Lexikon: Marktwirtschaft

Die Marktwirtschaft ist eine Grundform einer Wirtschaftsordnung. Das Gegenteil dazu ist die Planwirtschaft. Als Wirtschaftsordnung hat die Marktwirtschaft sechs Fragen bzw. Problemkreise zu lösen:

  • Welchen Zielen hat die Wirtschaft zu dienen?
    In einem marktwirtschaftlichen System hat die Wirtschaft in erster Linie den Zielen jedes Einzelnen zu dienen.

  • Wie werden die Entscheidungen der einzelnen Wirtschaftssubjekte (Produzenten & Konsumenten) aufeinander abgestimmt?
    Der Marktpreis gibt den Marktteilnehmern Informationen über die Knappheit eines Gutes. Ein steigender Preis signalisiert den Produzenten eine verstärkte Knappheit und die Produzenten werden aus Gewinnstreben mehr produzieren.

  • Was veranlasst die Wirtschaftssubjekte zur wirtschaftlichen Tätigkeit (Produzieren und Anbieten)?
    In einer Marktwirtschaft ist die Motivation das Gewinnstreben der Einzelnen. So produziert ein Bauer z.B. Milch, um sie später zu einem möglichst hohen Preis zu verkaufen und dadurch einen finanziellen Gewinn zu erwirtschaften.

  • Wem gehört das Eigentum (z.B. die Produktionsanlagen)?
    Damit der Einzelne überhaupt Gewinne erwirtschaften kann, muss das Privateigentum gewährleistet sein. Der Bauer produziert nur Milch, wenn die Kuh resp. die gemolkene Milch sein Eigentum ist und er die Milch verkaufen kann.

  • Wie werden die Güter (Produkte und Dienstleistungen) den Konsumenten zugeteilt?
    Die Marktwirtschaft löst dieses Problem über die Kaufkraft des Einzelnen. Konkret heisst das, jeder Konsument hat ein bestimmtes Vermögen bzw. Einkommen, mit dem er kaufen kann, was er möchte.

  • Welche Rolle spielt der Staat in der Wirtschaft?
    Im marktwirtschaftlichen System gibt der Staat nur den notwendigen Rahmen für eine Wirtschaft vor. Der Staat garantiert z.B. die notwendige Handels- und Gewerbefreiheit, das Privateigentum und die Rechtssicherheit, es gibt aber kein Gesetz, das den Preis für Schokolade festlegt.

Die Marktwirtschaft als Grundtyp einer Wirtschaftordnung kann weiter in zwei weitere idealtypische Formen unterteilt werden: die freie Marktwirtschaft und die soziale Marktwirtschaft.
In einer ganz freien Marktwirtschaft beschränkt sich der Staat nur auf Aufrechterhalten der Rahmenbedingungen: Die Garantie des Privateigentums, der Vertragsfreiheit und der Rechtssicherheit. In dieser Modellform existiert die freie Marktwirtschaft allerdings heute nirgends.
Die andere Form ist die soziale Marktwirtschaft. Zusätzlich zur Regelung der Rahmenbedingungen sorgt der Staat auch für einen sozialen Ausgleich, d.h. es werden durch Steuern Einkommens- und Vermögensunterschiede korrigiert, sodass z.B. Reiche mehr Steuern bezahlen müssen als Ärmere. Zusätzlich greift der Staat auch bei Marktversagen ein und übernimmt damit gewisse Aufgaben.

 

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Artikel wurde am 30.12.2011 aktualisiert


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