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Gegner der Abzocker-Initiative kaufen Leserkommentare

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Die Volks­i­ni­tia­tive «gegen die Abzockerei» ge­langt erst im März 2013 an die Urne. Doch das geg­ne­ri­sche Ko­mi­tee bzw. des­sen PR-­Agen­tu­ren grei­fen be­reits jetzt zu in der Schwei­zer De­mo­kra­tie noch nie da ge­we­se­nen Mit­teln: Via an­ge­heu­erte Stu­den­ten kau­fen sie Le­ser­kom­men­tare in di­ver­sen On­li­ne-­Por­ta­len,​ um einen Stim­mungs­wan­del der Stimmbürger vorzugaukeln.

«Wie Gegner der Abzockerinitiative die Debatte manipulieren» – so die heutige Titelstory des «Tages-Anzeigers». Sie offenbart, was das Initiativkomitee «gegen die Abzockerei» schon seit Wochen erkannte, nicht aber zu beweisen vermochte. Dass nämlich viele Kommentare in den beliebten Leserspalten von Schweizer Online-Newsportalen (wie nzz.ch, blick.ch, 20minuten.ch, sf.tv, bazonline.ch, tagesanzeiger.ch usw., wahrscheinlich auch in der Westschweiz und im Tessin) nicht von realen Leserinnen und Leser stammen. Die negativen Kommentare wurden stattdessen durch eine orchestrierte Aktion tagtäglich von bezahlten Studenten mit gefälschten Konten eingetragen. Das Arbeitspensum der fünf Zürcher Studenten beträgt je 10 bis 20 Prozent, total also immerhin eine halbe bis ganze Vollzeitstelle (siehe dieses Stelleninserat). Hunderte von vermeintlichen die Initiative ablehnende Lesermeinungen müssen hierdurch in den letzten Wochen gefälscht worden sein.

Das Initiativkomitee verurteilt solche Manipulationen unserer direkten Demokratie aufs Schärfste. Analog zu Leserbriefen in den Printausgaben von Zeitungen und Periodika, müssen auch bei Onlinekommentaren die Absender für Ihre genuine Meinung bürgen. Gekaufte, zumal intransparente Meinungsbeeinflussung​ in diesem grossen Stil widerspricht der verfassungsmässig geschützten Garantie der politischen Rechte, welche «die freie Willensbildung schützt». Die Betreiber der Onlineforen sind nun gefordert, diesem Betrug einen Riegel zu schieben, indem sie die Sichtung und Freischaltung der Kommentare ernst nehmen und verschärfen. Die immergleichen, standardisierten, baukastenförmigen Kommentare hätten nicht nur uns, sondern auch den «Zensoren» längst auffallen müssen.

Schlussendli​ch sollen derlei manipulative Aktionen der Gegner aber leider nicht erstaunen. Wer weit über 8 Millionen Franken (diese Summe wird alleine durch Economiesuisse eingebracht – Blochers Kampagne also bspw. nicht miteinberechnet) in einen Abstimmungskampf reinbuttern muss, intendiert sowieso keine sachliche Informationskampagne zu führen. Sondern eine stakkatohafte Propagandalawine, um mit Falschinformationen die Stimmbürger zu verunsichern.

Der 3. März 2013 mausert sich zusehends zum Lackmustest der Schweizer Demokratie schlechthin. Der Abstimmungskampf dauert noch 63 Tage. Mit weiteren manipulativen bis hin zu betrügerischen Intermezzi ist zu rechnen.


Kommentare von Lesern zum Artikel

Information zur Abschaltung der Kommentarfunktion

Der Verein Vimentis hat sich entschieden, die Kommentarspalte zu den Blogs zu schliessen. In der folgenden Erläuterung erfahren Sie den Grund für diesen Entscheid.

Der Blog, und dazu gehört auch die Kommentarspalte, sind ein wichtiger Teil der Diskussionsplattform von Vimentis. Gleichzeitig sind Werte wie Respekt, Anstand und Akzeptanz für den Verein von grösster Wichtigkeit. Vimentis versucht diese Werte selbst einzuhalten, sowie auch auf der Website zu garantieren.

In der Vergangenheit wurden diese Werte in der Kommentarspalte jedoch regelmässig missachtet, es kam immer wieder zu nicht tolerierbaren Aussagen in den Kommentaren. Das Löschen dieser Kommentare ist heikel und zudem mit grossem Aufwand verbunden, welcher der Verein nicht stemmen kann. Zusätzlich können die Kommentare praktisch anonym verfasst werden, weswegen eine Blockierung der jeweiligen Personen unmöglich wird.

