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BREXIT : EU hat nichts gelernt !

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Wer die hie­si­gen Me­dien seit Frei­tag dem 24. Juni 2016 zum Thema Br­e­xit ver­folgt, der kommt den Ein­druck nicht los, dass die Welt so­gleich am un­ter­ge­hen ist. Wie kommt das? Nun, das his­to­ri­sche EU-Er­eig­nis eig­net sich natür­lich bes­tens für eine thea­tra­li­sche Sen­sa­ti­ons­be­rich​t­er­stat­tung und we­ni­ger für eine nüch­terne Fak­ten­ana­ly­se.

 

Fakt ist, bereits zehn Tage nach dem Event sind die internationalen Finanzmärkte beinahe wieder auf ihren Jahreshöchstständen, und der Euro hat die Hälfte seines überschaubaren Kursverlustes gegenüber den meisten Währungen wieder gut gemacht.

Fakt ist, auch wenn die internationalen Medien nicht müde werden von einigen Tausend demonstrierenden EU-Anhänger in UK zu berichten, dass wer heute durch das Land reist an allen privaten Häuser und Wohnungen die britische Flagge hängen sieht und erkennen muss, dass es hochgerechnet über 22 Millionen Briten gibt, welche auf ihre zurückgewonnene Eigenständigkeit stolz sind.

 

Fakt ist, ein erneutes Referendum in UK ist mehr als unwahrscheinlich, denn ein solches müsste durch ein neues Parlament initiiert werden. Niemand will aber Neuwahlen, selbst die Labor Party nicht, denn dann würden sie gemäss Umfragen die Hälfte ihrer heutigen Sitze verlieren.

Fakt ist, es wird eine neue britische Regierung geben und der Brexit kann nach britischem Recht auch ohne den Art. 50 der EU-Gesetzgebung innerhalb von 24 Stunden vollzogen werden. Und dies alles noch viel schneller, als die Journalisten weltweit ihre Finger auf den Tastaturen bewegen können.

 

Fakt ist, die EU braucht Grossbritannien als wirtschaftlichen Partner und als Sicherheitsgarant für Europa genauso, wie umgekehrt.

 

Und was macht die EU? Sie gefällt sich in der Poltererrolle, gibt diktatorische Anweisungen von sich und schürt damit noch mehr Angst bei den anderen Mitgliedsvölkern von einem Brüsseler Koloss, welcher alle Macht an sich zieht und den Ländern ihre Souveränität scheibchenweise weg nimmt. Die EU hat nichts vom Ausgang des Brexit Referendums gelernt. Sie braucht wohl noch mehr solche Misstrauensaktionen.


Kommentare von Lesern zum Artikel

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43%
(7 Stimmen)
Stefan Kirchgraber sagte August 2016

Ob man in den finanzbetroffenen Ländern bereits derart masochistisch ist und auf die Gutherzigkeit des Schweizer Finanzplatzes wartet? Würde die CS nämlich 10% ihrer Kreditvergaben in den Nachhaltigkeitsbereic​​h stecken, wäre es rasch vorbei mit dem Zauber. Die Länder könnten doch selber ein Vollgeld einführen und ihre Wirtschaft unabhängiger aufbauen. Vorher haben die ihren Trabi nicht verdient! Auch Herr Schneider-Ammann nicht!

Quelle: https://www.vimentis.​ch/d/dialog/readartic​le/petition-cs-und-ub​s-vollgeld-statt-terr​orfinanzierung/


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45%
(11 Stimmen)
RUDOLF OBERLI sagte August 2016

"Fakt ist, auch wenn die internationalen Medien nicht müde werden von einigen Tausend demonstrierenden EU-Anhänger in UK zu berichten, dass wer heute durch das Land reist an allen privaten Häuser und Wohnungen die britische Flagge hängen sieht und erkennen muss, dass es hochgerechnet über 22 Millionen Briten gibt, welche auf ihre zurückgewonnene Eigenständigkeit stolz sind."

Ich frage mich, ob das ein FAKT sein soll, also eine TATSACHE, oder nicht einfach eine völlig unmögliche Behauptung, dass man als Durchreisender an ALLEN (!) Wohnungen eine "britische Flagge hängen sieht". Eine solche 100-prozentige Beflaggungsdichte ist unmöglich wahr, und wenn es sie gäbe, könnte sie ein Durchreisender nicht SEHEN. Und wenn er sie sehen könnte, könnte er daraus nicht schliessen, dass "über 22 Millionen Briten" auf den Austritt aus der EU stolz seien. Wie auch? Argumentieren Sie im Parlament auch so unhaltbar, Herr Portmann?


