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Apocalypse Now

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Nachdem die Schwei­ze­ri­sche Na­tio­nal­bank den Euro während rund drei Jah­ren bei der Marke von 1.20 ver­tei­digt hat, wurde diese Un­ter­grenze vor Kur­zem auf­ge­ge­ben. Da­nach ist ein­ge­trof­fen, was zuvor während die­sen rund drei Jah­ren verzögert wor­den war: Der Eu­ro-­Kurs ist noch­mals ab­ge­sackt, die Frankenstärke hat sich ak­zen­tu­iert.

Dies​e Frankenstärke ist als Phänomen nicht neu, sondern quasi ein Dauerbegleiter der Schweizer Wirtschaft. Und trotz einer stets starken Währung gehört die Schweiz zu den weltweit erfolgreichsten Exportnationen. Schon vor der Interventionsphase der Nationalbank ist der Euro in (zu) kurzer Zeit von rund 1.40 auf unter 1.10 gefallen.

Es gibt dabei nichts zu beschönigen, auch wenn die Herausforderungen per se nicht neu sind und auch wenn die Nationalbank mit ihren Interventionen die jüngsten Ereignisse drei Jahre lang hinausschieben konnte. Es gibt vor allem deshalb nichts zu beschönigen, weil gerade überraschende und starke Kursverwerfungen die betroffenen Unternehmen und Branchen vor extrem schwierige Aufgaben stellen und dies alles nicht schmerzlos über die Bühne gehen wird.

Es ist aber ebenso falsch, wenn jetzt unnötig dramatisiert wird – nur, um sich vor dem Vorwurf der Untätigkeit zu schützen. Selbstverständlich soll geholfen werden, wo es Sinn macht und wann es Sinn macht. Aber die Politik hilft den Unternehmen sicher nicht, indem versucht wird, die Realitäten ignorieren. - Und noch weniger ist den Unternehmen geholfen, wenn einzelne Kräfte jetzt versuchen, die Frankenstärke für ihre politischen Ziele zu nutzen.

Wer beispielsweise die „Sistierung“ einer pragmatisch und langfristig ausgerichteten Energiewende fordert, um kurzfristig die Frankenstärke zu bekämpfen, der hat sich nicht nur auf der Zeitachse verirrt, sondern versucht opportunistisch, ein unliebsames politisches Projekt zu torpedieren. Zynisch wird es, wenn die gleichen Absender eine Förderung des Innovations- und Forschungsstandorts postulieren. Es gibt kaum grösseres Innovationspotenzial als in der Energiewende!

Noch zynischer ist die Forderung der SVP nach einer konsequenten Deregulierung und dem Verzicht auf wirtschaftsschädliche​​ (!) Ideen… Dazu gehöre die konsequente Umsetzung der „Masseneinwanderungsi​​nitiative“… - Also die Kündigung der Bilateralen? - Ausgerechnet diejenige Partei will jetzt die Wirtschaft retten, welche dem Land in der Vergangenheit massiv geschadet hat. Mit ihrem Ziel, die Schweiz wirtschaftlich abzuschotten, aber auch mit ihrer Gedankenspielerei über den Sinn von Völkerrecht und Menschenrechten hat sie das weltweite Image der Schweiz geschwächt. Die Schweiz als einst stabiler und sicherer Investitionsstandort ist für viele unberechenbar geworden.

Und jetzt will ausgerechnet (auch) die SVP unter dem Deckmantel der Frankenstärke verschiedene politische Projekte aus der Welt schaffen, die ihr gegen den Strich gehen. Neben der Kündigung der Bilateralen will sie beispielsweise einen Verzicht auf Finanzmarktregulierun​​gen oder eine Verkomplizierung und damit eine Verzögerung der Unternehmenssteuerref​​orm III… - Alles Vorhaben, welche genau die Wettbewerbsfähigkeit erhöhen würden. Oder da will sie tatsächlich administrative Vereinfachungen, war aber gerade jüngst erneut gegen einen Einheitssatz bei der Mehrwertsteuer…

Seit​​ die Nationalbank die Euro-Untergrenze aufgegeben hat, fordern alle eine wirtschaftsfreundlich​​e Standortpolitik, Deregulierungen und weniger Bürokratie. – Gut so! – Aber haben das nicht schon vorher alle gefordert? Steht das nicht in sämtlichen bürgerlichen Parteiprogrammen? – Und warum ist uns das nicht im erhofften Ausmass gelungen? Sind nicht trotz hehren Zielen immer wieder wichtige Reformen und Fortschritte an unheiligen Allianzen und an kumulierten Partikularinteressen gescheitert?

Keine der jüngsten Forderungen ist neu und die meisten hätten schon lange angepackt werden können. Wenn jetzt dank des Nationalbankentscheid​​es die Lösungsorientierung bei der Politik tatsächlich besser wird, ist das natürlich toll. Ich werde aber vorerst den Verdacht nicht los, dass zu viele opportunistische Lippenbekenntnisse die Runde machen. Dabei hat es für Zynismus und Doppelmoral weniger Platz denn je. Denn die Realitäten sind ernsthaft und schwierig genug. Die Behauptung, man hätte dafür massenweise Lösungen und Rezepte, ist nicht ehrlich.

