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Neue Finanzmarktregulierun​gen FIDLEG/FINIG gefährden Schweiz

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Mit FIDLEG/­FI­NIG eva­lu­iert der Bund mo­men­tan eine Neu­struk­tu­rie­rung​ der Fi­nanz­mark­tar­chi­​tek­tur. Dabei soll – egal ob Gross­bank oder klei­ner Vermögensverwalter – die ge­samte Bran­che einer staat­li­chen Auf­sicht und um­fas­sen­den Or­ga­ni­sa­ti­ons­au​f­la­gen un­ter­stellt wer­den. Diese unverhältnismässige Be­las­tung hätte exis­tenz­be­dro­hend​e Aus­wir­kun­gen u.a. für unabhängige Vermögensverwalter (UV­V). Statt sich aufs Kerngeschäft kon­zen­trie­ren zu können, müssen Be­triebe immer mehr behördlichen Con­trol­ling­pflich­​ten ge­hor­chen und neue Com­plian­ce­stel­len​ schaf­fen. Damit erhöht sich der An­teil „unproduktiver“ Ar­beits­zeit, was sich be­son­ders bei klei­ne­ren und selbständigen Fi­nanz­dienst­leis­t​ern ne­ga­tiv aus­wir­ken würde, ob­wohl diese eine der gros­sen Stärke des Schwei­zer Fi­nanz­plat­zes ausmachen.

FIDLEG und FINIG sind letztlich industriepolitische Massnahme der grossen Banken und der FINMA gegen die kleinen Banken und Vermögensverwalter einzustufen. Die Einführung  von FIDLEG/FINIG brächte unserem Land erhebliche volkswirtschaftliche Einbussen. Prof. Janssen, Leiter der ECOFIN Group, berechnet, dass die Wettbewerbseingriffe bei FIDLEG/FINIG einem jährlichen Wertschöpfungsverlust​ von 5 bis 10 Mrd. CHF ausmachen, abgesehen von den zusätzlichen Kosten für neue staatliche Kontrollen. Zudem verwalten UVV 25% der Privatkundengelder – somit hat FIDLEG/FINIG auch negative Auswirkungen auf die Finanzen Schweizer Bürgerinnen und Bürger. Aus diesem Grund braucht die Schweiz eine intelligentere Finanzmarkt-Architekt​ur, welche der Heterogenität und den Stärken der unterschiedlichen Finanzdienstleistern Rechnung trägt und keinen „one-size-fits-all“-A​nsatz.

Eine freiwillige Übernahme der EU-Regeln MiFid I/II (Markets in Financial Instruments Directive) wäre dagegen eine bessere und günstigere Alternative. Diese würde dem bewährten Prinzip der Selbstverantwortung und -regulierung wieder einen höheren Stellenwert geben und die Wahlfreiheit der Konsumenten weiter erhalten. Ein Schweizer Vermögensverwalter könnte sich so situativ und je nach Geschäftsmodell unter EU-Recht begeben. Dadurch wird verhindert, dass Kunden unerwünschten Regulierungen ausgesetzt werden und Schweizer Unternehmen diese an andere Finanzmärkte verlieren, wie Hongkong, Singapur, London oder die USA.  Denn weder Schweizer noch ausländische Kunden sind bereit, steigende Kosten und höherer Administrationsaufwan​d ohne bessere Anlageresultate in Kauf zu nehmen.

Mit den Gesetzesvorlagen FIDLEG/FINIG, steht die Schweiz somit einmal mehr vor wegweisenden finanzpolitischen Richtungsentscheiden.​ Der Bundesrat, das Eidg. Parlament und die Finanzplatzvertreter sind aufgefordert, den Schweizer Finanzstandort nicht unnötig und mutwillig zu schwächen.