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50%
(12 Stimmen)
Thomas Müller sagte July 2016

Unter deutschen Politikern kursiert der Spruch: "Wenn die Sonne scheint, war es Berlin. Wenn es regnet, war es Brüssel." "Berlin" kann man durch "Paris", "London" und jede beliebige Landeshauptstadt der EU-Mitgliedsländer ersetzen. Populäre Massnahmen reklamieren die Politiker für sich, an unpopulären soll die EU schuld sein. Bei allen Fehlern, die die EU hat, aber die Ursachen des Problems sind in UK zu suchen.

Hauptursachen des Brexit sind:
-die neoliberale Politik, die von Margareth Thatcher eingeführt und von ihren Nachfolgern fortgesetzt wurde. Diese Politik hat die Elite noch reicher gemacht, dafür zahlreichen Leuten die soziale Sicherheit genommen.
-die Iron Lady hat auch der EU-Wirtschaftspolitik​ ihren Stempel aufgedrückt
-Labour hat die Tories kopiert und ist ebenfalls auf die neoliberale Linie eingeschwenkt.
-für den Schaden an der eigenen Bevölkerung haben die Politker die Ausländer und die EU als Sündenbock verwendet.
-last but not least: die Lügen der Populisten, es gäbe mehr soziale Sicherheit (Geld für Krankenkassen etc) beim Brexit. In ehrlichen Momenten sagten dieselben Politiker, dass sie nach dem Brexit die soziale Sicherheit noch mehr zusammenstreichen werden.


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50%
(14 Stimmen)
Elsi D. Stutz sagte July 2016

Tja, unser Herr Glättli, hat's auch noch nicht begriffen....

http​s://www.vimentis.ch/d​/dialog/readarticle/z​ur-umsetzung-der-mass​eneinwanderungsinitia​tive/


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50%
(12 Stimmen)
Werner Nabulon sagte July 2016

Die EU ist eine Union, eine Vereinigung, mit einem Regelwerk sprich Gesetzen, denen man zustimmt, wenn man bei diesem Verein mit dabei ist, oder eben nicht.
In der EU gibt es strenge Vorschriften zum Schutz des freien Wettbewerbs. Nach diesen Vorschriften sind bestimmte Praktiken verboten (siehe unten).
Große und kleine Unternehmen - alle müssen sich an die Spielregeln halten! Wenn Sie gegen die Wettbewerbsvorschrift​en der EU verstoßen, riskieren Sie Geldbußen in Höhe von bis zu 10% Ihres weltweiten Jahresumsatzes. In einigen EU-Ländern drohen den Geschäftsführern von Unternehmen, die Wettbewerbsverstöße begehen, schwere Strafen - sogar Haft.
Die Wettbewerbsregeln der EU gelten unmittelbar in allen EU-Mitgliedstaaten, und die Gerichte in Ihrem Land werden deren Anwendung sicherstellen. Diese Vorschriften gelten nicht nur für Unternehmen, sondern für alle Organisationen, die einer wirtschaftlichen Tätigkeit nachgehen (Handels-, Branchenverbände usw.). Copy / paste
http://europa.eu/yo​ureurope/business/sel​l-abroad/free-competi​tion/index_de.htm
Wi​e aber nun eine EU selber gegen diese Britten vorgeht, vorgehen will?
Nach einem Motto was man von einem US Präsidenten her kennt:
Wer nicht für Uns ist, ist gegen Uns????



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56%
(18 Stimmen)
Frank Wagner sagte July 2016

Herr Portmann, Sie sollten nicht vergessen das der Brexit nur mit einer relativ kleinen Mehrheit beschlossen wurde, und zudem wohl kaum so offensichtlich wie in der Brexit-Diskussion mit Lügen gearbeitet wurde. Sie sollten auch nicht vergessen das der Brexit noch gar nicht passiert ist, also noch gar nicht alle Folgen absehbar sind.

Ich bin aber mit Ihnen durchaus einig das die Weltwirtschaft den Brexit verschmerzen wird ... die Briten allerdings weniger. Und das tut mir sehr leid, denn ich mag Land und Leute.

Ob es heute mit dem Wissen das Versprechungen wie "EU-Beiträge in die Krankenvorsorge", "EU-Binnenmarktzugang​ ohne Beiträge und mit Zuwanderungskontrolle​" etc. gelogen waren, nach dem Einbruch des Pfund und so weiter noch eine Entscheidung für den Brexit gäbe wage ich zu bezweifeln ...