Man soll sich jetzt die Frankenstärke bitte nicht für alles zunutze machen. Und man soll ebenso wenig jegliche Unwägbarkeiten mit der Frankenstärke begründen. Das gilt nicht nur die Politik. Wenn beispielsweise ein vom Standort Schweiz stark profitierendes Unternehmen einen Rekordgewinn vermeldet und gleichzeitig laut über eine Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland nachdenkt, dann soll bitte nicht die (angeblich plötzlich eingetroffene) Frankenstärke dafür den Kopf hinhalten müssen. Und übrigens muss ich - auch als bürgerlicher und liberaler Politiker – solchen Unfug nicht gut finden…

 


Kommentare von Lesern zum Artikel

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56%
(9 Stimmen)
Peter Keller sagte February 2015

Herr Landolt tut sich weissgott keinen Gefallen mit diesem mit falschen Behauptungen und unzutreffenden Argumenten gespickten Artikel.

1.
Es soll "kein grösseres Innovationspotential als in der Energiewende" geben? Da bin ich mir nicht so sicher. Hat es denn vor der Energiewende, deren Umsetzung bekanntlich noch nicht begonnen hat, nicht schon ansehlich viel Innovation in der Schweiz gegeben? Stichwort Nobelpreise pro Kopf, Patente pro Kopf, Technologievorsprung,​... Brauchte das Silicon Valley eine Energiewende, um innovativ zu sein? Und ausserdem: Wird eine schlechte, unrealistische Idee wie die Energiewende deshalb besser, weil sie Innovationen fördert? Ist eine solche Idee nur deshalb zu verfolgen, weil sie Innovationen fördert? Eine ziemlich glitschige Argumentation. Da hilft es auch nichts, Energiewende-Skeptike​r lächerlich zu machen - Stichwort "auf der Zeitachse verirrt". Im Gegenteil: Andersdenkende als Ewiggestrige zu verspotten, zeugt nicht von politischer Klugheit. Darf ich jetzt als Energiewende-Skeptike​r keine BDP mehr wählen?


2.
Aha, wer also die Masseneinwanderungsin​itiative konsequent umsetzen will - das heisst die knappe Mehrheit der Schweizer Stimmbürger die "ja" gestimmt haben - der will „die Schweiz wirtschaftlich abzuschotten“ und die „Bilateralen kündigen“? Danke Herr Landolt für die Unterstellung. Im Abstimmungstext meine ich aber nichts dergleichen gelesen zu haben. Und ich bin mir auch ziemlich sicher, dass auch Herr Landolt die Artikel 14 und 18 des Freizügigkeitsabkomme​ns kennt (http://bit.ly/1AxOxM​E und http://bit.ly/1bd5wrI​), habe ich recht?

3.
Klar, es sind natürlich immer die anderen, die "zynisch" und "opportunistisch" sind, die "Doppelmoral" betreibend und in "Gedankenspielereien"​ versunken "dem Land massiv schaden". Und so hofft Herr Landolt, dass die Leser seines Artikels nicht merken, dass er selber doppelmoralig und opportunistisch ist, wenn er alle anderen solchermassen an den Pranger stellt. Denn was anders als opportunistisch ist es, wenn Her Landolt selber die Gelegenheit der Stunde nutzt, um der SVP so richtig schön eins ins Schienbein zu treten mit diesem Artikel? Derjenigen Partei also, auf deren Wählerstimmen es die BDP in diesem Wahljahr allem Anschein nach abgesehen hat? Denn wenn es Herrn Landolt um die Sache ginge, die er so vehement zu vertreten vorgibt, dann würde er seine wirklichen inhaltlichen politischen Gegner attackieren, also beispielsweise die SP und die Grünen, und nicht seine Gesinnungsbruderparte​i SVP.


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50%
(10 Stimmen)
Georg Bender sagte February 2015

Der Staatsanwalt und Politik ist im Tiefschlaf!
Ich beziehe mich auf die Straf- und nicht Negativzinsen! Ein nicht unerheblicher Unterschied! Die SNB gibt als Information, einzig den Leitzins für Kredite bekannt! Dieser Leitzins ist nun ins "Negative" gerutscht! Trotzdem wird das Bankensystem, kein Geld von der SNB beschaffen! Die Funktion des Geldsystems und dessen Wechselwirkung (Erfindung der Ökonomen = einfältige Denklehre) mit dem Geld - Aufbewahrungswert und Marktpreisbewertung der Schulden (Aktiven), anstatt Nachhaltigkeit, verstehen, sind die Voraussetzungen, um die Spielvarianten erkennen zu können!

Die SNB ist schon Eigenständig aber nicht im Rechtlosen Raum (Treu und Glauben)! Woher sind die enorm hohen Giroguthaben (Zentralbankgeldmenge​) der Banken wohl entstanden! Einzig die SNB schafft diese Basisgeldmenge! Nur mit dieser Basisgeldmenge und dem Schneeball-Vehikel "Interbankgeschäft", kann die geschöpfte Geldmenge (Geld aus dem Nichts) in Zirkulation gebracht werden! Die Basisgeldmenge liegt also immer auf Girokonten bei der SNB! Diese Zirkulation - Geldmenge muss den Bedürfnissen der Bevölkerung angepasst sein! Würde jegliches Interbankkreditgeschä​ft verboten, würde endlich der Artikel 99 der Verfassung korrekt eingehalten!
Die SNB belastet also Kunden, welche in ihrer Landeswährung agieren! Der Kauf von Schweizerfranken ohne realen Hintergrund (eigene Landeswährung), gilt es zu bekämpfen, aber doch nicht CHF - Vorsorgegelder und andere Guthaben, welche mit ihrer Landeswährung , Geschäfte abschliessen!

