Volkswirtschaftslehre,

Bezahlen private Unternehmer «Dumpinglöhne»?

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Lieber An­dreas Kirstein,

als Staats­an­ge­stell­te​r ver­wech­selst Du da etwas fun­da­men­tal. Es ist nicht der Staat, der – völ­lig los­gelöst von Mark­tü­ber­le­gun­ge​n und von der Pro­duk­ti­vität der An­ge­stell­ten – das Lohn­ni­veau und die An­stel­lungs­be­din­​gun­gen frei de­fi­niert, wor­auf sich die Pri­va­ten ir­gend­wie an­pas­sen müs­sen, um im Ren­nen zu blei­ben. Denn die Pri­va­ten un­ter­ste­hen sehr wohl dem Wett­be­werb.

Es ist vielmehr umgekehrt: Es sollte dem Staat auf dem Arbeitsmarkt untersagt sein, ein besseres Angebot zu machen, als es Marktplayern möglich ist. Andernfalls finanzieren privat angestellte Niedriglohnempfänger die besseren Arbeitsbedingungen privilegierter staatlicher Angestellter. Das nennt sich dann unlauterer Wettbewerb.

Was ihr tut, ist nicht "etwas für die Arbeiterklasse", sondern schlicht "etwas für privilegierte Staatsangestellte", die ohnehin schon von höchster Jobsicherheit profitieren. Auf Kosten der restlichen Bevölkerung. Normalerweise erkauft man sich eine höhere Sicherheit mit einer geringeren Rendite, hier ist das Gegenteil der Fall. Eine besondere Form der Zweiklassengesellscha​ft.

Eine Untersuchung vor ein paar Jahren hat beispielsweise ergeben, dass Bundesangestellte im Schnitt mehr verdienen als Angestellte in Hochlohnbranchen wie dem Bankwesen – siehe Bericht im Tages-Anzeiger. Womit auch klar wäre, wo die Abzocker sitzen, wer diese im Parlament vertritt, und wer die ganze Party bezahlt.


Kommentare von Lesern zum Artikel

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50%
(2 Stimmen)
Jan Eberhart sagte May 2019

"Dumpinglöhne" bedeutet: alle die für weniger Geld arbeiten, sollen daran gehindert dies zu tun, sondern ihr Vorteil soll genommen, indem sie wie Einheimische bezahlt werden.

Das, was reiche EU-Staaten auch tun. Sie wollen auch nicht, dass EInheimische durch Rumänen, Bulgaren, Ukrainer, etc nicht mehr konkurenzfähig sind. Weil Osteuropäer weniger Ansprüche stellen als Westeuropäer.

Auss​erdem kommen diese sowieso, weil in Westeuropa die Verhältnisse einfach besser sind.



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80%
(5 Stimmen)
Elsi D. Stutz sagte May 2019

Dazu kommt, dass der Staat bei seinen Auftragsvergaben noch nicht mal die eigene Wirtschaft berücksichtigen muss, sondern wo immer möglich aus dem Wettbewerb selbst, den billigen Jakob wählt.
Eine Sauerei sondergleichen!


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