Folglich hat der Verein Vimentis entschlossen, die Kommentarfunktion abzuschalten und nur den Blog stehen zu lassen. Der Blog erlaubt es Personen weiterhin, sich Gehör zu verschaffen, ohne sich hinter einem Pseudonym zu verstecken. Die Änderung sollte die Blog-Plattform qualitative verbessern und all jenen Personen ins Zentrum rücken, welche Interessen an einer sachlichen Diskussion haben, sowie die oben erwähnten Werte respektieren.


35%
(20 Stimmen)
peter Pit sagte January 2013

Herr Kremsner
Links oder rechts ist immer eine Sache der persönlichen Einstellung und hängt nicht von Autoinseraten ab. Moritz Leuenberger hat auch Wasser gepredigt und Champagner getrunken. Er hat gegen Flugzeuge und Autoverkehr gewettert und sitzt heute bei der Fluggesellschaft SWISS im Stiftungsrat sowie bei der IMPLENIA. Auch TAMEDIA und RINGIER sagen nicht "nein" wenn Das Geld für die Inserate fliesst. Zum "Tagi" vielleicht noch eine heute fast als "hystorisch" geltende Episode. Vor bald 30 Jahren hatten die Schweizer Automobil-Importeuere​ gemeinsam beim Tages Anzeiger einen legendären Inserateboykott in die Wege geleitet. Die damaligen Redaktoren der ehemaligen Schawinski-"TAT" welche bei TAMEDIA" Unterschlupf gefunden hatten, glaubten beim "Tagi" im gleichen Stil weiter gegen die Autoindustrie wettern zu müssen. Resultat: Inserateboykott und unzählige Millionen Einnahmeverlust für TAMNEDIA. Damals sind einige Köpfe gerollt. Vielleicht auch die Falschen ? Denn der "Wirt" ist geblieben. Der "TAGI" hatte eine ziemlich "rote" vergangenheit hinter sich. Heute bezeichne ich Sie nicht mehr als rot, aber immer noch als "dunkelrosa" ¨(Mit oder ohne Autoinserate)


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93%
(27 Stimmen)
Peter Oberholzer sagte January 2013

GEFAHR EINER WEITEREN VERZÖGERUNG

Sehr geehrter Herr Ständerat Minder

Ein Nein zur Initiative erscheint mir riskant. Im Falle eines Neins tritt das lückenhafte Gesetz nur in Kraft, sofern kein Referendum ergriffen wird. Tür und Tor wäre somit offen für eine weitere Verzögerung. Dies sollte im Abstimmungskampf deutlich gesagt werden.


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95%
(44 Stimmen)
Heinz Kremsner sagte January 2013

Herr Minder: Herzlichen Dank für Ihren Einsatz. Ihre Initiative bekommt meine Stimme.
Dass die Gegenseite zu völlig unlauteren Mitteln greift zeigt dass die Gegenseite profitiert, dort sitzen ja die Abzocker, nicht auf Seiten Minder.
Zuerst hat eine Werbeagentur im Auftrage Studenten Kommentare schreiben lassen (Dahinter steckt Economiesuisse). Zuerst wurde das vom Verantwortlichen der Agentur abgestritten (es wurde gelogen !!!) nachher zugegeben. Gleichzeitig wird von Economiesuisse Domaingrapping betrieben, hat dutzende Namen registrieren lassen im Internet die alle immer zur Seite der Economiesuisse führen. Siehe http://www.handelszei​tung.ch/politik/econo​miesuisse-domain-grab​bing-gegen-minder
Gl​eichzeitig wird von der Gegenseite ich schätze mal 20 Millionen Franken eingesetzt um die Initiative zu bekämpfen. Es ist klar: Wer so kämpft auch mit unlauteren (aber nicht verbotenen) Mitteln der hat kein Vertrauen verdient. Gegenvorschlag NEIN. Initiative Minder JA. Ganz einfach.
Typisches Beispiel eines Abzockers aus der Seite der Minder-Gegner der den Gegenvorschlag will aus der SVP-Partei: Der SVP-Thomas Matter ist auch ein Abzocker.Er hatte die Bank Bellevue und hat Kunden über den Tisch gezogen, quasi betrogen.Sich daraus völlig überrissene Saläre/Bonus/Dividend​e usw ausbezahlt. Die Lizenz für die Bank wurde ihm entzogen.Er darf keine Bank mehr gründen!Musste den Kunden x Millionen+Mio-Busse zahlen.Nun Gefängnis gabs nicht.Hat jetzt eine Finanzfirma(keine Bank).Kein Wunder setzt er sich ein für den G-Vorschlag.Er hat dadurch nur Vorteile für sich persönlich.
Wenn das so ist dann muss man für die Initiative Minder sein.
Im Gegenvorschlag hat es viele Kann-Formulierungen. Es hat auch viele Formulierungen "sofern es die Statuten zulassen" oder ähnlich betreff Statuten. Das heisst der Gegenvorschlag ist in vielen Fällen nicht verbindlich und muss nicht umgesetzt werden dank den "Kann"-Formulierung​en und den Statuten-Formulierung​en.
Der Gegenvorschlag ist so nichts wert es fehlt die Verbindlichkeit.