Die SNB will den Devisenbestand abbauen! Sie will den Markt dazu zwingen, um die Stärkung des CHF zu brechen! Solange der Trend (Markt) nicht kehrt, soll er die vermeintlichen "Spekulanten" bestrafen, aber bitte, nicht rechtswidrig die Schweizer Institutionen, welche in ihrer eigenen Landeswährung, ihr Geld halten!




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67%
(12 Stimmen)
Werner Nabulon sagte February 2015

Verstehe ich etwas nicht? Euro?
Erst einmal heisst, freie Marktwirtschaft. Der Staat hält sich zurück, sei es bei Gesetzen oder eben auch künstliche Währung-Stabilisierun​gen.
Die einzige Logik die nun folgen kann, alle diese Gesetze CO2 Steuer und solches, die sowieso nicht nützen, (ausser den Beamtenstaat aufzublähen), müssen ebenso verschwinden. Da liegt einiges drin, und schadet der Umwelt in keinster weise.

Und nun wird gejammert, was das Zeug hergibt, vom Gewerbe, Tourismus, von überall.

1. Unsere​ Unternehmer Gewerbe Importieren sehr viel Ware aus dem Europäischen Raum. Ebenso aus USA, Asien. Diese werden hier veredelt. Komponenten können also bis zu (?20%?) Währungsdifferenz günstiger eingekauft werden.
Anmerkung Frage? Haben die Schweizer Unternehmer das gleiche getan wie SF Schweizer Fernsehen, sich Jahresquoten (2015) zu Fixen Preisen 1.20Kurs gesichert? Hoffe nicht, wenn aber, selber schuld und den Finanzchef entlassen (persönliche Ansicht).

2. Im Tourismus ist es ähnlich. Sehr viele exklusiven Gourmetsachen, erinnere die Schweiz hat kein Meer, oder hier wachsen keine Tropischen Früchte usw, werden Importiert. Nebst dem man im Tourismus Gegenstände von Kücheneinrichtungen über Gastrauminfrastruktur​ bis zu Betten Zimmer Einrichtungen aus dem EU Raum findet.
Daneben hat der Tourismus schon lange auf Ausländisches Personal zurückgegriffen, ist bekannt dafür, keine Top Löhne zu bezahlen. Aber Top im Jammern.

So nebenbei merkt man, dass Energie, Öl, Diesel, Benzin, Strom Importe, (Erdgas leider noch nicht) ebenso günstiger Importiert werden?
WährungsSpekulanten​ können nun wieder mit dem Wechselkurs arbeiten, wo sind eigentlich die wirklichen Probleme?

Bis zu 20% günstiger Einkaufen, und ja, nach der Veredelung bekommt man halt auch weniger.



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31%
(16 Stimmen)
Georg Bender sagte February 2015

Die Funktion des Geldsystems verstehen, bedeutet für mich, die richtigen Argumente formulieren zu können! Die Systeme werden einzig aus der Wirtschaftsleistung generiert! Die Geldmenge wird in Zirkulation gebracht! Als Bürger partizipieren wir mit dem frei verfügbaren Tauschwert Arbeit/Leistung an der Wirtschaftsleistung! Den uns zugeordneten, zweckbestimmten, Tauschwert geben wir dem Staat zur Wirtschaftsleistung zurück! Ohne Schulden kein Geld! Den Binnenmarkt kann man in eigener Verantwortung und eigener Währung, im Einklang mit der Natur gestalten! Jeder Mensch könnte ohne Existenzangst leben!
Der Wettbewerbskrieg der Volkswirtschaften bedingt die Anpassung an die Bedingungen (Währung und Arbeitskosten = Sklaverei) der Mitkonkurrenten! Kein Land braucht Export zur Abdeckung der eigenen Bedürfnisse! Jeder Mensch sollte in seinem Geburtsland, seine Lebensbedürfnisse abdecken dürfen! Lokal, Regional statt Global ist die Zukunft!


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40%
(15 Stimmen)
Georg Bender sagte February 2015

Politik ist m.E. eine austauschbare Macht – Delegierung, einzig zu Gunsten der Wirtschaft!
Die Denkrichtungen von konservativ (Bürgerlich = Obrigkeitshörig) bis Links (Offen = Widerstand), werden in der Familie und den Vorbetern geprägt! In diesem Spannungsfeld spielt das Theater, die Bürger als Zuschauer mit zugeordneten Applaus!
Dabei will man die Funktion des Geldes, die eigentliche reale Macht, nicht verstehen! Das Zusammenspiel zwischen Zentralbanken und Bankensystems wird nicht wahrgenommen! Mit dem Interbankgeschäft, akzeptiert die Politik (Wirtschaft), pro Währung, das Funktionieren von nur zwei Banken, welche mit dem Geld aus dem Nichts, sämtliche Volkswirtschaften diktieren!
Das intelligente Volk verfällt aber immer noch dem krankhaften Bemühen des Rechts/Links-Schemas!​
Mit einem Verbot des Interbankgeschäftes, mit gleichzeitiger Entschuldung der Staaten, sowie Verbriefung (Verrechnung), der sehr hohen Geldvermögen und klare Regeln der Finanzspiele, würde die Macht der Banken (Elite) gebrochen!
Die Forderung von „Intellektuellen“ zum Übertritt in die Euro-Währung, würde einzig der Export - Wirtschaft und den Geldvermögenden nutzen, spiegelbildlich würden die Schulden erhöht und die Erwerbseinkommen geschmälert!
Die Lehren für die Zukunft muss m.E. zu einem Umbau in den Zivilkapitalismus (Regional), als Ablösung des Globalkapitalismus (Freihandelsabkommen etc.), führen, weil die Menschen ein sorgenfreies Leben im Einklang mit der Natur verbringen möchten!
Kein Land braucht Export zur Abdeckung seiner Bedürfnisse! Wer in den Wettbewerbskriegen der Volkswirtschaften mitspielt, wird diktiert (Freiheit = Demokratie)!
Durchkreuzen oder verhindern wir die Ziele der Elite!



