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Die Menschenrechte der UNO sind westlich geprägt.

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Die Men­schen­rechte der UNO sind west­lich ge­präg­t            ​​​                                                       ​​​                   ​ ​ ​          

Die NZZ publizierte am 8.12.18 unter dem Titel Quelle der Inspiration für eine bessere Welt einen illusionslosen, nachdenklich stimmenden, dennoch hoffnungsvollen Artikel. Er bedarf einer Ergänzung für die weitere Leserschaft. Ende 1948 zählte die UNO erst 57 Mitglieder, darunter 21 christliche lateinamerikanische (von Mexiko bis Argentinien), nur10 aus Westeuropa, 6 Mitglieder gehörten zu dem in Entstehung begriffenen Ost-block. Dazu kamen 4 andere westliche Staaten (USA, Kanada, Australien, Neuseeland), 3 andere christliche (Äthiopien, Philippinen, Südafrika), und 15 andere blockfreie (wie Indien), teils westlich orientierte (wie China vor Mao Tse Tung) oder muslimisch mit starken christlichen Minderheiten, (wie z.B. Libanon, Irak). Ägypten und Syrien hatten sich bereits zur Vereinigten Arabischen Republik zusammengeschlos-sen.​ Die einzigen fast ganz muslimischen Mitglieder waren Afghanistan, Jemen, Pakistan und Saudi-Arabien.

Die Initiative für die Erklärung der Allg. Menschenrechte kam von den USA. Die Witwe von US Präsident Roosevelt leitete die UNO Kommission, die die Erklärung entwarf und vertrat. Bei der Abstimmung über die Menschenrechte stimmten 48 Mitglieder dafür, Alle 6 Mitglieder des Ostblocks, einschliesslich der Sowjetunion, sowie Saudi-Arabien und Südafrika (Apartheit-Regime) enthielten sich der Stimme.

Warum hatte die UNO damals so wenig Mitglieder? (Heute hat sie 193). Viele der heutigen, teilweise bedeutenden Staaten gab es noch gar nicht, weil sie Kolonien waren oder sonstwie unter einer Form der Vormundschaft durch westliche Mächte standen. (Einige Beispiele: Algerien, Bangladesh, Malaysia, Marokko, Sudan, Vereinigte Arabische Emirate). Dazu kamen die Verlierer des 2. Weltkrieges (Deutschland, Italien, Japan und deren Verbündete, wie Finnland), die noch nicht selbstän-dig waren, sondern von den Siegermächten beherrscht wurden.

Als zahlreiche neue muslimische Länder entstanden waren, entschieden sie, die Allg. Menschenrechte der UNO der Scharia zu unterwerfen, da sie die UNO Erklärung als „westlich“, bzw. „christlich“ empfanden. Am 5. August 1990 wurde die Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam von 47 Mitgliederstaaten der Organisation der Islamischen Konferenz (von insgesamt 57 Mitgliedern) angenommen. Die Grössenordnungen entsprechen fast ganz denjenigen bei Annahme der UNO Erklärung von 1948. Aber bei sehr vielen Artikeln wird zwar eines der UNO Menschenrechte genannt, aber dann eine Schlussformel angefügt, die es wieder relativiert, in dem es der Scharia unterstellt wird. (IN meinen früheren Artikel  auf vimentis, Islam und SPS,  findet man Zitate aus der Kairoer Erklärung).

 Am 15. September 1994 nahm der Rat der Liga der Islamischen Staaten die Arabische Charta der Menschenrechte an, die im Ton wesentlich gemässigter ist und näher an der UNO Deklaration der Menschenrechte liegt. Aber schon in der Präambel wird in Bekräftigung der Charta der UNO und anderer Menschenrechtserkläru​​​​ngen am Schluss noch gesagt „sowie der Kairoer Erklärung über Menschenrechte im Islam“, die, wie gezeigt, die Menschenrechte der Scharia unterstellt.                          ​​​                   ​ ​ ​                 ​  ​  ​

1) Laut Maulana Muha­mmad Ali, einem der grossen islamischen Denker („The Religion of Islam“, Lahore, 1973) ist im Koran (und den damit zusammenhängenden grundlegenden Schriften) nirgends die Rede davon, dass Muslime, die vom Islam abfallen, oder Ungläubige getötet werden sollen, ausser sie beteiligten sich an einem Krieg gegen ein muslimisches Land. Allah bestrafe sie dafür im Jenseits. Auf Mord steht die Todesstrafe, auch der Mord an einem Andersgläubigen, der in einem muslimischen Land lebt. Diebstahl soll mit Abhacken der Hände bestraft werden. Auf Ehebruch steht Auspeit-schen als Strafe, nicht die Steinigung. Aber wie in vielen traditionellen Gesellschaften vermischen sich oft uralte Traditionen und Gesetze mit religiösen Vorstellungen. So steht auf dem Abfall vom Islam in zahlreichen muslimischen Staaten die Todesstrafe. Sie wird aber selten angewandt.           ​​​                   ​ ​ ​                 ​  ​  ​               ​   ​   ​             ​    ​    ​           ​     ​     ​  


Kommentare von Lesern zum Artikel

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50%
(4 Stimmen)
Rudolf Oberli sagte January 2019

"Am 15. September 1994 nahm der Rat der Liga der Islamischen Staaten die Arabische Charta der Menschenrechte an (...)"