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31%
(59 Stimmen)
peter Pit sagte January 2013

Herr Pfister
Die Medienwelt in der Schweiz ist nun mal linkslastig.Da lässt sich nichts wegdiskutieren. Und das sind beileibe nicht nur die "Printmedien" . Koeppels "Weltwoche" ist eine WOCHENZEITUNG und keine Tageszeitung und hat somit für die manipulative Meinungsbildung der Bevlkerung nur untergeordnete Bedeutung. Die "NZZ" ist eine reine "Geschäftszeitung" und wird vom "Mann auf der Strasse" kaum gelesen. Es sind die "zwei Grossen" welche die Volksmeinug manipulieren. Sie haben fast alles in der Tasche.Sie beherrschen (und ich wiederhle es nochmals) fast den gesammten Schweizer Medienmarkt.Selbst in der Westschweiz. Beispiel: LE MATIN" Was steht dort im Ompressum unter "Editeur" ?
Wem gehören zum Beispiel die Gratis-Zeitungen die überall aufliegen ? Ob Illustrierte Tageszeitungen, Gratiszeitungen oder sogenannter "Privat-Radios und TV. Immer wieder tauchen dieselben zwei "grossen Namen" auf. Wer glauben Sie hat bei bestimmten Înternetplattformen wie GMX-Schweiz ebenfalls seine Finger im Spiel? Wer ist intensiv im "Sponsoring" einschlägiger Sportveranstaltungen und im Musikgeschäft tätig ? Wer zieht dort auch politisch die Fäden ? Wussten Sie auch, dass in Serbien die führende Tageszeitung "BLIC" heisst ? Ist der letzte fehlende Buchstaben Zufall ? Nein! Augen auf und das Impressum lesen.


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31%
(49 Stimmen)
peter Pit sagte January 2013

Leider war es schon im alten Rom so, dass "Stimmen" und "Meinungen" gekauft wurden und das wird wohl auch in Zukunft nicht änden. Unsere Medien sind ein Paradebeispiel dafür. Sie beherrschen die "Meinungsbildug" des Volkes besser als niemnd sonst. Es gibt in der kleinen Schweiz nur zwei "ganz grosse" Medienverlage, welche den Schwerpunkt in der Politlandschaft bilden und kontrollieren. Ob herkmmliche Printmedien, Gratis-Zeitungen, ehemals reine "echte" Privatradios und Privat-TV-Stationen und sogar angebliche "deutsche Internetplattformen"​, sind heute zu 80% längst in der Hand dieser beiden Pressemogule. Und der Büger merkt es nicht, weil nur wenige sich die Mühe machen überhaupt das Impressum zu lesen. Diese beiden Verlage bestimmen mit gezielter "Meinungsmache" prägen schon seit Jahrzehnten die Schweizer Politgesellschaft. Biede Verlage sind linksgefärbt. Wer gegen sie ist, wird fertiggemacht. Gegen das Spiel der "beiden Grossen", sind die gekauften Meinungen durch Studenten in zahlreichen Foren, geradezu vernachlässigbar.


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24%
(67 Stimmen)
Georges Gehriger sagte January 2013

Meinen Kommentar kann man nicht kaufen, ich danke Herr Minder für seinen Initiative und die daraus entstandene Diskussion.
Werde aber den Gegenvorschlag unterstützen, da er vor allem die Unternehmen schützt und nicht bestrafft!

https:/​/www.youtube.com/watc​h?v=DdVOrMVzg-I&featu​re=player_embedded


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60%
(60 Stimmen)
Werner Nabulon sagte January 2013

Herr Thomas Steffen,
Warum reagieren sie so gereizt? Es ist immerhin eine Medien Mitteilung, die glaubhaft erscheint, so bestätigt wurde.
ABER, ja sie haben Recht, eigentlich sollte man Leute die so gegen die Demokratie arbeiten, anzeigen und einem Richter vorführen. Damit das Hieb und Stichfest ge- verurteilt werden kann.