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80%
(10 Stimmen)
Jörg Matter sagte February 2015

Doch erinnere ich sich dank aus den SF-Fernseher zum Bespiel Stefan Meierhans als Preisbewacher beim Bund oder am konsumentenschutz unter wwww.konsumentenschut​​z.ch zur Preiskontrolle beziehen....


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44%
(9 Stimmen)
Jörg Matter sagte February 2015

Ja, ich kann sich nicht beurteilen, wie hoch der Schweizer Franken teuer befinden. Am bestens wissen sich jede Arbeitgeber, Direktorium, Wirtschaftswissenscha​ft usw. jede Firmen, Konzern usw. selber unternehmerisch erkunden.


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50%
(16 Stimmen)
Lars von Lima sagte February 2015

Acopalypse now. Wow, wenn man das letzte Wahlergebniss in BL betrachtet, könnte man diese Meinung haben, Herr Landolt.


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75%
(12 Stimmen)
Marc Zingg sagte February 2015

Grundsätzlich erstaunt es mich nicht, nein ich erwarte sogar, dass die Parteien das wieder zu Ihren Gunsten interpretiert, ausschlachten werden. Sicher gibt es Unternehmen in der Schweiz, welche hart getroffen werden von der Frankenstärke. Aber das wusste man schon lange, dass das kommen würde. Einige haben sich eine goldene Nase mit dem abgewälzten Risiko verdient, das Geld steht aber nun nicht als Reserve „für schlechte Zeiten“ zur Verfügung, nein es wurde verdient. Aktionäre und Investoren (das Wort schreit nach Geld, das verdient werden will) sind heute meist nur noch auf kurzfristigen Profit aus, statt auf Nachhaltigkeit. Dabei habe viele Unternehmen das verdiente Geld nicht in Innovationen oder in die Eröffnung neuer Märkte investiert, was aber heute ein grosser Vorteil wäre, weil man das Klumpenrisiko EU nicht mehr hätte. Aber man verlässt sich ja lieber auf den Staat, sprich den Steuerzahler, der hilft dann schon wieder im Interesse der Arbeitplatzsicherheit​. Kantone mit Tiefsteuerpolitik schreiben heute rote Zahlen, die gesparten Steuern verdienen aber die Unternehmen und eben deren Aktionäre und Investoren, welche dann wenn möglich auch noch Pauschalbesteuert sind. Die Kantone, welche rote Zahlen schreiben, sparen anstelle der Steuererhöhungen lieber beim Sozialen oder bei der Bildung, geht also wieder auf Kosten der Bevölkerung. Der Staat ist keine Milchkuh, alle motzen immer über Sozialbezüger, aber wenn man schaut wie die Wirtschaft den Staat abzockt, völlig legal natürlich, da motzt dann niemand. Fehlende Krippenplätze, Sozialbezüger (die wirklich berechtigten) sollen gem. der SVP auf 600.— pro Monat runtergesetzt werden, 17‘000 IV-Bezüger sollen in den ersten Arbeitsmarkt (dies obwohl die gesunden ab 50 Jahren schon keine Jobs mehr finden) und so weiter, das alles und vieles mehr geht auf Kosten der Bevölkerung. Und trotzdem werden die Parteien, welche genau das zu verantworten haben, wohl mangels Alternativen, gewählt.
Mir ist bewusst, dass ich hier sehr viele verschiedene Themen anspreche, sie haben aber alle etwas mit der Wirtschaft zu tun und können schlussendlich nicht völlig voneinander losgelöst betrachtet werden.
Mich stört, dass stetig vergessen wird, dass es der Schweizer Wirtschaft schon lange nicht mehr wirklich schlecht gegangen ist. Wenn, dann einzelnen Wirtschaftszweigen. Das zeigt sich in den stetig steigenden Gewinnen, welche die Unternehmen machen, mindestens die börsennotierten, von den anderen hört man ja die Zahlen nicht. Was mich im Weiteren stört ist, dass auch nie erwähnt wird, auf wessen Kosten die Effizienz und die Gewinne gesteigert werden. Zum einen auf die Kosten der Arbeitnehmenden, Effizienzsteigerung kostet schleichend dauernd Arbeitsplätze, Gewinnoptimierung kostet über kurz oder lang auch Arbeitsplätze. Dazu will die Wirtschaft immer bessere Standortbedingungen, die bezahlen die Steuerzahler, sei es in Form von Infrastruktur oder Steuersenkungen. Zu guter Letzt will die Wirtschaft den Abbau von Regulierungen, welche zu faktischer Selbstkontrolle führen würde, dann würden ethische und soziale Verantwortung endgültig über Bord geworfen werden, das würden auch wieder die Arbeitnehmer und die Steuerzahler berappen. Beispiel Lohnsenkungen wegen dem starken Franken, aber gemacht werden sie nur beim Fussvolk. Wenn ein Arbeitnehmer so rumjammern würde, wie es die Wirtschaft ständig tut, dann wäre er seinen Job sehr schnell los.