Was die EU im Moment keinesfalls tun darf, ist (und das sage ich obwohl ich das Land mag) den Briten den Versuch der Rosinenpickerei durchgehen zu lassen. Wenn sich tatsächlich herausstellen sollte das es durchaus möglich ist sich aus den Pflichten zu stehlen, ohne die Vorteile aufgeben zu müssen (Zuwanderungskontroll​e, trotzdem Zugang zum Binnenmarkt zum Beispiel), das wäre dann definitiv der Anfang vom Ende der EU.


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47%
(15 Stimmen)
Dany Schweizer sagte July 2016

Auch wenn ich mit der Aussage über die Kurs auch nicht ganz einig bin (auch nicht mit Aussage Herr Wolf), kann ich Ihrem Text sehr gut folgen und auch nicht nur die Aussage über den Kurs lesen. Da man sich jedoch hier erneut wieder explizit nur auf die Währung verbeisst und die Kernaussage nicht erkennen will oder kann, sehe ich auch, dass man hier nun eine Währungsdiskussion beginnen wird oder soll.

Lassen wir also mal die Währungsfrage weg und lesen den Rest, welcher dann selbstverständlich als korrekt bezeichnen kann. Und vorallem die Aussage der Polter-EU, welche einfach erneut die Machtstellung definieren will oder versucht. Nicht erkennen will oder kann, dass die Idee als Solche sicherlich einen guten Ansatz hat, aber in der Ausführung nun halt einfach mal überdacht werden sollte, bevor man erneut einfach Sturhaltung einnimmt und behauptet man hätte eine Linie.

Diese Linie besteht aber darin, dass in der ganzen EU viele verschiedene Varianten bestehen und deren Sonderregelungen je nach Land. Somit kann sicherlich nicht wie immer dargestellt über eine Einheit gesprochen werden.

Zumal es tatsächlich die EU ist, welche die Unsicherheit produziert, welche dann ein Land mit seiner Entscheidung sogar noch unter Druck setzt. Schöne heile Welt dieser EU, welcher seine Hauptfinanzierer mittels solchen Massnahmen zum Umdenken "erpressen" will oder versucht.

Aber es ist nun halt mal so, dass die EU nun einen grossen Finanzpartner verloren hat. Aber wir die klugen (ironisch) Schweizer werden dieses Loch bestimmt füllen, wenn wir diesem "Verrein" betreten würden. Und damit würden auch die angeblichen Vorteile der PFZ sehr schnell zum teuren Vorteil werden. Fragt man sich doch dann, was ist billiger? Nicht betreten und etwas bezahlen für das was man Leistung erhält, oder riesige Beträge einschiessen, dass man vielleicht etwas Vorteile haben könnte.


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53%
(15 Stimmen)
J. Wolf sagte July 2016

Hallo Herr Portmann

Sie stellen die Behauptung auf, dass "der Euro hat die Hälfte seines überschaubaren Kursverlustes gegenüber den meisten Währungen wieder gut gemacht" habe. Eine sehr gewagte Behauptung - aber leider weit entfernt von den Fakten. Und diese sind:

Der Euro ist heute gegenüber dem USD noch tiefer gefallen als am 24. Juni. Zum Schweizer Franken ist er weitgehend stabil geblieben (auch während dem Brexit-Kurscrash). Lediglich zum Yen ist der Kurs wieder so gestiegen, dass Ihre Aussage zutreffen könnte. Aber ist der Yen "die meisten Währungen"???

Wenn​ man zudem die Entwicklung des Pfundes anschaut, dann ist dieser Kurs immer noch massiv tiefer als noch am 23. Juni. Sowohl gegen den USD, den CHF, den JPY als auch den AUD.

Was sagt uns dies?

Die Unsicherheit, die die Brexit-Freaks angezettelt haben, zieht den gesamten europäischen Wirtschaftsraum hinunter. Die Schweiz inklusive, da der CHF ziemlich stark am EUR hängt.

Und diese Kursentwicklungen sagen uns auch, dass es immer noch Blogschreiber hier gibt, die Kurs-Charts nicht lesen können und aus falsch gelesenen Charts die falschen Schlüsse ziehen - nämlich nur die, die sie sowieso an die Leute verkaufen wollen.

Bitte lernen Sie wenigstens etwas aus dem Brexit: z.B. die relevanten Kurse finden und diese Kurs-Charts lesen.

Danke!

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[2] https://finance.yahoo​.com/quote/EURCHF%3DX​/news
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[8] https://finance.yahoo​.com/quote/GBPAUD%3DX​/news
[9] https://finance.yahoo​.com/quote/GBPJPY%3DX​/news



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