Bildung, Forschung > Sonstiges,

Der Jahrmarktstimmung an der Volkschule ein Ende setzen

Artikel weiterempfehlen

Stimmen Sie dem Artikel zu?
Melden Sie sich an und bewerten Sie diesen Artikel!

Das neue Schul­jahr hat in vie­len Kan­to­nen so­eben be­gon­nen. Vor jeder Klasse steht eine Lehr­per­son. Doch viele der Leh­re­rin­nen und Leh­rer haben eine Aus­bil­dung, wel­che nicht dem ge­such­ten Stel­len­pro­fil ent­spricht. Es ist höchste Zeit, die­sen Miss­stand zu be­he­ben. Mit höheren Löhnen und einer Ent­las­tung der Lehr­per­so­nen muss der Lehr­er­be­ruf wie­der at­trak­tiv ge­macht wer­den. Ein wei­te­res Ziel muss sein, mehr Männer ins Schul­zim­mer zu brin­gen. Denn die Volks­schule braucht beide Ge­schlech­ter.

Es sei keine Verbesserung in Sicht, schreibt der Verband der Schulleiterinnen und Schulleiter Schweiz (VSLCH). Im Gegenteil, immer mehr offene Stellen müssten mit Lehrpersonen besetzt werden, welche die Anforderungen der Stellenausschreibung nicht erfüllen. Dies ist ein Armutszeugnis für das Bildungsland Schweiz.

Im Gegenzug werden den Lehrerinnen und Lehrern immer mehr Aufgaben auferlegt: Neues Fremdsprachenkonzept,​ Integration, individualisierter Unterricht und in Bälde auch noch der Lehrplan 21. Die SP unterstützt diese Neuerungen alle. Doch um diese Aufgaben meistern zu können, müssen unbedingt genügend Ressourcen zur Verfügung gestellt werden.

Höhere Löhne nur eine Forderung

In einigen Kantonen sind höhere Lehrerlöhne ein Muss. Der Unterschied bei den Lehrerlöhnen zwischen den Kantonen ist enorm. So verdienen Lehrpersonen mit derselben Ausbildung und Erfahrung in einigen Kantonen mehrere Tausend Franken pro Monat mehr als anderswo.

Halbklasse​nunterricht, Teamteaching und Weiterbildung

Doch die Attraktivität des Lehrerberufs misst sich nicht nur am Lohn. Um die zusätzlichen Aufgaben zu meistern, ist es zwingend, dass die Lehrpersonen auch mit Halbklassenunterricht​ und Teamteaching entlastet werden. Im Weiteren darf die Weiterbildung nicht einfach an die Lehrpersonen delegiert werden.Bei der heutigen Lohnsituation der Volkschullehrerinnen und – lehrer führt dies zu einem weiteren, untolerierbaren Mehraufwand.

Die Schule braucht beide Geschlechter

Nicht zuletzt sollen diese Verbesserungen auch dazu führen, dass in der Volksschule wieder mehr Lehrer eingestellt werden. Die gendergerechte Pädagogik und Didaktik sind nicht nur Basis der LehrerInnenbildung, sondern auch der Entscheidungen in den Schulen selbst. Es ist deshalb wichtig, dass Schülerinnen und Schüler von Lehrpersonen beider Geschlechter unterrichtet werden. Der LehrerInnenberuf eignet sich, um Familie und Beruf zu vereinen.

Ohne zusätzliche Ressourcen können die hochgesteckten Ziele der Schweizer Volksschule nicht mehr erreicht werden. Die Stellen müssen mit Lehrpersonen besetzt werden können, welche das ausgeschriebene Stellenprofil erfüllen. Es darf nicht sein, dass bei der Vergabe von Lehrerstellen eine Art Jahrmarktstimmung aufkommt.


Kommentare von Lesern zum Artikel

Information zur Abschaltung der Kommentarfunktion

Der Verein Vimentis hat sich entschieden, die Kommentarspalte zu den Blogs zu schliessen. In der folgenden Erläuterung erfahren Sie den Grund für diesen Entscheid.

