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Brunnenvergifter unserer Geschichte

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Auf er­schre­ckende Weise wurde in den letz­ten Tagen of­fen­bar, dass Ju­den­hass nicht nur eine Spezialität von Neo­na­zis ist, wenn man liest, was anlässlich propalästinensischer Ak­tio­nen skan­diert oder auf Fa­ce­book ge­pos­tet wur­de. „Wir müssen die Juden ausrotten“, „Hamas sollte mal Zy­klon B einsetzen“, „Nur ein toter Jude ist ein guter Jude“, „Wie schön wäre die Welt ohne Juden“, " Kindermörder", „Keiner mag euch, jeder hasst euch“, "Mörderwalze", "­Neue Na­zis", „Richtig ehrenloses Volk, schämt euch für eure Existenz“.

„Nur weil ich kritisch bin gegenüber Israel, bin ich nicht antisemitisch“, ist eine Aussage, die ebenso richtig ist wie banal, aber am Thema vorbei geht. Meinungsäusserungsfre​iheit und Kritik am Verhalten anderer sind in Demokratien selbstverständliche Grundrechte. Der Skandal liegt denn auch nicht in der Haltung gegenüber Israel im Palästinakonflikt, sondern im toleranten Stillschweigen gegenüber dem Hass, der die Kritik begleitet und der auch unsere jüdischen Mitmenschen in der Schweiz betrifft. In der leidenschaftlichen Einseitigkeit der Beurteilung der Konfliktparteien. Im demgegenüber auf auffällige Weise unengagierten Verhalten, wenn es um andere Konflikte geht und dem von diesen verursachten Leid. Antisemitismus muss bekämpft werden, wo immer seine Fratze erscheint. Er ist der „Brunnenvergifter“ unserer Geschichte.


Kommentare von Lesern zum Artikel

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Bernhard Ecklin sagte February 2016

Frau Binder hat den Mut auf politische "Korrektheit" zu verzichten und die Sache so darzulegen, wie sie ist. Gefährlich sind nicht die primären und primitiven Antisemiten, die es immer schon gab, nicht aus den Augen verlieren sollte man die gefährlicheren, angeblich differenziert Argumentierenden, die kein Problem darin sehen, unbegrenzt Muslime bei uns willkommen zu heissen, mit der impliziten Begründung es lebten schliesslich auch Juden hier und man solle doch, bitte schön, zur Kenntnis nehmen die propalästinensische Parteilichkeit habe mit den Aufrufen zur Vernichtung Israels nichts zu tun. Diese unerträgliche, in philosemitischem Tenor vorgetragene Gönnerhaftigkeit verwischt ganz bewusst Grenzen, dort wo sie scharf gezogen gehörten; vorsintflutliche Vorstellung zur Rolle der Frau, Applaus für Karikaturisten-und Homosexuellenmörder, Bigotterie in allen Lebensbereichen dort, eine jüdische Gemeinschaft die seit mehr als fünfzehn Generationen sich integriert und zu Freiheit und Wohlstand der Schweiz beigetragen hat hier. Was Ungefragte im Stile von Gesinnungsrichtern sehr gerne machen, ist scheinbar zu differenzieren, mit dem Ziel Kernunterschiede eben nicht sichtbar zu machen, sondern zu verwischen. Verniedlichend von "Kriegsrufen einer Seite" zu sprechen, wenn sich der Horror über planmässigen millionenfachen Mord Luft verschafft, das ist einer dieser typischen Verwischungskommentar​e, die den Feind nicht bei den Hörnern packt, sondern im Stile der ebenso sympathischen wie kulturell unterbeleuchteten Bundesrätin Leuthard, scheinbar abgeklärt, den Opfern islamischen Terrors eine Mitschuld attestiert ("Satire darf nicht alles). Frau Binder hat recht, während Herr Gassmann falsch liegt, wenn er glaubt, unwidersprochen aus "Judenhass" "Judengegnerschaft" machen zu können, die effektiven Mordgesellen und deren politisch korrekten Erben als Palästinenserfreunde getarnt damit im Diskurs salonfähig zu machen. Es fehlte nur noch Arafats Hinweis, Juden und Araber seien ja Cousins und sollten sich deshalb vertragen.
Danke Frau Binder. Das Ganze hat natürlich mit "den Juden" zu tun, vor allem aber hat es mit dem Islam zu tun und mit einer ansehnlichen Anzahl wohlstandsverwahrlost​er kultureller Beliebigkeitsapostel,​ die gar nicht merken, dass wir uns hüten sollten, wie in England, Frankreich, Belgien und Deutschland in die Lage zu kommen, wo die Befindlichkeit von Muslimen unserer aufgeklärten und liberalen Kultur Grenzen setzt. Absetzbewegungen, noch so geschickt vorgetragen, sinngemäss "Israel hat mit den Diasporajuden nichts zu tun" sind kein Zeichen von Rückgrat, sondern zeugen von gefährlicher Relativierung.


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(8 Stimmen)
Urs Gassmann sagte August 2014

Mit "Antisemitismus" meint Frau Binder-Keller "Judengegnerschaft", und
sie schmiegt sich der im Grunde genommenen unkorrekten Einbürgerung
des in der Öffentlichkeit verstandenen letztgenannten Begriffs an. Es gibt
auch nichtjüdische Semiten, zu denen sich u.a. die Araber einreihen. Von
"Antisemitismus" im Palästinenserkonflikt​ zu reden halte ich für grundfalsch.
Bei den von Frau Binder-Keller wiedergegebenen Äusserungen, wie sie in
der Nazizeit gebraucht wurden, handelt es sich um blosse Kriegsrufe der einen
Seite. Frau Binder liegt richtig, wenn sie die Übertragung propalästinensischer Parteilichkeit auch gegenüber den Diasporajuden geisselt. Das Ganze hat nämlich mit "den Juden" an sich nichts zu tun.



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