Die erste Version der arabischen Menschenrechtscharta von 1994 wurde der Arabischen Liga nur "verabschiedet" zwecks Ratifizierung und Unterzeichnung durch die Mitgliedstaaten der Arabischen Liga, Herr Frick. Sie trat NIE in Kraft. Sie wurde lediglich vom Irak unterzeichnet, jedoch von keinem Staat ratifiziert.

Die letzte Version der Arabischen Menschenrechtscharta von 2004 enthält 53 Artikel; die Charta von 1994 hatte 43. Nach der Präambel folgen in einem ersten Teil die "klassischen" Schutzrechte, wie das Recht auf Leben und persönliche Freiheit und Sicherheit. Die zweite Kategorie beinhaltet Verfahrensrechte, wie die Gleichheit aller vor dem Gesetz, das Recht auf einen fairen Prozess und Rechtsstaatlichkeit. Im dritten Teil sind zivile und politische Rechte niedergeschrieben. Dazu gehören Recht auf Bewegungsfreiheit, Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens, Rechte der Minderheiten und andere. Die vierte Kategorie enthält ökonomische, soziale und kulturelle Rechte, wie beispielsweise das Recht auf Arbeit, das Recht auf sozialen Schutz, das Recht auf Bildung usw.

Von Scharia steht da nichts.

Nur 10 von 22 Mitgliedsstaaten der Arabischen Liga haben bis 2017 die Version von 2004 ratifiziert, weil die Charta dem geltenden Recht in diesen 22 Staaten weitgehend widerspricht.

humanrights.ch/de​/internationale-mensc​henrechte/regionale/a​rabische-charta/?gcli​d=EAIaIQobChMIvvGOqM6​A4AIVGamaCh1EngnTEAAY​ASAAEgKT7fD_BwE


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27%
(11 Stimmen)
Rudolf Oberli sagte December 2018

"Die Menschenrechte der UNO sind westlich geprägt."

Die Ablehnung eines wesentlichen Teils der Menschenrechte durch islamische Machthaber sowie in der Schweiz durch die SVP (!) ist also "östlich", Herr Frick?


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58%
(12 Stimmen)
Werner Nabulon sagte December 2018

In einer UNO dürfte es keine Ständigen (Grossmächte) geben, // welche jeden Verstoss (den sie selber begehen) zum Beispiel man greift keine Länder an und bombardiert diese auch nicht, auch nicht ein klein wenig, //
Eine UNO müsste Demokratisch geführt sein. So könnte man Verstösse gegen die Menschlichkeit zum mindesten einmal verurteilen und nicht mit dem Veto blockieren, dass es keine Verurteilungen gibt.

Solches macht eine UNO unglaubwürdig.


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33%
(9 Stimmen)
jan eberhart sagte December 2018

Die Zeiten haben sich geändert.

China ist sehr viel stärker als unter Mao Zedong und ist inzwischen ultrakapitalistisch. Auch Russland ist wiedererstarkt und ultrakapitalistisch. Indien ist auch sehr viel ambionierter und stärker geworden. Selbst Nordkorea setzt heute teilweise auf den Kapitalismus.

Euro​pa ist schwach und militärisch von den USA und der NATO abhängig.

Die Macht verschiebt sich Richtung Asien und der aufstrebenden Macht China.


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62%
(13 Stimmen)
Rudolf Oberli sagte December 2018

Die "Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam" (5. August 1990) beharrt auf dem Vorrang des islamischen Rechts. d. h. sie hält wesentliche Teile der UN-Menschenrechtskonv​​ention NICHT ein.


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57%
(14 Stimmen)
Gilbert Hottinger sagte December 2018

Der Anlass zur Gründung der UNO war der II. Weltkrieg, damals waren noch die Mehrzahl der Mitglieder westlich, ja, also auch christlich geprägte Länder. Heute bilden 3/4 die der Mitglieder 2. & 3. Weltländer, welche die UNO dominieren der Anzahl nach, sie darum für ihre eigenen Interessen instrumentalisieren.


Der UNO-Migrationspakt ist ein gutes Beispiel dafür, diese möchten damit ihren Bevölkerungsüberschus​s einfach in die Industriestaaten umsiedeln, dies ganz einfach aus ganz offensichtlichen, naheliegenden Gründen.


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43%
(14 Stimmen)
Alex Müller sagte December 2018




Danke für Ihre Ergänzungen, Herr Frick. Für jüngere Leser wäre vielleicht noch anzufügen. Dass die Menschenrechte auch eine Folge der 2.Weltkrieges mit seinen vielen Opfern war.
Nun ist die UNO und andere weltumspannende wichtige Institutionen in Gefahr, wirkungslos zu werden, Durch einen einzigen Mann. Donald Trump, der meiner Meinung nach Demokratie Amerika zu einer "Demokratur" macht. Jemand, der alles, was nicht von ihm kommt, ablehnt. Auch die Errungenschaften aller früherer Regierungen. Er hört nicht auf Fachleute. Er ist eine Gefahr für die Weltordnung geworden. (Cholerisch, ignorant, undiszipliniert, unberechenbar, gefühlsarm, unerzogen ).



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