Es gibt sicher viele Unternehmungen die meiner Beschreibung nicht entsprechen, aber es gibt genauso viele, welche 1:1 diesem Profil entspricht.
Wenn die Unternehmen (die schlechte Hälfte) wieder bereit sind, ihren Standort zu unterstützen, sich dazu zu bekennen, Steuern zu bezahlen (keine Steueroptimierung betreiben), ihre soziale und ethische Verantwortung wieder wahrnehmen, durch Innovation und nicht durch Rationalisierung/Zukä​ufe/Auslagerung ins Ausland, wachsen, die Gewinne reinvestieren und nicht (zumindest nicht alles) an Aktionäre abdrücken, und so weiter, dann bin ich bereit auch wieder mehr zu geben. Ich befürchte aber, darauf kann ich lange warten.

Einige Beispiele: Sika (Familie will Unternehmen verkaufen, Art und Weise verwerflich), ZKB (senkt Sparzinsen bei Kleinsparer, die Woche davor war in den Medien zu lesen, dass Löhne im Bankensektor gestiegen sind), Syngenta (Optimierung fallen 500 Stellen zum Opfer), "Kartelle" zocken Schweizer ab (Hochpreisinsel), Unternehmen machen vermehrt Arbeitsverträge auf Abruf und zu Niedriglöhnen, Firmen zocken ab mit Kurzarbeit und federn so den eh geplanten Stellenabbau auf Kosten der Arbeitnehmer und Steuerzahler ab, Kiesunternehmen im Kanton Bern machen Preisabsprachen (der Kanton als grösster Bauherr trägt den Schaden, also wieder der Steuerzahler).
Wären wir in Italien, würde man von Mafia reden und genannt habe ich nur aktuelle Beispiele, es gibt viele mehr.
International gesehen Starbucks, Apple, Wallmart, Unternehmen mit riesen Umsätzen und Gewinnen, zahlen fast keine Steuern. In England hat man gerade festgestellt, dass Unternehmens-Beratung​sfirmen, welch gratis Beratung für die Regierung bei neuen Steuergesetzten angeboten und auch ausgeführt haben, die Auslegung der Gesetze derart wirtschaftsfreundlich​ beeinflusst haben, dass heute davon gesprochen werden muss, dass die Gesetzte nicht zum Wohle des Volkes gemacht wurden (gem. einer Studie, veröffentlich vor ca. 3 Wochen). Und genau diese Beratungsfirmen beraten ja hauptberuflich die Unternehmen bei Steuerfragen. Läuft das in der Schweiz auch so? Von den Bankenmanipulationen(​Libor etc.) und den Spekulanten (Rohstoff- und Nahrungsmittelspekula​tion) wollen wir gar nicht sprechen. Das ist die Wirtschaft, leider.

Das tönt jetzt so schlecht, mir ist bewusst, dass die Schweizer Wirtschaft auch vieles Richtig macht, aber eben, im Vergleich zu einem Arbeitnehmenden im Betrieb, der bei so vieler Abzocke und gejammere seinen Job schon lange verloren hätte, passiert in der Wirtschaft nichts. Die Seilschaften gehen beharrlich weiter.
Ist ein bisschen viel, aber musste auch mal raus.



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22%
(18 Stimmen)
Georg Bender sagte February 2015

Wer in Volkwirtschaftskriege​n teilnimmt, muss die Bedingungen (Sklaverei, Wechselkurse etc.) akzeptieren und die vermeintlich richtige Strategie wählen! Wieso die SNB einem Wirtschaftsteil helfen und einem Anderen schaden darf ist mir ein Rätsel (Verfassung)? Wie viel Devisen hat sie seit der Aufgabe der Untergrenze gekauft? Die Tressorie - Verantwortlichen in Bern fühlten sich als Nationalbank! Unglaublich aber wahr!


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63%
(19 Stimmen)
Benedikt Jorns sagte February 2015

Die Energiepolitik ist nicht so einfach, wie Sie Herr Landolt, Ihre Parteikollegen Hans Grunder, Werner Luginbühl und all die andern BDPler denken. Ihre Aussage: „Zynisch wird es, wenn die gleichen Absender eine Förderung des Innovations- und Forschungsstandorts postulieren. Es gibt kaum grösseres Innovationspotenzial als in der Energiewende!“ zeigt uns, dass Ihre Kenntnisse in der Physik leider nicht genügen, um in diesem Bereich der Politik aktiv zu sein. In keinem Wissensgebiet wird weltweit auf einem derart hohen Niveau geforscht wie in der Kernphysik. Nicht nur die Grundlagenforschung im Cern ist äusserst beachtenswert, auch das weltweit faszinierendste und mit Abstand teuerste internationale Energieforschungs-Pro​jekt „Iter“ in Cadarache wird wahrscheinlich äusserst wichtig für die Zukunft der Menschheit. Ohne die in Computer-Animationen der Forscher bereits weit entwickelte und bestätigte Kernfusion hätten wir Menschen sehr Mühe, die schrittweise Ablösung der fossilen Brennstoffe Erdöl, Kohle und Erdgas jemals durchzuführen. Bereits 85% des Jahr für Jahr zunehmenden weltweiten Energiebedarfs werden mit fossilen Brennstoffen abgedeckt. Doch diese sind nicht unbegrenzt auf unserer Erde zu finden und der durch ihren Gebrauch entstehende CO2-Ausstoss lässt die weltweite CO2-Konzentration jährlich konstant um 3 ppm steigen. 2014 haben wir nun bereits 400 ppm überschritten.