Kommentare von Lesern zum Artikel

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(1 Stimme)
Clemens Müller sagte March 2017

Die Provisionsabzockerei mit der Versicherungslösung 3a soll gemäss Ständerat ungehindert weiter laufen:

http://www​.politnetz.ch/artikel​/22959-staenderat-zie​ht-dem-fidleg-die-zae​hne-junge-buerger-ble​iben-abzockern


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(2 Stimmen)
Patrick Reto Bieri sagte September 2015

Da kommt wohl ein Abwärtsstrudel auf die Welt zu:

http://www.tag​esanzeiger.ch/wirtsch​aft/konjunktur/chinas​-wirtschaftskrise-err​eicht-die-schweiz/sto​ry/21502948


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(6 Stimmen)
Jürg Wolfensperger sagte September 2015

Ich bin der Meinung,dass wenn die "kontrollierende" Seite nicht besser funktioniert,als die zu "Kontrollierende"!...​sollte man solche kostbilligen Eingriffe unterlassen.Was will man eigentlich kontrollieren,nachdem​ man dran ist,den transparenten Bürger zu schaffen,der eh alles und jedes dem Staate offen legen muss ?In einem "sauberen" Umfeld wird das funktionieren!Ueberal​l sonst wird das kmöglicherweise zu Betrügereien kommen,denen der Normalbürger hilflos ausgeliefert ist.Es ist sehr zu hoffen,dass man hierzulande,nicht noch zusätzliche Schikanen,an zusätzlichen Kontrollen einführt!Nur schon deshalb,weil das Vertrauen in den Staat mit solchen Schikanen mehr und mehr bröckelt.


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(4 Stimmen)
Georg Bender sagte September 2015

Kein Land muss zur Abdeckung seiner Bedürfnisse, in den Volkswirtschaftskrieg​en teilnehmen! Eine ausgeglichene Leistungsbilanz als Maxime der Zeitgeschichte! Die Exportorientierung sollte in der westlichen Welt, längst überwunden sein! In einer entwickelten Wirtschaft, sollte nicht mit Sklaverei mitgespielt werden, sondern mit Qualität! Die Qualität ist Ausdruck der Entwicklung und Wohlstand! Jeder Fortschritt, auch das Soziale, ist ein Spiegelbild der inländischen (Plan-)Marktwirtschaf​t und die Wettbewerbsbedingunge​n für alle Mitspieler gleich!
Dieses Verstehen steht im direkten Zusammenhang mit dem Verstehen der Entstehung, Funktion und Auswirkung unseres Schuldengeld - Schneeballsystems!


Es lohnt sich diesem geistig zu nähern; denn es bereichert den Geist!


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(4 Stimmen)
Patrick Reto Bieri sagte September 2015

China könnte der Weg sein, um die Schweiz zu stärken. Die wollen und müssen investieren. Mit guten Handelsabkommen mit China könnte die Schweiz weiterhin finanzielle gut dastehen, Regulierung hin oder her. Ein Bundesrat setzt sich ja besonders dafür ein. Und man oder frau muss ja nicht bei jedem Treffen in der Wunde der Menschenrechte stochern. China ist etwas grösser als die Schweiz und muss schon darauf achten, nicht auseinander zu brechen. Wie die Schweiz ja auch :-).


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(5 Stimmen)
Patrick Reto Bieri sagte September 2015

Diese Aufsicht scheint bitter nötig zu sein! Und ich weiss dies aus eigener Erfahrung:

Mein ehemaliger, schweizer Anwalt hat gegen Geldwäschereiartikel verstossen, in Deutschland. Die DKB schreibt dau folgendes:

http://​portalpb.bplaced.net/​privat/werder/02DKB%2​0Werder.pdf

Doch der Herr wird von der schweizer Justiz (!) gedeckt. Wer es nachlesen will, alle Dokumente sind online, inkl. Bundesgericht. Ein Skandal!

mit Gruss
Patrick Reto Bieri
http://portalp​b.bplaced.net/privat/​privat.html


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57%
(7 Stimmen)
J. Wolf sagte September 2015

Herr Kuoni

Gerade dieses "Prinzip der Selbstverantwortung und -regulierung" hat doch der Schweiz die aktuellen Probleme erst beschert! Die Bankiervereinigung hat immer wieder betont, die "Weissgeldstrategie" sei der einzige gangbare Weg und was kam heraus?

Und die Steuerhinterzieher, die am schnellsten reagiert haben, sind alle zu kleinen "Vermögensverwaltern"​ und "Treuhändern" abgewandert. Vor allem, weil diese der Regulierung nicht oder nur unvollständig unterstanden.

Wenn​ nun also eine Regulierung des gesamten Finanzbereiches zum Thema wird, dann vor allem, weil nicht nur die gesamte Branche, sondern speziell die jetzt jammernden Teile der Branche stark über die Stränge gehauen haben!


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