Abstimmungen, Initiativen > National > Abstimmung vom 18.05.2014: Volksinitiative: „Für den Schutz fairer Löhne“ – Mindestlohninitiative,

Zwar Mindestlohn garantiert, aber kein Job?

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Mir stellt sich die Fra­ge, wie nützlich eine Min­dest­lohn-­Ga­ran​​­tie für Ar­beit­neh­mer zusätzlich zu den –Einzel aus­ge­han­del­ten Ver­band­s­ta­ri­fen-​​ tatsächlich noch ist und ob der Staat sich zwin­gend auch noch in die­sem Be­reich ein­mi­schen muss.

Die für die Kontrolle der Arbeitsbedingungen zuständigen Kreise, müssten bei einer Annahme eines Mindestlohnes für Angestellte sehr viel genauer kontrollieren müssen, ob der Gesetzestext ordnungsgemäss Umgesetzt ist/wird. Bereits jetzt sind die Kontrollen von Arbeitsvorschriften nur in Einzelfällen Kontrollierbar, denn vielerorts fehlt dafür schlichtweg das qualifizierte Personal. Müssten sie sich auch noch mit gesetzlichem Exekutivrecht um die Lohnkontrollen aller Unselbstständigen kümmern, würde der Aufwand noch einmal enorm steigen.

Aber das ist nur das kleinere Problem.

Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wird die Annahme der Mindestlohn-Initiativ​​e, zwangsläufig für viele Selbstständige zum Verlust von Aufträgen führen. Manche werden mit ihren Arbeiten gebraucht und sind unverzichtbar, keine Frage. Sie würden profitieren. Für (zu)viele andere, die aufgrund der dann gesetzlich festgelegten überhöhten Lohnkosten Aufträge verlieren, könne man nichts tun! Da wird „der Markt den Markt sozusagen bereinigen, und die Leute müssen sich im Zweifel etwas anderes suchen“. Es stellen sich daher die nicht unerheblichen Fragen:

a)     Was und vor allem wo, soll ein bisher Selbstständig Kleinerwerbender (KMU) überhaupt noch was finden?

b)     Was nützt eine Mindestlohngarantie, wenn ihn schlussendlich kaum einer bekommt?

c)      Wird in naher Zukunft das Sozialamt das bisherige RAV ersetzen müssen?

Viele meiner Kollegen aus der Gilde der Selbstständigerwerben​​den, sind überzeugt, dass Sie in Zukunft weder Lehrlinge Ausbilden noch Angestellte haben werden können.

 


Kommentare von Lesern zum Artikel

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Der Verein Vimentis hat sich entschieden, die Kommentarspalte zu den Blogs zu schliessen. In der folgenden Erläuterung erfahren Sie den Grund für diesen Entscheid.

Der Blog, und dazu gehört auch die Kommentarspalte, sind ein wichtiger Teil der Diskussionsplattform von Vimentis. Gleichzeitig sind Werte wie Respekt, Anstand und Akzeptanz für den Verein von grösster Wichtigkeit. Vimentis versucht diese Werte selbst einzuhalten, sowie auch auf der Website zu garantieren.

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Folglich hat der Verein Vimentis entschlossen, die Kommentarfunktion abzuschalten und nur den Blog stehen zu lassen. Der Blog erlaubt es Personen weiterhin, sich Gehör zu verschaffen, ohne sich hinter einem Pseudonym zu verstecken. Die Änderung sollte die Blog-Plattform qualitative verbessern und all jenen Personen ins Zentrum rücken, welche Interessen an einer sachlichen Diskussion haben, sowie die oben erwähnten Werte respektieren.




25%
(4 Stimmen)
Heinz Mahler sagte May 2014

Gutes Beispiel warum steuerfreie Gewinne + Kapitalgewinne sowie Mieteinnahmen Sozialabgabepflichtig​ sein müssten. Einerseits gibt es Änderungen der Kaufkraft z.b. durch Entwertung der Sparkapitalien, was wiederum Sachwerte z.b. Immobilien verteuert dessen Verteuerung die Arbeitnehmer wieder mehrfach zu kompensieren haben. Das sind m.E. die Entwertung der Sparkapitalien, Stagnation der Lohnsteigerung (wegfallen des Teuerungsausgleich), Mietpreisexplosion, Arbeitsdruck, Sozialabbau und nicht zuletzt die Verpflichtung die Risiken des Zockenden Grosskapital übernehmen zu müssen.


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65%
(20 Stimmen)
Lars von Lima sagte April 2014

Das ist leider die traurige Situation, Herr Bernasconi. Und da kommen noch ganz andere Dinge dann auf den Tisch, über die sich die Initianten tunlichst ausschweigen. Leider. Abehnen diese Murcks.


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36%
(22 Stimmen)
- - sagte April 2014

"Sie würden profitieren. Für (zu)viele andere, die aufgrund der dann gesetzlich festgelegten überhöhten Lohnkosten Aufträge verlieren, könne man nichts tun!"

Überhöht, Herr Ress? Da kann man nur noch leer schlucken. Also bitte: Senkt die Löhne massiv! Das schafft Arbeitsplätze.



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61%
(23 Stimmen)
paulo bernasconi sagte April 2014

Sie sprechen mir aus dem Herzen. Ich werde alle meine Angestellten (4) auf die Strasse stellen müssen. Ich werde selbst einen geringen Umsatz generieren können und weniger Steuern zahlen ( ich weiss nicht einmal, ob ich , durch die Konkurrenz aus Italien (Scheinselbständige)​ auf den Mindestbetrag für die MWST komme. Die Arbeitslosigkeit wird steigen, Tessiner müssen wegziehen in die Nordschweiz um Arbeit zu finden. Das Tessin wird über kurz oder lang Italien gehören


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