Die Entwicklung der Kernfusion verlangt den Bau von grossen Entwicklungsreaktoren​ mit langer Bauzeit. Deshalb darf man den ersten produktiv einsetzbaren Reaktor erst Mitte dieses Jahrhunderts erwarten. Wie lange es gehen wird, bis die Kernfusion dann auch ökonomisch vertretbar eingesetzt werden kann, wissen wir allerdings heute noch nicht. Doch zum Glück bekommt auch die Weiterentwicklung der Kernspaltung weltweit wieder zunehmend Schwung. Brennstoff hat es für mindestens einige 10'000 Jahre genug. Wer in Kern- und Reaktorphysik nicht ausgebildet ist, glaubt oft, Uran sei der Brennstoff unserer Kernreaktoren. Doch bis heute nutzen wir erst dessen Isotop Uran-135. Das sind gerade mal 2% des Natururans. Die übrigen 98% sind Uran-138. Die kommende Generation von Kernreaktoren wird auch dieses Isotop nutzen können. Daneben ist auch noch das weltweit in grossen Mengen vorhandene Thorium-132 ein Brennstoff. Es sind Kernreaktoren der 4. Generation, die diese Brennstoffe nutzen können. Bei Reaktoren der 4.Gen. werden zudem Kernschmelzen wie in Fukushima nicht mehr möglich sein. Der verbleibende Abfall hat dann nur noch Halbwertszeiten von ca. 100 Jahren. Ein erster solcher produktiv einsetzbarer Reaktor wird zurzeit in Rongcheng (China) gebaut. Er ist ziemlich klein, so dass er auch per Bahn transportiert werden kann. Vielleicht wird er schon bald ein preisgünstiger chinesischer Exportschlager.

Vi​elleicht haben meine Mails an Schweiger, Wasserfallen, Amstutz und an die meisten der Ständeräte ein bisschen dazu beigetragen, dass heute gilt: „Wir wollen kein Technologie-Verbot“. Bei der Kernfusion sind wir dank der ETH Lausanne und unserem Engagement bei „Iter“ mit dabei, doch bei der Kernspaltung sowie bei der Transmutation von hochaktiven Radionukliden (5% der ausgemusterten Brennstäbe unserer heutigen AKW) läuft uns die weltweite Forschung davon.

Klar haben wir auch die erneuerbaren Energien und die Energieeffizienz. In der Schweiz (und auch in Österreich) ist die Wasserkraft sehr gut nutzbar und der Bau von Staudämmen ermöglicht es unseren Stromproduzenten, die Spannung im Netz auf konstantem Wert zu halten. Doch reichen unsere Staumauern leider nicht aus, um die im Winterhalbjahr wegen den deutlich weniger Wasser führenden Flüssen vorhandene Stromlücke zu schliessen. Allein um einmal im Jahr Strom produzieren zu können, lohnt sich der Bau von weiteren Staumauern nicht.
Die Nutzung von Windkraft ist in windreichen Gebieten sehr produktiv. In Gegenden mit wenig Wind bringt diese Stromproduktion nicht mehr viel. Es gilt: doppelte Windstärke bringt achtmal mehr Strom. Leistungsfähige Gleichstromleitungen von den Küstengebieten bis zu unseren Pumpspeicherbecken werden dereinst die Bedeutung der Windkraft deutlich erhöhen.

Photovolt​aik bringt uns in der Schweiz zurzeit fast nichts. (Gleiches gilt auch für Österreich.) Im Sommerhalbjahr haben wir Stromüberschuss. Jede dann zusätzlich produzierte Kilowattstunde bringt uns nichts. Zeitweise bezahlen die Stromproduzenten sogar dafür, dass sie ihren Strom aufs Netz bringen können. Im Winterhalbjahr importieren wir hauptsächlich aus Frankreich (Kernkraftwerke) und Deutschland (fossile Kraftwerke) viel Strom. Nur mickrige 0,2% der Stromproduktion konnten wir 2014 mit Photovoltaik im Winterhalbjahr abdecken. Realistisch gerechnet ist Strom aus Photovoltaik in der Schweiz und in Österreich horrend teuer. In Deutschland und andern Ländern mit Strombedarf im Sommerhalbjahr bringt Photovoltaik wesentlich mehr. Sobald die Umstellung auf Elektroantrieb im Strassenverkehr dank leistungsfähigeren Akkus allgemein kommen wird, wächst unser Strombedarf etwa im Rahmen unserer heutigen Stromproduktion aus den bestehenden Kernkraftwerken. Dann wird Photovoltaik wahrscheinlich auch in der Schweiz sehr nützlich.

