Lexikon: Angebotskurve Weitergeleitet von "Marktangebotskurve"

Die Angebotskurve zeigt, wie viel von einem Gut (Produkt, Dienstleistung, Arbeit, Kapital) bei einem bestimmten Preis angeboten (bzw. produziert) wird. Dargestellt werden kann die Angebotskurve sowohl für einen einzelnen Anbieter (Produzent) als auch für sämtliche Anbieter eines Gutes im Markt zusammen.

Bei vollkommener Konkurrenz entspricht die Angebotskurve exakt den Grenzkosten des jeweiligen Anbieters bzw. aller Anbieter zusammen. D.h. der Anbieter ist bei jeder beliebigen Menge bereit so viel anzubieten bis das Anbieten eines zusätzlichen Stücks gleich dem Preis ist (also bis die Grenzkosten dem Marktpreis entspricht). Wobei die Kosten wie immer in der Ökonomie als Opportunitätskosten verstanden werden.

Da die Grenzkosten im Normalfall steigend verlaufen, steigt auch die Angebotskurve mit zunehmender Menge an. Je höher der Preis ist umso höher wird also auch die angebotene (produzierte) Menge sein.

Beispiel:



Peter hat eine kleine Backstube mit einem kleinen Backofen in dem er verschiedene Produkte wie Brote, Kuchen, Gipfel etc. backen kann. Gemäss der in der Grafik dargestellten Angebotskurve, wird Peter keine Brote backen, wenn er dafür 0 oder nur 1 Franken bekommen. Dann backt er lieber andere Produkte oder arbeitet gar nicht und geniest die Freizeit.
Für 2 Franken ist Peter bereit 10 Brote zu backen. Mehr aber nicht, denn es ist für ihn lukrativer seinen kleinen Ofen auch noch dafür zu nutzen andere Gebäcke herzustellen. Mit steigendem Marktpreis für das Brot wird Peter immer mehr Brot backen und dafür zum Beispiel weniger Kuchen oder Gipfel. Denn am Brot verdient er inzwischen mehr. So bäckt er bei 3 Franken 20 Brote oder bei 4 Franken 30 Brote.
Mit zunehmendem Preis wird er den Backofen schliesslich nur noch dazu nutzen Brote zu backen und keine anderen Produkte mehr herstellen. Er wird sogar einen zweiten Ofen kaufen und teure Hilfskräfte einzustellen.
Deshalb steigt die Angebotskurve für ein Gut mit zunehmendem Preis an. Denn um noch mehr anbieten oder produzieren zu können, muss auf immer mehr andere Sachen verzichtet werden (Anbieten oder Konsum anderer Güter) womit die Opportunitätskosten steigen.

Die Angebotskurve einer gesamten Volkswirtschaft mit sämtlichen Anbietern und sämtlichen Gütern nennt sich aggregierte Angebotskurve.

Verschiebung der Angebotskurve
Die Angebotskurve gibt an wie viel von einem Gut angeboten wird, wenn alles gleich bleibt und nur der Preis ändert. Es kann aber auch sein, dass um auf das Beispiel zurückzukommen die Preise für Mehl steigen. Damit wird es für Peter teurer Brot zu produzieren und er wird beim gleichen Preis weniger Brote anbieten. Die Angebotskurve verschiebt sich also nach links bzw. oben.
Der Preisanstieg von Vorleistungen ist nur ein Beispiel einer Verschiebung der Angebotskurve. Andere Beispiele sind neue Technologien, welche die Produktion effizienter machen, oder eine Veränderung der Löhne auf dem Arbeitsmarkt.

 

Lexikoneintrag bewerten

Bitte bewerten Sie diesen Lexikoneintrag, damit wir das Lexikon gezielt weiter verbessern können. Gerne nehmen wir auch Ihre Änderungsvorschläge oder Kritik entgegen:

Bewertung:  
 
   

Kommentar / Änderungsvorschlag:* (*optional)

 
 

Vimentis finanziert sich durch die Spenden privater Gönner.
Sie können dieses Glossar/Lexikon kostenlos in Ihre eigene Webseite einbauen! Mehr Infos

Artikel wurde am 20.06.2013 aktualisiert


Vimentis Publikationen zum Thema