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38%
(72 Stimmen)
beb rofa sagte January 2013

ich verstehe die Empörung von Herr Minder, verstehe aber die Empörung in der breiten Bevölkerung nicht.
1. Es ist schon lange bekannt, dass man mit teuren Inseraten und Halbwahrheiten Abstimmungen gewinnen kann.
2. Herr Minder politisiert auf der Linie der Partei, die dem Fussvolk Kurse in Leserbriefschreiben anbietet um Halbwahrheiten zu verbreiten.

Es ist für mich kein Unterschied, ob gratis arbeitende Parteisoldaten Leserbriefe schreiben oder bezahlte Studenten, Halbwahrheit bleibt Halbwahrheit.


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87%
(78 Stimmen)
Peter Oberholzer sagte January 2013

Sehr geehrter Herr Ständerat Minder

Ich wünsche Ihnen und allen Kommentarschreibern ein gutes Neues Jahr.

Für mich haben Sie, Herr Minder, bereits vor der Abstimmung sehr viel gewonnen. Zum Einen sind Sie unterdessen Ständerat des Kantons Schaffhausen, zum Anderen wurde ein umfangreicher Gegenvorschlag zu ihrer Initiative ausgearbeitet. Meine Sympathie für ihr Vorgehen wird bleiben. Die Chancen sind vorhanden, dass Sie nach 5 Jahren Parlamentsdiskussion ein gutes Abstimmungsresultat erzielen.

Für diejenigen Veränderungen, die Sie mit ihrer Initiative bis heute bewirkt haben gratuliere ich Ihnen.


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80%
(88 Stimmen)
Stefan Pfister sagte December 2012

Kann man nur noch steigern, wenn Economiesuisse an den Haustüren klingelt und die Leute fürs Nein-Stimmen im März bezahlt.


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29%
(63 Stimmen)
Christoph Zwahlen sagte December 2012

Hiermit ein Versuch, nebst all dem oberflächlichen Geplänkel eine inhaltliche Debatte anzustossen.

Es stellen sich m.E. grundsätzliche Fragen: Aktionäre können ohne Verantwortung an einem Unternehmen partizipieren und bei Lust und Laune ihren Anteil jederzeit abstossen. Sind sie somit tatsächlich die „Eigentümer“ (Principal) einer Aktiengesellschaft? Soll ihr Einfluss tatsächlich ausgebaut werden, oder sollen Aktionäre „by feet“ (verkaufen) protestieren? Sind nicht viele Aktionäre kurzfristig orientiert, während Verwaltungsräte das langfristige Wohlergehen verfolgen sollten? Werden in dieser Debatte Aktionäre und deren Rolle nicht idealisiert?

Thoma​s Minder möchte die Verwaltungsräte „bevormunden“, die Haftung bleibt jedoch beim Verwaltungsrat und wird zusätzlich um drakonische Strafdrohungen ergänzt.


Zusamme​nfassende Übersicht, was die Initiative und der Gegenvorschlag fordern:

1. Vergütungen:
⇒ Initi​ative: GV muss jährlich über Vergütungen des Verwaltungsrats und der Geschäftsleitung abstimmen.
Gegenvorschlag: GV stimmt ebenfalls ab, die Aktionäre entscheiden jedoch, ob Abstimmung bindende oder konsultative Wirkung hat.
⇒ Initiative: Goldene Fallschirme werden verboten.
Gegenvorsc​hlag: solche Zahlungen sind erlaubt, wenn 2/3 der Aktionäre ihnen zustimmen

2. Wahlen:
⇒ Initiative​: Verwaltungsräte müssen jährlich von den Aktionären gewählt werden.
Gegenvorschl​ag: Aktionäre können auch zwei- oder dreijährige Amtsdauer festlegen

3. Abstimmungen:
⇒ Init​iative: Stimmzwang für Pensionskassen im Interesse ihrer Versicherten
Gegenvo​rschlag: kein Stimmzwang
⇒ Initiat​ive: Das Organ- und Depotstimmrecht wird abgeschafft. Aktionäre können ihr Stimmrecht somit nicht der Bank übertragen.
Gegenvor​schlag: dito!
⇒ Initiative: Aktionäre können elektronisch abstimmen.
Gegenvors​chlag: dito!