Der Blog, und dazu gehört auch die Kommentarspalte, sind ein wichtiger Teil der Diskussionsplattform von Vimentis. Gleichzeitig sind Werte wie Respekt, Anstand und Akzeptanz für den Verein von grösster Wichtigkeit. Vimentis versucht diese Werte selbst einzuhalten, sowie auch auf der Website zu garantieren.

In der Vergangenheit wurden diese Werte in der Kommentarspalte jedoch regelmässig missachtet, es kam immer wieder zu nicht tolerierbaren Aussagen in den Kommentaren. Das Löschen dieser Kommentare ist heikel und zudem mit grossem Aufwand verbunden, welcher der Verein nicht stemmen kann. Zusätzlich können die Kommentare praktisch anonym verfasst werden, weswegen eine Blockierung der jeweiligen Personen unmöglich wird.

Folglich hat der Verein Vimentis entschlossen, die Kommentarfunktion abzuschalten und nur den Blog stehen zu lassen. Der Blog erlaubt es Personen weiterhin, sich Gehör zu verschaffen, ohne sich hinter einem Pseudonym zu verstecken. Die Änderung sollte die Blog-Plattform qualitative verbessern und all jenen Personen ins Zentrum rücken, welche Interessen an einer sachlichen Diskussion haben, sowie die oben erwähnten Werte respektieren.




22%
(63 Stimmen)
Werner Nabulon sagte August 2013

Herr Matthias Aebischer, SP,

Ich bin froh, sind meine Kinder mit der Volksschule fertig. Eine Reform, (ausgedacht von Fachleuten, hat es geheissen), löste die nächste ab.

Ihr Zitat: "Doch viele der Leh­re­rin­nen und Leh­rer haben eine Aus­bil­dung, wel­che nicht dem ge­such­ten Stel­len­pro­fil ent­spricht."

Ahj​a, und diese Schule ist in fester Hand der SP, und so mitte denkenden, die Alten Lehrer hat man ja weggemobbt, da nicht Teamfähig, ...!

Ihren Artikel hab ich nun so verstanden: Erst mal hat man in den letzen sagen wir 20Jahren Änderungen gemacht, die offensichtlich nichts taugen. Das hat massenhaft Gelder und Zeit beansprucht, ABER IN DER ZEIT WURDEN KINDER NICHT FACHGERECHT GESCHULT.
Und nun als Sahne-häubchen will man wieder mal mehr Gelder, Lohn, und gleiche "Fachleute" wollen weiter wursteln an den Schulen.
Da meine ich klar, NEIN, die Zeit der Linken ist vorbei.




Verstoss melden
Ihre Meinung dazu?
Melden Sie sich an und bewerten Sie diesen Kommentar!



20%
(64 Stimmen)
Heikki Alikoski sagte August 2013

Der ganze Missstand in den Klassenzimmer haben wir dem Entzug der Autoritäten und der Fremdsprachigen und Kulturelen Zuwanderung zu verdanken. Gerade die SP ist zum grössten teil für die Missstände in den Schulen verantwortlich!

Ma​n hätte besser die Fremdsprachigen Kinder in Übergangsklassen eingeteilt, mit Schwerpunkt Sprache. So hätte man unsere Kinder nicht gebremst und jene Ausländische Kinder hätten sich dank Sprachbeherrschung besser Integriert. Zudem ist es eine Auswirkung der von der linken und SP getragenen Familien Politik. Aber da ist man ja völlig Blind auf beiden Augen.

Die Leistung und Verantwortung gerechtfertigt auf keiner weise mehr Lohn!


Verstoss melden
Ihre Meinung dazu?
Melden Sie sich an und bewerten Sie diesen Kommentar!

22%
(60 Stimmen)
Hans Knall sagte August 2013

Während die Einen Parolen für mehr männliche Lehrpersonen in den Schulzimmern herausgeben, sind Andere froh, dass gewisse Lehrer sich von den Schulzimmern fernhalten und sich aufs Parolen herausgeben beschränken...

Hin​sichtlich dem nun drohenden Lehrplan 21, ist die Geschlechterfrage bim Lehrpersonal wohl das allerikleinste Problem.



Verstoss melden
Ihre Meinung dazu?
Melden Sie sich an und bewerten Sie diesen Kommentar!

Seite 1 von 1