Daniela Keller

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February 2012 Kommentar zu
Rotgrüne Rezepte für Wirtschaft und verwandte Themen
Herr Pfister,

mich würde es ja schon interessieren, weshalb Sie allen Ernstes glauben, sie hätten die Qualifikationen und den Hintergrund, sich über solche Themen zu äussern. Sie studieren Latein und Mathematik und haben das Gefühl, sie könnten sich kompetent zu ökonomischen Fragestellungen äussern. Was befähigt sie Ihrer Meinung nach dazu? Die Wirtschaft ist kein Nullsummenspiel, wo man nach Belieben an einer Schraube drehen kann. Ihre Massnahmen bewirken zahlreiche Effekte, da die ökonomische Welt eben vernetzt ist. Lokale Missstände können nicht einfach auf Knopfdruck mit rot-grünen Fantasiekonzepten behoben werden; es bedarf einer weitergehenden Überlegung. Aber bitte, wenn Sie Zustände wie in der EU oder noch näher wie in Deutschland oder Frankreich wollen, wenn Sie einen absolut aufgeblähten Sozialstaat gut finden, in dem Leistung ein Fremdwort ist und der gut Qualifizierte Leute vergrault, dann machen Sie mal mit ihren schönen Konzepten weiter.

Vielleicht​ gelingt es Ihnen aber auch, mit ihrem Studium einer lukrativen Tätigkeit nachzugehen. Es hat sich noch manches rotgrüne Hirngespinst ziemlich schnell aufgelöst, wenn es dann plötzlich um den eigenen Verdienst geht.

Im Detail zu den einzelnen Punkten:
1. Diskutabel. Aber vielleicht überlegen Sie sich, dass auch ihr Lebensstandard einiges tiefer wäre, wenn die Schweiz über keinen starken Finanzplatz verfügen würde. Wenn die Schweiz zum Steuereintreiber für die ganze Welt wird, sind diese Vorteile dahin.

Denken Sie hier auch mal an die vielzitierte "Steuermoral": Ich finde es im Falle der USA durchaus moralisch, wenn ein Bürger sein hart verdientes Kapital schützen möchte. Das wirklich Unmoralische sind Staaten, die ihre Bürger auspressen und die Kohle für solche Dinge wie Krieg und Rüstung ausgeben. Oder finden Sie das etwa gut? Würde mich erstaunen.

2. Utopisch, aber im Kern erstrebenswert.

3.​ Völliger Nonsense: Das hat ja wohl überhaupt nichts mit Geiz-ist-Geil-Mentali​tät zu tun. Ein ausländischer Arbeitnehmer, der hier arbeitet, verdient gleich viel wie ein Schweizer (hoffentlich auch!). Vielleicht denken Sie mal ein KLEINES bisschen weiter: Von einem Leben in der Schweiz hat ein ausländischer Arbeitnehmer auch etwas. Es ist ein Geben und in Nehmen: Das Land profitiert von der Fachkraft, der Arbeitnehmer von einem guten Lebensstandard. Sie sind ein Protektionist erster Güte. Und es ist nun einmal eine Realität, dass nicht JEDERMANN zu einem Studium oder zu irgendeiner Ausbildung geeignet ist, das können Sie nicht wegdiskutieren. Gerade Sie als Student sollten es eigentlich wissen.

4. Natürlich. Und mit dem Mindestlohn wird alles besser. Dann sind die Leute zwar 0%-Chrampfer weil die Arbeitslosigkeit steigen wird (empirisch gibt es hier genügend Material, vielleicht lesen Sie sich mal in die Thematik ein) und gehen halt so bei der Sozialhilfe betteln. Ein sehr durchdachter rotgrüner Vorschlag. Damit Sie mich nicht missverstehen: Eine gewisse Umverteilung ist nötig. Aber Direktzahlungen sind besser geeinet. Sie haben aber schon Nerven, von Wettbewerbsverzerrung​ zu sprechen und dann solche Markteingriffe zu fordern. Wissen Sie eigentlich, wie ökonomische Märkte funktionieren? Ich bezweifle es sehr aufgrund ihrer Aussagen. Sie werfen einfach mit Begriffen um sich, die Sie nicht verstehen!

5. do. Ein völlig ineffizienter, unwirksamer und realitätsfremder Markteingriff. Unausgegorener geht es kaum.

6. Ihr Verständnis von Wissenschaftlichkeit irritiert. In einem Paper würden Sie wohl auch nicht die Süddeutsche zitieren oder? Eine durchaus fragwürdige Quelle. Aber auf die Wissenschaftliche Untermauerung können Sie lange warten (es sei denn, Sie geben den einschlägigen Institutionen oder sonstigen Luftikusbetrieben den Auftrag dazu).

7. Sie lassen den technischen Fortschritt völlig ausser acht. Aber OK, Sie sind in guter Gesellschaft, das hat Herr Malthus auch getan. Was wäre denn ihre Lösung? Es werden immer mehr Menschen, sollen wir irgendwann eine Bevölkerungsgrenze festlegen oder wie stellen Sie sich das durch die grüne Brille vor?

8. Ich bin gespannt auf ihren Blog-Artikel. Vorab: Es wäre durchaus schön, wenn Sie nicht unisono in den Entwicklungshilfe-Ten​or der Gegenwart einstimmen würden, sondern die Angelegenheit etwas kritischer betrachten. EIN interessanter Input hierzu: http://www.zeit.de/20​09/23/P-Moyo-Dambisa


Aus rotgrüner Sicht muss es also in Richtung Wohlstandsverlust, mehr Umverteilung, Gleichmacherei und Arbeitslosigkeit gehen. Sie sollten das Thema umbenennen, das sind keine Rezepte sondern bestenfalls Phantastereien.
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