4. Bestrafung:
⇒ Initia​tive: Widerhandlung gegen Bestimmungen der Initiative werden mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren und Geldstrafen bis zu sechs Jahresvergütungen bestraft. Gegenvorschlag: keine solche Bestimmung.


Prob​lematiken aus meiner Sicht:
• Pensionskas​sen müssen im Sinne ihrer Versicherten stimmen – woher wissen sie, was die Versicherten wünschen? Zudem werden die Interessen heterogen sein.
• Organ- und Depotstimmrecht wird aufgehoben. Den Aktionären wird somit ein wichtiges Recht entzogen – das Aktienstimmrecht der Bank zur Ausübung zu überlassen. Sowohl Initiative als auch der GV fordern dies.
• Da aktive Aktionäre bevorteilt werden, besteht die Gefahr, dass eine aktive Minderheit eine zufriedene Mehrheit dominiert
• Verwaltu​ngsräte müssen jährlich gewählt werden, selbst wenn dies die Aktionäre nicht wünschen (bereits heute können sie bestimmen, dass jährlich gewählt wird). Ein Dauerwahlkampf ist zu befürchten.
• KMUs haben oftmals Mühe, Verwaltungsräte zu finden. Nun wird die Verantwortung ausgebaut, die Rechte gleichzeitig beschnitten – das Problem wird sich verschärfen.
• Die Vergütungsproblematik​ wird sich durch stärkere Entscheidungsgewalt der Aktionäre nicht verändern, da Aktionäre die besten Leute für den Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung wollen, um den Wert des Unternehmens und somit ihrer Aktie zu steigern. Gute Leute orientieren sich an internationalen Marktlöhnen.
• Viele​ Aktionäre wollen gar keinen Einfluss nehmen
• Aktionäre denken oftmals kurzfristig

Fazit:​ Mit der Initiative werden Aktionäre stärker bevormundet, während sie mit dem Gegenvorschlag mehr Wahlfreiheit erhalten. Sowohl die Initiative als auch der Gegenvorschlag übertragen den Aktionären mehr Rechte und keine Pflichten, es ist grundsätzlich in Frage zu stellen, ob diese Entwicklung wünschenswert ist. Der Gegenvorschlag hat ca. 75% der Forderungen der Initiative übernommen - sowohl Ethos als auch die Pensionskasse unterstützen den GV!


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98%
(46 Stimmen)
Heinz Mahler sagte December 2012

Man sollte mal die Taktiken der feindlichen Übernahme und Schädigung der Minderheitsaktionäre anschauen. Ausserdem hatte bisher der VR nie Verantwortung zu tragen.


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92%
(49 Stimmen)
Inge Votava sagte December 2012

Jetzt haben wir ein Problem: Gibt es einen Christoph Zwahlen wirklich oder ist er ein fake? Die Aktion soll ja eingestellt worden sein. Aber, wie schon der gute alte Goethe sagte: "Die Botschaft höhr' ich wohl, allein mir fehlt der Glaube".


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97%
(37 Stimmen)
Anton Keller sagte January 2013

"Pensionskassen müssen im Sinne ihrer Versicherten stimmen"

Bisher war es für viele Pensionskassen üblich die Stimmrechte zu verkaufen. Stichwort: Aktienleihe Und als indirekt Beteiligter müssen sie heute mitansehen wie Ihre Pensionskasse so was macht. Mit den Füssen abstimmen geht hier einfach nicht.

"Verwaltun​gsräte müssen jährlich gewählt werden"

Niemand sagt, dass man nicht stimmlich wählen kann. Und weshalb soll die oberste Aufsicht einer Firma nicht jede Periode bestätigt werden, geht ja bei der Revisionsstelle auch? Es funktioniert sogar jährlich bei den Vorstandswahlen praktisch aller Vereine.

"KMUs haben oftmals Mühe, Verwaltungsräte zu finden."

Dann ist es auch besser, sie suchen sich eine andere Gesellschaftsform.


"Da aktive Aktionäre bevorteilt werden, besteht die Gefahr, dass eine aktive Minderheit eine zufriedene Mehrheit dominiert"

Es gilt immer noch das Verhältnis der aktiven Ja und Nein Stimmen!

Wir könnten ja auch in der Schweiz den Bundesrat einfach die Nicht-Wählerstimme zum Abstimmen geben.