Erst 25% unserer Energieversorgung wird heute mit Elektrizität abgedeckt. Der Prozentsatz dieses (oder allenfalls auch eines andern) Energieträgers wird parallel zur schrittweisen Ablösung der fossilen Brennstoffe auf ca. 60% - 80% wachsen. Experten schätzen, dass ca. 12% mit Biomasse abgedeckt werden können. Was die direkte Nutzung der Erdwärme bringen wird, wissen wir heute noch nicht.

Auch wenn die zukünftige Energieversorgung der Schweiz sehr schwierig abzuschätzen ist, haben wir heute noch nicht den geringsten Grund, langfristig auf die unbeschränkt verfügbare und schon bald sehr sichere Kernenergie-Nutzung zu verzichten. Zurzeit steht jedoch nicht der Bau von neuen Kernkraftwerken im Vordergrund. Unsinnigen „Subventionitis“ müssen wir vermeiden.
Offenheit für kommende Entwicklungen sowohl bei den erneuerbaren Energien wie bei der Kernenergie ist die nahe liegende und in die Zukunft weisende Energiestrategie.

​Es wäre für Sie Herr Landolt und Ihre Pateikollegen/Parteik​olleginnen sehr gut, in der Energiepolitik diese Offenheit zu leben und auch ehrliche andere Meinungen zu respektieren. Insbesondere ist die Energiestrategie auch weiterhin in ihrer grundsätzlichen Ausrichtung offen und ehrlich im Energieartikel 89 der Bundesverfassung zu formulieren und dementsprechend vom Volk bestätigen zu lassen. Einen Vorschlag für eine Neuformulierung finden Sie in www.ch-strategie.ch


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61%
(18 Stimmen)
Benedikt Jorns sagte February 2015

Vor seiner heutigen Selbständigkeit war Martin Landolt während vielen Jahren ein Banker, zuletzt bei der UBS. Zufälligerweise war ich eine Woche vor der Wechselkursfreigabe an einem Vortrag der UBS-Strategen. Auf die Frage eines Kunden, ob weiterhin mit einem festen Wechselkurs des Frankens zum Euro zu rechnen sei, antwortete der Chef-Stratege ohne zu zögern mit „Ja“. Die Nationalbank könne es sich nicht leisten, ein Absinken des Euros zuzulassen. Viel zu gross wäre ihr Verlust. Ich dachte mir, hoffentlich sieht der Chef-Stratege das richtig. Weiss er, wie gross zurzeit die Euro-Käufe der Nationalbank sind? Heute wissen wir alle und insbesondere die Anleger im Euro-Raum, der Chef-Stratege der UBS erzählte uns „Mist“.

Die Beurteilung der nun zu erwartenden Entwicklung der schweizerischen Volkswirtschaft ist äusserst schwierig. Selbst die Meinungen erfahrener Nationalökonomen gehen auseinander. Während Martin Landolt nur die andern Parteien kritisiert, habe ich einen konkreten Vorschlag. Hier mein Leserbeitrag in der NZZ:

Die Stützung des Wechselkurses ist „Pflästerli-Politik“.​ Da sie letztendlich unter wachsendem Druck aufgegeben werden muss, bringt sie langfristig nichts. Der Euroraum und die USA streben mit ihren Geldmengen-Erhöhungen​ eine Inflationsrate von 2% an. Die Ökonomen erachten diesen zwar kleinen aber langfristig doch wirksamen Kaufkraft-Verlust als die beste Basis für eine optimale Konjunktur. Wir haben als Wirtschaftspartner eine Inflationsrate bei ungefähr Null. Das passt nicht! So kommen unsere Währungskurse andauernd unter Druck und unser Export leidet auch bei sonst besten Bedingungen.
Wir müssen dringend eine vergleichbare Inflationsrate anstreben! „Inflation“ heisst auf Deutsch nichts anderes als „Kaufkraftverlust“. Tun wir doch dasselbe wie die USA und der Euroraum! Wir erhöhen die Geldmenge in der Schweiz schrittweise und vorsichtig genau so stark, dass wir eine Inflationsrate von 2% erreichen. Sobald die Nationalbank und unsere Regierung gemeinsam dieses währungspolitische Ziel glaubhaft bekannt geben, sinkt der Druck auf den Schweizerfranken sofort spürbar.
Die sinnvollste Anlage dieser zusätzlichen Geldmenge wäre in der Schweiz die Bildung eines Fonds für die langfristige Infrastruktur-Erneuer​ung. Diese wird in der Schweiz schon bald äusserst teuer. Mehr dazu im Migros-Magazin und in einer früheren Ausgabe des „Beobachters“.



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61%
(23 Stimmen)
Dany Schweizer sagte February 2015

Herr Landolt
Ich denke von Zynismus und Ähnlichem sollte die BDP wirklich nicht unbedingt sprechen oder schreiben, schon gar nicht so, wie es meine Vor"schreiber" schon getan haben. Ihre Wahlpropaganda mit SPV-Feindlichkeit dürfen Sie ungeniert für sich behalten. Denn bedenklich finde ich, dass man vor noch kurzer Zeit selber SVP war und nur dank "unfairen" Mitteln zu einer BR-Partei aufgestiegen ist.

Ich hoffe für Sie, dass Ihre gescheiterten Allianzen mit den andern Parteien sie nicht noch weiter ins Abseits führen werden.

Auch ich sehe das eher so, wie Herr Huber das schön erklärt hat. Nicht die angeblich schädigende MEI der SVP ist für die Schweiz schädlich, sondern die masslose Gier der Abzocker in den Chefetagen und Brockerhäuser.

