzt die Möglichkeiten auf Besserbetuchte! Es sind nur Langzeiturlauber, welche Wohnungen mieten können, Untervermietung ist verboten! Aber nicht länger als 6 Monate, andernfalls man den Steuersitz verändern muss. Man vereinbart Jahresmiete, wohnt aber jeweils nur ein halbes Jahr in der Wohnung! Man ist immer erfinderisch und kreiert Spielformen, wo man hinsieht, dabei wäre der Paradigma Wechsel von Wohnort zur Quelle (Tausch Geld gegen Güter) längst fällig.





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65%
(17 Stimmen)
Gilbert Hottinger sagte October 2019

Fatal ist doch, nämlich dass diese masslose Einwanderung von ca. 100'000 jährlich von links/grün dieser Baumafia erst die Möglichkeit schaffen, masslos Wohnungen aus fruchtbarem begrenztem Boden zu stampfen, um dann bei weiterer massiver Zuwanderung mit Verknappung der Wohnungen in den Städten die Mietpreise in nie gekannte Höhen zu treiben, in der Art Kasse zu machen.

Dies begünstigen dann ebenso die neu Zugezogenen, weil diese mehrheitlich in unseren Ballungszentren sich niederlassen, weil dort der Lebensstandart am höchsten ist. Also ist dies nicht äusserst hinterfragungs würdig, nämlich dass offensichtlich die SP-ler und die Grünen diesbezüglich sich in ihren eigenen Schwanz beissen.




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18%
(17 Stimmen)
RUDOLF OBERLI sagte October 2019

8. Oktober 2019

Dieser Blog gehört zum Thema "Übertourismus", denglisch "Overtourism":

"Re​sponsible Travel hat zusammen mit Google eine «Overtourism Weltkarte» definiert. Auf dieser Karte sind 98 Ziele in 63 Ländern, die vom Massentourismus belastet sind. Die EU geht ihrerseits davon aus, dass 105 Destinationen allein in Europa unter Overtourism leiden.

Das Weltkulturerbe Cinque Terre in Ligurien/Italien beispielsweise ist schon seit Jahren ein gefragtes Wanderziel. Doch jetzt werden die fünf Dörfer vom Massentourismus förmlich überrollt: Verantwortlich dafür sind nicht zuletzt die Kreuzfahrtschiffe, die vermehrt im nahen La Spezia vor Anker liegen, da Destinationen in Tunesien und der Türkei weggefallen sind. 2,5 Millionen Besucher strömten beispielsweise im Jahr 2015 in die bunten Dörfer, die malerisch an den Klippen kleben. (...)"

Mehr hier:
tagblatt.ch/le​ben/zu-viele-touriste​n-diese-orte-sind-ueb​erfuellt-haben-kapitu​liert-oder-sind-ganz-​geschlossen-fuer-die-​massen-ld.1158124

​Auch in der Schweiz müssen nun manche Touristenorte Wege zu einem nachhaltigen Tourismus suchen.


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43%
(14 Stimmen)
Sägesser Barbara sagte October 2019

Ja, die Sorge ist berechtigt und die Möglichkeit der Verdrängung existiert. Dies allerdings nicht nur in der Schweiz. Vor einiger Zeit war Griechenland diesbezüglich in den Medien https://www.griechenl​and.net/nachrichten/c​hronik/23965-airbnb-w​ird-in-athen-zum-prob​lem

Sieht man sich jedoch die Bewertung an, ist es für die Mitleser/-schreiber kein Thema?


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