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13%
(30 Stimmen)
Christoph Zwahlen sagte January 2013

„Bisher war es für viele Pensionskassen üblich die Stimmrechte zu verkaufen. Stichwort: Aktienleihe Und als indirekt Beteiligter müssen sie heute mitansehen wie Ihre Pensionskasse so was macht. Mit den Füssen abstimmen geht hier einfach nicht.“

Sie haben wohl oder übel auch in Zukunft als indirekt Beteiligter weder die Möglichkeit mitzuentscheiden, noch, mit den Füssen abzustimmen. Die Forderung der Initiative, dass Pensionskassen „im Sinne ihrer Versicherten“ stimmen müssen, ist zwar gut gemeint, jedoch unmöglich umsetzbar.

„weshal​b soll die oberste Aufsicht einer Firma nicht jede Periode bestätigt werden? Es funktioniert sogar jährlich bei den Vorstandswahlen praktisch aller Vereine.“

Den Vorstand jährlich zu wählen finde ich nicht per se schlecht. Heutzutage wird jedoch oft gefordert, Verwaltungsräte sollten langfristig denken. Jährliche Wahlen bezwecken wohl exakt das Gegenteil. Zudem können Aktionäre bereits heute durch eine Statutenbestimmung beschliessen, den Vorstand jährlich wählen zu wollen. Die Initiative bevormundet diese jedoch, indem jedes Jahr abgestimmt werden MUSS, ob gewünscht oder nicht.

„Dann ist es auch besser, sie suchen sich eine andere Gesellschaftsform.“

Die Rechtsform einer AG hat viele Vorteile und ich nehme nicht an, dass Sie ein überwachendes und überblickendes Organ wie den Verwaltungsrat als für ein Unternehmen unnütz befinden.

„Es gilt immer noch das Verhältnis der aktiven Ja und Nein Stimmen!
Wir könnten ja auch in der Schweiz den Bundesrat einfach die Nicht-Wählerstimme zum Abstimmen geben.“

Zu ihrer Information: das Schweizer Volk wählt den Bundesrat nicht. Weder jährlich, noch alle zwei oder vier Jahre. In diesem Zusammenhang fällt oft das Stichwort „Kontinuität.“

Wen​ n das Organ- und Depotstimmrecht abgeschafft wird, bedeutet dies, dass eine Stimmrechtsvertretung​ durch Depotbanken oder Firmenorgane (VR, GL) verboten wird. Das Depotstimmrecht hat in der Praxis kaum Bedeutung, die Organvertretung machte laut einer Studie der Uni ZH bei Firmen im Schnitt fast einen Viertel der abgegebenen Stimmen aus. Bei der Organvertretung war anscheinend die Regel, dass die Stimmrechtsvertretung​ auf ausdrückliche Weisung der Aktionäre beruhte. Die zufriedene Mehrheit konnte somit zugunsten des VRs delegieren. Viel ändern wird sich diesbezüglich aber wohl kaum, da auch nach Abschaffung des Organ- und Depotstimmrechts die Vertretung durch unabhängige Vertreter möglich ist. Das Aktionärsverhältnis wird sich somit kaum ändern und mein Einwand diesbezüglich hat sich somit erledigt.

Unabhäng​ig davon empfehle ich interessierten und kritischen Geistern folgenden Artikel von Andreas von Planta mit dem Titel „Sind Aktionäre wirklich Eigentümer der Gesellschaft?“ (insbesondere ab Seite 6): http://www.lenzstaehe​lin.com/uploads/tx_ne​ tvlsldb/Sonderdruck_P​ lanta_01.pdf


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52%
(77 Stimmen)
Josef Küng sagte December 2012

Würde mich auch interessieren wie eine Volksabstimmung über Verschleuderung des Volksvermögens aussehen würde. Auch interessant wäre zu wissen wie hoch die Kadersaläre der Bettler Organisationen sind. Es gibt so vieles das stinkt, aber vor allem muss die Geldgier im Bankensektor gebremst werden.


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91%
(87 Stimmen)
David Mayer sagte December 2012

Weiter so, Herr Minder


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62%
(93 Stimmen)
Jürg Walter Meyer sagte December 2012

Ich unterstütze die Initiative von Herrn Nationalrat Thomas Minder mit meiner Stimme aus Deutschland und einer Spende aus der Schweiz. Ich werde Leserbriefe schreiben - ob sie angenommen werden steht nicht in meiner Macht.


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56%
(79 Stimmen)
Werner Nabulon sagte December 2012

Da stellt man sich die Frage, wo überall sind solche "Fakes" am Werk? Geschieht das auch hier?



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