Wen​n ich mir überlege haben viele "Schwarzmaler" darunter auch ich, gewarnt davor, dass man die SChweiz derart ausverkaufen solle, dies auch nicht im Sinne von wirtschaftlichem, angebl. Wachstum und Einsparungspotential.​ Dieser schon zu rund 50% ausverkauf der SChweiz führt nähmlich dazu, dass wir vom Ausland regiert, gesteuert und auch "bezahlt" werden. Diese sog. internationalen Firmen spielen mit uns wie sie das wollen. Arbeitsplätze weg, weil angeblich zu teuer, statt Qualitätsdenken wieder nur Quantität, die immer stärkere Angleichung an den intern. Markt bedeutet für ein kleines Land NUR "Abstriche".

Und Herr Landolt - Zum Schluss...
Wenn für Sie und die sog. Geldbosse die Aufhebung überraschend kam, dann würde ich Ihnen empfehlen, sich mal etwas mehr nur alleine die Nachrichten zu verfolgen und was um uns herum passiert. Für mich war klar, als JC. Junker erklärt hatte, dass er ein Investitionspacket in die EU pumpen wolle (die Höhe aber war noch nicht klar), war mir klar, dass eine Finanzspritze der EU von der SChweiz NIEMALS hätte gestemmt werden können. Und der einzige vernünftige und logische Weg dann die Aufhebung sein müsste, ansonsten wär die Bilanzsumme der SNB durch die 1'000 Mrd-Grenze gegangen. Was jedoch auch heute nicht wirklich ausgeschlossen werden kann.

So Herr Landolt - Wie in anderen Voten Ihnen schon erklärt. Wer ein ehemaliges SVP-Mitglied, andere Parteien mit derartig unfairen Mitteln "aus dem Rennen" werfen will, sich einen BR-Sitz abzockt mit unfairen Mittel, anbrennt bei vielen anderen Parteien in der Alianz, sollte ganz sicher zuerst mal ein wenig Zurückhaltung zeigen und vorallem nicht mit Steinen in seinem eigenen Glashaus herumwerfen.

Denke​n Sie wirklich, dass Ihr Verhalten und das Ihrer Partei vom Wähler einfach so vergessen wird, nur weil Sie hier nun den Saubermann der Parteien präsentieren wollen?

Nein... ich bin nicht Nachtragend, sondern merke mir das Verhalten von Menschen, welchen ich nicht trauen kann.


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74%
(23 Stimmen)
Emil Huber sagte February 2015

Viel grösser ist die Gefahr, dass der neue Frankenkurs dazu missbraucht wird neoliberale Ideen nun besser durchsetzen zu können.
Welche Partei ist darin federführend? Die Partei der Reichen, die FDP!
Man will die in den letzten Jahrzehnten mühsam erkämpften Fortschritte der Arbeitnehmer wieder rückgängig machen.
Von Lohnkürzungen, Arbeitszeitverlängeru​ngen und Eurolöhnen ist zu lesen.

Als es um die Mindestlohninitiative​ ging wurde schwarz gemalt, obwohl diese nur einen kleinen Bruchteil der Wirtschaft getroffen hätte.
Aber wenn die Arbeit über Nacht 20% teurer wird macht es den liberalen und anderen Politikern scheinbar gar nicht aus. Ist ja klar, so hat der Geldadel über Nacht mehr Kaufkraft.
Nicht nur die Nationalbank, auch diese Politiker haben ihre Glaubwürdigkeit verspielt, hoffentlich quittieren das die Wähler.

Ob es in der Schweiz auch so zugeht wie damals in GB ?:

"Im Oktober 1990 schloss sich Großbritannien zeitweilig dem Europäischen Währungssystem (EWS) an. Viele Investoren und insbesondere George Soros hielten das Pfund Sterling für überbewertet. Soros setzte Hedgefonds gegen das britische Pfund, was eine Spekulationswelle auslöste. Die Bank of England geriet unter einen enormen Abwertungsdruck. Anfänglich versuchte die Bank, ihre Währung durch Stützungskäufe zu stabilisieren, jedoch blieb ihr letztendlich keine andere Wahl, als das Pfund am 16. September 1992 aus dem EWS herauszunehmen. Seither wird dieser Tag als Schwarzer Mittwoch (englisch: Black Wednesday) bezeichnet. Das Pfund war enorm geschwächt und fiel in den darauffolgenden Wochen um fast 15 % gegenüber der D-Mark und um 25 % gegenüber dem US-Dollar. !!! Es zeigte sich jedoch schon im folgenden Jahr, dass die Abwertung der britischen Wirtschaft eher gut getan hatte.!!! Innerhalb von zwei Jahren legte das Pfund gegenüber der D-Mark um mehr als 25 % zu."

Dies zeigt auf, welchen Einfluss ein einziger Multimilliardär haben kann.
Aber die Schweiz ist ja unabhängig, oder etwa doch nicht?


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Felix Kneubühl sagte February 2015

Zuerst Ruedi Noser und Martin Bäumle in den Ständerat wählen.

Der Wirtschafts- und Innovationsmotor der Schweiz muss schliesslich längerfristig frisch angekurbelt werden.

Angst vor aufschlitzenden Kosovaren, Kopftücher usw. und die Furcht vor Streichung von Stellen bei der Cüpli-Bürokratie sind Nebensache.


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