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Es gibt keinen “Clash of Civilisations”

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Es gibt nur den Clash von Psychopathen.
 
Relig​​​ionen, Ethnien, Ideologien und geographische Grenzen sind scheinbare von Machtmenschen eigennützig missbrauchte und bisweilen auch erschaffene Kategorien zur Ab- und Ausgrenzung. Sie sind im Menschen nicht angelegt sondern ihm indoktriniert.
 
Ei​​​ner der derzeit schlimmsten diesbezüglichen Mythen ist die postkoloniale Neuerfindung des "Clashes of civilizations" durch Samuel Huntington, Berater des US-Aussenministeriums​​​, zwecks scheinbarer Legitimation des ethisch nicht vertretbaren neoliberalen Neo-Kolonialismus, inklusive Terrormanagement und Führen von Angriffskriegen. Wir müssen diesen Mythos - jeder von uns kennt auf diesem Planeten fast nur friedliebende Menschen - wieder aus unseren Köpfen kriegen.
 
Wir alle sind Brüder und Schwestern. Wenn wir etwa 97% empathischen Menschen auf diesem endlichen wunderbaren Planeten gemeinsam in Frieden und in einigermassen gesicherten sozioökonomischen Verhältnissen überleben möchten, sind wir dazu berufen respektive verdammt, diese unsere Verwandtschaft über alles andere stellen zu wollen und zu können, gemeinsam füreinander zu sorgen, uns miteinander zu freuen und auch miteinander zu leiden. Wir dürfen respektive müssen lernen, die ganze Menschheit als unsere Familie zu akzeptieren und zu respektieren, unsere Empathie für unsere Familie auf die Menschheit zu erweitern.
 
Gleich​​​zeitig müssen wir alle lernen, bei Bedarf auch selber "böse" zu sein und die schlimmsten der immer untherapierbaren Psychopathen aller Seiten, zuallererst diejenigen unserer scheinbar eigenen Seite, ins Pfefferland zu schicken.
 
Dies wird genau so lange nicht funktionieren bis die Menschen, welche dies realisiert haben, anfangs immer nur die interessierten Brückenbauer, von den Profiteuren der Ab- und Ausgrenzung und den von ihnen Verblendeten, Verführten, Indoktrinierten und Gekauften nicht länger als "naive Gutmenschen", "Anti-XY" oder "XY-Versteher" entwertet werden können respektive bis sie deren scheinbare Entwertung als in Wahrheit grösstes Lob begriffen haben und dadurch noch entschlossener und mutiger werden, für die Menschenwürde, für die Menschenrechte und für Ethik und Gerechtigkeit ein- und gegen "sie" hinzustehen.
 
In der Problematik "abendländischer (neo)kolonialistische​​​r Imperialismus und morgenländischer Terrorismus" im allgemeinen, "Israel-Palästina" im speziellen, sollten wir die wunderbare Nurit Peled-Elhanan, Tochter des israelischen "Kriegshelden" General Matti Peled, als Vorbild wählen.
 
Nachdem ihre 13-jährige Tochter, Smadar Elhanan, 1997 Opfer eines Selbstmordanschlags in Jerusalem geworden war, erklärte sie den perplexen israelischen Medien auf deren Frage nach Sühne, dass sie keiner Mutter wünsche, derartiges erleben zu müssen, und auf deren Frage nach Schuld am Tod ihrer Tochter, dass sie diese nicht den beiden palästinensischen Selbstmordattentätern​​​ gebe, sondern der damals 49 Jahre langen Entwertung, Unterdrückung, Besatzung und Entmenschlichung der Palästinenser durch die israelische Regierung, welche zwei jungen Menschen aus deren Verzweiflung keinen anderen Ausweg liess als diesen. Ihrem Schulfreund Bibi, damals in seiner ersten Amtsperiode als PM, verbot sie, an der Beerdigung ihrer Tochter teilzunehmen.
 
Wer​​​ im Angesicht dieses für eine Mutter schlimmst möglichen aller Ereignisse den Mut, die Kraft, die Moral, den Gerechtigkeitssinn und die Ehrlichkeit aufbringt, nicht bequem blindwütig Rache zu fordern und damit die Spirale der Gewalt immer noch weiter zu befeuern, sondern in den "Spiegel der schmerzhaften Wahrheit" zu blicken, zu verzeihen und das einzige Richtige weil allein Zielführende zu tun, nämlich die schlechten Dinge verbessern zu wollen indem sie zur flammenden Friedensaktivistin wird, ist ein Mensch, wie er wunderbarer nicht sein kann.
 
Dieses Potenzial, letztlich basierend auf Empathie, haben wir (fast) alle. Nutzen wir es, anstatt immer und immer wieder denselben rein eigeninteressierten Kriegstreibern auf den Leim zu gehen, Psychopathen, ausnahmslos Hosenscheissern, welche sich in den tiefsten Bunker verkriechen, wenn sie uns an die Front schicken.
 
2001 erhielt Nurit Peled-Elhanan, zusammen mit einem anderen Friedensaktivisten, dem palästinensischen Schriftsteller Izzat Ghazzawi, den Sacharow-Preis des Europäischen Parlaments. Hier sprach sie beim "Russel Tribunal on Palestine".

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